Die "alte" Krankenschwester

Dieses Thema im Forum "Diskussionen zur Berufspolitik" wurde erstellt von alesig, 07.04.2011.

  1. alesig

    alesig Poweruser

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    Hallo
    Wie ich in meinem Krankenhaus beobachten kann, werden die Pflegenden immer älter, aber nicht gesünder.
    Es wird in der Politik sehr viel über den älteren Arbeitnehmer geredet, über altersgerechte Arbeitsplätze etc.
    Ich habe mich in den Weiten den Internets umgesehen und festgestellt, daß die Möglichkeiten für "alte" Pflegende nicht besonders groß sind.
    Allein die Vorstellung bis 67 auf einer internen Abteilung im 3 Schichtsystem zu arbeiten, erzeugt bei mir ein flaues Gefühl im Magen.
    Auf der anderen Seite kann es auch nicht sein, daß die "alten" auf Kosten der Jungen tätig sind.
    In welchem Krankenhaus wird dieses Thema bearbeitet bzw ist es überhaupt ein Thema das diskutiert wird ?
    Gibt es irgendwo bereits Konzepte nach denen die Arbeitsumstände dem zunehmenden Alter der Beschäftigten angepasst wurde oder wird.
    Oder werden die "Alten" einfach rausgedrängt ?
    Wer hat Erfahrung ?
    Alesig
     
  2. ZNA-Öse

    ZNA-Öse Poweruser

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    Hallo alesig,
    ich bin ja nun auch schon 29 Jahre im Dienst und merke meine Knochen jeden Tag mehr :cry1:.
    Bei uns im Haus sind relativ viele "alte" Kolleginnen und Kollegen,aber wenn sie die 50 überschritten haben,werden diese Kollegen zunehmend in Stellen umgesetzt,wo sie körperlich nicht mehr so gefordert sind.
    Sie gehen z.B. in die Praxisanleitung,in den Sozialdienst oder in die Verwaltung,wobei dies nicht mal so als Konzept angesehen wird,weil's einfach automatisch vonstatten geht.
     
  3. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Hier würden mich Zahlen interessieren. Gerne auch per PN.

    Elisabeth
     
  4. aquarius2

    aquarius2 Poweruser

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    Wir haben auch ältere Kollegen im Team, einige arbeiten Teilzeit, andere Vollzeit Tagdienst, wenige als Dauernachtwachen. Allgemein kann ich sagen, wir Oldies gehen sorgsam mit unserer Gesundheit um, leben bewußter, so fangen wir einiges ab...
    Eine Kollegin macht alle drei Jahre eine Kur, davon profitiert sie dann lange Zeit.
     
  5. Julien

    Julien Poweruser
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    Ich habe viele Kolleginnen um die 50 oder drüber. Ich vermute, irgendwann wurden sie mal auf unsere Station versetzt, weil es das Kinderzimmer war und es ruhig zuging. Die Zeiten sind aber vorbei. Die älteren Damen sind allesamt sehr aufgeschlossen gegenüber Neuem und stellen zudem einen Erfahrungspool dar, den ich nur zu gerne schamlos ausnutze :mryellow: Viele sind in Teilzeit, einige in Altersteilzeit. Dazu müssen sie keinen Nachtdienst machen (oder machen wie eine Kollegin immer nur eine Nacht ab und an). Das einzige Problem, das manche zu haben scheinen: unser Job hier besteht zu mindestens 50% aus Anleiten und Beraten, und einige Kolleginnen haben wohl das Gefühl, unbedingt selbst Hand anlegen zu müssen, um etwas gearbeitet zu haben. So ab und an bleiben dabei die Kompetenzen der Eltern auf der Strecke.
     
  6. Teilzeitschwester

    Teilzeitschwester Poweruser

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    ein Sammelpunkt für älteres Pflegepersonal scheint in der Klinik der Max-Vers. in der ich tätig bin die Augenklinik zu sein,wo man geködert von dem Gedanken dort "nur noch" Patienten mit kleinen Augen Op`s zu pflegen gern umgesetzt wird. Ein Trugschluß: wie ich höre, ist gerade dort der Krankenstand sehr hoch (Langzeitausfälle)und somit ständiges einspringen der Fall. Auch ein Patient der nur eine Katarakt OP erhält,kann multimorbide sein.:idea:
    Einige ältere Kolleginnen wechseln in den Sozialdienst oder in die Ambulanzen und sind dort gut zufrieden, finanzielle Einbußen (fehlende Schichtzulage)werden durch höhere Lebensqualität (AZ regelmäßig)wettgemacht.
    Einige Ältere Kollegen/innen nehmen sich das Recht keinen Nachtdienst oder zB nur Spätdienst zu leisten. Die Mehrzahl arbeitet 50% oder 75%, eigentlich ab Eltern sein.:flowerpower:
    Eine Kollegin wechselt zur Kodierung,es gibt das Casemanagement bei uns,auch dort wüßte ich Niemand unter 40J.
    Ältere KOLLEGEN,tja wo sind die?Wie überall als Leitungen anzutreffen,einige in die IBF(InnerBetrieblicheFortbildung).Dies gilt wohl auch für die Frauen.:aetsch:
    Auch das spinnennetzartig wachsende Computerwesen der Klinik,scheint Pfleger magisch anzuziehen.

