Dienstanweisung Dienst trotz frei erlaubt?

Dieses Thema im Forum "Arbeitsrecht / Gesundheitsrecht / Krankenpflegegesetz" wurde erstellt von angel_of_sin, 19.09.2010.

  1. angel_of_sin

    angel_of_sin Newbie

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    Hallo miteinander,

    ich wollte mal fragen ob ihr vielleicht wisst ob es erlaubt ist das eine PDL einen Mitarbeiter dazu zwingen kann zu arbeiten obwohl dieser mit frei geplant ist??
     
  2. hm soweit ich weiß, ist das Willkür AUSSER es ist eine Epidemie ausgebrochen oder die Firma ist wirtschaftlich durch eine äußere Einwirkung (Naturschäden wie Überschwemmung usw.) bedroht. Ansonsten ist es Nötigung und darf nicht durchgezogen werden...

    wir hatten diesen Fall vor Kurzem - eine Kollegin wurde genötigt einen 24h-Dienst zu schieben, weil die PDL (in meinen Augen zu faul) nicht in der Lage war, einen anderen Kollegen zu organisieren.

    Fakt ist, der Kollege der Rufbereitschaft hatte, hätte eher selbst kommen müssen, als dieser Kollegin die Art von Willkür entgegen kommen zu lassen.


    Soweit ich weiß, wie gesagt, nur aus oben genannten Gründen.

    Dann darf er, sonst nicht ;)


    Du bist ja auch nicht verpflichtet, in deinem Frei ans Telefon zu gehen. Das heißt, wenn er versucht hätte, dich in deinem Frei aus deinem Frei zu holen, hätte er sowieso Pech gehabt - für sowas gibts Rufbereitschaften - hast du solche nicht - PGH für den AG



    http://www.krankenschwester.de/forum/arbeitsrecht-gesundheitsrecht-krankenpflegegesetz/12518-muss-man-arbeitsfrei-einspringen-21.html

    wir hatten das Thema sogar schon :-)
     
  3. Feli

    Feli Poweruser

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    Es ist so, wie meine Vorrednerin sagt. Ein Anwalt für Arbeitsrecht hat mal zu mir gesagt, es gäbe zwar Gründe, weshalb ein AG einem das Frei streichen könnte, ABER dafür müsste man erst mal erreichbar sein.

    Also nächstes Mal nicht ans Telefon gehen, AB zulegen, Handy ausschalten, nicht erpressen lassen. Die Sklaverei wurde schon vor längerem abgeschafft!
     
  4. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Du bist doch sicher gewerkschaftlich oder berufsverbandlich organisiert. Wende dich dorthin bezüglich Hilfe.

    Elisabeth
     
  5. sigjun

    sigjun Gast

    Wir wissen aber doch noch gar nicht, ob dieser MA im Frei war, oder evtl. im Dienst als das Frei gestrichen wurde. Wir wissen auch nicht, wie lange vorher der AG ihm gesagt hat, dass dieses Frei nicht mehr gewährt wird.
    Alles Infos, die man zuerst haben muss um eindeutige Antworten zu geben denke ich.
    Meiner Erfahrung nach kann das, auch von Gerichten, mitunter sehr unterschiedlich entschieden werden und eine Menge Faktoren spielen bei der Entscheidung eine Rolle. Außerdem muss es erst mal vor Gericht gehen, sprich der AN muss klagen.
     
  6. Feli

    Feli Poweruser

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    @sigjun

    alles das steht da in meinem Satz. Hab ich vielleicht nicht klar genug ausgedrückt.
     
  7. medsonet.1

    medsonet.1 Poweruser

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    NEIN !!!

    selbst im sogenannten "Notfall", wie von einem Vorredner beschrieben, kann dies nur, steng rechtlich gesehen" der Arbeitgeber selbst oder sein Vertreter (z.B. Prokurist). PDL´S sind in der Regel zwar Vorgesetzte, gehören aber meistens nicht zur Geschäftsführung!

    Gruß

    medsonet.1
     
  8. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Die Medaille hat wie immer zwei Seiten.

    Der AG scheint es, wie eigentlich alle AG, net so genau zu nehmen, wie ein Notfall eigentlich ausgelegt wird. Er muss die Versorgung der Pat. garantieren. mehr Personal ist nicht, weil finanziell net möglich. Stichwort: Einnahmen-Ausgaben.

    Was macht man mit einem MA, der sich berechtigt gegen die Streichung von Dienstfrei wehrt? ist der Kollege ein Einzelfall, dann wird man alles in Bewegung setzen, diesen zu einer Kündigung zu veranlassen. In der Machtposition eines AG kann man dem AN das Leben schön schwer machen sofern man sich an der Grenze der Legalität bewegt.

