Die Dienstübergabe... Laberstunde oder fachlicher Austausch?

specialist

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Liebe Kollegen,
im Zuge aller strukturellen Wandlungen die das Gesundheitssystem durchmacht oder durchgemacht hat, wird nun auch nicht vor der Optimierung der "heilige Übergabe" halt gemacht.
Ich arbeite auf einer Frühreha mit Langzeit- Patienten und mir stehen rechnerisch ca. 1,5 min. pro Patient für die Übergabe zur Verfügung.
Was würdet ihr in 90 sec. alles reinpacken?
Ich bitte um rege Teilnahme an der Diskussion.

MfG specialist
 

graógramán

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Hi,

wir haben auch immer weniger Zeit für die Übergabe und hochgerechnet bleibt uns pro Pat. auch nur 2 bis max 2 1/2 min zeit.

wenn ich Übergabe mache, dann sag ich zuerst wegen was der Patient überhaupt hier ist.
Wie alt, woher erkommt, was er in seinem Leben gemacht hat, also ich meine damit ob er grad einen Beruf macht, oder schon in Rente, oder so.

Dann was Diagnostisch schon gelaufen ist und was noch laufen muß.
Wenn er irgendwelche Sondermedikationen bekommt die nicht allzuhäufig vorkommen, dann sag ich das dazu.

Als nächstes kommt wies dem Pat. mom geht, wie er sich fühlt, sofern er das sagen kann.

was alles in deiner schicht vorgefallen ist, und dann noch die sachen was du von der anderen schichten mitübernehmen mußt/sollst.

graógramán
 

Lsr.A.

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Hallo, ich denke nicht das ich dir großartig helfen kann da ich noch Azubine bin und somit leider nicht so oft Übergaben selbst halte, da ich aber auch schon meinen Einsatz in einer neurologischen Reha hatte möchte ich zu dem Thema Übergabe an dieser stelle auch noch etwas einbringen.
Also wir hatten ca eine Std.Zeit für die Übergabe mit ca. 30 Pat.
Da die Pat. ja länger auf dieser stat. geblieben sind wurde also eigentlich nur gesagt wenn es etwas Besonderes gab. Kannte jemand einen Pat. nicht wurde hier natürlich eine große Übergabe gemacht. Ansonsten viel halt leider meistens der Satz: Hr. XY wie immer, keine Veränderung

Schade da es ja meistens immer etwas zu sagen gibt. In einer Reha sind ja schon die kleinsten Veränderungen meiner Meinung nach wichtig wie z.B Hr. XY hatr sich heute versucht selber zu kämmen, oder sowas halt. Das wurde in den Übergaben gar nicht erst erwähnt.
So wurden leider auch entsprechende Ressourcen nicht weitergegeben und gerade darauf kommt es in der Reha doch an. Man möchte sie doch wieder fir kriegen oder zumindestens den entsprechenden Lebensstandard erhalten.

Nun wenn ich doch mal Übergabe gemacht hab, habe ich auch sowas gesagt und das Personal war wenig erfreut da die Übergabe so länger dauerte und sie nicht schnell genug zur Zigarette kamen. SCHADE
Tja ich denke nicht das ich dir damit weiterhelfen konnte aber ich fand es wichtig auch mal diese Seiten einer Übergabe aus Sicht eines Schülers zu schildern.
lg
Lsr.A.
 

Patmuc

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Hallo,
also ich komme aus dem Bereich des Altenheimes, da sind andere Dinge in der Übergabe wichtig. Aber wir haben vor ca. einem Jahr unsere Übergabe umstrukturiert.
Wir haben Bezugspflege auf dem Bereich und wir fragten uns, ob jeder immer alles von allen Patienten wissen muss. Wir haben dann nach und nach versucht die Übergabe so zu organisieren, dass die verschiedenen Bezugspflege-Mitarbeiter untereinander Übergabe machen.
Jeder Bezugspflege Miarbeiter/in hat 12 Patienten. Mitlerweile läuft es so, dass die Kollegen auch verpflichtet sind, die Pflegeberichte vom vorhergehenden Dienst (Diensten) zu lesen.
Das sparte einerseits Zeit ein, und die Qualität der Pflegeberichte wurde besser, da die Kollegen auf fehlende Dinge selbst hingewiesen haben.

