Der "Quälgeist" nach Mitternacht...

Dieses Thema im Forum "Der Alltag in der Altenpflege" wurde erstellt von anarchischernachtdienst, 05.01.2010.

  1. anarchischernachtdienst

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    Im Nachtdienst stellt mich ein Bewohner vor ein gröberes Problem. Er will nicht nur nicht schlafen, er bleibt auf (oder steht wieder auf), läutet sehr oft, macht Lärm, der seine Zimmernachbarn weckt - kurzum: ich bin mit ihm ausgelastet.

    Leider habe ich jedoch nicht für ihn allein Zeit. Ich muss auch nach den anderen Bewohnern sehen, ich muss das Frühstück vorbereiten, etc. etc. Ein Hintergrund des Problems ist vielleicht, dass er Kettenraucher ist und anscheinend keine Stunde ohne seine Dosis überdauert.

    Schlafmittel gibt es für ihn leider nicht. Gibt es eine andere Möglichkeit ihn zum schlafen zu bringen? Ihn vor dem Zu-Bett-gehen mehrmals durch die Station treiben? Gemein - Ich weis- aber etwas anderes fällt mir nicht mehr ein.
     
  2. Toolkit

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    Was macht er denn tagsüber?
     
  3. anarchischernachtdienst

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    Rauchen. Meines Wissens nach wird er vor dem Schichtwechsel ins Bett gelegt.
     
  4. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Was gibt die Biographie des Patienten her?
     
  5. anarchischernachtdienst

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    Eher wenig - Herkunft aus dem ländlichen Bereich, eher stabiler Lebenslauf weniger soziale Kontakte da schizophren.

    Die Behandlung schlägt bei ihm jedoch gut an - die Symptome sind bei ihm kaum zu bemerken.
    Ich ging eher davon aus, dass die Schizophrenie als Ursache für die nächtlichen Umtriebe auszuschliessen wäre - diese würde ja eher eine Antriebslosigkeit mit sich bringen. Eine agitierte Depression ist es auch eher nicht - die Ursache für das Problem liegt sicher nicht in der Schizophrenie, eher in seiner Nikotinabhängigkeit.
     
  6. jok5030

    jok5030 Gesperrt

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    Naja,sehen wir die Geschichte doch mal so rum : Besagter Bewohner ist bei Euch zuhause,heißt,er wohnt und lebt bei Euch. Deshalb ist es doch sein gutes Recht,zuhause zu machen,was er will und wenn er eben nicht schlafen kann und viel raucht,na dann ist das eben so. Sicher,etwas Rücksicht auf die Mitbewohner möchte schon sein,aber ihn nur "abschießen",damit der Nachtdienst seine Ruhe hat,ist nicht das Wahre !! Laß ihn doch rumgeistern und rauchen,solange er nicht wegläuft oder sich zu anderen in's Bett legt (mit brennender Kippe ) is doch alles schick !!
     
  7. adalbert

    adalbert Stammgast

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    Habt ihr schon mal an Nikotinpflaster gedacht?

    Gibt es ansonsten Einzelzimmer? Dann wäre es wirklich egal ob er wach ist oder nicht...
     
  8. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Wann ging er denn früher zu Bett? Kann es sein, dass ihm eure Bettgehzeit einfach zu früh ist?
    Wenn ich normalerweise nicht vor Mitternacht ins Bett gehe, werde ich sicher grosse Probleme bekommen, wenn ich plötzlich um 18.30 drin liegen muss.

    Was hatte er für Vorlieben? Lesen, Musik, TV?
    Normalerweise sind die Biographien doch recht ausführlich erstellt.

    Ansonsten, was spricht dagegen ihn auf Station herumlaufen zu lassen, wenn er das möchte?
     
