demente Patientin spuckt

Dieses Thema im Forum "Der Alltag in der Altenpflege" wurde erstellt von M!aren, 11.11.2014.

  1. M!aren

    M!aren Stammgast

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    Wir haben eine schwer demente Patientin die wenn sie "schlecht drauf ist" das Pflegepersonal kneift,schlägt und anspuckt.
    Gegen das Kneifen und Schlagen kann man sich ja noch ungefähr wehren zB die Hand festhalten... aber gibt es Ideen wie man sich beim Spucken verhalten kann ?
    Eine Kollegin spritzt ihr dann wohl Wasser ins Gesicht... aber so eine Einstellung - "Wir müssen sie erziehen" widerstrebt mir.
    Aber ich möchte mich auch nciht anspucken lassen !!!! Das ist für mich soooo oberekelig.

    Wer hat mir gute Tipps im Umgang ?
     
  2. Schwester Rabiata 2

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    Wir haben manchmal auch solche Kandidaten. Da reicht manchmal schon die Androhung eines Mundschutzes.
     
  3. amezaliwa

    amezaliwa Poweruser

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    Heiliges - erziehen, was ist das für ein Ansatz. Ja, mir widerstrebt das auch, ganz enorm.
    Ein paar Sekunden Vorlauf VOR dem ausspucken - reichen nicht - außer Reichweite zu gelangen?
    Erzähl doch bitte mal wie die Patientin der Geri Reha reagiert, wenn sie so behandelt wird, was macht das mit ihr?
    Es gibt Situationen die sich anbahnen, nach Verhalten x folgt Reaktion y, darauf weiteres Verhalten und weitere Reaktionen - welche sich durch frühzeitiges anders Verhalten abwenden ließen. Was sehr viel mit genauer Beobachtung zu tun hat.
    Zeichnet sich ein Muster ab, wann spuckt sie jeweils, was geht dem voraus?
    Schlecht drauf - ist eine sehr grobe Umschreibung für einen vermutlich immer wieder sehr verzweifelten Menschen, der seine Abneigung (zu was auch immer) ausdrücken möchte und es da nicht mehr anders kann.
    Versteh ich richtig, dass sie erst kneifen und schlagen will, dann festgehalten wird - und dann fängt sie mit spucken an?
    Sprich es gibt diese Handlung des festhaltens, bei der sie verliert, sich nicht mehr wehren kann und dann geht es in Phase B? Dann wär das der Ansatz, da anzusetzen, dass sie bei Handlungen erst gar nicht kneifen und schlagen möchte. Nicht einfach. Wenn man nur einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung hat.
    Dazu bräuchte es einen Vertrauensvorschuss, Handlungen die positiv besetzt sind. Welche wären das?
    Wie gehen die anderen Kollegen damit um, wer hat Zugang, beim wem verschließt sie sich?
    Wo macht sie gerne mit? Vorlieben?
    Wie reagiert sie auf Angehörige, sofern es welche gibt, die sie besuchen?
    Biographie, was gibt diese her?
    Ist das Verhalten als Akutzustand zu werten, eine Verschlechterung einer vorbestehenden Demenz?
    War die Demenz schon vor der Reha so hochgradig, das Verhalten schon genau so, stellt sich auf irgendwo die Frage der Sinnhaftigkeit der Reha-Maßnahme (als Nebengedanke).
    Kommt sie aus einem häuslichen Umfeld wo sie noch unterstützt wurde, oder lebte sie vorher schon in einem Heim....weiteres.
    Ist die Patientin erst neu in der Reha? Ist sowieso alles fremd, neu, ungewohnt....

    Wer hat die fachliche Quali andere Wege zu versuchen, wie wird das im Team besprochen, gehandhabt?
    Du bist noch neu dort, was hast Du bereits für Erfahrungen gemacht?

    Eine einfache Lösung - hast sicher nicht erwartet. Weil das Problem spucken nur das Ende ist, im ganzen Prozess.
    Willst das angehen musst ganz woanders anfangen.
     
  4. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    @amezaliwa... all deine Anmerkungen würden erfordern, dass man sich auf den Pat einlässt, seine Vorstellungen zurück nimmt. Diese Fähigkeit begegnet mir in den letzten Jahren immer weniger. Vielleicht liegt es daran, dass solche Situationen kein Thema (mehr) in der Ausbildung sind.

