Darf mein Arzt mir verbieten taeglich zu dialysieren? (aus Kostengruenden)

Dieses Thema im Forum "Dialyse" wurde erstellt von nane04_610, 21.07.2014.

  1. nane04_610

    nane04_610 Newbie

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    :x Darf mein Arzt, der ein privates Zentrum hat, verbieten taeglich zu dialysieren (Heimhaemodialyse)???? Die Pauschale wuerde nicht ausreichen! Ich glaube einfach, dass er nicht genug verdient. Hat jemand Erfahrung mit taeglicher Dialyse? Es gibt genuegend Zentren (KfH) die ihre Patienten darauf trainieren taeglich Dialyse zu machen.
     
  2. Barotrauma

    Barotrauma Gast

    Hallo nana.

    Willkommen im Forum

    Ich kenne mich prinzipiell nicht so gut beim Thema Dialyse aus, bin kein Arzt und kenne auch Deine Krankengeschichte nicht, deshalb kann ich jetzt nur pauschal was sagen.

    Ich bezweifle sehr stark, dass dein Arzt das Recht hat, dir dies zu verbieten, es sei denn es liegen wichtige medizinische Gründe vor. Ich würde dir vorschlagen: Hol dir eine Zweitmeinung bei einem anderen Facharzt ein und halte ggf. Rücksprache mit deiner Krankenkasse.
     
    #2 Barotrauma, 21.07.2014
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 21.07.2014
  3. Bluestar

    Bluestar Poweruser

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    Unsere Patienten machen tägliche HHD, gefördert von unseren Ärzten (KfH). Sollte dein Arzt versuchen dich davon abzubringen würde ich das Zentrum wechseln. Wir würden dich mit Kusshand nehmen :lol:
    Dass dein Arzt sich den Betrag den du dann mehr kostest lieber in die eigene Tasche schaufeln möchte ist logisch... Wovon soll er denn sonst das Benzin für sein wahrscheinlich nicht ganz billiges Auto bezahlen... :freakjoint:
     
  4. yoyoyoyo

    yoyoyoyo Stammgast

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    Vielleicht ist dir diese aktuelle, hochrangige Studie bekannt, nach der bei täglicher Dialyse die Todesrate im Vergleich zur Dialyse 3 mal in der Woche die Todesrate um 60% (nach Rausrechnen der Risiktofaktoren!) erhöht ist:

    A multinational cohort study of in-center daily h... [Kidney Int. 2013] - PubMed - NCBI

    Das beweist natürlich keine Kausalität, aber es ist eben zumindest denkbar das die tägliche Dialyse die Todesrate erhöht. In so fern hat der Arzt vielleicht sogar recht, wenn er sagt du sollst vorsichtig damit sein! Wer mit 3 mal pro Woche zurecht kommt sollte jedenfalls sicher nicht wechseln. 60% mehr Mortalität ist eine Menge!
     
  5. nane04_610

    nane04_610 Newbie

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    Danke fuer Deine Antwort, ich werde mir einen anderen Arzt suchen! Und ja! er muss seinen Porsche wohl finanzieren. Bleibt die Frage ob ich nun Maschine und Installation zurueckgeben muss? Ich mache seit vielen vielen Jahren HHD und habe immer taeglich dialysiert, allerdings nicht in DE. Das ist der Grund warum ich mich nicht so gut auskenne. Ich bin entsetzt ueber die Art wie dieser Arzt es handelt und versuche hier Hilfe zu finden. Danke:flowerpower:
     
  6. nane04_610

    nane04_610 Newbie

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    Das ist EINE! einzige Studie...es gibt hunderte von Studien die belegen, dass die Sterberate um 40% sinkt bei taeglicher Dialyse. Nur ein Beispiel ist die von Dr.Nebel, Koeln! Darum geht es auch bei mener Frage nicht. Fakt ist: Heimdialyse ist Dialyse so lange und so viel und wann der Patient moechte, nach oben offen. Denn schliesslich sparen die Aerzte eine Menge Kosten(muss ich die auch noch auflisten?)
     