  9. Jane 19306

    Jane 19306 Newbie

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    Kenn solche Bewohner auch noch aus meiner Zeit im Altenpflegeheim- hatte einen der auch die ganze Nacht über den WB gegeistert- war stets und ständig in anderen Zimmer, legte sich auch versehntlich zu anderen Leuten mit ins Bett.
    Hab Ihn dann abends bzw. in der nacht einfach mit einbezogen in meiner Arbeit - weiß nicht ob das bei Euch evtl. zu machen ist, bei mir ging es jedenfalls, er hat dann Tische aufgeräumt und abgewischt , Blumen gegoßen, Zeitungen sotiert usw. jedenfalls ist er dann meist gegen morgen friedlich und müde ins Bett gegangen.
     
  10. blubbblubb

    blubbblubb Gast


    DANKE!!!

    Nur weil es bei mir im Haus, in den anderen Wohnungen zur Nacht hin still wird, geh ich auch nicht unbedingt schlafen, wenn ich nicht mag.
    Und wenn es sein muss, quarze ich auch bis 3:00 Uhr am Morgen!!
    Solange er nicht andere HB in ihrer Ruhe beeinträchtigt....so what!??
     
  11. anarchischernachtdienst

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    "Und wenn es sein muss, quarze ich auch bis 3:00 Uhr am Morgen!!"

    Da darf dann aber kein anderer Bewohner etwas brauchen. Z.b. Bewohner, die sich gerne so ins Bett legen, dass ihre Füße am Boden sind und sie herausfallen, oder diejenigen, die sich gerne aufkratzen.

    Der Herr, der gerne die ganze Nacht für Beschäftigung sorgt geht zwar nicht in andere Zimmer, die Feuergefahr ist bei ihm aber ein größes Problem, die Abfalleimer in seinem Zimmer fülle ich vorsichtshalber mit Wasser, wenn er die Zigarette allerdings woanders hinwirft wird die Feuerwehr bei einem weiteren Melderalarm wieder einmal vorbeikommen. Und unter Umständen einige Arbeit haben, doch das nur am Rande.

    Wenn ein Bewohner bei uns in der Nacht in fremde Zimmer geht wird bei Wiederholung noch in der Nacht der Notarzt geholt und verschreibt ein Schlafmittel, Valium oder ähnliches, Im Fall con körperlicher Gewalt erfolgt eine umgehende Einweisung in die Psychiatrie oder Gerontologische Abteilung. Fremdgefährdung wird zwar ernst genommen, allerdings frage ich mich, ob es nicht langfristig auch zu Gefährdungssituationen kommen kann, wenn ein Bewohner das Personal so sehr auslastet, das es andere Tätigkeiten entweder nicht mehr nachkommen kann (u.a. Kontrollgänge), bzw. das Personal gegen Morgen so sehr ermüdet ist, dass es eigentlich fahruntauglich wäre, dass jemand vom Personal kollabiert kaum auf verschiedenen Abteilungen desöfteren vor und dann im Nachtdienst gefunden zu werden bedarf etwas Glück. Dass der Nachtdienst eine erhöhte Körperliche Belastund darstellt ist hinlänglich bekannt.

    Dass Problem ist jedoch noch anderer Natur: Was ist, wenn es brennt, der aktive Bewohner stürzt, ein anderer Bewohner durch den Notausgang aus dem Heim entkommt, während Ich mit dem Herren beschäftigt bin, Ich zu wenig Zeit habe, um nach einem anderen "kritischen" Bewohner zu sehen und diesem etwas zustößt, u. v. m. Im wahrscheinlichsten Fall ist die anwesende Pflegeperson verantwortlich.

    Schon allein aus diesem Grund sollte man sich überlegen, ob man den Bewohnern wirklich einen Gefallen tut, wenn man sie in solcher Weise unterstützt. Nicht nur aus (juristischem) Selbstschutz.

    Beim Heranziehen zu Arbeiten in der Nacht hätte ich leichte bedenken, vor allem da es ja meine Arbeiten sind und es auch blöd ausschauen könnte, wenn in einem anderen Stockwerk jemand geholt wird, die Sanitäter am Lift warten und ein Bewohner die Tische deckt und vom Personal keine Spur zu sehen ist. Soclhe Dinge wandern schnell an die Heimaufsicht. Ausserdem sollte der Bewohner am nächsten Tag wieder fit sein, mit 3 Stunden Dämmerschlaf ist da wenig zu machen.
     
