Dopamin oder Arterenol bei Blutdruckabfall?

Dieses Thema im Forum "Intensiv- und Anästhesiepflege" wurde erstellt von schwester jenni, 28.01.2007.

  1. schwester jenni

    schwester jenni Junior-Mitglied

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    Hallo ihr!

    Wann gibt man Dopamin und wann Arterenol beim Blutdruckabfall, oder ist es egal was man gibt??


    Ich hoffe ihr wisst was ich mein kann mich heute irgendwie nicht so ausdrücken:verwirrt:

    Danke für eure Antworten:wavey:

    glg

    jenni
     
  2. laprador

    laprador Newbie

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    Bei uns haben wir immer Dopamin gegeben wenn die Patienten einen Blutdruckabfall haben und extra nicht mehr ausscheiden, denn Dopamin regt die Nieren zur Ausscheidung an. Und dann wird das über einen längeren Zeitraum über einen Perfussor laufend gegeben.
    Noradrenalin aber gibt man im akuten Notfall also z.B. bei einer Reanimation, denn da wird sofort der Blutdruck und auch die Frequenz erhöht.
    Ich denke Noradrenalin wirkt auf alle Fälle viel schneller und man kann es im Notfall einfach besser anwenden.
    Aber am Ende wird man alles beides kombiniert anwenden, so denke ich jedenfalls.
    :weissnix:
     
  3. Cystofix

    Cystofix Poweruser

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    Na ja,

    ich denke, das muss man etwas differenzierter betrachten. Dopamin ist ohne Zweifel ein potentes Medikament - es steigert bekanntermassen ja je nach Dosis RR, HF und die Inotropie - es ist jedoch wegen seiner Nebenwirkungen ( Arrhythmien, Übelkeit, Mesenterialperfusionseinschränkungen bspw. ) durchaus umstritten und wird in D an sich kaum noch eingesetzt. Und es regt nicht die Nieren zum Ausscheiden an, sondern erhöht die renale Perfusion, was die Ausscheidung erhöht.
    Und im Rahmen von Reanimationen ist sicherlich eher Adrenalin als Noradrenalin das Mittel der Wahl.

    Noradrenalin ( Arterenol ) ist ein potenter, in geübten Händen sehr gut steuerbarer Vasokonstriktor und kann IMHO bei nahezu jedem starken RR-Abfall eingesetzt werden.

    Cys
     
    Tobias gefällt das.
  4. Sufenta

    Sufenta Junior-Mitglied

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    Es kommt wohl auch ein bisschen drauf an, bei was für einem Patienten der Blutdruck abfällt und in welchem Zusammenhang.

    Bei massivem Blutdruckabfall geben wir Akrinor bzw. wenn dauerhaft der Ziel-MAD
    nicht erreicht wird i.d.R. einen Arterenol Perfusor.
     
  5. fahlbumi

    fahlbumi Junior-Mitglied

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    Hi
    Also Dopamin iss bei uns ein Ketecholamin was eigentlich nicht mehr verwendet wird!!!. wir nutzen bei Hypotonie , Arterenol also Perfusor, 5,10 oder ggf auch als 20 mg/50 ml , und die Patienten haben dann natürlich alle einen Arteriellenkatheter!, ansonsten bei Rechtsherzschwäche kann man noch schön Dobutrex dazu nehmen (cave Tachykardien!!), ansonsten benutzen wir bei schwerkranken septischen Patienten seit ca. 2-3 Jahren Vasopressin!
     
  6. Stern32

    Stern32 Poweruser

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    Hallo,

    Dopamin wird bei uns auch nicht mehr verwendet. Bei uns gibt es Voluven + 1 Amp. Akrinor oder Arterenol als Perfusor in verschiedenen Stufen wie 2mg/ 5mg/ 10mg/ 25mg auf 50NaCl oder 50mg Arterenol pur.

    Gruß Tina
     
  7. EisEngel

    EisEngel Junior-Mitglied

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    Also bei uns gibt es auch kein Dopamin mehr...in Akutsituation 500ml Gelafusal plus 1Amp. Akrinor...wenn Pat. nicht darauf reagiert nehmen wir auch Arterenol als Perfusor...wie schon erwähnt..ist besser steuerbar
     
  8. Cystofix

    Cystofix Poweruser

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    Nicht nur, wenn das rechte Herz schlapp macht :-). Sollte man denke ich bei jeder höheren Arterenol-Dosierung in Erwägung ziehen.