  7. Manita

    Manita Newbie

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    Hallo, Studien haben ja meist den typischen Durchschnitt der Dialysepatienten im Blick. Der ist recht alt, hat viele Erkrankungen und kommt für HHD sowieso nicht in Frage. Vielleicht berücksichtigt Ihr mal in den Zentren die etwas anderen Gegebenheiten und Problematiken der jüngeren Patienten. Und mit jünger meine ich alles was so jenseits von 70 ist und noch relativ fit ist. Für diese habt ihr nämlich keine antworten und wundert Euch, wenn sie über kurz oder lang genauso passiv sich verhalten wie die multimorbiden (wo dies krankheitsbedingt ist) und in der Depression landen. Nach meinen Erfahrungen wirkt das Personal in den Zentren viel zu wenig darauf ein Kompetenzen (auch zur Selbstbehandlung) aufzubauen oder zu erhalten. Ich bin Sozialpädagogin und da ist das Motto: "Hilfe zur Selbsthilfe". In den Zentren geht es darum, dass der Patient sich passiv in die Abläufe einfügt und nicht, dass er lernt sich selbst zu helfen. Und dann kommt einer an und will täglich zu Hause dialysieren. Geht ja mal gar nicht....oder vielleicht doch und eigentlich bei noch viel mehr Patienten, die nur noch gar nicht auf die Idee gekommen sind, weil ja auch niemand sie auf die Idee bringt...?
     
  8. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Wenn du meinst, dass die fachliche Aussage des Arztes falsch ist, dann wende dich an die Ärztekammer.
    Wenn du meinst, dass der Doc nur an sein Geld denkt, dann ist die Kassenärztl. Vereinigung der Ansprechpartner.
    Wenn du eine tägliche Dialyse willst, dann wende dich an deine Krankenkasse. Sie dürfte/müsste dir hier behilflich sein können.

    Mehr kannst fast nicht machen- es sei denn, du klagst.
    Das Gesundheitssystem ystem zielt nun mal nicht auf die optimale Versorgung Kranker ab sondern ist rein wirtschaftlichen Interessen unterworfen. Es wird nicht das Outcome belohnt sondern die Leistung. Und die Leistung soll möglichst kostengünstig sein.

    Nebenbei- auch ein Dialysearzt will und darf leben. Sie sind bei weitem nicht die einzigsten Menschen in D die einen teuren Sportwagen fahren. Da gibt es noch ganz andere, wo man sich fragt, ob deren Verdienst berechtigt ist

    Elisabeth
     
  9. nane04_610

    nane04_610 Newbie

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    :flowerpower:

    Danke fuer die Antwort Elisabeth! Aerztekammer habe ich auch schon in Erwaehgung gezogen!...und nebenbei...ist mir das egal wer was fuer ein Auto faehrt, aber wenn deswegen an einem Leben gespart werden muss ist das wohl nicht ok. Weiter lasse ich mich auf das Thema Auto auch nicht ein. Hier geht es um Leben mit einer Maschine und das bisschen Lebensqualitaet dabei. Teure Privatausgaben -egal ob Arzt oder Unternehmer- sind berechtigt, wenn niemand dabei zu schaden kommt und der Gewinn es zulaesst. Wenn deswegen Menschen leiden muessen oder nicht die Behandlung bekommen die sie verdienen, dann sollte dieser Mensch niemals Arzt geworden sein...
     
  10. Laphroaig1815

    Laphroaig1815 Junior-Mitglied

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    Wo finde ich die Wichtigen Informationen?
    Alter der Patienten z.b.

    Wenn die Personen >80 Jahre waren ist die möglichkeit das diese in den 9 Jahren der Studie Versterben doch verdammt hoch.
    Abgesehen davon das Teilweise das Problem durch Infektionen im KH ebenfalls recht hoch ist...
    ....
     
  11. yoyoyoyo

    yoyoyoyo Stammgast

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    Ich hab das nun wirklich extrem vorsichtig und wissenschaftlich korrekt formuliert ("zumindest denkbar"). Ich finde ehrlich gesagt gerade keine einzige Studie zum Thema, die grundlegenden Anforderungen entspricht. Noch nicht mal eine einzige randomisierte.
    Deshalb sind vorsichtige Formulierungen beider(!) möglichen Thesen durchaus angebracht.
     