  12. Jane 19306

    Jane 19306 Newbie

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    "Wenn ein Bewohner bei uns in der Nacht in fremde Zimmer geht wird bei Wiederholung noch in der Nacht der Notarzt geholt und verschreibt ein Schlafmittel, Valium oder ähnliches ..."

    :wut: Sorry aber so was hab ich noch nie gehört, allein schon der Gedanke deshalb denn Notarzt anzurufen - ich hätte mich ja in Grund und Boden geschämt dafür. Und im übringen wäre der Notarzt für so was nicht losgefahren.

    Und wieso hast du ein Problem damit Bewohner - mit in deine Arbeit mit einzubeziehen ? Nur weil es evtl einen schlechten Eindruck macht auf dritte Personen.
    In jeder Pflegeplanung schreiben wir über Pflegeprobleme und unsere Ziele die wir erreichen möchten- dabei vergessen aber viele das gerade solche Bewohner auch noch Ressourcen haben- und wenn sich gerade so ein Mensch über so eine kleine Tätigkeit freut, das er diese machen kann und darf - ist es mir persönlich eigentlich egal was andere denken.
    Und bisher hab ich auch noch nie gehört das solche Tätigkeiten den MDK oder der Heimaufsicht stören . Schließlich arbeiten wir ja auch Betreuungsschemas aus - und wenn dann einer mal erst um 3 Uhr ins Bett geht ist er bestimmt nicht der erste am morgen der vom FD versorgt wird- dann wird einfach individuell entschieden ( er kann ja auch bis 10 Uhr schlafen ).
    Und wenn das Rauchen so ein Problem für dich ist - dann sprich doch mit deinem Vorgesetzten über evtl Lösungsmöglichkeiten - z.B das nachts ein absolutes Rauchverbot gilt oder das er, wenn er nachts eine rauchen möchte sich die Zigaretten erst bei Dir abholen muss bzw darf und er dann nur in deinem beisein diese raucht usw,usw


    Und das der Nachtdienst eine erhöhte körperliche Belastung darstellt ist glaube ich allen hier hinlänglich bekannt und bedarf keiner weiteren Diskussion.
     
  13. narde2003

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    Gibt es bei euch kein Nachtcafe oder ähnliches?

    Ich verstehe auch nicht, dass ihr keine ausführliche Biographie von dem Patienten habt.
     
  14. jok5030

    jok5030 Gesperrt

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    Ich glaube vielmehr,daß unser "anarchischernachtdienst" genau das ist,nämlich eben ein anarchischer Nachtdienst. Ist doch in den meisten Heimen so,daß die Bewohner vom SD um 19:00 Uhr oder so ins Bett gesteckt werden und schlafen sollten,wenn der ND kommt. Nun hat son ND ja noch mehr zu tun,außer eben nur die Bewohner und wenn denn ein Bewohner,wohlgemerkt, ein Bewohner mal nicht schläft und vielleicht rumgeistert,dann is der ND überfordert. Wenn Du Zeit dazu hast,Dir die Folgen bei nem Brand auszumalen oder wegen Nichtigkeiten den NA zu holen,dann hast auch Zeit,Dich mit dem unruhigen Bewohner zu befassen. Die anderen Tätigkeiten als ND ( Küche aufräumen,Tagesraum,Tische decken,Tee/Kaffee kochen,Bestellungen,usw.) sind gegenüber dem Bewohner zweitrangig und können auch mal liegen bleiben,denn wenn Du in der Nacht mit dem Bewohner beschäftigt bist,wird der FD da wohl nix sagen können. Nee,also ich hab hier viel mehr den Eindruck,Du hast einfach keinen Bock,Dich mit dem Bewohner zu befassen und ziehst ne ruhige Nacht vor !! Wenn Du jetzt auch noch Dauernachtwache bist,dann paßt Deine Argumentation zu dem Bild,welches ich von Dir habe.
     
