Cuff mit Spritze blocken

Dieses Thema im Forum "Kinderintensivpflege" wurde erstellt von kikrabine, 06.01.2005.

  1. kikrabine

    kikrabine Newbie

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    Hallo,

    habe mal von der Möglichkeit gehört, den Cuff bei Trachealkanülen mit der Spritze statt mit dem Cuffmesser zu blocken. Mit wieviel ml Luft wird das gemacht? Wie kann man den Druckwert in ml umrechnen?

    Würde mich freuen, wenn mir jemand helfen kann.

    Liebe Grüße,
    Bine :wavey:
     
  2. Tobias

    Tobias Poweruser

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    Hallo Bine 78,

    man kann mit einer Spritze den Cuff blocken, nur da die Anatomie (z.B. Innendurchmesser der Trachea) bei jedem anders (groß) ist, blockt man mit einem Cuffdruckmesser, bzw. überprüft man mind. 1x pro Schicht den Cuffdruck! Berchnen kann man das nicht, bzw. habe ich noch nie gehört!
    Mit Spritze blocken wir auch erst mal, nur kontrollieren wir später, denn Du weißt doch, wenn der Druck zu hoch ist und die Durchblutung der Schleimhaut gemindert ist, ist der Deku nicht mehr weit!:down: :dudu:
    Mein Chef:besserwisser: hatte immer einen Spruch: "So wenig wie möglich und so hoch wie nötig!"
    D.h. am besten Du blockst nach Gehör bzw. bis an der Maschine die Leckage um die 0 ml beträgt, dann brauchst Du auch keinen Cuffdruckmesser:D:D:D:D!!

    Ich hoffe ich konnte Dir etwas helfen!:D:D
    LG Tobias
     
  3. kikrabine

    kikrabine Newbie

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    Hallo Tobias,

    erstmal danke für deine Antwort. Das mit Dekubitus und so, wenn der Druck zu hoch ist, ist klar. Mit dem hören ist bei dem Kind, was ich meine, eher schwierig, da er eh ein kleines Leck hat mit dem er aber gut zurecht kommt.
    Mir ging es darum, wenn der Cuffdruckmesser defekt ist, mit wie viel ml Luft wir dann blocken müssen. Zuhause hat man ja nicht wirklich ein Ersatzgerät und ab und an hatten wir halt das Gefühl das der "spinnt" und der angezeigte Wert nicht stimmen kann.
    Wenn der Cuff üblich mit 12 mmHg geblockt wird, müssten das dann 1,2 ml Luft sein, oder. Habe mich da in der Frage wahrscheinlich etwas kompliziert ausgedrückt mit "berechnen". Das das bei jedem Patienten anders ist, ist ja auch logisch.


    Schönes Wochenende dann schon mal. Ich habe "leider" Dienst. :nurse:

    LG Bine :wavey:
     
  4. NoWie67

    NoWie67 Junior-Mitglied

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    Hallo Bine,

    wie kommst Du auf die Umrechnung von 12 cm H2O = 1,2 ml? Es klingt zwar recht rund und logisch ist aber in keinster Weise korrekt.

    Meine Frage wäre: Warum hat das Kind denn einen geblockten Cuff? Normalerweise ist das ja eher die Ausnahme. Langfristig gesehen, wenn kein Sprechventil eingesetzt werden soll, könnte man überlegen, ob man eine Trachealkanüle bzw. Tubus mit Fome-Cuf einsetzt. Der Fome-Cuf ist aber nicht immer sehr beliebt.

    Gruß Norbert
     
  5. Skysurfer

    Skysurfer Newbie

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    Hören kannst Du indem Du ein Stethoskop an den Hals hälst.
    Die Umrechnung ist etwas naja sagen wir mal hinkend.
    Die Drücke sind ja individuell, je nach Gewebewiderstand, d.H. liegt der Cuff nirgends an werden 1,2ml Luft einen anderen Druck erzeugen, als wenn der Cuff richtig die Trachea abdichtet!

    Ist das Gerät defekt muß ein Neues her!

    Spritzen sind NUR was für den Notfall.

    LG sky
     
  6. Stupsi

    Stupsi Stammgast

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    Hallo zusammen, ich habe auch eine Frage zum Thema Tubus blocken.

