Diskriminierung, simple Vorurteile oder einfach nur Dummheit?

Dieses Thema im Forum "OP-Pflege" wurde erstellt von Rauber, 20.01.2008.

  1. Rauber

    Rauber Senior-Mitglied

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    Dies ist ein Thema, was mich schon seit Beginn (1994) meiner OP- Laufbahn nervt.

    1.) Beispiel
    Ein Schwarzafrikaner (äußerlich dem Anschein nach gesund) bekommt ein Lipom aus der Leiste entfernt. Das Lipom und ein nicht bestätigter Laborwert werden dann zum Anlass genommen, unmittelbar nach Schutzbrillen und doppelten Handschuhen zu verlangen. Auch das Verhalten an sich verändert sich und es kommt so eine eigenartige Stimmung in den Saal. 2.) Beispiel
    Ein offenbar homosexueller Mann kommt in den OP. Er soll einen Gefäßbypass bekommen. Und augenblicklich, nachdem z.B. der Anästhesist noch mal darauf hingewiesen hat, das dieser Patient homosexuell ist, bricht eine an Hysterie grenzende Stimmung aus, doch sofort noch die Schutzbrillen rauszukramen und doppelte Handschuhe anzuziehen. 3.) Beispiel
    Mein Lebensgefährte (seit vielen Jahren HIV- positiv) bekam einen Leistenbruch operiert. Ich selbst konnte/ wollte nicht direkt dabei sein, und bat meine Kolleginnen, den Saal zu betreuen. Dies führte bereits im Vorfeld zu irritierten Fragen bzgl. der HIV Übertragung. Die sonst so kompetenten Kolleginnen zeigten sich plötzlich unsicher wie Berufsanfänger. Um das ganze noch zu toppen wurde ich wenige Tage später von dem Anästhesie- Chefarzt (u.a. Vorsitzender der häuslichen Hygiene- Kommission) beiseite genommen, und gefragt, ob ich denn meinen Infektionsstatus kennen würde. Er riet mir dringend dies nachzuholen, falls noch nicht geschehen. Da dachte ich mir GEHT’S NOCH ??? Ist denn ein Afrikaner automatisch mit HIV oder Ebola o.ä. infiziert? Muß ein Homosexueller automatisch HIV- Positiv sein? Ich bin es nicht. Wenn ein Patient MRSA hat, wird mit dem ganz anders umgegangen, als mit einem HIV- Patienten, Bevor ihr antwortet Ich bin sehr konsequent dafür, wo es sinnvoll ist Schutzkleidung zu benutzen. Es ist vom Arbeitsschutz auch vorgeschrieben. Was denkt ihr darüber?
     
  2. der Matze

    der Matze Stammgast

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    Zum Thema "Schwarzafrikaner und HIV" möchte ich auf die Blutspende hinweisen.
    Dort steht beispielsweise:

    (Entnommen diesem Fragebogen)


    Es geht hierbei schlicht und ergreifend um Erfahrungswerte. Wenn bei uns auf der Gefäßchirurgie Drogenabhängige lagen, wurde bei ihnen, unabhängig ob ein HEP / HIV Status vorlag, immer mit doppelten oder sterilen Handschuhen gearbeitet.

    Obengenannte Personenkreise werden nicht umsonst "Risikogruppe" genannt, das heißt nicht, dass jeder der diesem Personenkreis angehört automatisch eine Erkrankung aufweist, sondern im Vergleich zu anderen ein erhöhtes Risiko hat.
    Genausogut könnte man dort noch "Menschen mit promiskuitiven Neigungen" dazuschreiben und "medizinisches Personal, das Blut ohne Handschuhe abnimmt".

    Warum unter Menschen, die eigentlich öfter mit so etwas zu tun haben sollten, eine "Hysterie" ausbricht, ist mir absolut unverständlich.
    Ich denke, das liegt einerseits am "Image" das mit Trägern in Verbindung gebracht wird (und damit wären wir bei den vor dir genannten Vorurteilen) und andererseits daran, dass man mit solchen Infektionsträgern eben doch seltener zu tun hat, als mit MRSA, ORSA, ESBL und Co.
    Außerdem: MRSA ist heilbar...

    Was dein Chef gebracht hat, finde ich ziemlich dreist, das hätte ich mir an deiner Stelle nicht so gefallen lassen.
     
