Dekubitus Grad IV und grünliches Exsudat...

Dieses Thema im Forum "Wundmanagement" wurde erstellt von susi77, 22.05.2009.

  1. susi77

    susi77 Newbie

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    Hallo alle miteinander!

    Bin seit heute neu hier weil ich ein paar Fragen habe. War jetzt längere Zeit aus meinem Beruf raus und arbeite jetzt in der ambulanten Pflege.

    Wir haben einen Patient mit einem Dekubitus IV Grades. Seit kurzem haben wir unwahrscheinlich viel grünliches Wundsekret.Es ist ja gut wenn eine Wunde feucht ist aber warum ist das Sekret grünlich?An was liegt das denn?Was kann man tun?:nurse:
     
  2. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Wird wohl eine bakterielle Infektion sein.

    Was man tun kann, kann man so nicht sagen.
    Das zeug muss raus, klar.

    Ein Abstrich/ Antibiogramm ist nötig.

    Freilagern auch klar.

    Die Rahmenbedingungen/Begleiterkrankungen müssen auch behandelt werden...
     
  3. Trisha

    Trisha Poweruser

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    Grünliches Wundexsudat kann auf Psoudmomonas-Infekt hin deuten.
    Auf jeden Fall sollte ein Abstrich gemacht werden, und weinigestens bis zum Vorliegen des Ergebnisses eine antiseptische Wundbehandlung. Evtl. auch systemische Antibiose, je nach Ausprägung des Infekts.

    Aber: das muss der Arzt alles letztendlich entscheiden und die Maßnahmen (hoffentlich) entsprechend einleiten.

    LG
    Trisha
     
  4. Inti38

    Inti38 Stammgast

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    Hallo!
    Mit was wird der Deku verbunden?
    Es kann zu grünlichen verfärbungen kommen wenn entsprechende Salben / Gele etc. bzw. Algenpräparate verwendet werden....
    Aber ein Abstrich ist auf jeden Fall nicht falsch!
    LG Inti38
     
  5. Saski

    Saski Junior-Mitglied

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    ich tippe auch auf eienn pseudomonas befall.Abstrich is sicherlich ratsam.Danah antibiotikatherapie und entsprechende wunderverbände die der Arzt bestimmt
     
  6. lainfirmiere

    lainfirmiere Newbie

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    ooohhhhhhhhh........

    Meinst Du DEN Arzt, der in seinem Studium noch gelernt hat, Zinksalben auf Ulcus cruris
    zu schmieren oder 2 Tuben Betasalben in Wundtaschen auszudrücken???

    Zum großen Glück vertrauen die meisten Hausärzte hier in der Umgebung
    auf ausgebildetes Personal welches den HEUTIGEN Stand in der Wundversorgung
    annähernd entspricht.

    Tatsächlich rufen manche Ärzte in unserem Pflegedienst an und bestellen
    Wundassessoren zu seinen Patienten und bitten um Therapievorschläge!


    LG die Wundschwester


    @ susi
    Der Pseudomonas ist es mit größter Wahrscheinlichkeit,
    gibt es Beläge (ausser das grünliche Wundsekret) im Wundgrund?
    Farbe? Konsistenz eher fest oder "glibberig"?
    Hast Du vielleicht von der Wunddokumentation ein Foto?
     
  7. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Ob es dir passt oder nicht: in D gibt es keine Therapiefreiheit für Pflegekräfte. Du kannst einen Arzt beraten. Die letzte Entscheidung trifft der Arzt. Und er übernimmt auch die ANORDNUNGSVerantwortung dafür. Bei dir liegt lediglich die DURCHFÜHRUNGSVerantwortung.

    Wenn man diese Konstellation beachtet, dann kann man vielleicht auch mehr Ärzte für eine Zusammenarbeit gewinnen. Wie würdest du es finden, wenn man dir Unkenntnis unterstellt? Wärst du dann sofort offen für ein Gespräch?

    Elisabeth
     
  8. lainfirmiere

    lainfirmiere Newbie

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    Du hast vollkommen Recht, Elisabeth!!

    Man/Frau sollte dem Arzt auch keine Inkompetenz unterstellen, oder gar ihm vorwerfen!
    Fakt ist, das 95% aller Ärzte keine Ahnung vom heutigen Wundmanagement haben,
    und sie auch teilweise froh sind, wenn Sie Tehrapievorschläge bekommen,
    Vorraussetzung natürlich, man arbeitet mit ihnen ZUSAMMEN!
    (Kosten, Therapieverlauf Info-weitergabe usw.)

