"Die Schwester der Kranken" oder: Rollenverständnis der Pflege

Dieses Thema im Forum "Diskussionen zur Berufspolitik" wurde erstellt von JJ, 22.03.2002.

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  1. JJ

    JJ Newbie

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    Tja, probiere hier noch so rum. Mein erstes Forum. Macht aber Spass.
    bin ein bischen zippig weil ich dazu Krankenschwester.de anklickern muss.
    Bin halt Pfleger. Mich würde sehr sehr interessieren, wie es den Damen der Zunft mit dieser albernen Berufsbezeichnung so geht.
    Finde das persönlich so was von überholt. Ausserdem nerven mich die Patienten die mit dümmlichem Lächeln sagen: dann sind sie ein Krankenbruder ja? hähä.

    Und noch was: Namensschilder mit "Schwester Carola" oder so find ich auch Sch.... lecht. Und wenn die dann noch niedlich mit Diddl-maus oder Tigerente auf Holzwölkchen gepinselt sind wird mir ganz übel.
    der Jürgen
     
  2. Gerry Raßmann

    Gerry Raßmann Senior-Mitglied

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    Hallo JJ,
    schön provokant; finde ich gut. Ich kenn auch Dein Problem mit dem "Krankenbruder".
    Zu Deiner Beruhigung. Man feilt auf Gesetzgebungsebene schon an der Berufsbezeichnng rum. Man diskutiert z.B. den Begriff "Pflegefachkraft".

    Aber noch etwas: Der Begriff "Schwester" hat im deutschen Sprachgebrauch eine lange Tradition. Das wirst Du auch nicht mit iener veränderten Berufsbezeichnung ändern können.
     
  3. urmel

    urmel Stammgast

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    Hallo JJ,
    ich hoffe Du ninnst es mir nicht übel, wenn ich ein bisschen Lachen musste bei Deiner Aussage zu den Namensschildern :lol: ...
    Das Problem mit dem "Krankenbruder" hat mein Kollege auch (und ich persönlich finde die Bezeichnung "Wärter" noch schlimmer).
    Bei uns im Haus ist es mittlerweile so geregelt mit den Namensschildern:
    -es steht der volle Name drauf (Vor -und Zuname)
    -darunter etwas kleiner die Berufsbezeichnung (Krankenpfleger, Krankenschwester, ZVL, Praktinkant/in usw.)
    Damit ist jeder zufrieden und ich persönlich finde diese Lösung auch gut.

    Das die Patienten mich mit Schwester anreden, daran werde ich wohl nie was ändern können (so lange ich in diesem Beruf noch arbeiten werde), wie Gerry schon gesagt hat, Tradition...no comment.

    LG
    urmel
     
  4. flexi

    flexi Administrator
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    Hallo in der Runde,
    im Referentenentwurf für ein neues Krankenpflegegesetz ist als Berufsbezeichnung "Gesundheits- und Krankenschwester,
    Gesundheits- und Krankenpfleger" vorgesehen.
    Eine in Niedersachsen gültige (seit März) Weiterbildungsordnung bezeichnet Ute dann (wenn Weiterbildung absolviert) beispielsweise als
    "Fachkraft für Pflege in der Nephrologie" !

    Quelle KrPflG-Entwurf: www.wernerschell.de und www.bmgesundheit.de
     
  5. Kps2001

    Kps2001 Stammgast

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    Ich finde "Krankenschwester" klingt überholt und auch abwertend! Im Krankenhaus wird ja irgendwie so alles, was weiße Kleidung trägt und weiblich ist, Schwester genannt! Und in welchem Beruf wird man von fremden Menschen mit dem Vornamen angesprochen (ausgenommen Erzieher u.ä.) ?? Ok, wie ihr schon geasgt habt, es hat Tradition und man wird es aus den Leuten nicht mehr herausbekommen... Aber ich find´s sch....!
    Zu den Namensschildern... Bei uns steht auch Vor- und Zuname sowie die Berufsbezeichnung drauf... Aber was hat der Nachname da verloren, wenn man eh nur mit seinem Vornamen angesprochen wird? Bei anderen Leuten, die Namneschilder tragen und mit Nachnamen angesprochen werden, sind die Vornamen selten zu finden! Oder hab ich Unrecht???
     