  3. Keen01

    Keen01 Senior-Mitglied

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    Hallo

    Ich denke das es eine typische angstreaktion der Gesellschaft ist. Der Gedanke an die folgen einer Ansteckung löst jedesmal einen Art Sicherheitswahn aus. Sicherlich auch als Schutzreflex um das Überleben des Organismuss zu sichern.

    Ich erlebe es bei mir im Haus auch immer wieder.

    Ich muss aber auch feststellen, dass der Umgang mit solchen Patienten/ Patientengruppen immer wieder Angstzustände beim Personal auslöst.

    Äußert sich dadurch das gerade Schüler und Praktikanten für diese Patienten zuständig gemacht werden.

    Da ich selber seit über fünf Jahren ehrenamtlich beim DRK arbeite und viele Sanitätsdienste übernehme, sowie einen Auslandseinsatz (Banda Ache), sehe ich dieses Thema der Ansteckung eher gelassen.

    Grund: Im Ausseneinsatz weiß ich nicht ob die Leute eine gefährliche Krankheit haben oder nicht.

    Ich habe nur als Schutz Einmalhandschuhe und Desinfektionsmittel evtl. noch einen Helm mit Visir und dass muss und reicht als Schutz.

    Mir ist bisher zum Glück noch nie was Passiert, aber die Gefahr das ich mir etwas bei einem Einsatz vom DRK hole ist wesenlich höher als im Krankenhaus, wo ich Schutzmaterial im überfluß habe

    Aber Ich bin trotzdem auch der Meinung das Vorschriften einzuhalten sind, aber der Umgang mit den Patienten sollte trotz aller Schutzmaßnahmen nicht zu einer Diskriminierung ausarten.

    MFG Keen01
     
  4. tine&y.

    tine&y. Newbie

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    Hey ihr,
    gleich vorweg zu OP´s etc.kann ich nichts beitragen,da ich seit Jahren keinen mehr von innen gesehen hab.ABER Diskriminierung wird in Krankenhäusern immer noch sehr gross geschrieben.
    Ich bin seit Jahrzehnten offen lebende Lesbe.Da ich aber auch Kinder habe und nicht unbedingt den gängigen Klischee(was auch immer das im Einzelnen bedeutet)entspreche,wurde ich meist(oft wider besserem Wissen)als Hete klassifiziert.Das hat mich zwar immer gestört,aber ich fand auf der Arbeit bin ich vorrangig "geschlechtsneutral".
    Wenn auf die Station,eine offene verhaltenstherapeutisch ausgelegte,Lesben kamen habe ich mich weitestgehend aus deren Pflege herausgehalten,weil die lieben Kolleginnen und Kollegen alles was ich im Team dazu sagte auf die Befangenheitsschiene packten*kreisch*,selbige natürlich nie auf sich selber bezogen,bei gemischgeschlechtlichen Bezugspflegen....
    Nun habe ich vor über 3Jahren meine Frau geheiratet,ihren Namen angenommen und somit war alles hochoffiziell.Quintessenz:ich konnte nicht mehr in Patientinnenzimmer gehen ohne dass irgendwer nach 3 Minuten im Zimmer stand..sehr effektiv bei Beziehungsarbeit...und nachdem ich mich darüber beschwert habe,bekomme ich zur Antwort man könne sich ja nicht sicher sein,ob ich den Patientinnen Avancen machen würde!!!!!!
    Mal ganz abgesehen davon,dass das eine Unterstellung ohne gleichen ist,hat mich das zutiefst getroffen.Was geht bloss in solchen Köpfen ab?
    Rückendeckung habe ich von niemandem erfahren,im Gegenteil ich sollte auf die Gerontopsychiatrie versetzt werden,da es dort ja solche Probleme nicht geben würde.Gegen die Versetzung habe ich mich gewehrt...ich kann aufgrund meines Rheumas nicht dort arbeiten.Nach langen Hin und Her..meiner Frau war mittlerweile die Zulassung zum Examen verweigert worden(verschiedene Häuser,aber gleicher Träger) haben wir uns vor dem Arbeitsgericht auf eine Abfindung geeinigt.
    LG
    tine
     
  5. BettyBoo

    BettyBoo Poweruser

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    Also, ich bin platt.

    Auch was die Risikogruppen zum Thema Blutspende betrifft.

