Computer in der Altenpflege

Dieses Thema im Forum "Der Alltag in der Altenpflege" wurde erstellt von Maria24, 07.11.2009.

  1. Maria24

    Maria24 Newbie

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    Hi ihr Lieben!!! :-)

    Ich möchte euch gerne mal fragen, was ihr von Computern in der Altenpflege haltet. Wir haben in unserem Heim so viele verschiedene Zettel für alles mögliche... Die Dokumentation am PC hätte doch so viele Vorteile:

    1. große Zeitersparnis
    2. viel weniger Papierkram, der herumliegt, verloren gehen kann etc.
    3. man vergisst weniger Eintragungen, weil man am PC alles Stück für Stück durchgeht usw usw usw

    Als ich meine PDL mal danach gefragt habe, warum wir keine PC`s in unserem Haus haben sagte sie mir zwei Dinge, die ich nicht ganz nachvollziehen kann:

    1. Zu teuer ( Klar sind diese Dokumentationsprogramme teuer, aber auf die Dauer würde es sich doch rechnen, wenn man nicht mehr 1000 verschiedene Zettel kaufen muss, oder???)

    2. Wenn der PC abstürzt, kann nichts dokumentiert werden und muss dann, wenn der PC wieder geht, aufwendig nachgetragen werden (Aber mal ehrlich, wie oft werden durch diese ganzen verschieden Zettel, auf denen wir unsere Handzeichen machen, etwas vergessen? Und dann, meistens wenn das Haus das Gefühl hat, das der MDK kommt, werden sämtliche Akten und Nebenakten rausgeholt und von etlichen Mitarbeitern auf Lücken kontrolliert. Das dauert 1. richtig lange und 2. wird auch nicht alles gefunden...)

    Was meint ihr? Würde mich sehr interessieren!!!
     
  2. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Erinnert mich an die Zeit der ersten PCs im Haus (Krankenhaus): wenn der PC abstürzt sind alle Daten weg. Diese Masche hat wunderbar geholfen, dass selbst jetzt wo mittlerweile viel über OPC läuft jede Neuerung (mehr Module) ängstlich beäugt werden aus Angst dieses neue Modul bringt den lange erwarteten, weil prophezeiten, Supergau.

    Eigentlich ist es erschreckend, wie oft man sich der neuen Technik verweigert. Bei manchen hab ich den Eindruck, das deren "Festplatte" schon dermaßen voll ist, dass die kleinste Veränderung der Umgebung zum "System"zusammenbruch führt. Wie war der beliebte Pflegesatz noch? Es war so, es ist so und es wird immer so sein. *g*

    Elisabeth
     
  3. Josefine13

    Josefine13 Stammgast

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    PC Dokumentation finde ich richtig gut, zumal es inzwischen richtig tolle und simple Programme gibt, wo wie Du schon angemerkt hast auch nichts vergessen werden könnte.
    Es werden Pflegeplanungen, bzw. Tagesstrukturen in kürzester Zeit ohne viel Aufwand erstellt und ggf ausgedruckt.
    Sicherlich ist der Anschaffungspreis hoch, aber die ganzen Dokublätter sind ja wohl auch nicht ganz billig und die Mitarbeiterzufriedenheit ist doch eigentlich :-) unbezahlbar.
    Die Angst davor sehe ich eigentlich nur darin das es einfach etwas Neues ist.... vielleicht auch Unsicherheit...
    Aber das sind dann eher die Leute die noch keine Pflegeplanung und Tagesstruktur erstellt haben, das sind dann die die sich nicht jeden Tag damit rumschlagen müssen und deswegen auch kein Interesse haben, daran etwas zu ändern.
     
  4. renje

    renje Poweruser

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    Hallo,

    ganz so einfach ist das nicht mit,
    will nicht
    kapierts nicht
    will nichts ändern usw.
    abgetan.

    Die Einführung von EDV ist sehr, sehr kostenintensiv.

    Ich brauche Geräte auf Station, die Vernetzt sind - Kabel legen!

    Im Keller einen Raum der gewissen Sicherheitsstandards entsprechen muss in dem ein Anmeldeserver, Fileserver, Backupserver, USV, Notstromaggregat usw. steht, sowie einen weiteren Raum weiter weg in dem ein weiterer backupserver steht.

    Es fallen Kosten an für Programme, Lizenzen, EDV-Personal oder Betreuungsfirma, Schulung, Serviceverträge für Software und Hardware, Projektleitung usw.