  6. Ute

    Ute Poweruser

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    hi,

    ich trage auch ein Namenschild, mit Vor-und Nachnamen. Und ich finde es nur höflich wenn ich mich dem Patienten mit Vor-und Nachnamen vorstelle! Ich kenne viele Kollegen die sich mit Schw. X vorstellen aber die dürfen sich nicht wundern wenn die Patienten persönlich werden ( Anrede "Du"). Oder wenn dann der Patient den Namen nicht mehr weiß und dann die Kollegin mit Schwester ruft.


    Meine Schwester macht sich immer den Gaudi, sie ruft mich an und wenn sie dann einen Kollegen an der Strippe hat , sagt sie immer:

    Könnte ich bitte meine Schwester, Schwester ute sprechen !!! Hoho , find ich zum lachen ...ne, ne... :roll: peinlich :roll: aber ich haben mich daran gewöhnt !!! Es gibt schlimmeres !!!
     
  7. Tisi

    Tisi Senior-Mitglied

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    Hallo!
    Ich finde, dass mein Nachname die Patienten nix angeht.
    Ich habe nämlich mal mitbekommen, wie ein Patient total vernarrt in eine Schwester war, und diese, da er ihr Nachname kannte zu Hause belästigt hat (Telefonterror)! Klar, das ist sicher nicht alltäglich, aber es kann vorkommen.
    Da stelle ich mich den Patienten lieber nur mit meinem Vornamen vor, von mir aus können sie mich auch Schwester rufen, es ist halt mal so!
    Außer alte, verwirrte Omis hat bisher noch jeder eine gewisse Distanz eingehalten und mich mit sie angeredet!
    Tisi
     
  8. Gaby

    Gaby Gesperrt

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    Hallo,

    ich kann mich nur Tisi anschließen, ich finde auch das mein Nachname die Patienten nichts angeht. Die Anrede Schwester, hat zwar schon sehr lange Tradition, ich persönlich finde es fürchterlich. Da ich bei Kindern arbeite habe ich es da halt leichter - ich stelle mich einfach mit "Hallo, ich bin die Gaby - und wie heißt du vor" (vorausgesetzt der Patient ist munter). Auch den Angehörigen stelle ich mich einfach mit "Hallo, mein Name ist Gaby, ich bin heute bei ihrem Kind" - es gibt immer wieder Eltern die einen mit Schwester ansprechen. Aber damit kann ich leben. Eine Freundin von mir hat einmal gemeint man könnte doch mit Fr. und dem Nachnamen angesprochen werden. Ich finde dann klingt man so wie seine eigene Putzfrau! Die optimale Anrede ist wohl noch nicht gefunden.

    Gaby
     
  9. flexi

    flexi Administrator
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    Sorry tisi, aber sowohl Distanz als auch Nähe verlangt auch RESPEKT (!!!!) vor " alten, verwirrten Omis". Bei uns im Haus gibt es ausschließlich HERR/Frau xxx gegenüber dem Patienten.
    Vewirrte müssen mitunter 100 mal am Tag korrigiert werden, denn sie können es aufgrund ihrer Erkrankung nicht anders leisten!!!!
    Oder empfindest du "alte, verwirrte Omis" als distanzlos??
     
  10. Gaby

    Gaby Gesperrt

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    Hallo,

    der Ausdruck "alte verwirrte Omi's" gefällt mit nicht unbedingt. Allerdings hätte ich kein Problem von verwirrten, desorientierten Patienten geduzt zu werden. Das ist doch nicht Absicht, sondern Teil ihrer Erkrankung. Dem Patienten allerdings gebührt immer Respekt. Vor allem "alten und verwirrten" Patienten gegenüber sollte man nicht respektlos ins Du verfallen.

    Bei Kindern ist es mit dem Du allerdings anders, die duzt man automatisch. Das beruht für mich allerdings auf Gleichberechtigung. Wenn ein Kind mich dann mit "Sie" anredet, sage ich ihm das dies nicht nötig ist.

    Gaby
     
  11. Tisi

    Tisi Senior-Mitglied

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    So hab ich das auch nicht gemeint, natürlich sag ich auch nicht zu den Patienten du alte verwirrte Omi, auch ich benutze den Nachnamen!!!!!!
    Ich habe Respekt vor allen Patienten, ob die 100 oder 16 sind!
    Ich hab nur gemeint, dass außer Patienten, die auf Grund ihrer Erkrankung vielleicht nicht wissen, dass sie gerade du zu mir sagen, noch keiner mich mit du angeredet hat, es sei denn ich habe es ihnen "erlaubt"!
    Tisi
     
