Den Tod im OP akzeptieren - wie geht das?

Dieses Thema im Forum "OP-Pflege" wurde erstellt von Redactrice, 18.06.2012.

  1. Redactrice

    Redactrice Junior-Mitglied

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    Hallo zusammen,

    wenn ein Patient auf dem Tisch „liegenbleibt“, ist das bitter für alle, die im OP arbeiten und alles dafür geben, Leben zu retten oder zu erhalten. Wie geht ihr mit der Situation um? Was würdet ihr euch wünschen, um besser damit ungehen zu können? Welches Ritual, welches Verhalten hilft euch, das innere Gleichgewicht wiederzufinden?

    Eure Antworten und Meinungen würden wir gern - ohne Namensnennung - für eine der nächsten Ausgaben der Zeitschrift "Im OP" nutzen. Ganz vielen Dank! Bin schon sehr gespannt.

    Liebe Grüße
    Redactrice
     
  2. Marty

    Marty Poweruser

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    Was mich in diesem Zusammenhang interessiert, wie häufig kommt er denn wirklich vor? Denn meistens stirbt der Patient ja dann auf (Intensiv-)Station.
     
  3. anästhesieschwester

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    Selten ist diese Situation schon, wenn man die "wenigen" (natürlich ist jeder einzelne einer zu viel) Todesfälle im OP auf die Gesamtzahl der operierten Patienten hochrechnet. Allerdings sollten gerade deshalb die Mitarbeiter darauf vorbereitet werden. "Alte Hasen" sollte man hiervon nicht ausnehmen, ich kenne nur wenige Kollegen die eine solche Situation selbst erlebt haben.
    Themen im Rahmen der (Krankenpflege-)Ausbildung wie "Sterbeseminare" sind natürlich ein Anfang.

    Allerdings ist das Sterben im OP nochmal etwas anderes: ein Großteil der Patienten lässt sich ja operieren, mit dem Ziel gesund zu werden oder zumindest eine Linderung der Beschwerden zu erhalten. Genau das ist auch das Ziel der im OP tätigen Mitarbeiter und eigentlich der "Alltag". Notfälle werden bestmöglich versorgt und dann auf die Intensivstation oder in eine Klinik der Maximalversorgung verlegt.
    Aber was ist, wenn erkennbar wird, dass einem intraoperativ reanimationspflichtigen oder völlig mit der Gerinnung entgleisten Patienten nicht mehr zu helfen ist? Da ist man plötzlich mittendrin in einem Sterbeprozess, den man sonst ja nicht mitbekommt bzw. auf Station eher schleichend. Und merkt plötzlich die "eigene Unzulänglichkeit" und Hilflosigkeit in dem Sinne, dass auch mit der modernen und hochtechnisierten Medizin von heute nicht immer zu helfen ist...

    Ich kann nur für mich persönlich sprechen: mir hat in dieser Situation (ich war damals gerade ein 3/4 Jahr in der Anästhesie tätig) die Anwesenheit einer langjährig erfahrenen Kollegin sehr geholfen, die mich zwar - zwecks Lerneffekt - ganz bewusst in diese 50/50-Situation mitgenommen hat, aber sich direkt im Anschluss sehr viel Zeit für mich genommen hat. Mir rein medizinisch erklärt hat, warum es so gekommen ist. Aber auch verstanden hat, dass von einem Moment auf den anderen mein "Weltbild" völlig durcheinander geraten war, Zeit und Raum gegeben hat für Gefühle. Besonders eine Aussage ist mir im Gedächtnis geblieben, die ich selber mittlerweile auch schon öfter an jüngere Kollegen weitergegeben habe: "Es ist gut dass Du weinen kannst. Wenn Du das nicht könntest, wärst Du hier falsch."