Patrick
 

Tamara_München

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hat sich der zustand des patienten verschlechtert?
hat sich die medikation geändert?
wurden diagnostische untersuchungen gemacht (resultate)?
bei wundpatienten ... wie schaut die wunde heute aus?
 

Elisabeth Dinse

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Ich arbeite auf einer Frühreha mit Langzeit- Patienten

Sozialananmnese und Erkrankung ist bekannt. Therapieplan ist bekannt.

Was würdet ihr in 90 sec. alles reinpacken?

Erreichen des Pflegezieles (Pflegeziele sind nach Tagen oder nach Wochen orientiert?)
ggf. Abweichnungen vom Therapieplan mit Begründung
ggf. neu aufgetretene Probleme
ggf. Zusammenfassung Gesprächsinhalte mit Angehörigen/ Patienten

Elisabeth

PS Die Dienstübergabe am Bett kürzt die "Labertendenz" der Kollegen oft erheblich ein.
 

micky82

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übergabe wird bei uns kurz gehalten... da bleibt kaum zeit zum "labern"
eine gute sache ist es, das in der morgenübergabe 15 minuten einer schwester etwas übergeben wird, die etwas ins übergabebuch notiert. die restlichen mitarbeiter bekommen dann zum dienstbeginn das wichtigste von der schwester übergeben.
zum spätdienst geht nur eine schwester/pfleger rein in die übergabe. der rest arbeitet wie gehabt weiter. so kann es gar nicht zum quatschen großartig kommen...
 

YouAndMind

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Wir haben morgens eine Übergabe mit den Ärzten und den Stationsleitungen der Intensiv und der Normalstation. Morgens nach dem Nachtienst zum Frühdienst wird der zuständigen Schwester alles weitere erzähält die ca. 2-4 Pat. hat. Danah wenn dies mit allen passiert ist erzähöt jede Schwester im Aufenthaltsraus wo alle zusammen sitzen alles nocheinmal der Stationsleitung. Mittags vom Früh auf Spät haben wir wieder eine große Übergabe mit den Stationsärzten und dann wieder die kleinen Schwester zu Schwester.
 

micky82

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wenn ihr nachher sowieso alles noch mal der stationsleitung erzählt, warum macht ihr dann nicht direkt eine groe übergabe???
 

YouAndMind

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Weil die Stationsleitung um 7 anfängt....
 
S

sigjun

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YouAndMind schrieb:
Wir haben morgens eine Übergabe mit den Ärzten und den Stationsleitungen der Intensiv und der Normalstation. Morgens nach dem Nachtienst zum Frühdienst wird der zuständigen Schwester alles weitere erzähält die ca. 2-4 Pat. hat. Danah wenn dies mit allen passiert ist erzähöt jede Schwester im Aufenthaltsraus wo alle zusammen sitzen alles nocheinmal der Stationsleitung. Mittags vom Früh auf Spät haben wir wieder eine große Übergabe mit den Stationsärzten und dann wieder die kleinen Schwester zu Schwester.
Sind das nicht ein bisschen viele Übergaben? 4 Übergaben in 2 Diensten?
Wie lange dauern diese Übergaben?
 

micky82

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YouAndMind schrieb:
Weil die Stationsleitung um 7 anfängt....

wir haben dafür ein übergabe buch.. da steht alles wichtige drin... vielleicht eine überlegung wert?
spart ihr euch zeit mit... liebe grüße micky
 

Elisabeth Dinse

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Übergabebuch sollte längst der Vergangenheit angehören. Wenn Auffälligkeiten, dann gehören diese in den Pflegebericht sofern sie nicht schon anderweitig notiert sind (Medizinkurve, Beobachtungsprotokoll).

was ich nicht verstehe, warum müssen alle alles wissen? Warum muss die SL über jeden Pat detailiert informiert werden? Reicht es nicht eine Kurzübergabe mit Name und Erkrankung, ggf. noch Extremprobleme (Reanimation) des Pat. zu machen und der Rest wird nur der übernehmenden Pflegekraft übergeben?