    Ich gehe davon aus, dass ein mittelgroßes Pflegeheim im ersten Jahr mind. 150.000€ investieren muss eher mehr und dann jährlich mindestens 50.000€, wobei das sehr niedrig gerechnet ist.

    Da muß ich schon viel Papier sparen. Ich denke da brauche ich andere Argumente um die PDL oder Geschäftsführung zu überzeugen.

    Gruß renje
     
  5. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Arbeitszeit ist net umsonst.

    Elisabeth
     
  6. renje

    renje Poweruser

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    Ach was? Auf die Idee wäre ich nie gekommen.

    Danke renje
     
  7. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Ich denke, es geht weniger um Papier sparen als um eine schnellere und effizeintere Dokumentation- in Punkt 2. wars ja schön erklärt... allerdings müssten dann die MA verweigern eine solche Tätigkeit in ihrer Freizeit zu machen. Und da dürfte ein nicht geringes Problem liegen.

    Elisabeth
     
  8. Maria24

    Maria24 Newbie

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    Du hast so recht Elisabeth...

    wir haben so viele bei uns, die unser Haus noch nicht "verstanden haben"...

    Wir haben immer wieder Mitarbeiter, die sich echt den ***** aufreissen, weil sie denken, das es ihnen in irgendeiner Art und Weise gedankt wird...
    So ist es bei uns aber keineswegs. Stattdessen werden bei uns noch nicht mal Überstunden gutgeschrieben, obwohl man offensichtlich länger da war um Akten zu kontrollieren. Aber Überstunden gibt es dafür nicht, hätte ja schliesslich gleich richtig gemacht werden müssen. (Aber das ist ein anderes Thema...)

    Leider wird man nie alle dazu kriegen "Nein" zu sagen, weil es immer wieder tolle Mitarbeiter gibt, die alles machen, was verlangt wird...
    Das ist natürlich ein wirklich gutes Argument dafür, nie PC`s einzuführen, auch wenn es bestimmt nicht vom Chef ausgesprochen wird...
     
  9. renje

    renje Poweruser

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    Hallo,

    es hilft hier kein Lamentieren und wir müssen alle an einem Strang ziehen und die anderen machen nicht mit usw. usw. usw.

    Ich habe gegenüber einen Verwaltungsmensch sitzen. Den will ich davon überzeugen, dass er einen Betrag x investieren soll. Das kann ich nur wenn ich ihm auch sage, wo sich seine Investition wieder rechnet.

    Und bitte nicht vergessen 6-12Monate habe ich zunächst das 2-3Fache an Arbeit. Es muss getestet, geschult, Arbeitsabläufe überdacht und analysiert, Fehler der Software behoben, Erweiterungen beauftragt. Die ersten Monate heißt das auch komplett, zumindest teilweise doppelt Fahren. Altes läuft weiter Neues läuft parallel. Rechtliche Klärung, was braucht Papierform, usw. usw. usw.

    Also zunächst mal deutlich mehr Arbeit und damit wieder Kosten für den AG, die für diesen plausibel und refinanzierbar sein müssen sonst macht er es nicht.

    Gruß renje
     
  10. Akhran

    Akhran Stammgast

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    Für die meißten Programme muss man noch Lizenzen kaufen...d.h. Pro Arbeitsplatz und zumeist ist ja nicht mit dem Dokumentationsprogramm getan dann brauch man noch nen Schreibprog. evtl. nen Präsentationsprogramm und ähnliches und das kostet alles auch Lizenzen...und da kommt jährlich schon ne nette Summe zusammen...
     
  11. stitch76

    stitch76 Newbie

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    Hallo.
    Wir arbeiten in unseren Einrichtungen mit den "tollen" Computern auch..

    Die Zeitersparnis ist nicht wirklich da, es gibt so viele Dinge, die an diesen Programmen die Zeit erfordern, die man auch mit und an dem Bewohner verbringen kann und sollte.. Und die Zettel liegen genau so in der Gegend umher, wie immer.

    Klar, die Möglichkeit, dass man etwas am Bewohner vergisst ist gering, denn man wird immer daran erinnert, wenn man die tägliche Arbeit "absigniert"...

    Es ist nun mal eine vergleichbare Arbeit, als würde man es mit den altbekannten Dokumenten handhaben. Den jüngeren Kollegen fällt es leichter und die Älteren kommen nicht so recht damit klar...
     
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