Bronchopulmonale Dysplasie (BDP) nur bei Frühchen? Und später?

Dieses Thema im Forum "Fachliches zur Kinderkrankenpflege" wurde erstellt von Miss_Eli, 13.10.2008.

  1. Miss_Eli

    Miss_Eli Junior-Mitglied

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    In meiner Fachliteratur bin ich leider nicht fündig geworden wie sich ehemaligen Frühchen mit einer BPD (bronchopulonale Dysplasie) entwickeln, da diese "Umbaulunge" ja irreversibel ist.
    Nun hat eine Kollegin, welche auf einer Schulkinderstation arbeitet bisher kein Kind mit einer BPD gehabt bzw. wusste bei Kindern mit Atemwegserkrankungen nichts von einer Vorerkrankung wie BPD.

    Sind diese Kinder anfälliger für chronische Erkrankungen wie Asthma oder COPD? Klar ist ja das akute Infekte der Bronchien und Lungen schneller auftreten können.

    Aber einer BPD kann sich ja nicht "rauswachsen", oder???:gruebel:

    Liebe Grüße und Danke für eure Erfahrungswerte!
     
  2. Kikraintensiv

    Kikraintensiv Senior-Mitglied

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    Hallo!

    Ich pflege bei einem ambulanten Kinderintensivpflegedienst ein 2,6 Jahre altes Mädchen. Sie kam in der 25SSW zur Welt und hatte natürlich auch eine BPD. Also so wie ich es mitbekomme, verwächst es sich schon. Das Kind bekommt immer noch o,5 l o2, aber als wir sie aus der Klinik übernommen haben, hatte sie noch 3l.

    Sie muß alle 6 Monate zur Lungen Untersuchung, und es sieht wohl alles gut aus. Ende des Jahres kommt die beatmung die jetzt nur noch nachts ist, und vorher 24 stunden lief, ganz ab und das Kind ist gesund.
    Das sie mehr Atemwegsinfekte hat als die anderen Kinder, die wir haben kann ich nicht bestätigen. Klar hat sie ab und an mal ne bronchitis und dann kurzfrisig auch mal mehr o2 Bedarf, aber nicht öfter als andere Kinder ohne BPD auch...

    LG
    KIKRA .
     
  3. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Wie soll sich das verwachsen?

    Es gibt wenig zu diesem Thema und man scheint mit der Forschung wohl auch erst am Anfang zu stehen.
    Elisabeth
     
  4. Aussie

    Aussie Junior-Mitglied

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    Hallo Miss_Eli,:gruebel:
    ehemalige Fruehchen mit BPD, der schwersten form der chronischen Lungen wie schon von Northway in Jahre 1967 beschrieben wurde, haben oft chronische Lungenprobleme, wie Asthma, Bronchitis, Lungenentzuenungen und Lungenfunktion kann vermindert sein fuer viele Jahre. Hinzu kommt auch noch dass diese Kinder meist auch noch neurologische Konsequenzen haben, wie zum beispiel CP, lern schwierigkeiten.
    Es ist wichtig bei diesen Kindern die Nahrung richtig zu haben, hoch kalorisch weil sie halt soviel Energy zum atmen brauchen und dann nicht mehr viel uebrig ist um neues Lungengewebe aufzubauen. Sauerstoff wird auch fuer lange zeit gegeben manchmal bis zu 2 Jahren.
    Nachuntersuchungen bei 8 jaehrigen ex-fruehchen, hat gezeigt dass die Kinder mit BPD immernoch probleme haben, die bis zum Erwachsenen alter anhalten koennen, da die Lunge mit jeder Entzuendung mehr und mehr Vernarbungen bekommt.
    Quelle: Farnaroff, Martin, Walsh; 8 Ausgabe, Neonatal and Perinatal Medicine, Diseases of the Fetus and Infant, Elsevier Mosby, 2006
    Hoffe es hilft
    Aussie
     
  5. Aussie

    Aussie Junior-Mitglied

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    :gruebel:Hier noch zwei Bilder eine normale Lunge eine mit BPD.
    Aussie
     

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  6. Miss_Eli

    Miss_Eli Junior-Mitglied

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    Danke für die Antworten, ich hoffe doch sehr, dass mein Kind, welches ich betreue, keine Langzeitfolgen davontragen wird, sie ist jetzt 7 MOnate alt und hat kein Sauerstoffbedarf, einen deutlich hörbaren inspiratorischen Stridor bei Werten von 97-100 %.
    Also ganz ok soweit für diese erkrankung, klar sie hatte schon 2 lungenentzündungen, aber dafür hält sie sich ganz gut!