Elisabeth
 

micky82

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ich denke auf unserer station ist das übergabe buch sehr wohl angebracht, weil unsere therapeuten sich das auch angucken und die kommen genau dann wenn wir mitten in der pflege sind.. in der reha ist das noch was anderes... in der akut klinik wo ich vorher war hätte ich das auch nicht als angebracht gesehen aber jetzt ist das wirklich sinnvoll...
da wir als pflegepersonal ja auch eine normale übergabe bekommen.. lg micky:lovelove:
 

Elisabeth Dinse

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Gibt es bei euch keinen Pflegebericht? Therapeuten sollten Zugang zur Pflegedokumentation haben.

Elisabeth
 

micky82

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sicher haben wir auch einen pflegebericht aber die kurven sind zu der zeit, wo die therapeuten kommen und wir mitten in der pflege stecken, meist schwer zugänglich, da der arzt zu der zeit gerade visite macht. bei uns hat sich das wirklich bezahlt gemacht....
 

Elisabeth Dinse

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Dann muss ja alles zweimal geschrieben werden: einmal in den Pflegebericht und einmal in das Übergabebuch. Istd as wirklich ein Zeitgewinn?

Elisabeth
 
H

Hülsi

Gast
Vielleicht führen die das Übergabebuch ähnlich wie wir, es steht dann dort z.B.
SD 10.5.06 Doku Fr. X, Arztdoku Hr.Y, und etwaige Personaltechnische Mitteilungen KrankMeldungen und ähnliches.
Wir haben zwar auch Reiter an den Dokus, welche man ziehen kann, aber irgendwie machen das nicht alle und deswegen brauchen wir noch unser Buch.

Hülsi
 
S

sigjun

Gast
Ich verstehe das alles irgendwie nicht. Tagtgl. stöhnen Pflegekräfte über den hohen Aufwand an Pflegedoku, dennoch schreien viele, wenn man diese reduziert.
Es gibt einen Plan für dieses, einen Plan für jenes, seien es Tropfen, Tabletten, Verordnungen wie Inhalieren, Augentropfen...ect
Dem Himmel sei Dank ist die Dokumentation so ausgereift und dem Himmel sei Dank gibt es Reiter, wo ich auf einen Blick erkenne, was noch ansteht, so dass nach und nach bei uns fast alle Zettel verschwunden sind. Es gab MA, die aggriebisch darauf geachtet haben, dass auch immer alles auf die zettel übertragen wurde. Diese Konfliktsituationen gehören der Vergangenheit an.
In der Bereichspflege bei uns ist die Bereichsführende genau informiert, letzten Endes ist sie auch verantwortlich. Als STL entnehme ich meine Infos der Neuzugänge/Entlassungen aus dem Computer, Besonderheiten werden kurz und knapp in maximal 5 Mnuten wiedergegeben. Die reichen allemal.
Die Physiotherapeuten oder andere nehmen an Übergaben und Visiten teil und sind somit auf dem neuesten Stand. So lange wie ich auf dieser Station die Leitung habe werde ich verhindern, dass irgendwelche Zettel/Übergabebücher oder Ähnliches wieder eingeführt werden, ebenso doppelte Doku, egal wo auch immer. Manchmal schwierig durchzusetzen, aber bis jetzt funktionierte es.
 

Elisabeth Dinse

Poweruser
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Danke Sigrid für deine Ausführungen.

Elisabeth
 

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