    Der Personalrat hat für alle MA ein "Job-Change"eingerichtet,genaue Zahlen könnte ich dort erfragen. :deal:
     
  7. Fearn

    Fearn Poweruser

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    Das mit der Augenklink ist in vielen Kliniken so üblich gewesen.
    Das geht aber mittlerweile nach hinten los.
    Denn die "einfacheren und kleineren Operationen" werden fast ausschließlich ambulant operiert, und nur die schwereren komplizierteren, oder Pflegefälle sammeln sich mittlerweile stationär in der Augenklinik.
    Dafür ist der Durchgang sehr hoch.
    Dh. es sind pro Tag ca 20 Neuaufnahmen, die auf eine 30 Bettenstation auflaufen und wenn in 3 Operationssäälen operiert wird, dann werden auch 3 mal 8 Operationen fällig, die aufgenommen, vorbereitet und versorgt werden sollen.
    Die Anzahl der Entlassungen ist enstprechend hoch. Der Personalschlüssel leider sehr niedrig und es ist sehr schwer dem Tempo zu folgen.

    Wenn man hier dann nur noch die älteren Schwestern, die das Tempo reduieren sollen hineinversetzt, dann ist das nicht fein!
    Zudem haben nur wenige junge Patienten Augenoperationen und Augenerkrankungen. Das Durchschnittsalter der Patienten dürfte höher sein, als die der anderen Abteilungen.
    Die fiten Patienten mit einer Kataraktoperation werden mittlerweile alle ambulant operiert, und die gehen sofort nach der Op nachhause.
    Was an Patienten in der Klinik bleiben muß, daß ist dasselbe Patientengut wie auf den anderen Abteilungen.
    -schlecht oder gar nicht eingestellte Diabetiker, MS Patienten, Rheumatiker, Verschlußerkrankte mit ihren Nebendiagnosen. Hinzu kommen allenfalls noch Verbrennungen und Verätzungen, aufs Auge gestürzte betagte Patienten mit Bulbusberstung, oder aber Pflegefälle und behinderte Patienten mit diversen Keimen im Auge, die sie sich oftmals von der Windel aus hineingerieben haben.

    Bei uns wurden auch jahrelang dann Schwangere oder eben ältere Schwestern in die Augenklinik versetzt, und das ist alles andere als eine Ideallösung, sondern bedeutet nur, daß die Leute die das in Erwägung ziehen nicht auf dem neusten Stand sind.

    Das machte nur Sinn, als die Katarakte, noch nicht ambulant operiert wurden und als die noch bis zu einer Woche stationär aufgenommen wurden.

    Die wenigsten Menschen, die eine PPV oder eine Glaukomoperation benötigen sind jung und agil.

    Lg Fearn
     
  8. BettinaMobil

    BettinaMobil Stammgast

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    Auch im amb. PD finden sich oft ältere wieder. Allerdings ist dort die körperliche Belastung anders gelagert als im KH. Und bei dem Gedanken bis 67 Jahre noch tgl. bei Wind und Wetter Auto fahren zu müssen, allein zu arbeiten wenns körperlich sehr anstrengend ist, verursacht bei mir mehr als ein flaues Gefühl im Magen.
     
  9. Phoenix79

    Phoenix79 Gast

    Komischerweise gibt es bei uns in der außerklinischen Intensivpflege kaum Kollegen die älter als 40 sind. Woran das liegt, keine Ahnung :weissnix: Vielleicht trauen sich viele ältere Kollegen das nicht zu??? Würde dann aber heißen auf den Intensivstationen im Krankenhaus müsste es ähnlich aussehen!?
     
  10. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
    Mitarbeiter

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    Da liegst du falsch - wir haben viele KollegInnen die über 50 sind und sehr gute Arbeit leisten.

    Vermutlich bleiben diese aber lieber im sicheren und gutbezahlten Hafen der Krankenhäuser und profitieren von ihren "alten" Verträgen.
     
  11. bisauf

    bisauf Gast

    Bei uns auf der Intensivstation arbeiten zwei Intensivkrankenschwestern, die 65 sind. Kein Problem, im Gegenteil haben die ungeheuer viel Erfahrung und gehen grossartig mit den Pattienten um. Alles eine Frage der Arbeitsplatzgestaltung.
     
  12. Fearn

    Fearn Poweruser

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    Ich denke schon, daß körperlich einiges schwieriger fällt.

    Bei uns auf der Station sind 5 Mitarbeiter über 60, und 5 über 50Jahre alt.
    Allerdings ist es so, daß die jüngeren an deren Leistung leider nicht heranreichen, wenngleich man schon merkt, daß die körperliche Belastung immens ist.
    Auch bei den Fehlzeiten reichen die älteren Kollegen nicht an die Fehlzeiten der jüngeren heran.
    Der Unterschied ist da nur, wenn eine der älteren Schwestern fehlt, dann fehlen die auch länger. Das sind dann meißtens keine kurzen Erkrankungen mehr, die auftreten.


    liebe Grüße Fearn
     
  13. aquarius2

    aquarius2 Poweruser

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    Ich gehöre bei uns auch zu den Dinos:lol: aber ich sehe das locker, als wir neulich mal mit Notfall Ausrüstung in den 4. Stock gerannt sind waren unsere Docs genauso aus der Puste wie ich und die haben keinen 12 Kilo Rucksack getragen wie ich oder den Defi wie unser Praktikant...
     
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