    Gruß
    Die Anästhesieschwester
     
  4. matras

    matras Bereichsmoderator
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    Auch wenn es selten ist, dass im OP jemand stirbt, so ist es doch ebenso unvermeidlich. Die Chirurgen tun ja alles erdenklich um das Stigma "mors in tabula" mit Hilfe des Anästhesiten nicht angeheftet zu kriegen (was natürlich nachvollziehbar ist, da es umfangreiche staatsanwaltliche Bemühungen nach sich zieht).
    Oft ist das OP- und Anästhesiepersonal auch sehr viel unvorbereiteter als auf Station, wo sich das Sterben als quasi "schleichender Prozess" ankündigt. Oder zum Krankheitsgeschehen mehr oder weniger dazu gehört. In meiner OP-Laufbahn waren es meist Unfallopfer oder Opfer von Gewalttaten, die "auf dem Tisch geblieben" sind. Und sie waren dementsprechend häufig relativ jung und gesund! Selten waren es (Multi-)Organspender aber damit auch jung und gesund.
    Dagegen immer waren wir Beteiligten allein mit unseren Gefühlen, Trauer und Ängsten. Es gibt in keinem mir bekannten Haus von Berlin, Heidelberg bis Stuttgart keinen Klinik, die ihren Mitarbeitern psychologische oder seelsorgerliche Hilfe zur Verfügung stellt und diese Sitationen "abfängt"!
    Immer war es den eignene inneren Krisenmanagement der Einzelnen überlassen, damit fertig zu werden.
    Mir persönlich hat es in diesen Situationen immer sehr geholfen, mit den beteiligten Kollegen über die Situation und meine Gefühle zu sprechen. Keiner kennt im Augenblick des Geschehens die "Innenansicht" besser als jemand der anwesend war. Auch wenn es keine Antworten auf das "warum" und "wieso" gibt (die weis auch kein Theologe) hilft das Gespräch. - mir zumindest!
    Vielleicht läßt sich hier im Forum oder bei der redaktionellen Aufarbeitung eine Eintwicklung anschieben, wie sich zukünftig solche Situationen besser bewältigen lassen? Wünschen würde ich es den jungen Leuten in OP und Anästhesie....
     
  5. Marty

    Marty Poweruser

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    Oh. Bedeutet das die mündliche Einvernahme aller an der OP Beteiligten? Oder eine schriftliche Stellungnahme? An diese Konsequenzen habe ich noch nie gedacht, ist aber logisch. Das verstärkt ja den Druck enorm.
    Danke für die Gelegenheit, mal über meinen Intensiv- Tellerrand zu gucken.
     
  6. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Bei unklarer Todesursache kommt immer die Polizei, auch auf Normalstation. Nicht in jedem Fall sind aber umfangreiche Ermittlungen notwendig. Gerade bei Unfallopfern sind manche Verletzungen nicht mit dem Leben vereinbar - da kann der Chirurg nichts dafür.
     
  7. matras

    matras Bereichsmoderator
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    ....kann, nicht muss! Die Art der Ermittlung ist den staatsanwaltlichen Behörden und den jeweiligen Erfordernissen geschuldet. Ich selbst wurde nur einmal zum Ablauf der eingeleiteten Hilfe- und Rettungleistungen befragt...
     
  8. Bischi

    Bischi Junior-Mitglied

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    Hallo,
    ich denke das es nicht häufig vorkommt ,das im OP Patienten versterben,aber falls es doch passiert, geht bestimmt jeder der Beteiligten unterschiedlich damit um . Wichtig ist es für mich , das bei einem solchen Vorkommnis das ganze OP-Team bis zum Ausschleusen gemeinschaftlich sich um den Verstorbenen kümmert und sich nicht "zum Beispiel die Operateure vorher aus dem Staub machen " , wie ich es schon erlebt habe.Außerdem finde ich es auch hilfreich sich an die Ethik-Kommission zu wenden die in einem solchen Fall , in unserem Haus, einen Notdienst bereit hält , der angerufen werden kann. Die Mitarbeiter kommen in einem solchen Fall sofort ins Haus und führem bei Bedarf Gespräche mit den beteiligten Personen.
    Sehr emotinal sind Todesfälle von jungen Patienten durch Verkehrsunfälle, über die ich persönlich noch lange nachdenke-bei Todesfällen mit älteren Patienten habe ich keine lange nachhaltige Gedanken.
    L. G . Bischi
     