    Elisabeth
     
  5. amezaliwa

    amezaliwa Poweruser

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    @Elisabeth
    Ich hatte letztes Jahr das Glück, einen kleinen Einblick zu bekommen in die FWB Geronto - durch eine Tages-FB zum Thema Mäeutik.
    Ich und ein paar andere waren da als externe Teilnehmer, der sehr große Rest waren die angehenden Pflegefachkräfte.
    Ich kann Dir sagen, dass die soweit mir ersichtlich, alle voll motiviert und engagiert beim Thema waren, nicht nur bei diesem.
    (Ab und an schweift man ja sowieso immer etwas vom Thema ab).
    Die Dozentin (die den TN der FWB bestens bekannt war, mir aber nicht) war ebenfalls bestens vorbereitet, engagiert und motiviert.
     
  6. stormrider

    stormrider Poweruser

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    Ich kann mich nur amezaliwa anschleißen. Meist gibt es einen bestimmten Ablauf.vermutlich blockt ihr das Schlagen ab und dann wehrt sich die Patientin mit Spucken, weil sie die Erfahrung gemacht hat, dass ihr dann zurück weicht. Bitte macht euch Gedanken entsprechend awezaliwas Beitrag über die Patientin. meist gibt es einen Ausweg.
     
  7. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    FWB Geronto... ich erinnere mich immer wieder gerne an die Kontakte mit den Dozenten aus dieser Fachrichtung. Leider entspricht es nicht der Norm, dass diese ihre Wissen in der Grundausbildung vermitteln dürfen. Aber vielleicht ändert sich das ja mit der Einführung der generalistischen Ausbildung.

    Ich sehe das Kneifen, Kratzen und Spucken auch als Form der nonverbalen Kommunikation. Was ist denn nun der Auslöser dieser Kommunikationsform gewesen?

    Elisabeth
     
  8. M!aren

    M!aren Stammgast

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    Vielen Dank für alle eure Reaktionen !

    Also- Androhung des Mundschutzes, das verstehe ich nicht. Für mich ? Der Patientin einen Mundschutz anzulegen ist schwerlich möglich.

    Die Patientin ist seit 8 Jahren im Haus, also kann es nicht daran liegen, dass sie sich neu fühlt.
    Sie war damals schon leicht dement, dies hat sich aber in den letzten Jahren stark verstärkt.
    Ich bin ganz neu und ausserdem Berufsanfänger. Ich konnte ein Mal in der Ausbildung an einem Vortrag von Naomi Feil teilnehmen, habe aber sonst wenig Erfahrung mit dementen Patienten.
    Mein Eindruck ist, dass auf die Patientin im Allgemeinen freundlich eingegangen wird, aber die Kollegen an ihre Grenzen stoßen. Allerdings kommt mir der Umgang nicht sehr professionell vor.
    Spucken oder hauen kommt teilweise ganz unvermutet. Es lässt sich für mich kein erkennbares Schema ausmachen, also nicht, dass sich da was hochschaukelt.
    Ich versuche sehr freundlich und höflich mit ihr zu sprechen, sie lieb anzuschauen und zu singen oder zu summen bei Pflegehandlungen usw. Manchmal lacht sie dann, aber es kann auch sein dass sie von jetzt auf nachher "umschaltet" vom Lachen auf grimmig schauen und spucken.
    Von ihrer Biografie weiss ich leider nicht viel.
    Ich konnte bisher auch nicht erkennen, dass sie auf verschiedene Pflegekräfte unterschiedlich reagiert.

    Ein paar Sekunden vor dem Ausspucken ausser Reichweite zu gehen... das versuche ich ja, aber sie sammelt die Spucke im Mund und dann wartet sie.... hmmm... aber ich kann nicht einfach weggehen oder warten -
     
  9. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Biographische Anamnese? Konkrete Situationsanalyse? Sonstige nonverbale Kommunikation der Bew.? ... Bevor man zu Maßnahmen kommen kann, muss erst mal eine Ursache gefunden werden. Allein ein Symptom bekämpfen zu wollen- da würde dir dann nur der "Ganzkörperschutz" bleiben.

    Elisabeth
     
  10. M!aren

    M!aren Stammgast

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    Ich werde versuchen, noch mehr über ihre Biographie heraus zu bekommen.
    Mein Verdacht ist übrigens, dass sie morgens vielleicht einfach Schleim im Hals hat, den sie dann bei Mißbehagen gezielt "zuteilt" ... vielleicht könnte man mit einem rechtzeitigen Schluck Wasser dem vorbeugen.
     
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