Dienstplangestaltung: Dienstplanmodell 'Stand-by'

Dieses Thema im Forum "Fachweiterbildung für Leitungsaufgaben in der Pflege" wurde erstellt von Ute, 02.10.2004.

  1. Ute

    Ute Poweruser

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    Hat jemand Erfahrung mit dem Arbeitszeitmodell "stand-by"?

    Erklärung zum Modell:
    In der Vergangenheit stellte sich die Frage "Was tun"?, wenn plötzlich jemand vom Pflegepersonal ausfällt.
    Dieses Modell wurde auf Grund der hohen Ausfallzeiten durch Krankheit eingeführt und deckt nur akut eintretende Ausfälle von Personal ab und ist nicht als globaler Krankheitsersatz gedacht. Um nicht immer von Hilfspersonal oder Fremdfirmen abhängig zu sein und die Kosten der Krankheitsausfälle zu dämpfen, wurde das System aufgebaut und eingeführt. Zwei Stationen pro Stockwerk wurden für den Fall des "stand-by" zusammengefasst. Station A stellt bis zum 15. eine Pflegekraft, die auf zwei darauf folgenden Diensten mit "St" im Dienstplan vermerkt ist und Station B stellt ab dem 16. Tag eine Pflegekraft dafür ab.

    Für jeden Tag befindet sich je Abteilung (wie schon gesagt, bilden jeweils zwei Stationen eine Abteilung) eine examinierte Pflegekraft im "stand-by".

    Der "stand-by"-Dienst ist für Spät- und Nachtdienst vorgesehen! Wenn sich jemand im Frühdienst oder Spätdienst dienstunfähig meldet, wird die Pflegekraft, die den "St"-Dienst hat, angerufen und übernimmt diesen Dienst in der Abteilung! Der Dienst könnte auch als Rufdienst beschrieben werden. Einer der beiden "St"-Dienste fällt auf einen reulär zum Dienst eingeteilten Arbeitstag. Der andere "St"-Dienst fällt auf einen freien Tag der PK.
    Der 1. "St-Dienst" ist im Gesamtsoll enthalten, der 2. "St-Dienst" ist ein freier Tag, bei Einsatz wird dies als Mehrarbeit abgerechnet.

    Um dieses Modell einzuführen, müssen folgende Arbeitsorganisationen/Veränderungen durchgeführt werden:
    - gleiche Räumlichkeit /Abteilungen
    - Standards
    - gleiche Arbeitsabläufe

    Die Station bekommt qualitativ gut ausgebildetes Ersatzpersonal und wird nicht durch Aushilfskräfte belastet, die ggf. zusätzlichen Anleitungsaufwand verursachen.

    Ich gebe zu, es ist ein bisschen verwirrend, vielleicht hat ja jemand von Euch schon mal so gearbeitet oder kennt das Modell?
     
  2. spielemann

    spielemann Senior-Mitglied

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    Stand by

    Hallo Ute,
    wie wird der freie Stand by Tag abgerechnet? Bekommt der Kollege eine Rufbereitschaftsvergütung? Wie kompensiert ihr dann die Mehrausgaben für die Bereitschaftsbezahlung?
    Wenn am 1. Tag die PK einen Frühdienst hat und dann zum Nachtdienst ein Kollege krank wird was macht ihr dann, die Stand by PK hat ja schon gearbeitet?
    Am 2. Tag wo die PK eigentlich frei hat, soll sie Nachtdienst machen, was geschiet am darauffolgenden Tag, wo sie eigentlich ja wieder arbeiten z.B. im Tagdienst sollte?
    Diese Regelung scheint mir nicht sehr Arbeitnehmerfreundlich zu sein? Oder?
    Grüsse
    Axel
     
  3. Ute

    Ute Poweruser

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    Hi bethke,

    ich muss dazu sagen wir arbeiten nicht mit dem "Stand-by"- Modell!
    Ich habe es erst in meinem Kurs kennen gelernt und wollte gerne darüber mehr wissen.

    "Der 1. "St-Dienst" ist im Gesamtsoll enthalten, der 2. "St-Dienst" ist ein freier Tag, bei Einsatz wird dies als Mehrarbeit abgerechnet."
    Das heißt: Wenn die KP am ersten Tag nicht arbeiten muss bekommt sie diesen voll angerechnet und der zweite nur wenn sie arbeiten muss und das sind dann Mehrarbeitstunden!

    Die PK, die den "St-Dienst" hat, wird keinen regulären Dienst erhalten. sie ist für evtl. Ausfalldienste einzuplanen. Sie hat an den beiden Tagen "frei" und wird nur zum arbeiten angefordert wenn jemand sich krank meldet. Wenn die PK für einen Nachdienst benötigt wird, kann der darauf folgende Tag nicht als Frühdienst eingeplant werden. Ich muss dazu sagen, dass der "Stand-by" - Dienst nur für "akut- Ausfälle" genutzt werden soll.
    Bestehen längere Krankheitsausfälle muss die Abteilung darum kümmern aus ihren eigenen Reihen!

    Wenn PK am 2. Tag Nachtdienst hat, kann sie keinen Frühdienst machen aber einen späteren Spätdienst, so wurde uns das erklärt. Nach Möglichkeit sollen die beiden "Stand-by" - Tage hintereinander eingeplant werden. Ist dies aus dienstplantechnischen Gründen nicht möglich, so muss der nach dem "Stand-by" - Tag unmittelbar folgende Arbeitstag wenigsten mit einem späteren Spätdienst beginnen, da sonst nach einem Einsatz in der Nacht keine Ruhezeitmöglichkeit bestehen würde.
    Der zweite "Stand-by" - Tag muss auf einen freien Tag gelegt werden, da sonst der "Stand-by" zu einem "Geschäft" werden könnte.

    Da aber nur jeder daran interessiert ist, möglichst nicht gerufen zu werden, hat der "erzieherische Effekt" untereinander und auch auf die angestrebte Reduktion der Krankheitsfälle positiven Einfluss.

    Ich könnte mir gut vorstellen, das einige Kollegen weniger krank (Eintageskrankheiten) sind, der Druck ist doch höher! Man könnte darüber diskutieren, ob das mit dem zweiten Tag ein Nachteile hat, Abrufbereit von daheim ohne Kohle?
    Wenn man für den ersten Tag den vollen Lohn erhält ohne zum Dienst zu müssen, wie klingt das?
    Ich bin mir auch noch nicht so schlüssig ob ich das Modell nun gut finde oder nicht!:weissnix:
     
  4. spielemann

    spielemann Senior-Mitglied

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    Hallo Ute,
    habt ihr einen so grossen Ausfall, daß sich der evtl. Verlust von ca. 120 Stunden bzw. 15 Werktagen rechnet? Denn wenn mal einen Monat niemand krank wird verschenkt ihr an eure Mitarbeiter o.g. Tage.
    Falls du weitere Infos erhältst gib die Infos bitte weiter, vielleicht ist dies ja doch eine gute Idee.

    Grüsse
    Axel
     
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