  9. Redactrice

    Redactrice Junior-Mitglied

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    Hallo matras, in unserem nächsten Heft greifen wir genau dieses Thema auf (deswegen auch diese ergänzende Umfrage). Es gibt tatsächlich einige wenige Häuser, die ihren Mitarbeitern nach einem festen Procedere Hilfe anbieten, wenn jemand im Haus - sei es auf Station, sei es im OP - gestorben ist. Andererseits gibt es wohl in zahlreichen Kliniken die Möglichkeit, sich Hilfe zu suchen, wenn man sich belastet fühlt. Irgendeine Art an psychologischem Dienst oder Seelsorge gibt es häufig - nur wissen das viele Mitarbeiter nicht, weil der Arbeitgeber das nicht explizit verbreitet, oder aber die Mitarbeiter scheuen sich, diese Hilfe in Anspruch zu nehmen. Was beides sehr schade ist.

    LG Redactrice
     
  10. matras

    matras Bereichsmoderator
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    Es gehört auch eine bestimmte Grundhaltung (oder Kutur) dazu sich in die Hände von Theapeuten zu begeben! In USA (so vermitteln uns bestimmte Filme) gehört es wohl zum "gutenTon" zu einer Psychotherapie oder -analyse zu gehen, oder zu bestimmten Fragestellungen oder Problemen erst die Selbsthilfegruppe zu befragen. In D gibt es in der Tat Ansätze bestimmter Arbeitgeber, die aber leider irgendwie an dieser mangelnden Kultur, sich Rat zu holen oder durch Gespräch zu entlasten, scheitern!
    Für mich zählen diese allerdings (auch aus diesem Grund) nicht als ernstgemeinte Lösungsansätze, sondern als "Feigenblatt" etwas vorweisen zu können! Zu ernstgemeinte Lösungen gehört die persönliche Anwesenheit der beratenden Person und auch die Möglichkeit diese unverbindlich, zwanglos und vorab kennenlernen zu können. Anonyme Hotlines oder Telefondienste erfüllen diese Voraussetzung für mich nicht.
    Hier sehe ich auch das größte Versäumniss der beiden großen christlichen Kirchen, in diesen Fällen nicht präsent zu sein. Gerade bei Organexplantationen hätte ich mir oft Beistand gewünscht und dabei (Nacht, übermüdet, nach einer emotional wie körperlich anstrengenden Multi-EX) keinen Vorbehalt gegnüber einem Vertreter des Clerus gehabt, so er/sie denn Emphatie und Professionalität für Situation und Personal gehabt hätte......
     
  11. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Was erwartest Du gegenüber der Kirche? Soll die für alle Fälle einen Seelsorger vor dem OP platzieren?

    Ich kenne kein Krankenhaus in Deutschland, das keine Betreuung durch Seelsorger anbietet. Ich kenne aber auch keinen Seelsorger, der so empathisch ist, dass er intuitiv erkennt, wann im OP ein Patient auf dem Tisch bleibt und das Personal ihn braucht. Eine telefonische Nachricht wäre da sicher ganz hilfreich.

    Falls Du es nicht wissen solltest: Die Seelsorger sind bei der jeweiligen Kirche angestellt. Das Krankenhaus ist lediglich Arbeitsort.
     
  12. Marty

    Marty Poweruser

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    Hallo, matras

    bei mir am Krankenhaus gibt es "Bereitschaftsdienste" der Seelsorger beider Kirchen, die wir mehr als einmal mitten in der Nacht auf Wunsch der Angehörigen ans Krankenbett gerufen haben. Ob die wohl auch fürs Personal kommen würden? Und wäre das ein gangbarer Weg für dich, jemanden in der Situation anzurufen oder möchtest du, das prinzipiell jemand kommt, der für euch in der Situation ansprechbar wäre?
     
  13. squaw

    squaw Poweruser

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    Wenn Du wüßtest, wie gut ich Dich verstehen kann... Bei uns war das manchmal so, daß wir uns gegenseitig in die Arme genommen haben und manche haben gebetet oder sehr geweint. Auch Ärzte... Während der OP professionell und danach - halt Menschen mit Gefühlen... Es hat aber gutgetan, weinen zu können und zu dürfen und dabei gehalten zu werden... Das sage nicht nur ich, sondern das sagten alle, die ähnlich empfunden haben.
     