  15. nini82

    nini82 Newbie

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    das kann ich so nur unterschreiben!!


    aus den Einrichtungen in dennen ich gearbeitet habe,
    weiß ich, dass es immer gern gesehen würde,
    wenn die Bewohner, die nachts nichts schlafen können
    mit in die Arbeitsabläufe miteinbezogen wurden.
    das steigert das selbstbewußtsein, sie fühlen sich geschätzt, haben eine Aufgabe zuerfüllen und es macht ihnen Spaß,
    außerdem ist es nur für den Bewohner gut, wenn er mit einbezogen wird.
     
  16. blubbblubb

    blubbblubb Gast


    Der erste Absatz des Zitats ist wohl aus meinem Beitrag.
    So entstehen Gerüchte! Ach herjee, ob ich da wieder rauskomme?
    Ich meinte damit, das ich so zuhause verfahre. NICHT beim AG, denn da kann ich nicht bis um 3:00 Uhr am Morgen quarzen!

    Ich verstehe nicht ganz, warum ein Heimbewohner am Morgen fit sein muss?
    Ausnahme: Termin, wo auch immer.

    Das ist schliesslich keine Einrichtung in der man "gesund" werden soll, oder irgendwas erreichen soll.
    Das ist das "zuhause"!!!
     
  17. anarchischernachtdienst

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    :wut: Sorry aber so was hab ich noch nie gehört, allein schon der Gedanke deshalb denn Notarzt anzurufen - ich hätte mich ja in Grund und Boden geschämt dafür. Und im übringen wäre der Notarzt für so was nicht losgefahren."

    Eventuell war das etwas missverständlich. In Österreich gibt es das System des Ärztenotdienstes, der für alle diversen Erkrankungen zu den nachtstunden und Wochenenden zuständig ist. Desöfteren steht dieser in Personalunion mit dem Notarzt, der Begriff wird daher auch synonym verwendet.

    Dass jemand in ein anderes Zimmer geht ist übrigens kein kleines Problem. Was passiert, wenn er sich auf jemanden legt oder mit einer Infusion oder Magensonde spielt? Darum macht es auch Sinn, beim zweiten Mal in einer Nacht oder bei öfterem Vorkommen umgehend für eine Sofortlösung zu sorgen. Von der Fremdgefährdung abgesehen hat er in fremden Zimmern nichts verloren allein schon wegend er Privatisphäre der anderen Bewohner.

    Beim Heranzeihen zu arbeiten wüsste Ich bei näherem nachdenken eigentlich nicht einmal, ob der Bewohner dabei wirklich etwas machen kann. Er benötigt doch einen Rollator, ob er etwas heben kann (Flaschen etc.) ist mir etwas unklar. Übrigens geht er langsam, aber doch gut. Prinzipiell wäre es zwar interessant, aber ich befürchte, dass er dabei noch mehr Lärm macht als in seinem Zimmer.

    Zur konstanten Feuergefahr: Die Situation ist seit Monaten unverändert. Ein einzelnes Gespräch nutzt da nichts mehr, ausserdem herrscht die Ansicht, dass die Bewohner in ihren Zimmern rauchen dürfen, Folgen offenbar inklusive....

    Biographie haben wir übrigens sehr wenig, Kurzbeschreibung von Herkunft, Elternhaus, Ausbildung, Beruf und Familie. Ich versuche auf deren Basis mit den Bewohnern über positive Abschnitte zu reflektieren, in der Situation hilft das aber auch nicht mehr, weil der Bewohner ständig nur ans rauchen denkt.

    Ein geregelter Tagesablauf zählt für mich aus verschiedenen Gründen zu einer Notwendigkeit. Wir können nicht alles zu allen Zeiten anbieten (z.b. Frühstück um 10, Mittagessen um 15 Uhr) auch wenn das einige Bewohner sicher möchten. Aus der geregelten Struktur entstehen aber auch neue Möglichkeiten vor allem Sozialkontakte zu anderen Bewohner, etwa bei der Teilnahme an Malgruppen, gemeinsamen Filmeansehen, im Sommer Gruppenspaziergänge in den Hof, Gymnastikgruppen etc. Das alles wäre so nicht möglich, wenn die Bewohner einen vollkommen diffusen Tagesablauf hätten.