  12. *judith*

    *judith* Junior-Mitglied

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    Hallo Nane,
    so einen tollen Arzt hatte ich auch mal: ich durfte nur deshalb alle zwei Tage HHD machen, weil ich kurz vor Dialysebeginn wieder in die private KK wechseln konnte. Als Kassenpatientin hätte ich zu Hause aus Kostengründen nur dreimal pro Woche dialysieren dürfen - sehr sinnvoll: da hätte ich ja gleich im Zentrum bleiben können ... Das hat mir der Arzt damals genau so gesagt.
    Da noch andere Dinge schief liefen, habe ich nach zwei Jahren das Zentrum gewechselt und bin seitdem bei der PHV. Mein "betreuender" Pfleger hält alle zwei Tage Dialyse für Luxusbehandlung; das ist mir aber egal, solange die Ärzte anderer Meinung sind (die verdienen aber auch mehr Geld, wenn ich öfter dialysiere). Wie man bei Dialyse von Luxus sprechen kann, ist mir bis heute schleierhaft: so hoch ist der Fun-Wellness-Faktor nicht ... oder ich mach' was verkehrt!

    Mein Rat also, wenn der Arzt dir gar nicht entgegenkommt: Zentrum wechseln - lieber früher als später.
     
  13. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Und da liegt wohl der Hase im Pfeffer. Ob wir es nun gut finden oder nicht- es gibt sie nun mal, die Zwei-Klassen-Medizin. Wenn die gesetzliche Kasse nur 3 Dialysen bewilligt, dann bewilligt sie leider nur 3. Ich kann den Arzt verstehen, der nicht bereit ist, mit seinen Finanzen einzuspringen.

    Ergo: man wende sich an die Krankenkasse mit der Bitte um die Finanzierung einer täglichen Dialyse. Und nicht wundern, die wollen dann wieder die Bescheinigung vom Arzt... um dem hinterher die Finanzierung der Leistung wieder streitig zu machen. Wie schon geschrieben- es geht nicht um den Pat.. Es geht um die Sparmöglichkeiten. Und da man mit 3 Dialysen überleben kann, reichen in den Augen der gesetzlichen Krankenkassen auch 3.

    Elisabeth, die jedem wünscht, niemals chronisch krank zu werden.
     
  14. Bluestar

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    Das hat mit Bewilligung der KK nichts zu tun ! Das Zentrum erhält für jeden Patienten den gleichen Betrag, die Wochenpauschale. Damit kann der Arzt seinen Patienten so oft und so lange dialysieren wie er möchte, mindestens aber 3x/Woche 4 Stunden (Vorgabe der KK). Dialysiert ein Patient täglich, gehen die Materialmehrkosten von der Pauschale ab und der Arzt hat weniger in der eigenen Tasche...
     
  15. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Nix anderes hab ich geschrieben. Die Kasse orientiert sich bei der Pauschale am unbedingt notwendigen. Es bleibt also kein großer Spielraum. Auf der Basis der Einnahmen ist das Praxiskonzept geplant. Veränderst du die Einnahmenseite hat das Auswirkungen auf die Ausgabenseite. Verzichtet eine Pflegekraft gerne auf Lohn zugunsten einer besseren Versorgung des Pat.?

    Elisabeth
     
  16. nane04_610

    nane04_610 Newbie

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    Ich habe gedacht, ich bekomme hier Antworten. Stattdessen muss ich zusehen wie andere Mitglieder diskutieren...Mich interessieren die Antworten von Dialysepersonal...sonst keine. Anscheinend haben hier welche zuviel Zeit.
     
  17. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Der Arzt- und nicht das Pflegepersonal- entscheidet, was er für indiziert hält oder nicht. Dabei muss er sich an das Gesetz halten- SGB V §12. Die Möglichkeiten einen Arzt zu zwingen darüber hinaus zu gehen, halte ich für mehr als gering.

    Deshalb noch einmal der Tipp: wende dich an deine Krankenkasse und hole dir dort Unterstützung.

    Elisabeth
     
  18. *judith*

    *judith* Junior-Mitglied

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    Hallo Nane,

    deinen Ton den anderen Mitgliedern gegenüber finde ich unangemessen.
    Dass dir nur Personal antworten darf, war mir nicht klar, weil das hier sonst nicht so ist. Entschuldige also, dass ich mich zu Wort gemeldet habe. Zuviel Zeit habe ich übrigens auch nicht: ich hing gestern Abend an der Waschmaschine und habe zwischendurch gepostet.
     
  19. Bluestar

    Bluestar Poweruser

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    Meine Antwort hast du bekommen. Zentrum wechseln !
     
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