Dekubitus am Steiß: Brauche Tipp zur Wundversorgung

Dieses Thema im Forum "Wundmanagement" wurde erstellt von sr.c.b., 21.01.2012.

  1. sr.c.b.

    sr.c.b. Senior-Mitglied

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    Wir betreuen seit zig Jahren eine demente Patientin, die zuerst noch mobil war und nur die Insulin- und Medikamentengabe durch uns erfolgte. Vor ca. 5 jahren hat sich am Steiß dann ein Dekubitus entwickelt, der zunächst auch gut zu behandeln war. Seit 4 Jahren ist diese Patientin jetzt komplett bettlägerig und reagiert mittlerweile nur noch auf Schmerzreize durch stöhnen. Patientin hat eine Wechseldruckmatratze ( seit jahren) und wird regelmäßig umgelagert.
    Der Dekubitus hat sich in letzter Zeit sehr verschlimmert, mittlerweile fast faustgroße Taschenbildung, viel Exudat, übelriechend.
    Die Wunde wird mit NaCl 0,9% gespült und mit einer Alginatauflage ausgefüllt, anschließend abgedeckt mit Saugkompressen.
    Nun meine Frage: gibt es irgendetwas was besser geeignet wäre? Wer hat Ideen?
     
  2. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Lasst mal einen Wundtherapeuten die Wunde begutachten, aus der Ferne lässt sich das schlecht beurteilen.

    Übelriechend klingt nach Infektion. Ist schon ein Abstrich gemacht worden? Ist der Wundgrund sauber, belegt oder nekrotisch? Wie gut ist der Diabetes der Patientin eingestellt? Wie ist ihre Ernährungssituation?
     
  3. hannasu

    hannasu Senior-Mitglied

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    Muss Claudia zustimmen, habe auch sofort an Infektion gedacht, wobei so Ferndiagnostik ja kaum möglich ist!
    Was bei einer Wechseldruckmatraze sehr wichtig ist, dass es sich um eine mit großen Kammern (mehr als 10cm) handelt, da sie sonst nicht wirken...!
     
  4. stormrider

    stormrider Poweruser

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    Ich kann mich nur den anderen anschließen. Auf jeden Fall mal einen Abstrich machen und dann eine Wundtherapeutin zu rate ziehen.
     
  5. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Ich stimme den Vorschreibern auch zu, allerdings stellt sich mir die Frage wie ein Dekubitus am Steissbein entstehen kann, wenn man sich die Anatomie vor Augen hält ist dies nur sehr schwer möglich. Das Steissbein liegt sehr tief und von daher eher eine ungewöhnliche Stelle.
     
  6. hannasu

    hannasu Senior-Mitglied

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    So ungewöhnlich finde ich die Stelle jetzt aber nicht, vielleicht ist es ja auch das Kreuzbein, das läge ein kleines bisschen höher...!
     
  7. BamBamsche

    BamBamsche Poweruser

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    Ich denk auch eher das es Kreuzbein ist. Im umgangssprachlichen Gebrauch (sagt man das so?) sagt man wohl eher Steißbein. Höre ich auch sehr oft von Kollegen.
    Ansonsten stimme ich den vorschreibern zu. Wundexperte draufschauen lassen, Abstrich machen. Hört sich nicht grad nach einer einfachen Sache an.
     
  8. herbstzeitlose

    herbstzeitlose Senior-Mitglied

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    Ich würde auch einen Abstrich empfehlen- bei einem fast faustgroßen Dekubitus würde ich auf jeden Fall einen Arzt bzw. Chirurgen zu Rate ziehen- wie ist es möglich, dass so etwas ohne ärztliche Begutachtung bzw. Anordnung versorgt werden kann?
    Aufgrund des vorliegenden Befundes müßte die Wundversorgung umgestellt werden,- aber ohne den aktuellen Wundbefund selbst gesehen zu haben, halte ich Empfehlungen zu diesem ganz speziellen Wundbefund für problematisch
     
  9. sr.c.b.

    sr.c.b. Senior-Mitglied

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    Erstmal Danke für eure Mühe. Ein Arzt ( der Hausarzt)ist natürlich eingeschaltet, ist aber nach meiner Meinung völlig inkompetent, allerdings sind die Angehörigen von ihm begeistert und werden auch nicht wechseln.Mir ist schon klar, dass dieser Dekubitus wohl nie mehr ganz abheilt, aber ich würde den Zustand schon gerne etwas verbessern. Abstrich werde ich der zuständigen Schwester bzw. dem Arzt mal anraten, kann ja nur nützen. Da ich selber aber nicht gerade die Fachfrau für Wundversorgung bin und unsere Wundschwester sich da auch nicht großartig reinquatschen lässt, dachte ich ihr wüsstet noch irgend etwas außer der Alginat was gut für die Wunde wäre. Na ja, mal sehen was der Abstrich ( sofern er gemacht wird...)zutage bringt.
     
  10. BamBamsche

    BamBamsche Poweruser

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    Warum interessiert sich eure Wundexpertin nicht dafür? Das ist doch eigentlich ihre Aufgabe oder?!
     
  11. Elisabeth Dinse

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    Ich glaube, manchmal muss man sich auch eingestehen können, dass die beste Medizin einfach ihre Grenzen hat. Sie scheitert an der Vergänglichkeit des Seins. Wahrscheinlich hat die Wundfachkraft dies akzeptiert.

    Btw. Bevor ich den Doc bekniee, dass er doch einen Abstrich machen soll (der hier sicher einiges an Keimen bringen dürfte wegen der Nähe zu Ausscheidungen), würde ich erst mal eine angemessene Schmerztherapie ordern. Da scheint ja auch Handlungsbedarf zu sein.