  12. JJ

    JJ Newbie

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    Oh wie wundervoll welche Lawine an Berufskompetenz ich losgetreten habe! Freue mich sehr über diese Diskussion und wedre sie verfolgen.
    Weitermachen!
    Zum Thema Nachnamen: das Argument zieht nicht wg.Telefonterror etc.
    Alle Menschen in einem gesunden Beruf müssen sich dem auch aussetzten und damit umgehen.
    mahce jetzt Feierabend
    JJ
    :twisted:
     
  13. Skraal

    Skraal Senior-Mitglied

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    Generell finde ich es auch besser, mit dem Nachnamen angesprochen zu werden, allerdings hängt das auch vom Patienten ab. Wenn ich merke der Patient respektiert mich, kann er auch "Mausebär" zu mir sagen.
    Oft sind es Leute, die vom Land kommen, die einfach alle duzen, außer den Pfarrer vielleicht, und da ist es mir auch recht, weil ich weiß, die reden mit allen so.
    Das mit dem Wärter find ich gut :lol1:. So werde ich mich ab jetzt vorstellen: "Mein Name ist Herr S., ich bin heute Nachmittag ihr Wärter." :lol1:
     
  14. carmen

    carmen Poweruser

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    Hi, das interessante Thema scheint ein bischen eingeschlafen zu sein :?:
    Bei uns in der Klinik ist die Berufsbezeichnung(ausgeschrieben, ohne Abkürzungen), sowie der Vor- und Nachname auf jedes Dienstkleidungsstück, durch ein Apparätle, was die Wäscherei hat, aufgedruckt.
    Finden die Meisten von uns überhaupt nicht luschtig :!:
    Aus dem einfachen Grund; bei dieser Sache (vollen Namen am Kittel) können wir ein bischen nicht verstehen, weshalb wir auf das Genaueste auf die gesetzlich vorgeschriebene Schweigepflicht bei den Pat. achten müssen, Diese widerrum unseren gesamten Namen wissen und auch in ihrem gesamten Umfeld (Freunde, Familie, Gaststätten, Diskotheken u.s.w.) verbreiten können und dürfen, ohne dass wir uns dagegen wehren können oder dürfen :?: :?: :!:
    Mir ist da mal vor ein paar Jahren ein Ding passiert (nicht in der jetzigen Klinik), wo ich nur noch 8O :?: :down: :cry1: da stand.

    Eine Pat. hatte mehrmals Aufenthalte auf unserer Stat. wegen Chemotherapie.
    Sie hielt nur schlecht Distanz zu mir, obwohl ich sie (unter 4 Augen) darauf hinwies.
    Sie ertrug es nicht, dass ich mich ihren offensichtlichtlichen Avancen entzog und wollte immer anhänglicher werden.
    Es kam zum (für mich) Super-Gau.
    Sie stand plötzlich vor meiner Wohnungstür, mit einem riesengroßen Rosenstrauß und bat mich, ihre Liebe, welche sie für mich empfinden würde, zu erwiedern 8O
    Ohne weiterer Erklärungen an meinen Mann, zog ich mir Straßenkleidung an und ging mit ihr und ihrem Blumenstrauß in ein Cafe, welches nicht weit von mir war.
    Dort fragte ich sie erstmal, woher sie meine Adresse habe und antwortete, von der Telefonauskunft :twisted: :twisted:
    Sie habe ja meinen vollen Namen (vom Dienstbekleidungsaufdruck) und da wär es keine Schwierigkeit für sie gewesen, meine Adresse raus zu bekommen :twisted: 8O :?:
    Noch einmal und diesmal mit sehr deutlichen Worten, ohne beleidigend zu werden, stellte ich klar, dass ich sie n u r als Pat. ansehe und sie mich bitte auch n u r als Schwester dieser Stat., wo sie behandelt werden würde. :!:
    Nicht mehr und nicht weniger :!:
    Sie stieg mir nie wieder nach und ließ sich auch fortan in einer anderen Klinik behandeln.
    Damit sie mir nichts "anhängen" konnte, setzte ich am nächsten Tag, nach dem Gespräch im Cafe, meine Öhse und die PDL über die Geschehnisse in Kenntnis.

