Darmsanierung bei Intensivpatienten

Dieses Thema im Forum "Intensiv- und Anästhesiepflege" wurde erstellt von Alt, 26.05.2008.

  1. Alt

    Alt Newbie

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    Hi,

    arbeite auf einer Neuro-Intensiv. Bei der Fülle der Infusionen die die Patienten erhalten kommt es ja fast zwangsläufig zu Diarrhöen. Mich würden Eure Erfahrung bezüglich Darmsanierung/Prophylaxen e.t.c. interessieren. Was macht Ihr um dem vorzubeugen. Gibt es alternative Methoden zur Darmsanierung e.t.c. ???
     
  2. Mylo

    Mylo Junior-Mitglied

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    hi und hallöchen,
    es gibt unzählige Methoden der Darmsanierung aber ich finde man sollte bei der Ernährung anfangen,ggf. auch parenteral, z.B. sollte man die säurebildenden Nahrungsmittel reduzieren und basenbildende Naghrungsmittel erhöhen. Damit kann man schon große Erfolge erzielen.
    Der Begriff "Darmsanierung" kommt ja eh aus dem eher alternativen Bereich,in der Medizin nennt man es Symbioselenkung,dabei werden dem Darm von aussen "Bakerien-Kulturen" zugeführt, was der Darmflora zu gute kommen soll. Wichtig ist allerdings wenn die Ernährung auf mehr Ballaststoffe umgestellt wird,muss man auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten, da Ballaststoffe Wasser ziehen.
    Ob dir das jetzt für deine Intensiv Patienten, die kurzzeitig auf Intensiv liegen, hilft,ist mal dahingestellt,aber es gibt ja diverse Produkte die auch,wie oben genannt, parenteral zugeführt werden können.

    das mylo:knockin:
     
  3. Alt

    Alt Newbie

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    Danke erstmal für die Antwort,

    Welche zum Beispiel (ausser den Gängigen wie z.b. Loperamid e.t.c.)

    Als standardmässige Sondenkost wird bei uns Fresubin verwendet (ist ja schon ballastoffreich, hochkalorisch und ausgewogen...)
    Was wird bei Euch verwendet? Würde gerne noch konkretere Antworten haben :-)
     
  4. Mylo

    Mylo Junior-Mitglied

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    Google mal einfach unter "mittel zur darmsanierung",möchte hier keine Mittelchen anpreisen.
    Aber Frisubin als ballastoffreiche Kost ist schon gut,und dann gibts ja noch zig Hausmittelchen......Kefir,naturjoghurt,leinsamen usw.
    Aber von Loperamid als Mittel zur reinen Symbioselenkung würd ich abraten,da das Einsatzgebiet dieses Medis ja auf akute bis mittelschwere Diarrhoen beschrenkt ist.
    Einige ältere Patienten die ich kennengelernt haben,nahmen auch gern die typischen freiverkäuflichen Laxans-mittelchen zur Darmreinigung,man sollte bloss daran denken das diese Sachen bei Absetzen schneller als man denkt zu einem Laxans Abusus führen und das kann dann beispielsweise nach einer OP mit 2-3 Tagen Bettruhe ziemlich nach hinten losgehen.
    Diese Mittel sind meiner Meinung nach mit Vorsicht zu geniessen,ich bin halt eher für Hausmittelchen.....zwar nicht für mich:mrgreen: aber halt für meine Pat.. Aber diese Mittel auf ner Intensiv einzusetzen kann ich mir nicht vorstellen.
    Wie gesagt,Ballaststoffreiche Drinks und Lactulose sind schon ne ganz gute Mischung,wie ich finde,auch für Intensivpatienten.

    Hoffe ich konnt dir nen bissl helfen.



    das mylo:knockin:
     
  5. heriion

    heriion Stammgast

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    Eins verstehe ich nicht. Sind die Pat. beim Kostaufbau mit einer neuen PEG oder kommen die Durchfälle wegen Antibiotika Gabe. Das macht ein großen unterschied.
     
  6. Werner Rathgeber

    Werner Rathgeber Stammgast

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    Hallo @ all!

    Von unseren Ernährungsspezialisten wird die Gabe von Darmbakterien (z.b. Perenterol[r]) zu jeder Antibiotikagabe ( auch i.v.) empfohlen.

    Dies verhindert die Zerstörung der Darmflora.

    Allerdings wird in den Leitlienien auch ein liegnder ZVK und laufende Chemotherapie als Kontraindikation hierfür beschrieben!

    Also somit auf Intensiv selten umsetzbar.

    Warum, weiß ich nicht genau, aber ich vermute, daß die Gefahr von Infektionen bei diesen beiden Patientengruppen zu hoch ist.

    Werde mich schlau machen und Berichten!
     
  7. Alt

    Alt Newbie

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    Antibiose, Immunsupressiva, enterale "Medikamentencocktails"... Ich glaube die Mischung die Pat. iv. und über die Sonde bekommen würde auch jeden gesunden Darm zum Verzweifeln bringen...
    Habt Ihr "Standards" oder Erfahrungen zur Vorbeugung. Ich meine Perenterol, Loperamid und der ganze pharmazeutische Mist wirkt ja auch nur symptomatisch. Erfahrungen mit Kefir, Leinsamen e.t.c.? Gibt es noch weitere alternative Mittel zur "Darmstärkung"?
     
  8. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Infektion ist ausgeschlossen? Antibiotika-assoziierte Diarrhoe?

    Wenn ja , dann:
    Problem: Darmzottenatrophie
    Ätiologie: Nahrungskarenz > 6 Tage, infolgedessen Minderdurchblutung des Darms ("zuwenig Anforderung")
    Symptom: Diarrhoe

    Therapie: Kostaufbau-Beginn mit max.20 ml/h- tgl Steigerung um 20ml/h bis zur Zielmenge (Cave: Nachtpause von 4 Stunden einhalten)

    Prävention: Darmzottenernährung vom ersten Tag an mit mind. 10-15 ml/h

    siehe auch: http://www.charite.de/krankenhaushy...hygtag_Fresenius_Umgang_mit_Sondernahrung.pdf

    Ergo: Alle Mittel zur Darmsanierung nutzen nichts, da sie keinen Einfluss auf die Darmzotten haben.

    Elisabeth
     
  9. heriion

    heriion Stammgast

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    @ elisabeth: Du hast recht, der Nahrungsaufbau nach langer Karrenz muss langsam beginnen. Aber 20ml\h ist quälend langsam. Wir arbeiten meist mit 60 ml\h, da hab ich das gefühl die Zeit ist stehen geblieben.
    @ all: unsere Dietass. hat Yomogi sehr gerne. nc
    GI-controll von Fres. ist extra dafür ausgelegt. (Dann halt mit 40kmh :-)
     
  10. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Moment- es ging um den Kostaufbau, wenn der Schaden bereits eingetreten ist. Und da kann weniger dann oft mehr sein. Was nutzt eine Sondenzufuhr, die nicht vom Körper verwertet werden kann?

    Elisabeth
     
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