    Elisabeth
     
  12. Eisenbarth

    Eisenbarth Poweruser

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    joa, die geballte kompetenz unseres geliebten forums hat doch klar gesagt, was gut für die wunde sein könnte: der chirurg.

    falls keine der angewandten therapien bei einer so schwerwiegenden erkrankung hilft und stagnation oder gar verschlechterung eintritt, würde ich die weiterbehandlung als PK verweigern bzw. nicht mehr vom HA an mich deligieren lassen - dann soll selbiger es persönlich machen. (das sollte auch z.b. mit einer kompetenten PDL im rücken - koordiniert - machbar sein.)
     
  13. herbstzeitlose

    herbstzeitlose Senior-Mitglied

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    Wenn der eine inkompetent, die andere sich nicht reinquatschen lässt, wie soll dann eine adäquate Wundversorgung erfolgen?

    Es gibt Hydrofaser-Wundauflagen, Cavitys, Alginate Ag- aber man muss diese tollen "Wundhelfer" auch einzusetzen wissen.


    Ich wünsche im Interesse des Patienten gute Zusammenarbeit.
     
  14. BamBamsche

    BamBamsche Poweruser

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    Eine Wundfachkraft ist aber nicht dazu da, auf die Wunde zu gucken und dann zu sagen: Ne, keine Chance, das bringt alles nichts mehr, das ist halt die Vergänglichkeit des Seins.... Hallo?? Wo leben wir? Wundfachkraft bedeutet mehr als nur Wunde gucken und Pflästerle drauf kleben. Und wenn sie sowas, oder etwas in der Art sagen würde, hätte sie ganz klar ihren Beruf verfehlt! Auch eine noch so große Wunde, die vermutlich nie wieder zugehen wird, hat versorgt zu werden. Und die Wundfachkraft sorgt dafür, dass die Wunde 1. möglichst nicht größer wird, 2. vielleicht sogar kleiner wird und 3. der Pat keine Schmerzen ertragen muss und wenigstens noch etwas Lebensqualität bekommt.
     
  15. narde2003

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    Nicht immer steht in der Wundversorgung die Heilung im Vordergrund, handelt es sich z.B. um einen Palliativ-Patienten kann auch das Schmerz- und/oder Geruchsmanagement eine hohe Priorität haben.
     
  16. BamBamsche

    BamBamsche Poweruser

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    Ja natürlich, das meine ich ja, um den Pat noch ein wenig Lebensqualität zu geben. Aber dazu gehört eben auch eine angepasste Wundversorgung. Und dafür ist ein Wundexperte da. Die Arbeit bezieht sich nicht nur aufs draufkleben irgendwelcher Materialien, sondern und eine angepasste Schmerztherapie.
     
  17. sr.c.b.

    sr.c.b. Senior-Mitglied

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    Ach meine Lieben, macht euch doch nicht soviel Gedanken über Dinge nach denen ich garnicht gefragt habe!
    Die betreffende Patientin ist dement im sehr fortgeschrittenen Stadium, legt nur da und reagiert auf fast nix, ähnlich wie vielleicht im Wachkoma. Sie bekommt Fentanyl als transdermales Pflaster und hat soweit beurteilbar keine Schmerzen. Die Geruchsbelästigung ist eher für die Angehörigen und das Pflegepersonal, allerdings seit Einsatz von Kohlekompressen erträglich. Ich denke nicht dass die Wunde jemals wieder völlig abheilt, allerdings finde ich die jetzt aufgetretene Verschlechterung auch nicht in Ordnung.
    Der Hausarzt verschreibt bis jetzt alles was man ihm aufträgt, solange man ihm auch direkt eine fundierte Begründung liefert, weil er eben selbst null Ahnung hat aber uns und Wundmanagern im besonderen nicht wirklich vertraut und deshalb mit möglichst schlüssigen Argumenten überzeugt werden muss.
     
  18. Eisenbarth

    Eisenbarth Poweruser

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    genau meine lieben, haltet euch gefälligst an die arbeits- und denkanweisungen!
     
  19. BamBamsche

    BamBamsche Poweruser

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    Ach und nur weil sie nur daliegt und nicht reagiert und dement ist hat sie natürlich keine Schmerzen :-? Vielleicht kann sie schlichtweg Schmerzen nicht mehr äussern? Und natürlich kann die Patientin nicht selber riechen, wie es im Zimmer riecht.. Sie ist ja dement... Auch mit einem Fentanylpflaster kann man Schmerzen haben. Lass dir das von jemand gesagt sein, wo auf einer Station für Schmerztherapie arbeitet. Es gibt viele Menschen, die verspüren durchs Fentanylpflaster kein bisschen Schmerzlinderung.
    Es geht auch nicht drum dass die Wunde jemals wieder ganz abheilt, aber wenigstens so, dass es ein bisschen besser wird oder zumindest nicht schlimmer. Und da kann ein Hausarzt, der von Wunden offenbar keinen blassen Schimmer hat, nicht wirklich weiter helfen. Da muss eine fundierte Wundfachkraft ran und dann entweder den Hausarzt überzeugen oder die Angehörigen, dass man einen gescheiten neuen Hausarzt aufsucht.
    Eisenbarth: Jawohl Sir! :knockin:
     
  20. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Ist euch eigentlich bewusst, dass man zum heilen einer Wunde ganz bestimmte Voraussetzungen braucht? Voruassetzungen, die die beste Wundauflage net kompensieren kann? Kennt keiner die Pat./Bew. in der präfinalen Phase, bei denen trotz aller Bemühungen Dekubituus entstehen?

    An der Wunde hängt unglücklicherweise der Mensch. Wenn dem net so wäre, dann hätte manche Wundmanagerin wohl bessere Erfolge. Und mancher Hausarzt würde net als Depp dargestellt werden.

    Elisabeth
     
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