    Und sollte dies net reichen- Bossing ist auch noch ne Möglichkeit. Die Hemmschwelle dürfte niedrig sein, denn den Fakt der Nötigung hat man schon mal ausprobiert mit der Dienstanweisung. Und dem AG ist dabei durchaus bewusst, dass er im Falle eines Bossings keine rechtlichen Sanktionen zu erwarten hat. In D sieht man das natürliches AN-Risiko.

    Deshalb: Überlegen, was man will. Nicht davon ausgehen, dass hinter einem die Kollegen stehen. Wenns hart auf hart kommt, sind die meist verschwunden.
    Der einzigste sinnige Weg ist: Telefon aus bzw. Anrufbeantworter. Wenn man nett sein will: AG mitteilen, dass man terminlich gebunden ist und deshalb net ans Telefon gehen kann. Und ganz wichtig: niemals die Handy-Nr. rausgeben.

    Wobei sich da die Frage stellt: wie sicher ist der Pat. im Falle eines echten Notfalls? Im Medienzeitalter werden Katastrophen eigentlich unmittelbar bekannt und man ist auch net schneller vor Ort, als wenns übers Telefon geht.

    Elisabeth
     
  9. pflegeprofi64

    pflegeprofi64 Newbie

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    Diese Diskussion verfolge ich seit mindestens 20 Jahren.

    • Nein, es ist nicht erlaubt, jemanden in den Dienst zu zitieren.
    • Ja, bei einer Katastrophe geht das. (Also das Krankenhaus brennt gerade ab oder sowas...)
    • Ja, der Arbeitgeber darf höflich nachfragen, ob ein einspringen möglich wäre.
    • Ja, man darf in den Dienst gehen, wenn man Zeit (und Lust) hat.
     
  10. pflegeprofi64

    pflegeprofi64 Newbie

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    PDL´s oder sonstige Vorgesetzte, die meinen, sie hätten das Recht Mitarbeiter aus dem Frei in den Dienst zu verpflichten, waren meist nicht mehr lang PDL oder Vorgesetzte. :sflouts:
     
  11. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    *ggg* Sie haben ihre ungeliebten MA in der Regel überlebt. Das aus dem Frei zitieren ist mittlerweile gang und gebe- auch weil die Pflege sich net einig ist und viele sich dem Pat./Bew. mehr verpflichtet fühlen als ihren eigenen Bedürfnissen.

    Elisabeth
     
  12. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Kurz und knapp und ganz pauschal:

    JA, ein Dienstplan kann durchaus geändert werden.
    Für genazuere Infos googelt man im Netz oder liest die verlinkten Threads oder fragt seinen Betriebsrat/MAV.
     
  13. pflegeprofi64

    pflegeprofi64 Newbie

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    Der Dienstplan kann natürlich geändert werden. Solange ich aber frei habe oder im Urlaub bin, dann betrifft mich das nicht. So einfach ist das... :rocken:
     
  14. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Im frei muss der MA net vor dem Telefon hocken und darauf warten, dass ein Anruf kommt. Genauso wenig darf vom MA verlangt werden, dass er am Ort bleibt während seines Dienstfreis... es sei denn, es ist im Arbeitsvertrag anders vereinbart. Wird aber wohl keiner so dumm sein und sowas unterschreiben.

    Elisabeth
     
  15. Mila

    Mila Gast

    Ein Dienstplan ist auch ein Freizeitplan, auch wenn das kein Chef lesen will. Und wenn frau was vor hat muß sie das nicht unbedingt hinnehmen.
    Wie überall im Leben ist alles ein Geben und Nehmen. Ich denke wer hier fragt hat schon mahr als genug gegeben...
    Oder?
    Lg Mila
     
  16. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Ist hier auch nicht gefragt oder behauptet worden...

    Hätte der Chef die Fragerin garnicht erreicht, wäre es wohl zu dieser Frage hier neiamls gekommen ;)
     
  17. Joerg

    Joerg Poweruser

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    stellv. Betriebsratsvorsitzender, Sprecher der ver.di-Vertrauensleute
  18. Feli

    Feli Poweruser

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    Großartiger Link! Danke Joerg!!!:rocken:
     
  19. Marija

    Marija Junior-Mitglied

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    Hallo
    dein Frei darfst du planen wie du willst. Dienstanweisung kann die PDL nur bei den Katastrophen erteilen, das heißt wenn Krieg ausbricht; wenn große Epidemie sind; wenn Krankenhaus brennt aber auch wenn gleichzeitig mehrere MA Krank geworden sind. In anderen Fällen die PDL kann dich fragen und bei dir liegt die Entscheidung. Egal wie du entscheidest die PDL muss damit leben, aber darf kein Drück an dir ausüben und mit Konsequenzen drohen.
    Grüße
    Marija
     
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