    Cys
     
  9. nebukadnezar

    nebukadnezar Junior-Mitglied

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    echt?? Man nimmt Dopamin nicht mehr her?? Is scho ne Weile her als ich auf Its gearbeitet habe und da haben wir noch fleissig Dopamin am Perfusor gehabt. Seit wann hat man sich denn entschieden das das jetzt nicht mehr so gut ist? Gab es da mal einen besonderen Fall oder eine Studie??

    Lieben Gruß
    Nebukadnezar:o
     
  10. Spargelhuhn82

    Spargelhuhn82 Stammgast

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    http://http://de.wikipedia.org/wiki/Dopamin


    Es tut mir leid, dass ich dieses fast 2 Jahre alte Thema nochmal aufwärme... aber bei uns auf der ITS gibt es immer wieder Diskussionen ums Thema Katecholamin und in der SuFu habe ich das Thema hier gefunden. Obwohl Dopamin (zumindest bei uns und auch in den Häusern, in denen ich gelernt habe) ja nun doch weniger bis kaum noch benutzt wird, schreien unsere Ärzte sofort danach, wenn ein Katecholamin zur Blutdruckunterstützung gebraucht wird. Auf dezente Hinweise ordnen sie letzten Endes doch meist Dobutamin oder sogar Arterenol an...

    Mich würde mal interessieren, wie das jetzt bei euch läuft. Ist ja nun schon ein paar Tage her, dass dieser Beitrag verfasst wurde. Ist bei euren Ärzten auf der ITS Dopamin scheinbar auch immer noch Mittel der Wahl?
     
  11. Dirk Jahnke

    Dirk Jahnke Poweruser

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    Moin Spargelhuhn82

    Bei uns ist das ganz einfach, haben kein Dopamin mehr im Schrank also kann es auch nicht angeordnet werden :mrgreen:
     
  12. HBR

    HBR Junior-Mitglied

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    Dopamin wird bei uns auch nur noch sehr selten eingesetzt. Wenn Katecholamine gegeben werden sollen, wird natürlich als erstes nach dem Grund der Hypotonie "gefahndet". Bei Volumenmangel natürlich Volumengabe, bei cardialer Ursache Dobutamin oder Adrenalin, im septischen Bereich Aterenol (oftmals in Verbindung mit Dobutamin:gruebel:)

    Von "Früher" weiß ich aber noch, dass wir oftmals die Kombination Dobutamin/Dopamin hatten. Das ist heute nun ganz "out". Eine zeitlang war es auch noch "in", Dopamin in "Nierendosis" bei Oligurie/Anurie zu geben. Wird auch seit Jahren nicht mehr angeordnet.

    Gruß
    Heike
     
  13. Spargelhuhn82

    Spargelhuhn82 Stammgast

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    Oh ja... die Kombi aus Dopamin und Dobutamin ist bei unseren Ärzten auch sehr beliebt.. wird sich aber sicher bald geben, denn die Station hat jetzt beschlossen (in Absprache mit unserem Stationsarzt), dass Dopamin nicht mehr neu bestellt wird. :mrgreen:
     
  14. cosi

    cosi Newbie

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    Dopamin ist schon viele, viele Jahre total out.
    Es wurde wohl Anfang der 2000er nur noch für die Anregung der Nierendurchblutung eingesetzt.

    Adrenalin ist das Notfallmedikament der ersten Wahl.
    Nordadrenalin wird bei Hypotonie eingesetzt, die nicht mehr mit Volumengabe zu beherrschen ist bzw. zur Vasokonstriktion (periphere Widerstände werden erhöht).
    Problematisch sehe ich die reduzierte Durchblutung der Extremitäten. Aber nun ja einen Tod muss jeder sterben.

    Das Adrenalin wurde früher auch viel mit Dobutamin verwendet. Ich würde sogar sagen, dass ist die Billigkombi zum Corotrop.
     
