DBT-Erfahrungen

Dieses Thema im Forum "Pflegebereich Psychiatrie/Psychotherapie/Psychosomatik/Sucht/Forensik" wurde erstellt von nightshade, 07.02.2007.

  1. nightshade

    nightshade Senior-Mitglied

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    Hallo.

    Wollte mal fragen, wer mit DBT arbeitet.

    Welche Erfahrungen habt Ihr mit Achtsamkeitsgruppen, VA , Time Outs usw. ?
     
  2. flexi

    flexi Administrator
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  3. Friedrich

    Friedrich Junior-Mitglied

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    DBT

    Hi Flexi!

    Du hast recht, ist so ne Sache mir den Abkürzungen.

    VA steht weder für viel "Arbeit" noch für "voller Argwohn" sondern für "Verhaltensanalyse".
    Die ist dazu da, um sich z. B. nach selbstschädigenden Verhaltensweisen (Schneiden, Brennen) anhand von 7 strukturierten Fragen, die die Betroffenen schriftlich während 2 h ausfüllen müssen, sdas Verhalten genauer anzusehen, hilfreiches von schädlichem Verhalten zu trennen und neue Verhaltensstrategien zu entwickeln (während der gemeinsamen Besprechung mit Bezugspflege oder Verhaltenstherapeut).

    Bevor weitere Fragen kommen, vielleicht erst eimal ein paar grobe Infos:

    Die DBT hat nichts mit Drei-Beutel-Tee zu tun sondern ist die Abkürzung für Dialektisch-behaviorale Therapie.

    Behavioral deutet hierbei an, dass es sich im Schwerpunkt um eine verhaltenstherapeutische Therapie handelt, die mithilfe von 4 Therapie-Einheiten (Achtsamkeit-Zwischenmenschliches-Emotionen-Stress) gezielte Therapieangebote für Menschen mit emotional instabiler Persönlichkeitsstörung ["Borderliner"] macht, die nachweislich sehr effektiv sind.

    Dialektisch bedeutet, dass es innerhalb der Therapie sowohl um schützend-annehmende Strategien wie auch um wohlwollendes Fordern von Veränderung (z. B. weniger Schneiden, weniger Drogen) geht. Zwischen diesen Strategien wird im optimalsten Falle immer so gewechselt, dass gerade das stattfindet, was die Patientin jetzt benötigt; und das kann innerhalb von Minuten wechseln.


    Hi Nightshade!

    Mache seit fast 5 Jahren ambulantes und stationäres DBT, habe die Fortbildungen Basis I und II sowie Skills I und II (Anmerkung für Leser: DBT-spezifische Fortbildungen).

    Meine Erfahrungen:

    1. DBT kann echt was; steht nicht nur in den Forschungsergebnissen, sondern ist wirklich so

    2. DBT ist eine echt Hilfe sowohl für Therapeuten / Pflege wie auch für die Betroffenen. Erstmals hat man klare Handlungsstrategien in der Behandlung und Pflege bei Menschen mit emotional instabiler Persönlichkeitsstörung.

    3. Die Gruppen sind effektiv und gut lernbar; wir wünschen uns eine 2er-Besetzung, müssen sie aber meist alleine machen (Pflege)

    4. Time-out (2h Auszeit nach Selbstschädigungen, d. h. kein Kontakt zu Personal oder Mitpat.) ist sehr hilfreich, da Zuwendung nach Selbstverletzung wegfällt und die Mitpat. nicht "runtergezogen" werden.

    5. Die Verhaltensanalyse (VA) setzen wir häufig ein, auch bei therapieschädigendem Verhalten (Nicht-Erscheinen, häufiges zu-Spät-kommen) und hilft beim Lernen neuer Verhaltensstrategien.

    6. Auch arbeiten wir häufig mit dem ausführlichen Gefühlsprotokoll (dabei geht es um die Beschreibung von Gefühlen, deren Funktion, deren Handlungsimpulse, um die Impulskontrolle sowie um die zugrunde liegenden Interpretationen der Situation, in der die Gefühle stattfanden).

    Infos zur DBT auch auf meiner homepage:

    BEVOR SIE LESEN!

    Übrigens geht man dazu über, die Prinzipien der DBT auch für andere Störungen mit emotionalem Schwierigkeiten anzuwenden.

    So gibt es inzwischen eine DBT - Variante für Sucht und eine für ADHS im Erwachsenenalter.

    So viel erstmal

    Friedrich
     
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