Die Wahrheit sagen?! Schwierige Entscheidung...

Dieses Thema im Forum "Ausbildungsvoraussetzungen" wurde erstellt von Polli, 15.07.2009.

  1. Polli

    Polli Gesperrt

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    15.07.2009
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    Hallo an alle,
    ich bin neu hier und würde gerne einmal über mein Problem sprechen.
    Ich möchte im April eine Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpflegerin beginnen und werde bald meine Vorstellungsgespräche haben.
    Ich weiß nicht ob ich die Wahrheit sagen soll/sagen kann bei meinem Vorstellungsgespräch. Das letzte Jahr war etwas holprig bei mir. Ich habe keine Ausbildung angefangen und habe nur nebenbei Praktikas oder Kinderbetreuung gemacht. Meine Mutter hatte einen Suizidversuch hinter sich bei dem ich sie gefunden habe, was mich natürlich auch sehr mitgenommen hat. Sie war in einer Klinik und alles schien wieder aufwärts zu gehen aber trotzallem hat sie Betreuung gebraucht, um überhaupt wieder ins Leben zu kommen wie die Alltagsdinge eben zb.einkaufen und sich nicht daheim einschließen.Ich habe mich in dieser Zeit um sie gekümmert. Wir waren an einem Punkt zu Hause wo wir sie nicht mehr allein lassen wollten. Meine Mutter wollte patu nicht wieder in eine Klinik gehen, wir waren sozusagen etwas hilflos. Ich weiß auch nicht ob Leute von außerhalb das verstehen können, aber darum gehts ja auch eigentlich nicht.
    Jetzt befinde ich mich in einem Auslandsjahr als Au Pair, um an mich zu denken und für mich in meinem Leben jetzt voran zu kommen, um natürlich auch gute Chancen für einen Ausbilungsplatz zu haben.
    Ich habe sozusagen, dass letzte Jahr nichts gemacht außer Nebenjobs und Praktika. Soll ich den Leuten bei denen ich mich Vorstelle genau das sagen? Ihnen versuchen meine Situation genau erklären?

    Ich danke euch allen schon mal und freue mich auf eure Ratschläge.

    Liebe Grüße
     
  2. Das ist eine schwierige Situation. Verstehen werden sie es sicher, da du dich im medizinischen Bereich bewirbst. Dort weiß man, dass solche Vorfälle meist für die Angehörigen mindestens genauso schwierig sind, wie für den Patienten selbst (wenn nicht sogar noch schlimmer!)

    Es ist (MEINER Meinung nach) situationsabhängig. Ich würde es von der Stimmung abhängig machen. Wenn man zu der Person, die das Gespräch führt, gleich einen "Draht" hat und merkt, dass man ein einfühlsames und verständnisvolles Gegenüber hat, würde ich es definitiv machen. Auch wenn das Gesrpäch etwas angespannt ist, solltest du es erklären.

    Es kommt darauf an, wie du es rüberbringst. Wenn du einen auf das kleine, arme, mitleiderweckende Mäuschen machst, also die "Tränennummer" machst, wird es sicher nicht klappen. Wenn du deinem Gegenüber jedoch das Gefühl gibst, dass du kein Mitleid möchtest, sondern du lediglich deinen Lebenlauf begründen möchtest (und so schätze ich dich ein!), solltest du sachlich und nicht zu emotional darüber sprechen! Psychische Belastbarkeit ist einer der Hauptanforderungen in diesem Beruf. Deine Erlebnisse und vor allem die Tatsache wie gut du damit leben konntest, werden zeigen, dass du genau über diese Anforderung verfügst! Es ist ein Unterschied, ob du "irgendjemanden" irgendwo "halbtot" findes, oder ob es die eigene Mutter im eigenen Zuhause ist. Und wenn du das bei deiner Mutter verarbeiten konntest und man merkt, dass du nicht noch immer sehr daran zu knabbern hast (das man so einen Vorfall nie vergessen kann, ist natürlich ganz klar!) verdeutlicht, dass du es bei einem "fremden", dem Patienten, sicher auch gut verdauuen wirst...

    Ich meine ich bin keine Personalleiterin oder ähnliches. Aber das ist meine Mama und von ihr habe ich gelernt, dass Ehrlichkeit das a und o ist! Jeder Mensch macht mal Fehler im Leben. Der Eine nimmt die Schule nicht ernst genug, der Andere leidet(e) unter psychischem Stress, an dem er gar nicht schuld sein muss. Wenn du aber offen zu deinen Fehlern stehst und zeigst, dass du daraus gelernt hast. Also nicht das Ereignis zählt unbedingt, sondern das, was du daraus für dich gelernt und mitgenommen hast! Da es hier in diesem Forum ja auch Pflegedienstleiter(innen) gibt, werde diese mir sicher widersprechen, falls sie es anders sehen. Aber ich bin mit Aufrichtigkeit bisher immer am Weistesten gekommen :-)


    Liebe Grüße und viel Erfolg!
     
  3. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Ja, unbedingt.
    Lücken im Lebenslauf müssen erklärt werden. Bescheinigungen von Praktika legst du dabei.

    Liebe Grüsse
    Narde
     
  4. HoneyBloom

    HoneyBloom Poweruser

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    Sei auf jeden Fall ehrlich. Damit fährt man, ich spreche aus Erfahrung, am besten.
    Ich bin 24 und habe noch keine abgeshclossene Ausbildung. Erklär das mal ;)
    Ich bin mir sicher, dass dafür Verständnis aufgebracht werden kann.


    Wünsche dir viel Glück und Erfolg :-)
     
  5. Jetzt muss ich mal ne blöde OT Frage hier rein werfen.... Wieso steht unter Pollis Username gesperrt??? :gruebel: Vermutlich werden unsere Zeilen also nicht lesen... Aber wieso wird jemand gesperrt????? :eek1:
     
  6. indy J

    indy J Poweruser

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    stellv. Abteilungsleitung Intensiv/Anästhesie/Aufwachraum
    Hallo

    Lesen kann man hier auch, ohne registriert zu sein, glaube ich.

    Aber zum Thema:
    Lücken im Lebenslauf sind nicht gut, so ist es. Gerade deshalb wirkt es sich nur positiv aus, wenn du deine Nebenjobs erwähnst. Damit zeigst du, dass du engagiert bist. Jemanden, der ein Jahr lange nur zu Hause gesessen hat und quasi nichts gemacht hat (außer vielleicht Bewerbungen schreiben), werden die nicht so schnell nehmen.
     
  7. Schnabelbecher

    Schnabelbecher Junior-Mitglied

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    Akt. Einsatzbereich:
    Chirurgie,HTG,Gyn
    Erst mal Hut ab,dass du das alles so durchgezogen hast und jetzt aber auch an deine Zukunft denkst!!FInd ich klasse.:daumen:
    Ich würde es auch situatonsabhängig machen.Wenn die Frage auftaucht wie du das letzte Jahr verbracht hast,dann leg die KArten offen.Musst ja nicht ins Detail gehen,weil´s ja prinzipiell keinen was angeht.Aber das zeigt das du scheinbar eine starke Persönlichkeit hast,was ja nicht unbedingt ein Nachteil in unserem Jib sein muss.Drück dir die Daumen.
     
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