    Ich bin auch mit einer Risikogruppe verheiratet.............FRECHHEIT SOWAS!!!!!:kloppen:


    Und an das OP-Personal:

    Ja, Panik, wenn einer mit ner HIV-Infektion reinkommt oder sonstwas, Schutzbrille, doppelte Handschuhe, etc.


    Was ist mit all denen, von denen wir keinen HIV-Status o.Ä. haben???
     
  6. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    aus dem im November 2007 erschienen Album “Jazz ist anders”.


    Hast du etwas getan was sonst keiner tut?
    Hast du hohe Schuhe oder gar einen Hut?
    Oder hast du etwa ein zu kurzes Kleid getragen,
    ohne vorher deinen Nachbarn um Erlaubnis zu fragen?

    Jetzt wirst du natürlich mit Verachtung gestraft,
    bist eine Schande für die ganze Nachbarschaft.
    Du weißt noch nicht einmal genau wie sie heißen,
    während sie sich über dich schon ihre Mäuler zerreißen.

    Lass die Leute reden und hör ihnen nicht zu.
    Die meisten Leute haben ja nichts Besseres zu tun.
    Lass die Leute reden bei Tag und auch bei Nacht.
    Lass die Leute reden, das haben die immer schon gemacht.

    Du hast doch sicherlich ‘ne Bank überfallen.
    Wie könntest du sonst deine Miete bezahlen?
    Und du darfst nie mehr in die Vereinigten Staaten,
    denn du bist die Geliebte von Osama bin Laden.

    Rasierst du täglich deinen Damenbart?
    Oder hast du im Garten ein Paar Leichen verscharrt?
    Die Nachbarn ham’ da sowas angedeutet,
    also wunder dich nicht, wenn bald die Kripo bei dir läutet.

    Lass die Leute reden und hör einfach nicht hin,
    die meisten Leute haben ja gar nichts Böses im Sinn.
    Es ist ihr eintöniges Leben was sie quält
    und der Tag wird interessanter, wenn man Märchen erzählt.

    Und wahrscheinlich ist ihnen das nicht mal peinlich.
    Es fehlt ihnen jede Einsicht
    und wiedermal zeigt sich sie sind kleinlich, unvermeindlich fremdenfeindlich


    Hast du gehört und sag mal wusstest du schon,
    nämlich: Du verdienst dein Geld mit Prostitution.
    Du sollst ja meistens vor dem Busbahnhof stehen,
    der Kollege eines Schwagers hat dich neulich gesehen.

    Lass die Leute reden und lächle einfach mild,
    Die meisten Leute haben ihre Bildung aus der Bild.
    Und die besteht nun mal, wer wüsste das nicht,
    aus: Angst, Hass, Titten und dem Wetterbericht!

    Lass die Leute reden denn wie das immer ist,
    solang’ die Leute reden, machen sie nichts Schlimmeres.
    Und ein wenig Heuchelei kannst du dir durchaus leisten,
    Bleib höflich und sag nichts.
    Das ärgert sie am meisten.

    YouTube - Die Ärzte - Lasse Redn ( Jazz ist anders )

    Elisabeth
     
  7. Keen01

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    @Elisabeth Dinse
    Allererste Sahne:lol:

    Aber das löst leider das Problem der Diskriminierung nicht. :|

    Ich denke wegschauen ist da ein falsches Ziel. Natürlich bekommt man die Leute, die so was tun, nicht so schnell geändert, aber was macht das für ein Bild wenn der Pat. gerade in Narkose versetzt wird und dann über ihn gelästert wird. Ebenso sind dann die Schutzmaßnahmen sinnlos wenn sowiso feststeht das der Patient Negativ ist. Damit wird dann wieder material verbraucht das nicht nötig währe.


    MFG Keen01
     
  8. Rauber

    Rauber Senior-Mitglied

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    Was mir hier nach den ersten Postings auffällt, das sich in manchen Häusern keiner so gern mit diesem Thema auseinandersetzt.

    Auch ich hab erst lange mit mir gehadert, bis ich diese schöne Beziehung zu einem HIV- positiven Menschen eingegangen bin.
    Es war vorher für mich was anderes, beruflich mit HIV- + Menschen umzugehen. Einen solchen Menschen dann noch in meine private Situation, bzw meine Intimshäre hereinzulassen, war dann doch ne Sache für sich. Aber ich hab die Entscheidung nicht bereut.

