Burn out in der Krankenpflege

Dieses Thema im Forum "Ausbildungsinhalte" wurde erstellt von Traumtänzerin, 11.03.2006.

  1. Traumtänzerin

    Traumtänzerin Senior-Mitglied

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    Hallo liebe Leutz...!

    Mich beschäftigt schon seit längerem ein thema und zwar das sogenannte 'burn out syndrom' in der Krankenpflege.
    Ich arbeite seit ca. 8Monaten als FSJ`lerin in der Altenpflege und werde anfang April`06 meine KS Ausbildung beginnen.
    Ich hab schon oft gemerkt,dass ich nach der Arbeit manchmal richtig ausgelaugt und bin und zickig werde, obwohl ich das gar nicht will und mir tun die Menschen auch leid, die das von mir abbekommen. Ich bin eigentlich gar nicht so.
    Nun hab ich große angst, das wenn ich meine Ausbildung hinter mir habe, das ich irgenwann auch so ein burn out bekomme. Meine schwester hat ebenfalls KS gelernt und bei ihr fängt das schon an, das sie sozusagen nur noch für die arbeit lebt, nicht wirklich viele freunde hat und auch mit ihrem freund ist schluss.
    Ein Kollege von mir musste sogar zur Kur gehen, weil er Tinitus bekommen hat vor lauter stress.
    Wie kann man soetwas umgehen?Trifft das denn jeden der in der Pflege arbeitet? Hat jmd. erfahrungen gemacht? ich hab echt angst davor auch sowas zu bekommen und meinen freund zu verlieren. es heißt ja auch das die meisten pfleger single sind weil sie das nicht alles unter einem hut bekommen. stimmt das?
    würde mich sehr über antworten freuen.


    Liebe Grüße
    ~*Traumtänzerin*~
     
  2. Mobitz

    Mobitz Poweruser

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    Na ja, so was kommt schon mal vor. Zumal Du ja nun auch am Anfang Deiner Berufstätigkeit stehst und das Arbeiten noch nicht gewohnt bist. Da mach Dir mal nicht so die Gedanken. Einfach mal abspannen. Ausgleich schaffen. Das ist wichtig, dann wird das schon wieder.
    Das ist keine gute Verhaltensweise. Man sollte sich schon auch von der Arbeit trennen können. Ausgleich ist das "A" und "O". Hobbys nachgehen. Das mal eine Beziehung endet kommt nicht nur bei Pflegekräften vor. Aber nur für die Arbeit leben ist die falsche Vorgehensweise.
    Wie gesagt: Ausgleich schaffen. Die Arbeit möglichst bei der Arbeit lassen. Manche Dinge nimmt man mit nach Hause, das ist auch normal. Aber es sollte nciht die Regel sein. Hobbys pflegen, Ausgleich schaffen, aber das muss jeder für sich selbst machen, ... gibt da kein Patentrezept.
    Das kann ich so jetzt nicht bestätigen. Hab zwar erlebt, dass Beziehungen enden, aber nicht exorbitant höher als in anderen Berufen. Und dass die meisten Singles sind ist so auch nicht wahr. Es sind viele glücklich verheiratet oder in Beziehungen. Also da kann ich Dich beruhigen.
    Und die meisten Leute bekommen auch Arbeit, Privatleben und Freizeit gut unter einen Hut. Pflege hat sicher den Nachteil, dass man nicht regelmäßig jedes Wochenende und jeden Feiertag frei hat. Das mag belastend sein. Aber dafür hat man unter der Woche frei. Und ich habe auch noch Freunde von vor meiner Ausbildung, die nichts mit Pflege zu tun haben. Die haben halt auch gelernt sich darauf einzustellen, dass ich eben nicht jedes Wochenende Zeit habe. Wer wirklich an der Freundschaft interessiert ist, der respektiert und akzeptiert das.
    Aber es ist eine Umstellung.
    Nur dass jeder in der Pflege ein Burn-Out bekommt stimmt nicht. Das ist immernoch eine eher geringe Zahl. Die meisten gehen mit sich und ihrer Gesundheit und ihrem Privatleben verantwortungsvoll um.
     
  3. fireschwester

    fireschwester Newbie

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    Burn Out Skript

    Hi,
    auf meiner Page findest du unter Downloads ein Skript über dieses Thema.

    Mfg Benjamin
     
  4. catweazle

    catweazle Poweruser

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    Ich habe nach fast 15 Jahren (davon 10 examiniert) immer noch kein Burnout. Und ich habe auch nicht vor, eines zu bekommen. Mir macht die Arbeit grundsätzlich eher Freude, wenn natürlich auch nicht jeden Tag. Burnout hängt auch davon ab, mit welchen Erwartungen man zur Arbeit geht. Wenn die zu hoch sind, dann Gutnacht. Dieses Skript von fireschwester ist ganz gut.
    Und: Ich kenne viele Pfleger im Haus. Die allermeisten sind seit Jahren verheiratet, einige haben eine langjährige Partnerschaft. Die wenigsten Pfleger, die ich kenne, sind Singles. Die Pflegerinnen schon eher, aber die mit Partner sind zumindest bei uns im Haus in der Mehrzahl. Also: Keine Angst. Wenn auch die Pflege von Freundschaften wegen des Schicht- und Wochenend-Dienstes um einiges schwieriger ist.
     
  5. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Durch die immer knapper werdenden finanziellen Ressourcen im Gesundheitswesen ist es zu einer drastischen Reduzierung des Personals gekommen. Durch ein falsches Berufsverständnis - stets für den Patienten da sein, stets seine eigenen Interessen unterdrücken zugunsten des Patienten - kommt es in den letzten Jahren zu einer Zunahme der Burnout-Erkrankungen unter Pflegenden.