    Bei uns gibt es immer wieder Uneinigkeit, ob es ausreichend ist einfach den Cuffdruck regelmäßig zu kontrollieren oder muß für ein paar Minuten entblockt werden?

    Da wir nicht sooo oft größere Beatmete haben sind wir in dieser Hinsicht etwas ungeübt. Ein Kollege aus der Erwachsenenintensiv sagte mir, bei ihnen ist es üblich nur den Druck zu messen und bei Bedarf zu korrigieren.

    Wie macht ihr das? Wie oft kontrolliert ihr? Wenn ihr entblockt, dann wie lange und wie oft?

    Danke, für eure Antworten, Gruß Stupsi

     
  7. Frany4

    Frany4 Senior-Mitglied

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    Hallo, der Cuffdruck muss regelmaessig kontolliert und dokumentiert werden.Das Blocken mit Einmalspritzen ist zu unterlassen,da unbeabsichtigt ausserordentlich hohe Cuffdruecke hervorgerufen werden koennen.Aussnahmedas Nachblocken bei ploetzlicher Undichtigkeit dann aber im Anschluss mit dem Cuffmanometer kontollieren.Der Cuffdruck soll so gering wie moeglich gehalten werden ,und20-26mmH2o nicht ueberschreiten .Die Cuffdruecke muessen nichtdem Beatmungsspitzendruck entsprechen,da intratracheale Druckanstiege zu Cuffverformungen und damit zur Abdichtung fuehren .
    :-)Frany
     
  8. Markus_G

    Markus_G Newbie

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    Ich sehe das umgekehrt.
    Bei einem Cuffdruckmesser hat man einen großen Gummiball (ähnlich Blutdruckgerät) zum Blocken - hier ist kaum abschätzbar, wie viel Luft in den Block gelangt, wenn man den Gummiball komprimiert.
    Daher nutze ich immer eine Spritze zum Blocken, kontrolliere aber zwingend mit dem Cuffdruckmesser nach und nutze den Cuffdruckmesser auch zum Ablassen des druckes auf normale Werte.
    Hat den Vorteil, dass ich beim Blocken mit der spritze ganz gezielt einige ml insufflieren kann, so Spitzendrücke im Cuff vermeide und danach sofort mit dem Cuffdruckmesser nachkontrollieren kann.
     
  9. Dura

    Dura Junior-Mitglied

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    Hallo, liebe Kollegen,
    ich kenne das so: der Cuff wird so hoch geblockt, bis er gerade dicht ist (so hoch wie nötig - so gering wie möglich). Der abzulesende Druckwert wird bei uns mindestens einmal pro Schicht in der Kurve dokumentiert.
    Auch mit einem Cuffdruckmessgerät lässt sich der Tubus durchaus gefühlvoll blocken. Die Luftmenge ist dabei egal, denn ich messe dabei den Druck, der entsteht.
    Die insufflierte Luftmenge erlaubt in keinem Fall die Annahme eines bestimmten und dokumentierbaren Drucks!
    Faktoren, die die Höhe des Cuffdrucks beeinflussen sind u.a. Beatmungsdruck, sichere Fixierung des Tubus, Verhältnis von Durchmesser des Tubus : Durchmesser der Trachea, Atemmuster des Patienten, ausreichende Sedierung, ...
    Bei der Notfallintubation (i.d.R. präklinisch) kann man mit Hilfe einer 10er Spritze den Tubus blocken. Am Piloten lässt sich dann durch Tasten die "Druckhärte" fühlen. Ein so geblockter Tubus sollte jedoch möglichst schnell mittels Cuffdruckmessgerät auf den korrekten Druckwert gebracht werden, da schnell Schäden an der Trachealschleimhaut entstehen können.

    liebe Grüße

    Uli
     
  10. solveig.

    solveig. Newbie

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    Hallo!
    Die Frage ist zwar schon lange her aber immer aktuell.
    Im Notfall kann man schon mit einer Spritze blocken ,man muß aber mit dem Cuffdruckmesser nachmessen.Bei Erw. zwischen 28 /30 und bei Kids bis zu 10 selten 15.Bei den Erw. kann man sehr gut hören ,ob der Tubus ungeblockt ist,bei Kids etwas schwieriger.
    Der cuffdruck muß/sollte mind.1mal pro Schicht kontrolliert u. dokomentiert werden.
    Wir haben jetzt einen neuen Cuffdruckmanometer erhalten ,diesen müssen wir, laut Beschreibung, am Tubus lassen,somit kann man den Druck ständig kontrollieren.Finde ich zwar nicht so toll,aber Vorschrift/Standart.
    Das sichere Arbeiten mit dem Cuffdruckmanometer benötigt ein kleines bisschen Übung(Fingerspitzengefühl).
    Früher(vor15J)haben wir auch viel mit der Spritze geblockt.
    LG Solveig
     