    Es kann mich meinen Job kosten, wenn ich positiv werden sollte.
    Dementsprechend vorsichtig bin ich. Und es hat meinen Blick dafür geschärft, zu schauen, was nötig ist, und was nicht.
    Oder was dann in die Kiste "blinder Aktivismus" gehört.

    Nebenbei ist es viel wahrscheinlicher sich mit HEP B, o. C. anzustecken. Gegen B sind ja (hoffentlich) alle geimpft.
    Das ficht viele aber weniger an. Hepatitis ist auch einfach weniger stigmatisiert.
    Für HIV (Blutkontakt) müßte man schon eine wesentlich höhere Viruslast haben, um eine (erfolgreiche) Übertragung zu haben.
     
    #8 Rauber, 21.01.2008
    Zuletzt bearbeitet: 21.01.2008
  9. Keen01

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    Hallöchen Rauber

    Ich gebe dir völlig recht!

    Zitat

    Die Impfungen gegen Grippe, Hepatitis ua. Erreger sind bei uns im Haus Pflicht.

    Aber mal eine andere Frage. Bei uns im Haus werden vor einer geplanten Op bei Risikogruppen schnelltests auf Hiv gemacht.

    Ist das bei euch auch so?

    MFG Keen01
     
  10. narde2003

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    Hallo,

    ich verstehe diese Vorurteile nicht, das liegt aber vtl. auch daran, dass wir einen sehr hohen Anteil an HIV-Patienten haben und auch wiederum einen hohen Anteil an Schwulen Kollegen.

    Ein HIV-Test bedarf der Zustimmung des Patienten.

    Schönen Abend
    Narde
     
  11. Keen01

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    @ Narde

    Zitat

    Die wird ja auch vorher eingeholt. Sie wird auch erteilt. Allerdings weiß ich nicht genau wie viele % die Zustimmung ablehnen.

    Macht bei uns die Anästhesie

    MFG Keen01
     
  12. Rauber

    Rauber Senior-Mitglied

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    Ob der Schnelltest bei einer Elektiv OP gemacht wird oder nicht, weiß ich nicht. Und will auch nichts falsches dazu in die Welt setzen.

    Noch ein Wort zu den Risikogruppen.
    die altbekannten Risikogruppen bei HIV bestehen nach wie vor. Jedoch infizieren sich die letzten Jahre zunehmend Personen aller Bevölkerungsschichten. HIV läßt sich also nicht mehr einfach so in die Ecke "schwul" oder "drogenabhängig" stecken.
     
  13. honigelefant

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    was man hier liest ist schon heftig irgendwie.
    ich würde nie daran denken, dass wenn jemand homosexuell und speziell bei den Männern das der HIV haben könnte. Man kann einen Menschen eigentlich verurteilen, das er Panik bekommt, wenn einer irgendeine anstecktende Krankheit hat, aber es kommt auch drauf an, wie man sich verhält usw. wenn solche dann noch so abfällig reden und so finde ich das mehr als unter aller sau und würde mich fragen warum man im Krankenhaus, wo man Dienstleistungen leistet, arbeitet.
    Man soll einen Menschen so nehmen, wie er ist, wenn einer HIV hat kann er nichts mehr daran ändern, aber man muss auch irgendeinen Weg finden damit umzugehen.
    wenn ich z.b höre das ein Drogensüchtiger sich mit irgendetwas infiziert hat, könnte ich ****en, so hart, wie sich das anhört.
     
  14. honigelefant

    honigelefant Newbie

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    nicht verurteilen meine ich
     
  15. Teilzeitschwester

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    Wer wie ich in den 80 gern mit Kaposi-Sarcom übersähten Patienten "groß" geworden ist, hat den Schrecken v.d. Krankheit glaub ich verloren, genauso wie ich niemanden verurteilen würde-nach dem Motto "selber schuld".Da müsste ich ja sämtliche infizierten Kinder in Africa verurteilen!!!
    Die Nervosität stellt sich bei mir nicht mehr, grad mit netten schwulen Kollegen und nochdazu in Köln.
    Eher mißfallen mir Chirugen, die ohne Handschuhe und desinf Hände Verbände abreißen, gerade erleben wir wieder eine "Isolierungswelle" auf der Station,Krankenhauskeime halt.
    Was die Hepatitis mit der Leber macht finde ich genauso erschreckend-meine man muß sich doch immer gleichbleibend schützen, oder?? :mrgreen:
    Was nützen denn bei einer Nadelstichverletzung doppelte Handschuhe?Hab kaum OP Erfahrung wohlgemerkt. Vom Doc vorgeschlagen zu bekommen sich testen zu lassen ist -mir fällt kein Wort ein :-)knockin:-)-warscheinlich war er ja auch schon mal in "einschlägigen "Ländern in "Urlaub"?
     
