Dementen-WG

Dieses Thema im Forum "Der Alltag in der Altenpflege" wurde erstellt von DAZZ, 21.08.2011.

  1. DAZZ

    DAZZ Newbie

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    Hallo
    meine Mutter wohnt seit zwei Jahren in einer Dementenwg. Dort leben acht, bzw 6
    Demente die rund um die Uhr von einen Pflegedienst versorgt werden. Mit 60 Kilo
    kam meine Mutter in die WG, mittlerweile wiegt sie 83 Kilo. Ihr Tag besteht eigentlich nur aus sitzen und Essen. Meine Mutter ist sehr schwerhörig und besitzt zwei Hörgeräte
    es war ein ziemlicher Akt, das die Kasse die teueren Hörgeräte bezahlt, einen grossen Teil haben wir selbst bezahlt. Na ja nun ist es weg. Man hat mich nicht darüber informiert. Ich habe es selber festgestellt. Der Pflegedienst ist angeblich nicht versichert, und überhaupt hätte man bei neun Bewohner gar keine Zeit sich darum zu kümmern
    das die Hörgeräte immer da sind. Ich soll doch einfach mal bei der Krankenkasse ein neues beantragen. Ich bin so verzweifelt. Es war so ein langer weg und nun soll ich wieder alles beantragen. Und was ist wenn meine Mutter die Hörgeräte wiedre verliert. Sie ist doch dement, und ich finde das der Pflegedienst sehr wohl darauf zu achten hat. Meine Mutter benötigt das Hörgerät sonst kann sie am Alltag nicht teilnehmen. Mein zweites Problem ist das es bei den Dementenwgs keine rechtliche Grundlage gibt. Das Hausrecht haben die Angehörigen alles andere macht der Pflegedienst. Leider hat sich das alles umgekehrt, der Pflegedienst hat die Macht, die Anghörigen kümmmern sich garnicht. Ich bekomme nie eine Abrechnung. Meine Mutter ist teilweise ungewaschen. Die anderen auch. Immer wenn ich in die Wg komme raucht das Pflegepersonal draussen.Es werden Hunde mitgebracht obwohl der Mietvertrag es nicht vorsieht. Es kommt zwar ein Arzt aber es wird mir nie gesagt was los ist. Es ist immer alles gut.Mit der Leiterin komme ich garnicht aus , sie redet mit einem als wär man noch ein Kind.Es ist ein Altenheim geworden ohne Chef. Ich brauche einfach mal euren Rat. Ich könnte immer noch so weiter schreiben .
    Leider liest das den keiner mehr.:boozed:Wie soll ich mich bei den Hörgeräten verhalten. Hat ein Pflegedienst wirklich keine Versicherung? Kann ein Pflegedienst alles allein machen ?
    Gesundheitsorge, Vermögenssorge obwohl ich die Vollmacht habe?

    Wer hat Erfahrungen mit solchen Einrichtungen?

    Für Antworten wär ich sehr Dankbar


    Liebe Grüsse DAZZ
     
  2. itlerin

    itlerin Junior-Mitglied

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    hallo,

    ich würde sagen, du solltest für deine mutter eine neue unterkunft suchen. das ist nicht tragbar. wie es rechtlich aussieht kann ich dir leider nicht sagen. aber wenn nicht mal die grundpflege gesichert ist?!?
    mit dem hörgerät würde ich der krankenkasse sagen, das die das da verbummelt haben und das die sich das geld von denen holen sollen. vieleicht klappt es ja....

