Demenz und Privatkleidung für Pflegende

Dieses Thema im Forum "Pflegebereich Psychiatrie/Psychotherapie/Psychosomatik/Sucht/Forensik" wurde erstellt von arkona, 13.03.2007.

  1. arkona

    arkona Newbie

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    Hallo,

    unsere Abtelung für demente Menschen ist seit Oktober letzten Jahres offen.
    Nun nehmen wir so etwas wie eine Ausnahmeposition im Haus ein, die anderen 5 Abteilungen sind somatische Pflegeabteilungen.

    Seit Eröffnung unserer Abteilung steht nun die Diskussion im Raum, ob es für den Umgang mit unseren Bewohnern (2./3. Stadium der Demenz) nicht förderlich wäre in Privatkleidung zu arbeiten.

    Ich wäre sehr froh über Erfahrungen von Euch!!!

    Habe im Netz schon wie verrückt gesucht, finde aber leider nichts wirklich hilfreiches.

    Wir selbst machen aber die Erfahrung, dass wir in Privatkleidern einen sehr viel bessern Zugang zu unseren Bewohnern bekommen. Die dementen Menschen scheinen uns als "Ihresgleichen" zu erkennen und machen deutlich besser bei allen Aktivitäten mit als wenn wir ihnen in Dienstkleidung gegenüber treten.
     
  2. Julia22

    Julia22 Newbie

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    Hey, ich arbeite seit ca. 6 Mon. auf geronto in einem Pflegeheim, ich habe die Erfahrung gemacht, dass unsere Bewohner viel besser mit uns umgehen können, wenn wir Privatkleidung tragen...
    Die Leute haben ja auch irgendwie ihr zu hause da, deswegen finde ich es sowieso viel besser, wenn man "zu ihnen nach Hause kommt" und nich grade aussieht, wie eine Krankenschwester...Hoffe ich konnte dir ein wenig helfen!!???
    GRUß:wavey:
     
  3. soulfire

    soulfire Senior-Mitglied

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    Hallo Arkona,

    in K8inder- und Jugendpsychiatrien ist es nicht unüblich, dass die pflegenden Privatkleidung tragen. Schon allein, weil den Kindern eben das Gefühl genommen werden soll, dass sie krank und im Krankenhaus sind, weil ie, genau wie eure Patienten, ja dort wohnen, wo ihr arbeitet. Mit Privatkleidung wird ein wenig Sterilität genommen und Normalität erzeugt... könnte mir gut vorstellen, dass das bei dementen menschen auch funktioniert =)
     
  4. Hallo, habe einige Zeit auf einer Gerontopsychatrie gearbeitet, und da ist es uns freigestanden mit Privat oder Dienstkleidung zu arbeiten. Einige wollten nur in Privatkleidung arbeiten, die anderen bevorzugten Dienstkleidung, gerade wenn es um Ausscheidungen ging.
    Bevorzugte auch Dienstkleidung mehr, trennte somit Beruf und Privat. Bei den Bewohnern sah ich keinen grossen Unterschied.
    LG
     
  5. stolz der rose

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    Hallo ich arbeite in einem pflege und seniorenheim und auch wir haben einige demnete bewohner, viele der dementen bewohner denken aufgrund der weissen "sterilen" bekleidung, dass sie in einem krankenhaus sind und nicht in ihrem neuen "zuhause"..viele sind durch die sterilitäten noch mehr verwirrt und dentwickeln auch dadurch mehr und mehr ne weglauftendenz...
    ich persönlich ziehe gern farbenfrohe sachen an...auch mal privatsachen jedoch wird bei uns streng darauf geachtet, dass alles kochbar ist.

    persönlich befürworte ich in einem alten-und pflegeheim farbenfrohe sachen..da wie hier auch schon genannt wurden ist, es nicht an ein krankenhaus erinnert...

    was mir manchmal aber auch oft zu ohren kommt ist, dass angehörige oft sagen, dass sie bald wieder nach hause kommen, da sie sonst ein schlechtes gewissen haben. wie ist das bei euch , ist das auch schon bei euch vorgekommne? liebe grüsse rose
     
  6. sunshine488

    sunshine488 Newbie

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    Hallo,
    also ich arbeite seit 8 Jahren in einem Pflegeheim mit überwiegend Demenz Bewohnern.Wir tragen keine Dienstkleidung im klassischen Stil.Also privat Kleidung die jedoch nur im Dienst getragen wird.Schon wegen der Hygiene,Nur in der direkten Pfelege haben wir Schuzkleidung an , entweder Schürzen oder Kasacks.Und Unsere Bewohner kommen damit gut zurecht das es nicht eine so sterile Atmösphäre gibt.
    LG sunshine488
     
