Cor pulmonale

Dieses Thema im Forum "Kardiologie / Angiologie / Pneumonologie" wurde erstellt von happymika, 24.10.2004.

  1. happymika

    happymika Newbie

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    Hallo!
    ICh habe am 25. November Zwischenprüfung. Allerdings fehlt mir eine Krankheit in meinen Unterlagen. :(
    Wer kann mir bitte helfen?
    Was genau ist eine Cor pulmonale.:thinker:
    Ich bendanke mich schon im voraus für eure Antworten.
     
  2. SchwarzesSchaf

    SchwarzesSchaf Junior-Mitglied

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    Cor pulmonale, Lungenhochdruck


    Definition


    Durch unterschiedliche Erkrankungen des linken Herzens oder der Lunge hervorgerufene Druckerhöhung im Lungenkreislauf, welche zu Muskelschwäche des rechten Herzens (= Cor pulmonale) führen kann.
    Ursache(n)


    Das Herzkreislaufsystem stellt die Durchblutung und damit Sauerstoffversorgung aller Organe sicher. Mit dem Herzen als treibende Kraft und gleichzeitig Relaisstation sind der Lungenkreislauf und der Körperkreislauf hintereinandergeschaltet. Unter normalen Umständen fliesst dabei sauerstoffarmes Blut aus dem Organismus über die Venen dem rechten Herzen zu und wird anschliessend zur Sauerstoffaufsättigung in den Lungenkreislauf gepumpt. Das nun sauerstoffreiche, hellrote Blut gelangt schliesslich in das linke Herz, von wo es über die Hauptschlagader in den grossen Kreislauf zur Sauerstoffversorgung der Organe strömt.

    Im kleinen Lungenkreislauf, dem das rechte Herz als Motor vorgeschaltet ist, herrschen normalerweise deutlich niedrigere Druckverhältnisse als im grossen Kreislauf, der vom linken Herzen angetrieben wird. Drucksteigerungen in der jeweils nachgeschalteten Zirkulation stellen höhere Anforderungen an die Leistungskraft des Herzmuskels, der zwar bestimmte Leistungsreserven ausschöpfen kann, ab einem zu hohen Grad der Belastung aber auch überansprucht wird.

    Besonders das rechte Herz, das an niedrige Druckverhältnisse im kleinen Kreislauf angepasst ist, kann dabei leicht mit Herzmuskelschwäche reagieren. Unter pulmonalem Hypertonus versteht man Drucksteigerung im Lungenkreislauf als Folge unterschiedlicher Erkrankungen. Im Bereich des linken Herzens kommen im einzelnen folgende krankhaften Prozesse als Auslöser eines pulmonalen Bluthochdrucks in Betracht:

    Mitralstenose
    Mitralinsuffizienz
    Aortenstenose
    Aorteninsuffizienz
    Koronare Herzerkrankung
    Kardiomyopathie
    Hypertensive Herzerkrankung
    Myokarditis
    Angeborene Herzfehler

    Als gemeinsames Kennzeichen kann es bei all diesen Erkrankungen zu Drucksteigerungen im linken Vorhof und als Folge davon zu Blutrückstau in den Lungenkreislauf kommen. Andererseits sind auch zahlreiche Lungenerkrankungen bekannt, die mit Druckerhöhung im kleinen Kreislauf einhergehen, wie zum Beispiel:

    Chronische Bronchitis
    Asthma bronchiale
    Lungenemphysem
    Lungenfibrose
    Mukoviszidose
    Lungenembolien

    Die zugrundeliegenden Ursachen dieser sekundären Formen des pulmonalen Hypertonus sind zahlreich und werden bei den jeweiligen Krankheitsbildern abgehandelt. Die seltene primäre Form des pulmonalen Hypertonus stellt eine eigenständige Erkrankung dar, die genetische Grundlagen aufweist und in einzelnen Familien gehäuft auftritt.

    Alle bisher genannten Formen des pulmonalen Bluthochdrucks entwickeln sich chronisch über Jahre hinweg. Demgegenüber stehen die akut auftretenden Drucksteigerungen im Lungenkreislauf, wie sie zum Beispiel bei

    akuter Lungenembolie
    Asthmaanfall
    Pneumothorax

    auftreten. Diese akuten Formen des Lungenhochdrucks können zum akuten Rechtsherzversagen führen.
    Merkmale, Diagnostik, Verlauf


    Bei primär chronischem Verlauf der zugrundeliegenden Erkrankung und damit langsamen Druckanstieg im kleinen Kreislauf hat das rechte Herz die Möglichkeit, sich den neuen, ungewohnten Druckverhältnissen allmählich anzupassen. Ab einem bestimmten kritischen Druckniveau wird es jedoch überfordert, die Symptome einer Herzmuskelschwäche zeigen sich.

    Die Kreislaufsituation bei schwerem pulmonalen Hypertonus zeichnet sich durch Blutrückstau vor dem geschwächten rechten Herzen in Bauchorgane und Beine, niedrige Blutdruckwerte, verminderten Sauerstoffgehalt im zirkulierenden Blut und schliesslich Zunahme der roten Blutkörperchen aus.