    Jetzt bin ich etwas schlauer und mal gespannt wie sie sich die nächsten jahre entwickelt!

    LG und Danke nochmal!
     
  7. Raulane

    Raulane Newbie

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    Hallo,dazu kann ich Dir Auskunft geben.Leider ist es sehr schwierig im Net Informationen über Kinder zu finden die schon "älter"sind.Das Problem dabei ist das es noch relativ wenige davon gibt,da es erst seit den 80´ziger Jahren möglich war solche Kinder am Leben zu erhalten. Meine Söhne sind heute 12 Jahre alt.Aus 28 SWS. 1100gr. und 800gr.Es gab eigentlich nichts was sie nicht hatten,das ganze Spektrum von "Frühchen Erkrankungen". Sie haben beide etwas zurück behalten. Der eine 1100gr. eine extrem schwere Form der BPD.Bis dato hat noch kein Arzt dies schwere Form je gesehen.Vom klinischen Bild her der Mucoviszidose sehr ähnlich,war auch die Vermutung.Aber der Human genetische Test hat das widerlegt (Schweißtests waren zu ungenau)Seine Lunge ist so zerstört das man "schon"über eine Transplantation spricht und jeder sich wundert wie er schon so "lange"damit leben kann.

    Ich suche immer in Foren nach Eltern denen es ähnlich geht aber bis jetzt habe ich noch niemanden gefunden.

    Ja,bei denen die ich kenne hat es sich "rausgewachsen" bei meinem Sohn überhaupt nicht..im Gegenteil.. Aber ich würde nicht sagen das es mehr gewesen wären als bei seinem Bruder (der eine Top Lunge hat, obwohl er der kleinere war,hat also nicht unbedingt was mit dem Gewicht zu tun und wohl auch nicht mit der Woche..na ja bei Zwillingen..kann ja nicht sein)Der einzige Unterschied wie ich ihn erlebt habe ist:Wenn er erstmal krank ist dann sehr hartnäckig und langwierig.Sein Bruder ist öfter erkältet aber eben schneller wieder gesund.

    Vielleicht konnte ich Dir etwas weiter helfen..wie es auch sein kann...wenngleich sehr selten....
     
  8. steffi881

    steffi881 Newbie

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    hallo, vielleicht kann dir diesen Link helfen, klick -Man findet hier medizinische Experten in Kliniken und Praxen im Fachbereich Bronchopulmonale Dysplasie (BPD) in Deutschland. Ich weiss nicht viel darüber, nur dass je nach Ausprägung der BPD kann die Sauerstoffabhängigkeit des Kindes über Monate bis zu einigen Jahren bestehen.
     
  9. ludmilla

    ludmilla Poweruser

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    Liebe Elisabeth,

    verwachsen in dem Sinne, dass das Kind wächst, zusätzliches Lungengewebe gebildet wird, wie bei jeder kindlichen Entwicklung. Damit hat das Kind zunehmend mehr gesundes Lungengewebe zum Gasaustausch zur Verfügung. Wegen der erhöhten Atemarbeit muss hochkalorisch ernährt werden.

    Die ganz schweren BPDs haben sich nach Einführung von Surfactant (was seit Ende der 80 ziger tracheal in die Lunge verabreicht werden kann) deutlich reduziert. Es gibt sie aber leider immer noch vereinzelt.

    Forschung gibt es reichlich und steht ganz und gar nicht am Anfang. Wie kommst du zu dieser Aussage? Es wurde in den letzten Jahrzehnten vor allem versucht die schweren Lungenschäden zu vermeiden, durch Vermeidung der Beatmung der Frühchen. Das gelingt mittlerweile vielerorts durch spezielle Methoden u.a. durch Surfaktantabe beim spontan atmenden Kind und anschließendem nasalen CPAP, siehe (http://www.anifs.de/Arch11/11Wieg.pdf).

    Das Kinder mit BPD je nach Ausprägung auch als Erwachsene noch Probleme haben ist nicht von der Hand zu weisen, aber viele können später ein durchaus normales Leben führen.

    Gruss
    Ludmilla
     
  10. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Liebe Ludmilla

    Danke für die Erklärung.

    Elisabeth
     
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