  11. Sativa

    Sativa Newbie

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    Ich bin in der Erwachsenenkrankenpflege tätig und hatte nur während meiner Fachweiterbildung mit beatmeten Kindern Kontakt. Damals war es so, dass bei kleinen Kindern der Tubus überhaupt nicht geblockt wurde, die Kindertuben hatten nicht mal einen Cuff. Ich kann keine Altersgrenze mehr nennen, aber ich meine, bei Kindern unter 3 J. wurde kein Cuff geblockt bzw. hatte der Tubus keinen Cuff. Während der OP's haben wir den Rachen mit einer angefeuchteten Mullbinde austamponiert um eine Aspiration zu vermeiden.

    Diese Erfahrungen stammen aus dem Jahr 1991, können also hoffnungslos veraltet sein. Aber wo hier von Cuffdruck überprüfen im Bereich Kinderintensivpflege geredet wird, wollte ich doch mal nachfragen.

    Bei unseren Erwachsenen wird, insbesondere bei Notintubationen, mit Spritze geblockt, üblicherweise mit 10 ml Luft. Das wird aber nach dem Ende des Notfalls mit dem Cuffdruckmesser überprüft und ggf. geändert.

    Sativa
     
  12. MaxM.

    MaxM. Newbie

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    ... vlt nochmal abschliessend zum thema ...
    es gab zum thema ja bereits mehrere Kommentare vlt daher nochmal ne abschliessende Zusammenfassung.
    * entblocken der TK : grundsätzlich spricht nichts dagegen eine Trachealkanüle zu entblocken ... man sollte sich aber bewusst sein, dass es krankheitsbilder gibt bei denen es kontraindiziert ist bzw gewissen massnahmen unterliegt. klassisch schluckstörungen etc da bei jedem entblocken die gefahr besteht das speichel bzw sekret in die lungen geraten kann und mikroaspirationen auslösen können ... also absaugbereit sollte man so oder so sein ... im zweifelsfall den arzt fragen bzw mit dem logopäden
    abklären ob es unbedenklich ist
    * thema notfall ... grundsätzlich sollte man für sich selbst das thema notfall definieren ... die aussage im notfall ist es möglich ist ja nur dann gegeben wenn kein cuffdruckmesser zur hand ist
    * cuff mit spritze blocken? ... auf die frage gibt es ganz klares NEIN!!! niemals darf der Cuffdruck mit einer Spritze geblockt werden. Es gibt egal ob erwachsener patient oder kind spezielle cuffdruckmesser die ausschliesslich genutzt werden sollen und das steht so auch in der medtech.BetreiberVO bzw im Medizinproduktegesetz. Das nutzen der Spritze zum blocken ist schlichtweg nicht gestattet, weil es der hersteller dafür nicht vorgesehen hat und damit darauf auch nicht getestet hat. das ist jetzt aber der rechtliche aspekt.
    grundsätzlich können schwere verletzungen gesetzt werden und die spätfolgen sind gerade bei kleinkindern kaum vorher zusehen.
    Aber zum thema nutzung von medizinprodukten gibt es noch ewig viel diskussionbedarf.
    vlt mal nen tip für die pflegenden die in eigenregie sich über offizielle empfehlungen und vorgaben hinwegsetzen. "vt ist es euer kind das irgendwann dort liegt und hilfe benötigt, vlt sind es eure eltern die irgendwann auf solche hilfe angewiesen sind, ich glaube jeder erwartet für sich selbst auch die korrekte einhaltung von vorschriften.
    und leider wird viel zu oft fürs eigene ego gepflegt
    kostenintensive folgeoperationen sind für den patienten unangnehm und leider icht gerade selten.
    im zweifelsfall ist es im übrigen von vorteil den zuständigen medizintechnischen berater einzuschalten und sich unter umständen auch schriftlich empfehlungen aushändigen zu lassen.

    mfg
     
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