    Vielelicht fällt ja jemandem eine Lösung ein, daher dieses Problem noch einmal kurz formuliert.

    Situation: Nachtdienst in einer Abteilung mit 30 Bewohner (teilweise sehr mobil, aber auch einige hohe Pflegefälle). Du bist in der Nacht die einzige Pflegekraft in dieser Abteilung.
    Hauptaufgaben sind: Kontrollgänge stündlich bis zweistündlich, Wickeln einiger Bewohner um 1 Uhr, dazu Vorbereiten des Frühstücks. Da die Abteilung im Erdgeschoss liegt musst man zusätzlich darauf aufpassen, dass kein Bewohner entkommt oder keine hausfremden Personen ins Gebäude eindringen (alles schon geschen). Eventuell müsst du auch Kollegen auf anderen Stationen unterstützen. Was eben im Nachtdienst so anfällt.
    Besonderes Problem: Ein Bewohner (Einzelzimmer) schläft nicht nur nicht, er steht auch auf und macht Larm, indem er Tische verrückt, Laden laut öffnet und schließt, etc. Seine Nachbarn können daher nicht schlafen. Der Bewohner ist extrem Nikotinabhängig. Er kann nicht lange ohne Rauchen ausdauern. Er läutet, um nach Zigaretten zu fragen. Durch die konsequente Feuergefahr, die durch sein Rauchverhalten ausgelöst wird (Rauchen im Bett, bereits mehrere Abfalleimerbrände, Brandflecken an anderen Gegenständen) wäre das aber fahrlässig. Ferner will der Bewohner offenbar, dass man die ganze Zeit bei ihm bleibt.
    Verlässt man das Zimmer läutet er unmittelbar darauf wieder, um wieder nach Zigaretten zu fragen. Er kann etwas aufbrausend werden.
    Allgemeine Probleme: Eine Bewohenerin legt sich so ins Bett, dass sie ständig herausrutscht. Nachdem man sie wieder richtig ins Bett legte legt sie sich nach kurzem wieder in die herausrutschende Position. Eine andere Bewohnerin hat chronische starke Schmerzen an der Schulter. Sie hat zudem chronischen Durchfall. Eine andere Bewohenerin hat Lungenprobleme, man muss bei ihr öfter Nachschau halten. Ein Bewohner ist angeschlagen und will aber nicht die Glocke betätigen. Eine bettlägrige Dame reist sich ständig Inkontinenzmaterialien und Nachthemd vom Leib. Als Lösung hat sich ein öfteres Nachschau halten eingebürgert. Andere Bewohenr sind stützgefährdet und sollten zumindest Beobachtet werden, wenn sie aufstehen, und sich irgendetwas aus ihrem Zimmer holen (das Problem konnte auch nicht dadurch gelöst werden, dass man sie am Abend Fragte und ihenn die gebrauchten Dinge auf das Nachtkästchen legte.).

    Aufgabe: Löse alle Anfallenden Probleme, ohne irgendeinen Bewohner zu vernachlässigen oder zu gefährden.
     
    #17 anarchischernachtdienst, 07.01.2010
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 08.01.2010
  18. Jane 19306

    Jane 19306 Newbie

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    Kann es evtl. sein das du mit den ganzen Aufgaben/Anforderungen die im Nachtdienst an Dich gestellt sind nicht zurecht kommst bzw. überfordert bist ? Irgendwie klingt das so, SORRY :gruebel:
    Die Situation die du da beschrieben hast ob fiktiv oder wahr ist nun mal der tägliche Ablauf.
    Anbei mal nee kleine Story aus meiner Zeit im Altenheim:
    Station über 2 Etagen gehend - ca. 45 Bewohner von Pflegestufe 1-3 war alles dabei, waren auch nur alleine- bzw muß man dazu sagen gab es im Haus noch eine weitere identische Station diese jedoch nur mit einer Pflegehelferin besetzt- das hieß für uns bzw für mich:, BW ins Bett begleiten- kl. Nachtwäsche n. Wunsch, alle 2-3 Stunden Sichtkontrolle, Betten ;Inkontinenz wechsel , Essen anreichen bei Bedarf, Medikamenten stellen für alle BW und das täglich, Parenterale Ernährung, Infusion anlegen, Dokumentation und das sind nur Routineaufgaben !!!!!
    Wodaruf ich eigentlich hinaus wollte ist- mußte die PFK im Falle eines Sturzes oder eines Notfalles jeglicher Art , ihre Station verlassen zur Nachbarstation hechten und alles weitere in die Wege leiten wie Notarzt, Feuerwehr anrufen- Verlegungsberichte schreiben usw. War das dann alles erledigt ging Sie wieder zurück auf Ihre Station und machte dort weiter wo so sie vorher aufgehört hatte. Und wenn Sie Pech hat ist dann in dieser Zeit ein dementer BW wach geworden- hat evtl. den ganzen Flur unter Wasser gesetzt- weil er nur in der Besuchertoilette seine Sachen waschen wolltem ( alles schon vor gekommen ).

