Drainagen - Redon Drainage

Katia81

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Hallo!

Ich habe eine allgemeine Frage . Ob in einer Redon , in der der Sog raus gegangen ist ( schon im OP) trotzdem die Wundflüssigkeit einlaufen kann oder ob dafür zuerst ein neuer Sog aufgebaut werden muss. Also: Fließt da trotzdem etwas ab oder nicht?
Bin gespannt auf eure Antworten ( mit Begründung) . Danke im vorraus.
 

Eisenbarth

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je nach genauer anlage dürfte es physikalisch mE ziemlich unmöglich sein, dass da noch eine drainagewirkung zustande kommte.


davon abgesehen hat der unterdruck auch noch andere, erwünschte nebeneffekte.


wieso wird sowas nicht schnellstens korrigiert?
 

Katia81

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je nach genauer anlage dürfte es physikalisch mE ziemlich unmöglich sein, dass da noch eine drainagewirkung zustande kommte.


davon abgesehen hat der unterdruck auch noch andere, erwünschte nebeneffekte.


wieso wird sowas nicht schnellstens korrigiert?
das war ganz allgemein , eine Frage, die durch ein Gespräch aufgekommen war- wo es aber geteilte Meinungen gab.
Danke für Deine Antwort
 

Sanne3

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Je nach Anordnung des Operateurs laufen die Redons`mit oder ohne Sog!
Auch ohne Sog kann die Wundflüssigkeit, allerdings vermindert, abfließen.
 

Eisenbarth

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diese hier war eine mit unterdruck, siehe ausgangsposting.

und was da noch nachläuft (wenn der schlauch genau richtig hängt, die flasche genau richtig steht, keine riesenkoagel vorliegen) dürfte sich doch in ziemlich engen grenzen halten.
 

VansQueen

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Ich kenne es auch so, dass manchmal die Redondrainagen bewusst ohne Sog aus dem OP kommen. Der Chirurg hat seine Gründe, warum (Verhältnis der Wundsituation im Inneren, starker Blutverlust im OP.....). Es wird auch der Sog von uns "rausgelassen", wenn die Flaschen unter Vakuum viel zu schnell voll laufen. Und es kann (im selteneren Fall) auch noch viel nach kommen.
 

Toolkit

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Natürlich kann eine Drainage abdrainieren, auch wenn kein Sog besteht.
Dafür muss schlichtweg der Druck an der Drainageeinlegstelle hoch genug sein.
 

Maniac

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Dito. Natürlich funktioniert diese grundsätzlich noch - Ist dann halt eine Schwerkraftdrainage. Vgl Robinsondrainage
 

Eisenbarth

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ich würde gern die frage stellen, wann und wo genau eine robinson-drainage zum einsatz kommt - und ergänzend: ob genau dort auch eine redondrainage eingesetzt werden kann.
 

Maniac

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Ich bin schon zu lange internistisch tätig. Habe seit Jahren keine Robinson mehr gesehen.

Jedoch solltest du meine Aussage nicht falsch verstehen. Ich will nicht sagen "Kann man so lassen, dann ist es jetzt halt eine Robinson", sondern habe die Frage beantwortet, ob Wundflüssigkeit ohne Sog ablaufen kann.
 

Eisenbarth

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ich fragte, weil ich die robinson-drainage gar nicht kenne & kollege wikipedia meint, die sei intraabdominal anzuwenden. meine frage: legt man unterdruckdrainagen denn überhaupt intraabdominal?
 

hypurg

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Ich habe mal gelernt, daß so rein physikalisch Luft aus der Redonflasche raus muß, wenn Flüssigkeit reinlaufen soll (wenn kein Sog auf der Flasche ist). Deshalb kann nur Wundsekret abfließen, wenn die Luft aus dem Redonsystem die Möglichkeit hat zu entweichen. Ich kenne das sogar aus der Praxis (wenn auch schon wieder paar Jahre her), daß für Redons ohne Sog extra Entlüftungskanülen mit Filter benutzt wurden.
Leider kann ich meine Aussage nicht mit einer Formel beweisen... und frage mich selbst, wie der Austausch bei Katheterbeuteln und Robinsonbeuteln vor sich ginge...
 

-Claudia-

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Das passt schon. Im Beutel ist keine Luft drin, die Platz machen müsste.

Natürlich kann Flüssigkeit auch ohne Sog, eben durch die Schwerkraft ablaufen.
 

opjutti

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Wir nehmen Robinsondrainagen bei Wirbelsäulenoperationen, wie Bandscheibenprothesen und ventralen Spondylodesen, die mit einem Cage versorgt werden. Dort braucht man keinen Sog, dort reicht ein Überlauf zur Drainage der Wundhöhle.