    Ansatzweise kommen immer und immer wieder Situationen (auch bei anderen Kollegen) vor, wo man als Pflegender (spreche jetzt nur von meinen/unseren Erlebnissen auf Stationen) entweder zum Sexsymbol oder Dorftroddel von Patientinnen oder Patienten hingestellt wird, auch in der Öffentlichkeit, und das mit vollem Namen, weil man tagtäglich seine Identität zur Schau tragen m u ß :!: :twisted:
    Diese Namensschilder mit vollem Namen finde ich aus diesem Grunde nicht sehr gut gewählt :!:
    Dass ich von den Pat. mit Schwester angesprochen werde, stört mich gar nicht. Unsere Berufsbezeichnung ist nun mal Krankenschwester.
    Doch wenn da so Pat. ankommen und sprechen Einen mit "Schwesterchen oder Pflegerchen" an, da kommt von mir nur freundlich zurück:" na?, Frau XY-chen odr Herr XY-chen, was wünschen sie denn von mir?, möchte sie bitte daran erinnern, dass ich nicht Schwesterchen heiße, nie hieß und auch nie heißen werde; ein Schwesterchen oder Pflegerchen gibt es in unserem Berufsstand nicht" :!:
    Mehr brauch ich meist nicht erklären, damit den Pat. ein :idea: aufgeht und sie sich adäquat ausdrücken. :!:
    Wir sind fa schließlich auch dazu verpflichtet :!:


    Viele Grüße

    Carmen
     
  15. david

    david Senior-Mitglied

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    Hallo!

    also ich hab auch schon so ziemlich alle Bezeichnungen bekommen von Hr.Pfleger über Bruder bis "San se Zivüdiena?".
    Wir haben auf unseren Namenspatch draufstehen Diplompfleger/-schwester und drunter Vorname Nachname.
    Die gibts seit schätz ich mal 2-3 Jahren, davor war der Nachname nur eine Initiale. Also "David X." (Nein, ich heisse nicht Xylophon mit Nachnamen ;)).

    Finde das mit dem Nachnamen aber gut, ich hab kein Problem mich zu verantworten und mich als Person hinzustellen. Gegen unerwünschte Anrufe gibts ja Geheimnummern.

    Prinzipiell hab ich kein Problem mit der Bezeichnung 'Schwester', ich find eher das Wort 'Pfleger' blöd. Ich hasse es, mich am Telefon mit "Pfleger David" zu melden, mit dem Nachnamen klingts noch dümmer. Wenn ich nur den NN nenne halten mich alle für einen Arzt, das will ich auch nicht, also meld ich mich (entgegen Dienstanweisungen) nur mit dem Vornamen.

    Gaby's Putzfrau-Argument stimm ich im übrigen auch zu!

    Auch lustig finde ich, wie viele Patienten mich nicht richtig einordnen können von vornherein (obwohl das diplomierte Personal in ganz Wien durchgehend blauweiss längsgestreift ist).
    Das merke ich, wenn sie Sachen brauchen wie: Harnsackerl ausleeren oder Schüssel geben :arrow: dann sagen sie "Sagen sie der Schwester bitte ich brauche die Schüssel...." (Der Mann is anscheinend zu gut dafür).
    Wenn sie 'höhere' Aufgaben, wie Verbandswechsel oder so wünschen verlangen sie beinhart einen Arzt. (Der gestreifte da, der darf das sicher nicht).
    Ein Pfleger, der ja das gleiche wie eine Sr. is, passt irgendwie nicht so recht in die Denkmuster anscheinend.
    Auch Ärztinnen wird nicht so viel Kompetenz zugetraut, wie dem "Herrn Doktor"....

    Schöne Grüsse aus dem Jahr 2002,
    +lg, david
     
  16. Svenja

    Svenja Junior-Mitglied

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    Ich finde die Bezeichnung "Krankenschwester" auch überholt.
    Allerdings habe ich auch dei erfahrung gemacht dass Aussenstehende (die nichts mit Krankenpflege etc. am Hut haben) oftmals gar nicht wissen das Krankenpflegerin=Krankenschwester ist.
    Woher sollen also solche Menschen wissen wie sie uns ansprechen sollen? :roll: Sie sehen und lesen in den Medien von der "lieben netten kleinen Krankenschwester" :cry: und das hat sich ihnen schon ein ganzes Leben eingeprägt. Es wird bestimmt noch eine ganze Weile dauern bis die Gesellschaft auch als eine eigenständige Wissenschaft für sich sieht und dass die Pflegekräfte speziell für ihren Bereich ausgebildetes Fachpersonal ist.
    Ich persönlich finde es in Ordnung wenn die Patienten mich beim Vornamen nennen, so kann ich ein vertrauensverhältnis schaffen. Denn wir kommen oft unseren Patienten sehr nah, näher als es dem Pat. lieb ist. Damit ich nicht missverstanden werde: Das man mich Siezt darauf bestehe ich!!! :!:


    So das war jetzt mein erstes Forumseintrag....hoffe es werden sich nich viele an ihm erfreuen. :D