    Ich persönlich habe mir versucht Prioritäten zu setzen - und wenn dann mal nicht alles vorbereitet war für den FD- hat mir das auch keiner Übel genommen, muß aber dazu sagen das ich am Anfang als ich anfing alleine Nachtdienst zumachen auch allen jedes recht machen wollte- egal ob BW oder meinen Kollegen- das versucht doch jede frisch Examinierte oder ?
    Und im nach hinein macht es mich jetzt noch glücklich zusehen -wenn die BW jetzt noch zu mir kommen obwohl ich dort nicht mehr arbeite( seit ca 8 Monaten) und über unsere gemeinsame Zeit/über erlebtes mit mir Lachen und sagen wie schön die Zeit doch war.

    Übrings finde ich auch das ein gereglter Tagesablauf für die BW notwendig ist - man muß aber immer noch das individuelle zulassen. Und dabei hilft nun mal die Biographie der einzelnen BW- reg doch mal an, das Ihr evtl. euren Bogen mal aktualisiert, mehr die Angehörige auch mit einbezieht- in meinem ehemaligen Haus gehörte dieser Bogen zum Standard und mußte innerhalb der nächsten 48 h nach Aufnahme erhoben sein.
     
  19. blubbblubb

    blubbblubb Gast

    In dem Fall abeitest Du also in Österreich?
    Muss man dazu aber auch wissen.

    Eigen-und Fremdgefährdung gehören in den Bereich des HA. Zumindest, wenn es nicht neu ist. Und anscheinend besteht dieses Problem zumindest mal seit 2 Nächten. Also doch eher nicht ein Fall für den NA, auch nicht in Ö.

    Ein Rollator zu benützen/ benützen zu müssen, bedeutet noch lang nicht, das ich keine Wasserflasche "bedienen" kann.
    Ist denn der "Speisesaal"/ "Essraum" wirklich dichter an anderen Bewohnerzimmern als das Zimmer von beschriebenen Bewohner?

    Wenn die Klienten überall rauchen dürfen, dann ist es halt so. Inklusive Konsequenzen.
    Wenn dann eben die Feuerwehr immer mal wieder vor dem Haus steht, dann ist es so.
    Dann ist eben dieses Restrisiko kalkuliert.
    Das ist dann nicht mehr dein Problem.
    Musst Du ja nicht selbst zahlen!
    Ausserdem sind ja auch die NW in der Brandnotrufsituation geschult worden, oder?

    Man kann/ darf/ soll/ muss durchaus auch mal die nicht-positiven Punkte des Lebenslaufs erwähnen.
    Hier und da wird ein Gespräch, von seiten des Pflegeempfängers, auch damit begonnen.
    Es heisst ja nicht Vergangenheit = abgehakt/ vergessen.

    Vielleicht möchte der Bewohner keinen Sozialkontakt zu anderen aufbauen (siehe Biografie).
    Vielleicht entspricht das sehr späte ins-Bett-gehen seinem vorherigen Lebensrhythmus ( siehe Biografie).

