Darf mein Arbeitgeber mir eine Stundenerhöhung verweigern, obwohl sowieso immer Überstunden?

picturefight

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Hallo zusammen.

Neulich habe ich meinen Arbeitgeber angesprochen bzgl. einer monatlichen Stundenerhöhung. Zurzeit arbeite ich 75 % und würde gern auf 35 Stunden (~88%) gehen. Da ich auch die letzten Monate immer diese Stundenanzahl hatte und auch darüber.
Jetzt druckst er rum und meint er wüsste nicht ob das überhaupt benötigt wird :knockin:.
Ich meine mal gehört zu haben, dass der Arbeitgeber die Stundenzahl auf Wunsch des Arbeitnehmers erhöhen müsste, wenn dieser mehrere Monate hintereinander diese Überstunden geleistet hat. Weiß jemand mehr?

Verklagen will ich ihn jetzt nicht, aber blöd finde ich das schon. Ich sag jetzt jedenfalls nicht mehr ja, wenn jemand zum einspringen gesucht wird...
 

zauberlicht

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hi,

das gleiche hatte ich auch, ich wollte auf vollzeit, weil eh immer mehr überstunden gemacht wurden von mir, durch einspringen etc, dann habe ich dies auch angesprochen und am ende wurden meine stunden um eine stunde erhöht, das hätten die sich auch sparen können. aber die meinten mehr ist nicht drinn. jetzt bin ich von 34 auf 35 stunden /woche.

also letzendlich liegt es an deinem arbeitgeber ob er dir die gewünschte stundenzahl gibt oder nicht. er muss nicht. er kann wenn er es als notwendig sieht

lg zauberlicht
 

opjutti

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Stunden reduzieren ist immer leichter, als zu erhöhen!!

Dem AG entstehen ja Mehrkosten. Deine Überstunden muss er ja nicht gleich oder sogar gar nicht bezahlen.
Bis auf den kleinen Ü-stundenzuschlag, den du als 75% Kraft wahrscheinlich nicht bekommst.:down:

TIPP: Such dir doch einen Kollegen, der zeitgleich reduzieren möchte!:wink:

So machen wir das bei uns im OP, dann gehen auch keine Stellen verloren.
Der AG hat bei uns somit keine Möglichkeit zur Personalreduzierung.:daumen:!!

LG opjutti
 

Elisabeth Dinse

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Warum sollte er die Stunden erhöhen? Er bekommt die Leistung doch auch ohne und sogar preiswerter. Er muss nur die zuviel gearbeiteten Stunden bezahlen, wenn diese wirklich notwendig sind.

Wenn ihr sowas unterbinden wollt, dann dürft ihr von vornherein keine Überstunden anbieten, die einer Vollzeitstelle entsprechen. Ergo: Nein sagen- egal ob der AG die Patientenversorgung garantieren kann oder nicht.

Wäre die Frage wert, wie das Arbeitsgericht so eine Enstellung bewertet. Der AG wird bemüht sein so "unwillige" AN möglichst schnell durch "übermotivierte" PKs zu ersetzen. Gibt es eine Verpflichtung zur Mehrarbeit?

Elisabeth
 
P

Phoenix79

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Gibt es eine Verpflichtung zur Mehrarbeit?
Ich glaube sowas mal in einem Gesetz gelesen zu haben, dass in Gewissem Rahmen, Mehrarbeit zu leisten ist. Was ich aber auf jeden Fall weiß, ist, dass die meisten AG so eine Klausel in den Arbeitsvertrag aufnehmen.
 

Schnecke69

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Hallo zusammen.

Neulich habe ich meinen Arbeitgeber angesprochen bzgl. einer monatlichen Stundenerhöhung. Zurzeit arbeite ich 75 % und würde gern auf 35 Stunden (~88%) gehen. Da ich auch die letzten Monate immer diese Stundenanzahl hatte und auch darüber.
Jetzt druckst er rum und meint er wüsste nicht ob das überhaupt benötigt wird :knockin:.
Ich meine mal gehört zu haben, dass der Arbeitgeber die Stundenzahl auf Wunsch des Arbeitnehmers erhöhen müsste, wenn dieser mehrere Monate hintereinander diese Überstunden geleistet hat. Weiß jemand mehr?

Verklagen will ich ihn jetzt nicht, aber blöd finde ich das schon. Ich sag jetzt jedenfalls nicht mehr ja, wenn jemand zum einspringen gesucht wird...

wie sieht denn dein vertrag aus warst du mal in der personalabteilung oder beim personalrat
 

pericardinchen

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Fearn

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LAG/ Hamm (Urteil vom 04. Mai 2006, Az.: 8 Sa 2046/05).

Diese Mitarbeiterin hatte allerdings über Jahre hinweg immer Mehrarbeit leisten müssen.
Bei ein paar Monaten könnte das natürlich anders gesehen werden.
Aber immerhin, besteht die Möglichkeit, wenn der Arbeitgeber Dich weiterhin so einsetzt, daß Du dir irgendwann rückwirkend Deine Leistungen einklagst.
Liebe Grüße Fearn
 

Elisabeth Dinse

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*hm*- wenn ich mit 30 Stunden eingestellt bin, dann arbeite ich Vollzeit bei 10 Mehrarbeitsstunden.

Teilzeitler werden zunehmend zum Lückenbüßer der Nation im Gesundheitswesen. Das kanns net sein.

These: Ich hab bewusst reduziert und kann net mehr Stunden arbeiten. Was machst nun als AG? Bezahlst du die Versorgung meines pflegebedürftigen Angehörigen?
Ergo: Schon beim Unterschreiben des Arbeitsvertrages einen Riegel vorschieben gegen solche Methoden. .

Aber wie immer: ändern kannst nix, weil sich immer ein Depp findet, der dieArbeitsbedingungen annimmt und sein diese noch so mies. Uns fehlt einfach die Einigkeit á la Finnland.

Elisabeth
 

opjutti

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Die Mehrarbeit mit 10 Stunden /Woche darf aber nur 26 Wochen/Jahr angeordnet werden. :daumen:

Frag deine MAV

LG opjutti
 

picturefight

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Hier ein Link zu dem Unterschied von Mehrarbeit und Überstunden:

Mehrarbeit und Überstunden, wo liegt der Unterschied?


Ich werde definitiv nicht mehr einspringen und werde mich auch informieren wie es rechtlich aussieht. Und meinen Arbeitsvertrag in Augenschein nehmen.
Überstunden werden bei uns auf Wunsch ausgezahlt (können die ja auch nicht anders kompensieren...), also viel mehr kann es ihn auch nicht kosten. Sind ja eigentlich nur 3 Stunden die Woche.
 

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