Die moderne Kaffeetasse

Dieses Thema im Forum "Fachliches zu Pflegetätigkeiten" wurde erstellt von Elisabeth Dinse, 05.03.2005.

  1. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    In früheren Zeiten soll es Krankenschwestern gegeben haben, die haben es für ihre Pflicht angesehen stets eine Tasse Kaffee für den gestreßten Doc vorzuhalten. Da soll es auch üblich gewesen sein, dass für den Chefarzt die Patienten "präpariert" wurden damit sein ästhetisches Empfinden nicht beleidigt wurde.

    Das hat sich dank Bestrebungen zur professionellen Pflege verändert.

    Wirklich???

    Heute darf die Schwester "wertvolle" und wichtige ärztliche Tätigkeiten übernehmen, um den Doktor zu entlasten. Damit der Doc Zeit hat, um sich seinen Kaffee kochen zu können und in diversen Büchern nachschlagen zu können (wie bekomme ich den Pat. annähernd gesund) übernehmen wir für einige Sachen. Diese Tätigkeiten wurden ganz gezielt ausgewählt unter dem Aspekt: kann der Pat. Schaden erleiden, wenn der Doc diese Tätigkeit nicht übernimmt? Eigenes Nachdenken der Pflegekräfte nicht erwünscht. Unser Pflegedirektor bezeichnet diese Tätigkeiten gerne als "Affentätigkeiten". Man braucht wenig Kreativität, man brauch nur ein bischen Fingerfertigkeit und Übung.

    Noch ein Satz zum Schaden abwenden: Ich habe bis vor kurzem auf einer Intensiv gearbeitet. Da gehören ärztl. Tätigkeiten zu den Aufgaben der Pflegekraft. Pat. waren stets dankbar, wenn nicht der Doc zur BE kam sondern eine Schwester. Warum wohl?

    Und als letztes: Warum werden gerade diese Tätigkeiten, wie BE, i.v. Medikamente, Verbandswechsel übergeben? Ist es eventuell auch eine Flucht der Ärzte vor unnötigem Patientenkontakt?

    Solange ich in die Entscheidungsfindung, wann was gemacht wird nicht mit einbezogen werde, sprich: Entscheidungsfreiheit habe, werde ich mich nicht um ärztliche Tätigkeiten drängen. Eine größere Achtung für unsere Berufsgruppe bekommen wir nicht über Handlangertätigkeiten. Die kann man billiger bekommen: Arzthelferinnen warten nur auf diese Plätze.

    Elisabeth
     
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