    Ich warne jeden, der mich in eine Gymnastikgruppe fahren will.
    Ebenso in die Malgruppe. Genauso ins Kaffeekränzchen, oder Gruppenspaziergänge, ......
    Ich möchte/ werde selbst entscheiden wann ich wohin will.
    Ebenso wann ich frühstücken, Mittagessen...schlafengehen will!!!!
    Immer vorrausgesetzt, mein Geist macht dann noch mit.

    Nebst dem sind solche Aktivitäten trotzdem möglich. Ich muss dafür nicht geduscht sein und gefrühstückt haben!
    Es soll Menschen geben, die auch einen Tag mal nicht duschen und trotzdem irgendwie aktiv sind. Oder sich aus dem Bett schälen.
    Die, die noch selbständig sind, werden sicher nicht geschlossen bei diesen Aktivitäten erscheinen!?

    Warum teilweise stündliche Kontrolle?
    Weglauftendenz?
    Hilsmittel einsetzen.
    Wenn es die nicht gibt - Dienstweg verfolgen.

    Wenn ich als NW das Frühstück nicht entworfen habe, dann hatte ich andere Dinge zu erledigen, die prioritär waren.

    Wenn es Bewohner gibt, die gern mal stiften gehen - "Weglaufuhr"/ Rufmatte/ Alarmbalken...
    Wieso kann denn von draussen jemand ins Haus?

    Mir ist klar, das die Türen in dem Sinn offen sind. Es ist ja kein geschlossenes Haus.
    Z.b. durch betätigen eines Öffnungsschalters öffnet sich der Ausgang.
    Für zum reinkommen gibt es z.B. eine normale Türklingel.

    Kollegen kann ich nur unterstützen, wenn ich mir "sicher" bin, das ich mit ruhigem Gewissen meinen Bereich verlassen kann.
    Das ist eben situationsbedingt.
    Ok, dann bin ich vielleicht die doofe, unkollegiale Kollegin. Na und!? Muss mir aber später nicht denken, hätte ich nur, oder hätte ich nicht...

    Zu dem Bewohner mit Nikotinabusus - siehe oben.
    Schonmal gefragt, warum er so ein Spektakel veranstaltet?
    Weil er nur eine rauchen will?

    Zur "Beine-aus-dem-Bett-hängenede-Bewohnerin" -> Matraze neben Bett.
    Gerne mal die Symptomatik von PaVk u.a.
    Warum kann sie nicht mal im Sitzen schlafen ( Lehnstuhl...)?

    Die Bewohnerin mit chronischen SZ - ist sie austherapiert?
    Hat es eine Diagnose bezüglich ihrer Diarrhoe? Austherapiert?

    Wieso muss ich öfter bei der Bewohnerin mit Lungenproblemen schauen?
    Kann sie sich selbst nicht mehr melden?

    Der Bewohner, der "angeschlagen" ist...Türe offen lassen. Man muss/ kann Kompromisse eingehen.

    Hilft es denn Dir und Deinen Kollegen, wenn Du mehr als Routine bei der inkontinenten, Inkontinenzmaterial-zerfleddernden Dame reinzuschauen?
    Klar kann es hier und da an meinen Nerven zehren, wenn ein Klient regelmässig eingenässt ist wenn ich sie am Morgen übernehme.
    So what - dann ist das eben so.
    Wenn sie meint, sie muss Frau Holle spielen und in nassen Sachen da liegen...

    Ein Teil Restrisiko besteht immer!
    Doku, Doku, Doku....
     
  20. aquarius2

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    Schlaflos sitze ich hier und lese ganz interessiert die Beiträge und meine Meinung ist: so lange er nichts in Brand steckt und das kann ja leider passieren wäre es mir ja egal, aber was sagt der Zimmernachbar? Stört es ihn, wenn der Bewohner die ganze Nacht raucht? Geht der dafür evtl in einen Aufenthaltsraum?

    Sicher, er muss am nächsten Morgen nicht zur Arbeit, also kann er auch am Tag schlafen.

    Interessant finde ich, wie persönlich hier einige werden, unterstellen etwa der Schreiber hat eine negative Berufseinstellung. Leute, bitte bitte ein bisschen mehr Respekt vor dem Gegenüber, gutes Nächtle:schlafen::schlafen: und nichts für ungut
     
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