    lg und viel glück noch
     
  3. BamBamsche

    BamBamsche Poweruser

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    Also eigentlich ist ein Pflegedienst für solche Dinge versichert. Vorrausgesetzt natürlich, dass der Pflegedienst die Hörgeräte auch verschlampt hat. Kann ja auch sein das deine Mutter sie irgendwo hin hat. Man kann vom Pflegedienst auch nicht erwarten, das sie jede Sekunde gucken, was deine Mutter oder andere Bewohner machen. Sollte aber mal Eigentum eines Bewohners kaputt gemacht werden (z.b. Zahnprothese beim putzen) , so ist der Pflegedienst versichert.
    Anders sieht es natürlich bei dem Problem der Grundversorgung aus. Woher weisst du das die Leute nicht gewaschen sind? Kannst du das auch beweisen? Wenn ja, warum bringst du sowas nicht beim MDK zur Sprache?
    Wenn du die Vollmachten hast, darfst auch nur du in solchen Fällen wo die Vollmachetn greifen, entscheiden. Nicht der Pflegedienst und auch niemand anderes.
    Das deine Mutter zugenommen hat, würde ich jetzt nicht so dramatisch sehen. Lieber etwas zugenommen als abgemagert bis auf die Knochen, was man ja doch immer noch in einigen Heimen zu sehen bekommt. Ich würde das Thema einfach mal ansprechen, vielleicht isst deine Mutter einfach alles was sie zwischen die Finger bekommt, aufgrund ihrer Demenz. Frag doch mal das Pflegepersonal ob es nicht möglich wäre, etwas andere Kost ihr bereit zu stellen oder vermehrt drauf zu achten. Wenns dich wirklich so stört. Wäre es meine Mutter, würde ich es einfach dabei belassen. 80 kg sind ja jetzt wahrlich nicht "fett".Wenns ihr schmeckt, soll sie doch essen :-)
    Wenn du so unzufrieden mit der Einrichtung bist, solltest du dich vielleicht besser nach einem Platz in einer anderen Einrichtung umschauen.
    Ich kann nur die Erfahrung weiter geben, die ich von der Demenz WG in unserer Stadt habe. Die Leute werden dort den ganzen tag beschäftigt, sie helfen soweit es ihre Kräfte zulassen im Haushalt mit. Frauen, die ihr Leben lang Hausfrauen waren, haben oftmals das so im Blut, das sie diese Sachen aus dem ff beherrschen. Eine Frau war Reinigungskraft. Sie ist von Zimmer zu Zimmer und hat dort die Waschbecken und Wasserhähne geputzt. Den lieben langen Tag. Sie kannte es nicht anders. Sie war beschäftigt, es hat ihr Spaß gemacht. Und wenn sie der Meinung war, es sei heute ihr " freier Tag" dann hat sie eben nichts gemacht. Und keiner hat sich daran gestört. Viele Frauen haben beim kochen geholfen, haben WÄsche zusammen gelegt, die Männer haben im Garten gewurschtelt. Natürlich immer unter Aufsicht von jemand. Aber die Leute waren beschäftigt und sind nicht nur rumgesessen. Sowas finde ich Klasse!
     
  4. pflegede

    pflegede Junior-Mitglied

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    Generell muss ein Pflegedienst eine BetriebshaftpflichtV haben, d.h. für Verschwinden, Bruch, Diebstahl müssten sie abgesichert sein.

    Die Frage in einem solchen Fall ist natürlich, ist das Gerät nicht einfach nur vebummelt?

    Was alles andere in der WG angeht:
    - offen ansprechen (gerade mit dem Rauchen und den Hunden sollte da Einsicht herrschen)
    - wenn das nicht weiterhilft an zuständige Stellen wenden
    - oder andere Unterkunft suchen

    Die Frage ist allerdings dann: Fühlt sich deine Mutter dort im Grunde wohl?
    Wenn ja, ist sie in einer neuen sozialen Umgebung viellicht unglücklicher...

    Tja, da ist leider sehr viel zu bedenken...
     
  5. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Akt. Einsatzbereich:
    Krankenhaus
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    Führungskraft
    Wenn deine demente Mutter ihr Hörgerät tief in den Mülleimer gesteckt hat, kannst du von keinem Pflegedienst der Welt verlangen, dass dieser dies rechtzeitig findet.

    Allgemeines Lebensrisiko.

    Ich reagiere so kurz ab, da ich die Situation häufiger habe, dass das Krankenhaus dafür haften soll, was die desorientierten Patienten verbummeln...

    Zu den weiteren Punkten:

    Wenn deine Mutter sich mal nicht waschen lassen möchte(?), dann ist das zu respektieren. Der Bewohner wird nicht gezwungen!
    Verwahrlosen darf sie deshalb aber nicht. Schwierige Sache.

    Das Personal raucht. Nungut, ist doch ihre Gesundheit oder?

    Arztinfos bekomsmt du, wenn du Vollmachten oder die Betreuung hast. Falls nicht, beantrage dies. Dann MUSS der Arzt dir Informationen geben. Aber der Arzt! Nicht der Pflegedienst!!
    Wenn aber immer alles gut ist - ists doch gut?!
     
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