    Dementsprechend ist das Beschwerdebild der Patienten mit fortgeschrittenem pulmonalem Bluthochdruck geprägt durch eingeschränkte körperliche Leistungsfähigkeit, Atemnot bei Belastung, später auch in Ruhe, sowie Wasseransammlungen in Bauchorganen und Beinen.

    Die Zyanose, also Blaufärbung der Lippen und Fingernägel, die sich manchmal nachweisen lässt, ist Ausdruck des verminderten Sauerstoffgehaltes im Blut. Die Herzmuskelschwäche des rechten Herzens als Folge des Lungenhochdrucks wird als Cor pulmonale definiert, wenn eine Lungenerkrankung und nicht eine Erkrankung des linken Herzens zugrunde liegt.

    Grundsätzlich wird eine manifeste Form des pulmonalen Hypertonus mit bereits im Ruhezustand erhöhten Drucken im kleinen Kreislauf von einer latenten Form unterschieden, bei welcher der Lungenhochduck erst unter körperlichen Belastungsbedingungen auftritt.

    Der Belastungs-hypertonus als Frühform der Erkrankung kann im Laufe der Zeit in einen manifesten pulmonalen Hypertonus übergehen, was sich als deutliche Zunahme der Atemnot äussert. Die Verdachtsdiagnose pulmonaler Bluthochdruck kann aus dem Beschwerdebild einerseits sowie einer Ultraschalluntersuchung des Herzens andererseits gestellt werden.

    Erst die direkte Messung der erhöhten Druckwerte im rechten Herzen und im Lungenkreislauf mit einer Herzkatheteruntersuchung kann die Diagnose letztlich sichern. Bei diesem Verfahren werden über das venöse Gefäss in der Leiste oder am Hals des Patienten lange Plastikschläuche, sogenannte Herzkatheter, zur Druckmessung direkt in das rechte Herz vorgeschoben. Wird die Untersuchung auch unter Belastungsbedingungen zum Beispiel mit einem Fahrradergometer, das vom Patienten in liegender Position bedient wird, durchgeführt, kann gleichzeitig zwischen einem manifesten und einem latenten pulmonalen Hypertonus unterschieden werden.

    Die primäre, genetisch bedingte Form des pulmonalen Hypertonus hat die schlechteste Prognose, wobei in schweren Fällen die Erkrankung nach zwei bis drei Jahren meist zum Tode durch Rechtsherzversagen führt. Bei den sekundären Formen des Lungenhochdrucks können sich die Krankheitsverläufe je nach Grunderkrankung hingegen über Jahre bis Jahrzehnte hinziehen.
    Komplikationen


    Bei pulmonalem Hypertonus kommen folgende Komplikationen vor:

    Rechtsherzversagen mit tödlichem Verlauf
    Herzrhythmusstörungen
    Thrombosen und Embolien
    Sekundäre Organschädigungen durch chronischen Sauerstoffmangel
    Behandlung


    Bei der Behandlung des pulmonalen Hypertonus bestehen folgende Strategien:

    Behandlung der zugrundeliegenden Erkrankung wie chronische Bronchitis, Asthma bronchiale, Lungenemphysem oder Herzklappenschäden des linken Herzens. Die Behandlungsprinzipien werden unter den einzelnen Krankheiten abgehandelt. Eine wirkungsvolle Therapie des Grundleidens kann manchmal den Lungenhochdruck heilen oder zumindest den Verlauf günstig beeinflussen.

    Behandlung des pulmonalen Hypertonus selbst durch Medikamente, die den Lungendruck senken, wie zum Beispiel Kalziumantagonisten oder andere gefässerweiternde Mittel.

    Behandlung von Folgeerscheinungen des pulmonalen Hypertonus wie Rechtsherzschwäche, chronischer Sauerstoffmangel und Thrombosen/Embolien durch:

    Herzstärkende und wassertreibende Medikamente
    Sauerstofflangzeittherapie
    Medikamente zur Blutverdünnung
    Vorbeugende Massnahmen


    Bei der primären Form des pulmonalen Hypertonus besteht keine Möglichkeit der Vorbeugung. Die sekundären Formen können durch all diejenigen Massnahmen verhindert oder zumindest im Verlauf günstig beeinflusst werden, die der Vorbeugung der jeweiligen Grunderkrankung dienen.
     
  3. Manegger

    Manegger Stammgast

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    Dipl. Pflegewirt
    ...und am Ende steht?

    ...unter Umständen kann ein dauerhafter Hypetonus in den Lungengefäßen zu einer Lungen- oder gar Herz-Lungentransplantation führen!
    Vorher könne auch andere Chirurgische Eingriffe von Nöten sein, zum Beispiel bei chronischen Embolien in die Lunge der Einsatz eines CAVASCHIRM und/oder die Pulmonale Thromendarteriektomie. Letzteres ist eine superkomplizierte OP mit Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine und wird auch nur von wenigen (guten) Thoraxchirugen erfolgreich durch geführt.
    In der Postoperativen Phase erhalten diese Patienten unter Umständen eine NO Beatmung, welche erhebliche Kosten auslöst. Aber auch die Inhalation von Iloprost ist nicht günstig und beschränkt sich daher auch auf wenige Tage. Beide Massnahmen sollen den Druck im Lungegefäßkreislauf senken.

    Gruß
    Klaus
     
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