  7. bettpfannenschubserin

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    Hallo!:megaphon:
    Also ich bin derzeit in der Psychatrie und die Pflegekräfte auf der KJP (Kinder- & Jugendpsych.) tragen ihre Privatkleidung und darüber iohren Kassack. Auch auf der Sozialstation sind wir in dieser Montur gefahren, mit positiver Resonanz. Ich finde dies viel persönlicher grad bei Kids und auch alten Leuten.
    Bei der PFlege allerdings wie Waschen, duschen oder auch Windelwechsel kann man sich ja auch einen Schutzkittel drüberziehen oder zumindest eine Plastikschürze.
    Hoffe ich konnte dir helfen...:lol1:

    Sonnigen Gruß aus dem schönen Unterfranken
    Bettpfannenschubserin:lol1:
     
  8. sie24

    sie24 Senior-Mitglied

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    Hallo alle zusammen

    Ich habe meine Ausbildung in einer Psychiatrie gemacht und ich muß sagen es war verschieden von Station zu Station. Aber ich fand auch als ich in Privat-Kleidung arbeiten konnte da hatte ich einen besseren draht zu den Patienten. Sie haben sich nicht als Patirnt gefühlt, sondern wie ein"normaler" Mensch. Ich finde es besser in Privat Kleidung.
     
  9. Patmuc

    Patmuc Stammgast

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    Hallo

    Das Thema Dienstkleidung in der Pflege, speziell bei Dementen gibt es schon länger. Vorweg muss ich sagen, dass mir Privatkleidung bei der Betreuung dementer Menschen schon wichtig gewesen wäre.
    Was mir auffiel, da ich öfter in Privatkleidung auf meinen Bereich gehe, dass die dementen Menschen mich plötzlich nicht mehr erkennen. In Dienstkleidung war das anders. Da hatten sie einen Anhaltspunkt. Weiße Farbe = Hilfsperson und Ansprechperson. Weiße Farbe hat den Krankenhaus und Ärzte - Effekt.

    Wenn ich entscheiden könnte, was ich leider nicht kann, würde ich Kleidung bevorzugen, die nicht weiß, aber konstant ist. Die gleiche farbenfrohe Kleidung. Und das in jeden Dienst.

    Patrick
     
  10. arkona

    arkona Newbie

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    vielen Dank für die vielen Antworten.
    Wir sind nun einen kleinen Schritt weiter in der Diskussion, nämlich beim Antrag beim Chef:weissnix:

    Ich persönlich habe den Vorteil, dass ich an meinen Bürotagen eh privat gekleidet komme. Unsere Bewohner kennen mich in zivil als auch in Dienstkleidern und erkennen mich auch in beidem.
    Ich spüre einfach ein etwas anderes Verhalten mir gegenüber, wenn ich privat gekleidet bin.

    Mal sehen was kommen wird. Auf jeden Fall bin ich für eine Kombination aus Privat- und Dienstkleidung. Privat in der Betreuung und Dienstkleidung für die MA, die pflegen. Schlichtweg aus hygienischen Gründen.

    Beste Grüsse und danke nochmal
     
  11. Tombolo

    Tombolo Newbie

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    Hallo,

    in unserem Haus steht dieses Thema auch grad an.

    Bin in der Geronopsychiatrie. Derzeit haben wir ein neues Hygienemanagement im Haus.

    Auf den allgemeinpsychiatrischen und Suchtstationen haben die Mitarbeiter meist Privatkleidung.

    Auf den Gerontostationen trägt man derzeit Dienstkleidung oder Privates. Einheitlich ist das nicht geregelt.

    Wir wollen jedoch zu einer einheitlichen Regelung kommen.

    Dienstkleidung wir derzeit vom Arbeitgeber gestellt.

    Nun ist es bei uns schon öfter so, dass man viel somatische Pflege hat.

    Zudem haben wir immer mal den ein oder anderen Patienten mit septischen Wunden.

    In vielen Psychiatrien ist es ja wohl so, dass nur auf den Gerontostationen Dienstkleidung getragen wird.

    Gibts noch mehr Erfahrungen und Anregungen?

    Liebe Grüße
     
  12. resi79

    resi79 Newbie

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  13. palulu

    palulu Newbie

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    Hallöchen,
    wir arbeiten nur in Privatkleidung, und die Reaktionen darauf, können sehr unterschiedlich sein. Was allerdings meist sehr positiv wirkt, ist es, die Bewohner zu duzen. Allerdings gehört das bei uns auch zum Konzept, wird auch nicht bei jedem angewandt.
    Allerdings kann Dienstkleidung bei agressiven Bewohnern sehr hilfreich sein, weil diese weisse Kleidung einem Arzt sehr nahekommt, und die meisten Älteren Menschen noch sehr viel respekt vor Ärzten haben.
     
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