Der alte Großvater und der Enkel

Dieses Thema im Forum "Der Alltag in der Altenpflege" wurde erstellt von Bravado, 07.12.2007.

  1. Bravado

    Bravado Newbie

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    Der alte Großvater und der Enkel
    [FONT=&quot]Es war einmal ein steinalter Mann, dem waren die Augen trüb geworden, die Ohren taub, und die Knie zitterten ihm. Wenn er nun bei Tische saß und den Löffel kaum halten konnte, schüttete er Suppe auf das Tischtuch, und es floß ihm auch etwas wieder aus dem Mund. Sein Sohn und dessen Frau ekelten sich davor, und deswegen mußte sich der alte Großvater endlich hinter den Ofen in die Ecke setzen, und sie gaben ihm sein Essen in ein irdenes Schüsselchen und noch dazu nicht einmal satt; da sah er betrübt nach dem Tisch, und die Augen wurden ihm naß. Einmal auch konnten seine zitterigen Hände das Schüsselchen nicht fest halten, es fiel zur Erde und zerbrach. Die junge Frau schalt, er sagte aber nichts und seufzte nur. Da kauften sie ihm ein hölzernes Schüsselchen für ein paar Heller, daraus mußte er nun essen. Wie sie da so sitzen, so trägt der kleine Enkel von vier Jahren auf der Erde kleine Brettlein zusammen. 'Was machst du da?' fragte der Vater. 'Ich mache ein Tröglein,' antwortete das Kind, 'daraus sollen Vater und Mutter essen, wenn ich groß bin.' Da sahen sich Mann und Frau eine Weile an, fiengen endlich an zu weinen, holten alsofort den alten Großvater an den Tisch und ließen ihn von nun an immer mit essen, sagten auch nichts wenn er ein wenig verschüttete. [/FONT]



    Ich bin der Meinung das diese Gedicht sehr deutchlich zeigt, das viele Menschen mit Alter und Krankheit nicht umgehen können und somit sogar Angehörige verstoßen.

    Kennt jemand von noch dieses Märchen?

    Wie findet ihr es?

    Pfia God Bravado :flowerpower:
     
  2. Schwester Sonja

    Schwester Sonja Senior-Mitglied

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    ... sie aus dem richtigen Leben.

    Das gibt auch mir zu denken.

    Außerdem passt es in die Vorweihnachtszeit, in der wir mehr auf andere Bedürfnisse eingehen sollten.:up:
     
  3. Chefkoch

    Chefkoch Gast

    hallo,

    das Gedicht passt genau auf das richtige Leben. Ich finde es sehr gut, denn es zeigt wieder einmal, dass viele Leute mit der Situation von hilfsbedürftigen Menschen überfordert sind und kein Verständnis dafür haben. Da sind manchmal die kleinen Kinder viel sozialer und umsorgter. Der kleine Enkel hat hier ganz richtig gehandelt und seinen Eltern einen Denkanstoß gegeben, der am Ende doch zu einer Veränderung führte.

    Wer schon mal im Altenpflegeheim gearbeitet hat, kann sicherlich auch darüber Geschichten erzählen, was es für große Unterschiede zwischen den einzelnen Angehörigen gibt. Traurig, dass manche Leute heutzutage nicht mal mit ihren eigenen Verwandten sozial umgehen können...

    Irgendwann werden wir alle mal alt und freuen uns, wenn jemand umsichtig und hilfsbereit ist.

    MfG - der Chefkoch.
     
  4. Brady

    Brady Gast

    Hallo zusammen, wie heisst es so schön: "So richtig von Herzen hundsgemein, können nur Verwandte sein".

    Aber Spaß beiseite, diese Geschichte gefällt mir. Sie zeigt den Wert, den man alten Menschen entgegenbringen sollte.

    Auch ist es Realität, dass dies mitunter sehr schwer ist. Es fordert einen immer wieder, weil auch wir nur Menschen sind.

    Ich denke, es sollte unser Menschenbild sein, dass uns auferlegt wird, immer wieder zu prüfen. Stimmt es mit den Werten überein, die ich vertrete?

    Kann ich in mich in die Zeit versetzen? Darf ich urteilen? Hätte ich es anders gemacht? Sehe ich die Not, die damals war? Eigentlich vermessen, diese Fragen.

    Weil, wenn ich das Alter nicht würdige, wer würdigt mich im Alter? Wer macht sich dann noch diese Gedanken? Was bleibt, wenn wir es nicht würdigen?

    Liebe Grüße Brady
     
  5. Jacaranda

    Jacaranda Stammgast

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    Ich kenne die Geschichte schon ne Weile, ich finde sie sehr passend und werde sie mir immer in Erinnerung behalten.:up:
     
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