Direkt nach der Ausbildung fängt der Mutterschutz an

Dieses Thema im Forum "Arbeitsrecht / Gesundheitsrecht / Krankenpflegegesetz" wurde erstellt von Shirou, 24.08.2010.

  1. Shirou

    Shirou Newbie

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    Hi,

    da ich und mein Freund nicht mehr verhüten könnte es nun sein, dass ich direkt nach Ausbildungsende in Mutterschutz bin.

    Ging das jemanden auch schon so?
    Muss man sich dann arbeitslos melden? Ich denke dass ich mich dann nicht auf Ausbildungsende auf Stellen bewerben kann.
    Denke wäre einem potentiellen Arbeitgeber gegenüber nicht fair wenn ich mich bewusst schwanger (kaschierend) um Stellen bewerbe und kaum hab ich nen Vertrag in der Tasche würd ich sagen ätschibätsch jetzt geh ich aber erst mal in Mu-Schu.




    Wäre es eine Option sowas im Bewerbungsschreiben schon zu benennen?
    Ich will keine 3 jahre Erziehungsurlaub sondern möglichst bald Teilzeitig in Beruf Einsteigen.

    Klar fragt ihr Euch zurecht, na wenn sie erst mal Berufserfahrung will, dann hätte sie nicht schwanger werden sollen, aber naja ich bin 35, da zählt schon jedes Jahr irgendwie.....


    Vielleicht hat jemand Erfahrungsberichte einer ähnlichen Situation und mag mir erzählen wie sie das geregelt hat?

    LG Shirou
     
  2. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Ist vielleicht nicht fair, aber rechtlich möglich. Die Frage nach Schwangerschaft ist im Bewerbungsgespräch nicht zulässig; wird sie dennoch gestellt, darf frau lügen.

    Wenn Du Dich prophylaktisch gar nicht erst bewerben willst, musst Du Dich spätestens drei Monate vor Ausbildungsende arbeitslos melden. Aber wenn ich richtig liege, wirst Du ja bald anfangen, Bewerbungen zu schreiben, weißt aber noch gar nicht, ob du demnächst schwanger wirst (muss ja nicht immer sofort klappen).


    "Ich plane eine Schwangerschaft" würde ich ganz bestimmt nicht in die Bewerbung schreiben, denn den Grund für die Ablehnung könnte ich nachvollziehen. Du kannst Dich direkt auf eine Teilzeitstelle bewerben, wenn Du möchtest. Dann denk Dir aber einen anderen Grund als das geplante Kind aus.
     
    #2 -Claudia-, 24.08.2010
    Zuletzt bearbeitet: 24.08.2010
  3. the fatalist

    the fatalist Junior-Mitglied

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    Ganz meiner Meinung. Wenn es darum geht eine Stelle zu bekommen solltest du nichts von der Schwangerschaft erwähnen. Warum sollte ich auch jemanden einstellen, der mir in absehbarer Zeit vorübergehend nicht mehr zur Verfügung steht, wenn ich jemanden haben kann, der nicht schwanger ist?
     
  4. ycassyy

    ycassyy Poweruser

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    Bedenke aber auch bitte, das sowas nicht gerade förderlich für die weitere Arbeitsbeziehung ist. Wenn du schwanger einen Arbeitsvertrag unterschreibst und dich dann direkt in den Mutterschutz begibst ist das zwar legal, aber bei deiner Rückkehr zu diesem AG wirst du es dann schwer haben.

    lg
     
  5. kräuterfrau

    kräuterfrau Poweruser

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    So wie ich es verstanden habe, seid ihr noch nicht so wiet. Ihr überlegt also nicht mehr zu verhüten. Du bist noch nicht schwanger und du weiß es auch nicht wie lange es dauert bis du schwanger wirst. Ich will jetzt nicht deien Spaß verderben, aber es kann durchaus ein Jahr vergehen. Ich würde mich bewerben für eine 50% Stelle. Da kannst du erfahrungen sammeln. Uns selbst wenn du bald schwanger wirs scheidest du nicht automatisch aus. Wenn die Schwangerschaft unauffällig verläuft kannst du noch ein paar Monate arbeiten.
     
  6. Sr. S.

    Sr. S. Poweruser

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    Es ehrt Dich, dass Du dem Arbeitgeber gegenüber fair sein möchtest. Aber andereseits solltet Du Dir überlegen, ob ein potentieller Arbeitgeber auch so fair wäre, Dich trotz Kinderwunsch und möglichem Ausfall einzustellen.

    Deshalb kann ich Dir nur empfehlen, Dich ganz normal zu bewerben, ohne einen Hinweis auf Deine Familienplanung. Auch im Vorstellungsgespräch würde ich es nicht erwähnen. Sollte widerrechtlich nachgefragt werden, würde ich lügen.

    Solltet Du schwanger werden, bevor Du die Stelle antrittst, kannst Du Dir immer noch überlegen was Du machst. Du könntet anbieten Deinen Vertrag zurück zu geben und fragen ob Du nach der Elternzeit eine Teilzeitstelle bekommst. Du kannst auf die Einhaltung Deines Vertrages bestehen und nach der Elterzeit auf eine Teilzeitstelle reduzieren.
     
  7. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Wenn ich dich richtig verstehe, planst du bereits im 3. Ausbildungsjahr schwanger zu werden?

    Das finde ich persönlich keine besonders gute Idee, da Schwangerschaften auch mal Komplikationen haben können und du so deinen Abschluss auf unsichere Beine stellst.

    Wenn du dich bewirbst, darfst du natürlich lügen, wenn deine Schwangerschaft aber schon sichtbar ist, wird dies spätestens beim Betriebsarzt bemerkt werden.
     
  8. PePaMel

    PePaMel Gast

    Hi,

    ich würde mich an Deiner Stelle ganz normal bewerben, wer weiss wie schnell es mit dem Schwangerwerden klappt.... Kann mit 35 ziemlich dauern (ich spreche aus Erfahrung)

    Viel Glück beim Bewerben und bei allem anderen!

    Grüße, Mel
     
  9. medsonet.1

    medsonet.1 Poweruser

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    Hallo,

    einige Anregungen kann ich dir geben:

    1.) wenn du keinen direkten Arbeitsvertrag im Anschluß an das Ende deines Ausbildungsvertrages hast, must du dich natürlich arbeitslos melden, unabhängig davon, ob du bereits in der Mutterschutzfrist bist.

    2.) Erziehungsurlaub kannst du, must du aber nicht in Anspruch nehmen, du kannst direkt nach der Schutzfrist, also 8 Wochen nach der Geburt wieder arbeiten gehen.

    3.) Von dem Thema Schwangerschaft in einer Bewerbung erwähnen, rate ich grundsätzlich ab. Bei der schriftlichen Bewerbung wirst du dann wahrscheinlich gleich aussortiert, ob du es im Vorstellungsgespräch noch verbergen kannst, hängt natürlich vom Zeitpunkt ab.
    Ein schlechtes Gewissen braucht man grundsätzlich nicht zu haben, denn alle Kosten der Mutterschutzfristen bekommt ein Arbeitgeber über das U2-Verfahren von deiner Krankenkasse zurückerstattet.

    Gruß

    medsonet.1
     
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