  14. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    In den Häusern, in denen ich bisher gearbeitet habe, kamen sie.

    Ich denke, mehr als Rufbereitschaft kann man nicht verlangen. Im Op gibt's auch Bereitschaftsdienste; warum soll die Seelsorge nicht auch nur dann kommen, wenn sie tatsächlich gebraucht wird?
     
  15. Marty

    Marty Poweruser

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    Mir geht es um matras Wunsch, nicht um die real mögliche Umsetzung. Ich würde mir, glaube ich, wünschen, das jemand vor der Tür sitzt, der mir ansieht , wie mir zumute ist.
     
  16. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Wünschen kann ich mir das. Aber ich kann einer Institution keinen Vorwurf machen, weil die meine Wünsche nicht erfüllt, wenn ich die nicht dort angebracht habe. Seelsorger können nicht hellsehen.

    Man kann regelmäßig Supervision anbieten, aber wenn akut Unterstützung gebraucht wird, muss derjenige das sagen. Ich erwarte ja auch nicht von einem Kollegen, dass der intuitiv erkennt, dass ich Hilfe beim Lagern brauche, sondern ich rufe ihn.
     
  17. Marty

    Marty Poweruser

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    Es geht doch nur um den Wunsch. Völlig losgelöst von der Realität. Wirtschaftliche Notwendigkeiten und Zwänge muß man matras sicher nicht mehr beibringen. In dem Zusammenhang gibt es auch keinen Vorwurf.

    Btw. gibt es einen Unterschied zwischen dem Wunsch nach einer Lagerungshilfe und der nach seelischem Beistand.
     
  18. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Ganz ohne Zweifel. Aber in keinem der Fälle werde ich Hilfe bekommen, wenn ich nicht laut gebe.

    Ich kann mir wünschen, dass ein Wunder geschieht - oder ich kann was dafür tun. Und ich finde letzteres besser, als ein Versäumnis zu unterstellen, das ich mir so in deutschen Häusern einfach nicht vorstellen kann. Arbeitet hier jemand in einem Krankenhaus, in dem es keine seelsorgerische Betreuung inklusive Rufbereitschaft gibt? Mit psychologischer Betreuung der Mitarbeiter kann nicht jedes Haus dienen, aber Seelsorge gibt's meines Wissens flächendeckend.

    In zwölf Dienstjahren hatte ich zweimal den Fall, dass ein Patient sich auf Station suizidiert hat. Die Seelsorge war fast augenblicklich auf Station. Aber dass sie ohne einen Anruf unsererseits so reagiert hätte, wäre ein bißchen verlangt gewesen.
     
  19. matras

    matras Bereichsmoderator
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    Leider hab ich das missverständlich und überlagert ausgedrückt:für den Sterbenden ist im Augenblick der (Multi-)Organentnahme niemand da. Dieser Niemand ist eben dann auch für mich nicht da, wenn es mir mit meinen Fragen, Ängsten und sonstigen Emotionen nach professionellem Beistand ist!
    Natürlich ist an den Kliniken ein Seelsorger der relevanten Konfessionen, aber nicht im OP und erst recht nicht für dessen Personal. Oder hat bei Euch mal jemand angeklingelt und nachgefragt, wie es den Bereitschaftsdienstlern nach der letzten (erfolglosen) Versorgung eines Polpytraumas geht. Oder sonstigen Super-GAUs die es genug gibt.......

    Aber wenigstens belebt sich die Diskussion, - endlich!
     
  20. kleiner-Schussel

    kleiner-Schussel Senior-Mitglied

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    Aber könntet ihr nicht eben diesen auch für euch im OP rufen? Ich glaube, die kommen selten von allein, bei uns fragt da auch niemand nach, aber wenn wir uns melden bekommen wir beistand!

    Seid ihr gegenseitig für euch da?
     
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