    Begründung: Weniger Personal bedeutet weniger Flexibilität des Arbeitgebers bei Erkrankungen von Mitarbeitern. Es wird vom Mitarbeiter eine erhöhte Flexibilität erwartet: stets bereit einzuspringen im Bedarfsfall. Das lässt eine sinnvolle Freizeitplanung nur sehr eingeschränkt zu, da man im Dienstfrei fast immer mit einem Dienstruf rechnen muss.

    Wie sich dagegen wehren?

    Das Sysstem kann sich nur verändern, wenn die Mitglieder des System sich abgrenzen lernen. Dem Patienten ist mit einer (burnout-)erkrankten Pflegekraft nicht gedient. Das bedeutet auch, dass man sich nicht zum Sklaven seines Arbeitgebers machen lässt... auch wenn der Patient scheinbar darunter leiden würde, wenn man absagt. Die Erfahrung zeigt, dass bis dato immer eine andere Möglichkeit gefunden wurde... und wenn die PDL selbst arbeiten geht. *fg*

    Die beste Burnout Prophylaxe: sich selbst wert schätzen!

    Elisabeth (die letzteres gerade übt*fg*)
     
  6. Traumtänzerin

    Traumtänzerin Senior-Mitglied

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    :wink: hey dankt euch für die antworten, dass ist echt lieb. Ich lese mir das Skript jetzt mal in Ruhe durch.

    Nochmals danke! Ich mach das beste draus! ich finde auch, dass man die Arbeit nicht mit nach Hause nehmen sollte. Ist auch besser so...!!

    *~Traumtänzerin~*
     
  7. pflegeschüler1988

    pflegeschüler1988 Poweruser

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    Ich denke es kommt auch auf die Umstände an wie die Arbeitsatmosphäre ist.
    Wenn gut zusammen gearbeitet wird, dann macht die Arbeit ja auch Spaß.
    Auch sollte man immer die kleinen Schritte der Patienten beobachten, z.B. Patient ist bettlägrig, stitzt 2 Tage später an der Bettkante und noch später läuft er auf dem Gang auf und ab das ist doch ein Erfolgserlebnis was mich immer wieder motiviert! Wenn man nicht einen verständnisvollen Partner hat, leidet man sehr darunter, aber man hat sich den Beruf selber rausgesucht, und wer sich im voraus nicht darüber im klaren ist, fällt schnell in ein tiefes Loch!!!
    Daheim abschalten, z.B. Joggen gehen oder Workout, lesen, was dir halt Spaß macht.
     
  8. naemi

    naemi Senior-Mitglied

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    hallo, habe 1991 mit der ausbildung angefangen, bin verheiratet und habe kinder. meine ehe ist gluecklich und wir haben viele bekannte und freunde. ich liebe meinen beruf und habe immer gedacht das mir ein burn out nicht passieren kann, da ich mich bis jetzt recht gut abgrenzen konnte.
    aber im letzten monat habe ich bedenken , ob ich nicht vielleicht doch in der anfangsphase stecke.
    bin seit 8 monaten auf einer allgemein chirugie, die schrecklichste die mir je passiert ist.wir haben einen chefarzt der immer auf station ist bzw. im op. staendig kommt er unerwartet auf station und konntroliert.er mobbt eigentlich alle , ist nie zufrieden , schreit immer irgend jemand an ( die aerzte, die oberschwester, die krankenschwestern..)als ich auf diese station kam sah ich so einige von meinen kollegen wo ich dachte, -ausgebrannt-.er hat eine hit liste von 6 schwestern aufgestellt, die restlichen 18 sind seiner meinung nach inkompetent.von der rechtslage weiss ich das ich der oberschwester unterstehe und der chefarzt mir eigentlich nicht in die pflege reinreden darf.in meinen fall kuscht die oberschwester, und der chefarzt hat immer recht. er findet immer irgendetwas,einen pflaster das seiner meinung falschangebracht ist,eine tuer wo die farbe abgeplatzt ist (schuld der schwester), die zu operierten patzienten muessen seiner meinung nach morgens um 7 alle schon fertig fuer den op sein , im op hemd mit haube, auch wenn er erst um 14 uhr in den op geht.lauter schikane, der witz ist das alle kuschen. ich habe gewagt meinen mund auf zu machen ( war nicht die erste)und darf mich jetzt einreihen in der liste der abzuschiessenden.krankenhausleitung und berufsgenossenschaft weis bescheid , aber es passiert nichts. wir pfleger haben einen brief geschrieben um auf die misstaende aufmerksam zu machen, nichts passiert.habe mal in der psichatrie gearbeitet und mase mir an zu behaupten das dieser arzt eine terapie benoetigt(groessenwahn).
    wie bereits von mir geschrieben ist es die schlimmste station, wir haben uns alle schon beschwert, alle haben einen versetzungsantrag gestellt, nichts passiert.wir sind inzwischen von offiziellen 40 betten auf 50 gekommen .der personalschluessel wurde nicht angehoben.
    jedenfalls wollte ich nur schreiben das ich wirklich zum erstenmal in meinem berufsleben darueber nachdenke ob ich nahe an einem burn out bin.frage mich wielange ich diesem noch stand halte.in alle dem habe ich aber einen kleinen hoffnungsschimmer, spaetesten am 27.04.07 werde ich in ein anderes krankenhaus versetzt, bis dahin heist es fuer mich durchzuhalten und nicht auszubrennen.

    viele liebe gruese von einer schwester die dachte gegen burn out geimpft zu sein.
     
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