  15. uexli

    uexli Newbie

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    Anästhesie
    Tach zusammen,
    also ich habe eine Zeit auf der neuro-chirurg. Intensiv gearbeitet (da ist das mit den Drücken bekanntermaßen ein wichtiges Thema :wink: ) meist sind wir da erstmal mit Ebrantil eingestiegen und/oder mit CatNep (Catapresan+Nepresol), wenn die Leute aufgeregt sind auch nur Catapresan, weil das so schön sediert...
    bei dauerhaften Hypotonien auch mit Aterenol-Perfusor. Dopamin habe ich noch nie erlebt.
    Jetzt in der Anästhesie ist Akrinor das Mittel der Wahl. Aterenol steht aber auch immer griffbereit :nurse:
    In CPR Situationen ist Supra das Mittel der Wahl in unserem Hause...

    Grüße
    uexli
     
  16. Spargelhuhn82

    Spargelhuhn82 Stammgast

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    interdisziplinäre Intensiv

    Bei BlutdruckABFALL??????? :gruebel:
     
  17. narkoleptiker70

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    :eek1:

    Ich als krankenhauserfahrener Patient habe mich beim Lesen dieser Frage gewundert, was Dopamin, dass doch an für sich eine beruhigende Wirkung hat, gegen Blutdruckabfall ausrichten soll. Ich kenne Dopaminpräparate nur aus der Neurologie, da sie Restless-Legs-Patienten wie mir gegeben werden (z.B. Cabaseril = Cabergolin), aber auch bei der Behandlung von Parkinson zum Einsatz kommen. In beiden Fällen soll, soweit ich weiß, durch die Dopamingabe eine beruhigende Wirkung erzielt werden, die das körpereigene Nervensystem zumindest zeitweise nicht mehr leisten kann (unruhige Beinbewegungen bei Nacht bei RLS, Zittern bei Parkinson).

    Da ich selbst auch mit rechtsseitiger Herzschwäche zu tun habe und wg. Kreislaufproblemen und Atemnot schon mehrfach per Notarzt ins Krankenhaus eingeliefert wurde, würde es mich schon interessieren, wie ein in der Neurologie als beruhigendes Präparat eingesetztes Medikament in der Inneren Medizin stimulierend wirken soll.
     
  18. Spargelhuhn82

    Spargelhuhn82 Stammgast

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    interdisziplinäre Intensiv
    In den vorherigen Beiträgen in diesem Thema wird diese Frage doch eigentlich geklärt, oder? Ansonsten nochmal der Link:

    Dopamin ? Wikipedia

    :mrgreen:
     
  19. pericardinchen

    pericardinchen Poweruser

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    Levodopa wird zur Herstellung von Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin und Melanin verwendet. Da es in der Lage ist, die Blut-Hirn-Schranke zu passieren, findet es verschiedene Anwendungsgebiete. So wird es etwa bei der Therapie der Parkinson-Krankheit gemeinsam mit einem der beiden Decarboxylase-Hemmer Carbidopa oder Benserazid verabreicht. Dies soll einen vorzeitigen Abbau in der Körperperipherie (außerhalb des Liquorraumes) zu Dopamin verhindern. Nach Passieren der Blut-Hirn-Schranke wird Levodopa zu Dopamin verstoffwechselt, welches die eigentliche gewünschte pharmakologische Wirksamkeit entfaltet. Somit handelt es sich bei Levodopa um ein Prodrug. Aufgrund von Nebenwirkungen in der Langzeitanwendung bei Parkinson-Patienten versucht man heute insbesondere bei jüngeren Parkinson-Patienten, die Gabe von Levodopa hinauszuzögern und primär mit Dopamin-Agonisten zu therapieren.
    Als Nebenwirkung wurde bei Levodopa unter anderem ein gesteigertes sexuelles Verlangen beobachtet.
    Auch das Restless-Legs-Syndrom (RLS) wird häufig mit L-DOPA behandelt. Vermehrt wird auch Chorea Huntington mit L-DOPA behandelt.

    (Wikipedia)
     
  20. nurmi

    nurmi Newbie

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    chirugisch-anästhesiologische intensivstation
    wir verwenden dopamin überhaupt nicht mehr, wir geben ausschließlich arterenol und in dramatischen fällen vasopressin, beides natürlich im perfusor
     
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