    Gruss Svenja :wink:
     
  17. Dorothee

    Dorothee Stammgast

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    Hallo,

    ich bin im letzten Jahr selber Patientin gewesen und zwar in einer Reha-Klinik.
    Ein Rollentausch sozusagen.
    In dieser Klinik wurden die KrankenpflegerInnen mit Nachnamen angesprochen, also einfach Frau XY.
    Ich fand das so als Patient :wink: jetzt überhaupt nicht negativ - im Gegenteil, ich dachte mir, dass ich auch lieber so angesprochen werden würde.
    Und wenn ich so mal überlege, kenne ich kaum eine Berufsgruppe, die ebenso selbstverständlich mit Vornamen angesprochen wird, wie es bei "uns" der Fall ist.

    Aber ich gebe zu, dass das Bild der "Krankenschwester" vor allem in den Medien sehr verzerrt wird und viele Patienten eben dieses Bild im Kopf haben.

    So lange wir uns bei unseren Patienten mit "Schwester XY" vorstellen, wird sich da nichts ändern.
     
  18. Trine

    Trine Stammgast

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    Seid gegrüßt!

    Ich lese in den Beiträgen viel darüber, dass die Bezeichnung "Schwester/Pfleger" überholt sei, dass es quasi Patientinnen und Patienten schlecht zuzumuten sei, sich mit einer neuen Bezeichung anzufreunden. Bzw. dass es einer sehr langen Umstellungszeit bedarf, in der sich unsere Kundschaft daran gewöhnt Herr oder Frau ..... zu sagen.

    Im Krankenpflegebereich wird es über kurz oder lang zu einer Umstellung kommen, was die Ausbildungsinhalte, die Arbeit auf Station und Serviceleistungen im Krankenhaus betrifft.
    Ich finde, eine neue Anrede könnte den neuen Kurs vorantreiben. Damit würden sich viele Menschen auseinandersetzen, indem sie sich mit der Berufsgruppe der Pflegenden näher auseinandersetzen.

    Es muss Patientinnen und Patienten auch zunehmend klar werden, dass zur Zeit Pflege einen relativ schlechten Stellenwert im Gesundheitssystem hat. Gründe z.B. Unterbezahlung im Vergleich mit Schichtarbeitern in der Industrie, ungünstige Arbeitszeiten, der Ruf der dem Arzt immer freundlich lächelnd Dienenden etc.

    Eine neue Anrede hilft, umzudenken.

    Grüße!
     
  19. david

    david Senior-Mitglied

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    Hi Trine!

    Ich glaube nicht, dass man das Denken der Leute einfach ändern kann. Es wird einen Generationenwechsel dauern, sowohl eine neue Generation von Patienten wie von Pflegenden. Mindestens. Das sind jahrzehntelang geprägte Muster, die sich nicht so einfach ins Gegenteil verkehren lassen.

    Aber ich gebe dir recht - Nach aussen am schnellsen merkbare Zeichen wäre zB eine neue Anrede.
    Wie willst Du den zB gerne genannt werden?

    +lg, david
     
  20. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
    Akt. Einsatzbereich:
    Intensivüberwachung
    Hallo @all

    Nur weil das Produkt einen neuen Namen erhält, wird der Inhalt nicht besser. Und wenn ich als Kunde erkenne, das ich mehr Geld für dasselbe zahlen soll- da werde ich sehr ungehalten.

    Selbstbewußtsein kommt nicht mit einer neuen Anrede. Der Doc kann auch Fr.X und H. Z noch rumkommandieren. Und beide werden dieselben Arbeiten verrichten, die nicht unbedingt zum Berufsbild gehören: wie Akten sortieren, Röntgenbilder holen, Material transportieren etc.. Für ihn wirds sogar naheliegend sein: seine Sekretärin ist auch Fr.Y.

    Selbstbewußtsein kann nur aus jedem selber kommen. Ich habe noch nie das Problem gehabt, daß ich nicht anerkannt wurde. Und das obwohl ich seit 25 Jahren Schwester Elisabeth bin. Ich habe konkrete Vorstellungen von der Arbeit einer Schwester. Ich kann meine Tätigkeiten und deren Zweck- angefangen vom Waschen, Lagern, Essen reichen bis hin zu prophylaktischen Maßnahmen- begründen. Ich habe medizinisch fachliche Kompetenz. Und alles zusammen bringt mir die Anerkennung bei Kollegen, Pat., Angehörigen und Docs.

    Elisabeth
     
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