LG opjutti
 

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Robinson's sind auch in der Visceralchirurgie alltäglich,meist in der freien Bauchhöhle nach größeren Darmresektionen platziert. Redon's dagegen gibt's häufig bei LHE,CHE und AE sowie Struma. Und dann ist auch der Unterdruck in der Redonflasche,so daß zieht.
Was auch gut geht sind die VAC's,aber nur für größere OP-Wunden,wie z.B. Decudebridement.
 

matras

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Hallo!

Ich habe eine allgemeine Frage . Ob in einer Redon , in der der Sog raus gegangen ist ( schon im OP) trotzdem die Wundflüssigkeit einlaufen kann oder ob dafür zuerst ein neuer Sog aufgebaut werden muss. Also: Fließt da trotzdem etwas ab oder nicht?
Bin gespannt auf eure Antworten ( mit Begründung) . Danke im vorraus.
Nur nochmals zurüch zur Ausgangsfrage: ja die Drainage kann fördern. Das geht aber nur solange es durch die einlaufende Flüssigkeit keinen Druck in der Flasche gibt, die das Nachlaufen hindert. Manchmal wird dazu dann ein Spike in den Falternbalg gesetzt um ein entweichen der Luft zu gewähren.
Nach Robinson, Easy-Flow oder Silicondrains wurde nicht gefragt.....
 

MichaHH

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Anekdote: Wir hatten einst einen Patienten, dem man etwa 2stündlich die Reddons wechseln musste. Dem Herrn Doktor schien das nicht zu interessieren, or whatever, jedenfalls wurde der Sog auf den Reddons gelassen. Merkwürdigerweise förderten diese eine Milchige Flüßigkeit - Lymphe. Nach mehrmaligem Aufmerksammachen kam der Herr Doktor schließlich und musste feststellen, dass wir Recht hatten, und da wirklich was nicht in Ordnung war :wut:
Sofort wurde der Sog aus den Reddons gelassen(Bis dahin hatte er sicherlich schon 5-6 voll gemacht) und alles verlief zum Glück noch gut! :-)
 

Segufix

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Hallo zusammen :-)
also soweit ich das mit den Drainagen verstanden habe... ist der sinn einer drainage die ablöeitung von wundsekret und die verhinderung einer bakteriellen besiedlung.. bei der redondrainage möchte man doch mit dem sog ein "zusammen ziehen" und verwachsen der hautareale erreichen oder? :-)
eine redondrainage liegt meines wissens nach eher oberflächig. d.h. subcutan oder in gelenken und muskeln. eine robinson eher im wundgebiet, die dann ohne sog arbeitet und dem schwerkraftprinzip folgt.... reicht das so? :-) zu deinem treed, wenn eine redondrainage ohne sog ist... wo ist dann der sinn? fördern müsste sie trotzdem aufgrund des drucks und der schwerkraft...
 

littlesun

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Auch bei uns in der Neurochirurgie sind Drainagen ohne Sog die Regel - besonders nach Tumorresektionen im Gehirn, aber auch bei Bandscheiben-OPs. Selbstverständlich fördern auch diese Drainagen via Schwerkraft.
 

Fleschor_Max

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zu deinem treed, wenn eine redondrainage ohne sog ist... wo ist dann der sinn?
Man lässt den Sog drauf bei niedrigen Förderraten. Fördert die Drainage zuviel wird der Sog entfernt. Der Vorteil einer Redon ist, dass sie beides sein kann, normale Robinson oder halt Redondrainage mit Sog. Oft wird der Sog genutzt um die post-op-Blutung noch abzusaugen und wenn diese Blutung das Vakuum "verbraucht" hat, bleibt die Drainage "passiv".

Wenn der Chirurg das erste Mal am Bett steht, sollte man mit ihm vereinbaren wieviel die Drainage fördern darf und ab wann man den Druck wegnehmen soll, und ab wann eine Arztinfo erfolgen soll.

EDIT: Wenn viel Sekret fliesst, wird die Flasche häufig getauscht und man hat nen stetigen Fluss vom Patienten weg, ich seh keinen Grund für einen Luftfilter auf einer Entlüftungskanüle. Und am Ende braucht man diese Kanüle auch nur kurz, denn wenn man sie bei einer Flasche genutzt hat, kann man beim nächsten Flaschenwechsel einen Beutel mit passiven Ablauf dranhängen.
Wer doch nen Luftfilter wünscht, sowas gibts für EVD-Systeme/Tropfenkammern als Verbrauchsmaterial.
 

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