  16. Massdär

    Massdär Newbie

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    Hallo, bin erst heute auf deine Ausführungen gestoßen und dazu fällt mir genügend ein. Man muss sich mal vorstellen, ich versorge im OP sagen wir mal 100 Patienten. Von einem habe ich erfahren er ist HIV positiv.Ich raste völlig aus, doppelte Handschuhe, Mundschutz mit Visier, übertriebene Vorsicht in all meinem Handeln, plötzlich fallen mir alle Sachen wieder ein, die ich schon mal darüber gehört habe und was ich "dagegen tun kann". Der Patient ist wieder aus dem OP, und ich kann wieder in Sachen Hygiene auf "Sparflamme" arbeiten. Und bei den restlichen 99 Patienten mache ich wieder "normal " weiter. Das ist idiotisch!
    Mir machen eigentlich die 99 Patienten Sorgen, von denen ich nichts weiss. Hier werden wir nachlässig und unvorsichtig.

    Zu der Tatsache, dass nicht alle Menschen gleich sind, es wird immer welche geben die das niemals kapieren werden. Ich glaube damit müssen wir leben. Meine Frau und ich haben Freunde die schwul sind, Freundinnen die lesbisch sind, Menschen , auf die wir im Leben nicht verzichten möchten. Wichtig ist doch, dass jeder Mensch jemanden hat. Jetzt und später. Und da ist doch wer, wie, oder was völlig egal.
     
  17. Lidhäckchen

    Lidhäckchen Newbie

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    Also ich muss zugeben, mir ist es letztens auf der Arbeit auch passiert, dass ich in sowas wie Hysterie verfallen bin. Wir haben einen Drogensüchtigen operiert, der wohl jetzt clean ist. ( schon schlimm genug, dass wir ihm das nicht wirklich geglaubt haben)Ich habe gefragt, ob denn ein Test auf HIV gemacht worden sei. Als dieses verneint wurde, haben sich alle angeschaut und es wurde einer veranlasst. Versteht mich nicht falsch, ich möchte diese Menschen bestimmt nicht angreifen oder so. Klar weiß ich, wie ich mich anstecken kann, dennoch war mir mulmig. Früher wurde in unsrem Haus bei jeder Aufnahme ein Test gemacht, jetzt eben nur noch bei den "Risikogruppen". Ich weiß auch nicht, warum ich bei anderen Patienten nicht so direkt nachfrage. Sind wahrscheinlich wirklich die Vorurteile, die man so im Alltag eingeimpft bekommt. Das ist nicht gut, dass kann ich aus meinem Privatleben sagen. Aber ich muss leider zugeben, dass ich in dieser Siuation wohl auch eher nach Vorurteilen gegangen bin.:-?
     
  18. Kelle

    Kelle Junior-Mitglied

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    ....im vorteil sind diejenigen, die immer doppelt handschuhe und augen- /gesichtsschutz tragen und handeln, als wäre jeder patient keimig......

    kelle
     
  19. xi777

    xi777 Newbie

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    Hallo ihr...

    wir haben zur zeit 2 Amerikanische Kinder alle 3 tage im OP.. obwohl der Abstrich von MRSA negativ ist wird Isoliert.. ich find das net schlecht... ich denk das sind einfach vorsichtsmaßnahmen... vieles wird auch "find ich" übertrieben... wo nix ist machen die ein riesen fass auf.. :knockin:
     
  20. Leann

    Leann Stammgast

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    :eek1:Warum werden sie dann isoliert???:gruebel: Was soll von der Amerikanischen Kindern ausgehen das eine Isolation gerechtfertigt sei?:gruebel:
     
    #20 Leann, 24.06.2009
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 25.06.2009
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