    Es gibt unter den Wundassessoren leider viele,
    die massig Kosten verursachen und keinen Erfolg bei der Wundheilung verbuchen können.

    Hat der Arzt aber positive Erfahrungen mit dem Wundmanagement gemacht,
    so nimmt er gern "Ratschläge" von einer ausgebildeten Fachkraft an! :nurse:

    LG die Wundschwester
     
  9. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Oha, woher hast du diese FAKTEN??

    Hätte ich Zeit und Lust würde ich im geiste mal alle unsere Ärzte durchgehen (ausgenommen Gynäkologen und Anästhesisten, die kenne ich nicht)...

    Grobe Schätzung: Bei uns haben 90% aller Ärzte, die mit Wundmanagment in berührung kommen (Chirurgen und Internisten), sehr wohl Ahnung von moderner Behandlung.

    Jetzt kannst du sicher sagen "Aber ich habe gemeint 95% aller Hausärzte über 60 Jahre" oder dergleichen. Mag sein. Jedenfalls halte ich es für falsch 95% aller Ärzte als dumm zu bezeichnen.
     
  10. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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  11. amezaliwa

    amezaliwa Poweruser

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    ...ohne Vorwurf.... bin ich zum Ergebnis gekommen... :gruebel:......
    ....dass 100% unserer Neurologen von modernem Wundmanagment ....
    .....keine Ahnung haben.
    Da zählt im wesentlichen das Hirninnere und dort entstehen keine Deku's :mrgreen:
    Das hat für mich nichts mit Dummheit zu tun, nur mit anderen
    - Prioritäten.
     
  12. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Und da würde eine schöne Begründung liegen, warum es notwendig wäre hochspezialisierte Pflegekräfte einzusetzen... aber die starke Lobby der Ärzte und das z.T. offen zur schau getragene Halbwissen zahlreicher "Pseudopflegeexperten" verhindern eine Besetzung dieser "Marktlücke". Leider.

    Elisabeth
     
  13. Trisha

    Trisha Poweruser

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    Hallo la infirmiere,

    zum ersten, als "Wundschwester" solltest Du wissen, dass ein Foto aus der Wunddoku des Betreffenden hier NICHTS zu suchen hat, auch nicht per PN, ohne schriftliches Einverständnis der Fotoweitergabe an externe Stellen/Einrichtungen. Die Fotoweitergabe ohne schriftliches Einverständnis des Betroffenen ist eine Straftat.

    zum zweiten: ich weiß nicht, woher Du die Information hast, was der Arzt in seinem Studium lernt. Der Arzt lernt in seinem Studium die u.a. Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie im Detail.
    Der praktische Umgang mit Wunden beruht lediglich auf "Abschauen", denn "gelernt" hat er es nicht.
    Betasalbe z.B. ist immerhin kein Produkt, welches kontraindiziert ist. Sondern ausdrücklich sogar zur Wundbehandlung zugelassen.
    Zinksalben ebenso.
    Sicher sind das Salben, die in der modernen Wundversorgung keine Anwendung mehr haben sollten, aber sie haben immer noch ihre Berechtigung - leider. Sie sind im Vergleich günstig! Da liegt das Problem!

    Es geht nicht um das von uns so lapidar dahin gesagte "Nichtwissen" der Ärzte, sondern es geht um den Bürokratismus, es geht um hohe Kosten, es geht um Regressforderungen.

    Dies wurde bei einer Umfrage der IGSF GmbH im Januar 2007 bei 20 000 niedergelassenen Ärzten (Rücklauf von 4,3 %, entspricht 853 Ärzte haben geantwortet) festgestellt.
    Denn: 83,7% der Ärzte empfinden die Wundversorgung von heute nur als "befriedigend", "ausreichend" oder "ungenügend" - also auf jeden Fall verbesserungswürdig.

    Das sind die derzeitigen Fakten.

    LG
    Trisha
     
    #13 Trisha, 04.06.2009
    Zuletzt bearbeitet: 07.06.2009
  14. Inti38

    Inti38 Stammgast

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    Hallo Elisabeth
    und da beisst sich die Katze in den Schwanz.... weil wie wir ja wissen (anderer TE) wir dürfen nichts selber entscheiden / ansetzen / umsetzen etc:cry: Da hilft auch die beste Weiterbildung nix wenn man keinen einsichtigen Mediziner hat.....
    LG Inti38
     
  15. lainfirmiere

    lainfirmiere Newbie

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    Sorry, Du hast Recht!!!!
     
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