Borderline - Gratwanderung des Lebens

Dieses Thema im Forum "Pflegebereich Psychiatrie/Psychotherapie/Psychosomatik/Sucht/Forensik" wurde erstellt von Brady, 14.03.2006.

  1. Brady

    Brady Gast


    Drei bis vier Millionen Menschen leiden in Deutschland am Borderline-Syndrom. Das Krankheitsbild ist dabei ausgesprochen vielfältig und reicht von Depressionen über diverse Süchte bis hin zu Aggressivität und Selbstmord.
    http://www.gesundheit.de/index.php?id=12124
     
  2. Julius

    Julius Junior-Mitglied

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    Danke für den Artikel, er ist wirklich gut :-)
     
  3. iqfisch

    iqfisch Newbie

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    Ein Freund von mir ist seit mehreren Jahren als Boderliner diagnostiziert. Eigentlich geht es ihm (zumindest oberflächlich) ganz gut, allerdings gibt es auch schlechte Zeiten.
    Wenn er jetzt eine akut suizidale Phase hätte, würde da auch von Zwangseinweisung die Rede sein.
    Was wäre dann? Ich glaube nicht, dass er sehr kooperativ wäre, sondern eher verängstigt bis panisch.

    Was passiert dann?
     
  4. Julius

    Julius Junior-Mitglied

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    Wenn ein Arzt erfährt, dass er akut suizidgefährdet ist, kann er zwangseingewiesen werden. Erstmal für 48 Stunden, danach kann er gehen, sofern er nicht per richterlichen Beschluss dabehalten wird oder selbst da bleiben will.

    Dass er verängstigt ist, kann ich verstehen.
    Es gibt in vielen Städten Krisendienste für Suizidgefährdete. Die helfen den Betroffenen und ihren Angehörigen weiter, was nicht sofort in einer Einweisung endet. Sie kommen erstmal zu der Person, reden mit ihr, sorgen für einen Termin bei einer Beratungsstelle usw.. Allerdings kann man auch hier eingewiesen werden, wenn die Leute merken, dass man die Person nur durch einen psychiatrischen Aufenthalt am Leben erhalten kann.
     
  5. Brady

    Brady Gast

    Hallo,

    natürlich wird auch jemand der akut suizidal ist mit einer Zwangseinweisung eingeliefert. Das ist aber auch die letzte Möglichkeit, wenn andere Maßnhmen nicht möglich sind. Wie z.B. freiwillige Einweisung in eine Klinik, glaubhafter Pakt mit dem zuständigen Therapeuten zu schliessen und sich von Suizidhandlungen zu distanzieren, Psychosozialer Dienst (gibt es in jeder Stadt)usw...

    Für jeden ist es einfacher sich selber in die Therapie zu begeben, als wenn man fremdbestimmt eingewiesen wird.

    Sollte dein Freund länger erkrankt sein, kennt er auch diese Achterbahnfahrt der Gefühle, weiß wie stabil seine Instabilität ist. Wenn er in therapeutischer Behandlung ist, kennt er auch vielleicht die Wege die er gehen muss, oder wie er in dieser Phase/Krise sich Hilfe holen kann.

    Gerade bei diesem Krankheitsbild ist es schwierig Vertrauen zu schaffen und eine Zwangseinweisung könnte als Vertrauensbruch gesehen werden.

    Deshalb ist es auch sehr schwierig für die Angehörigen, Freunde, usw damit umzugehen. Man muss selber Grenzen setzen um sich zu schützen, dann geht auch der Weg möglicherweise an eine Zwangseinweisung nicht vorbei.

    Keiner kann für einen anderen die Verantwortung für das Leben oder Sterben übernehmen.

    Es ist ein zu großer emotionaler Druck den kein Mensch aushalten, bzw. übernehmen kann wenn er weiß, daß ein anderer suizidal ist.

    Aufjeden Fall sind dort die Grenzen und diese sollten dann auch im Vorfeld klar sein.

    Regeln sind auch immer eine Stütze für jeden, egal in welcher Beziehung und von welcher Seite ...........Wenn jemand suizidal ist, braucht er Hilfe und die kann er nun mal am besten in einer Klinik bekommen. Da kein Freund oder Angehöriger rund um die Uhr bei einem sein kann und auch in dieser Beziehung bei weitem überfordert ist.

    Er kann natürlich erst gehen, wenn er glaubhaft versichern kann, daß er nicht mehr suizidal ist und auch der verantwortliche Arzt dieser Meinung ist. Dann wird der Beschluss aufgehoben vom zuständigen Richter, spätestens nach 48 Stunden. PsychKG=Unterbringung nach Landesgesetz über Hilfen und Schutzmaßnahmen bei psychischen Krankheiten

    Liebe Grüße Brady
     
  6. iqfisch

    iqfisch Newbie

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    Okay, nehmen wir mal an die Situation wäre er könnte sich nicht überwinden freiwillig beim Rettungsdienst (dürfte ja der Ansprechpartner sein) mitkommen.
    Was passiert dann vor Ort? Und wohin kommt er dann? Und was passiert da?

    Die meisten Autonormalsterblichen kennen die Situation immerhin nicht... :p
     
  7. Brady

    Brady Gast

    Das ist in diesem Thread eigentlich nicht die Frage und so global auch nicht zu beantworten.

    Es ist immer im Verlauf zu sehen was nötig ist um dann zu entscheiden.
    Auf jeden Fall der Situation angemessen, um dem Patienten es nicht unnötig zu erschweren.

    Alles andere hier zu beschreiben wäre nur eine Sensationsmacherei die nicht bei diesem sensiblen Thema angebracht ist.

    Gruß Brady
     
  8. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
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    Intensivüberwachung
    @iqfisch Borderliner leben nicht alleine. Sie haben/ brauchen ein soziales Netzwerk. Diese Situation verhindert in der Regel schlimmeres. In der Regel erkennen die Mitmenschen, wann der Borderliner sich nicht mehr von seinen Suizidgedanken distanzieren kann. Und dann entscheidet ggf. auch der Hausarzt über das weitere Prozedere.

    Wenn dein Freund also diese Suizidgedanken äußert und auf konkrete Nachfrage angibt, dass dieses Denekn ihn beherrscht dann fahre mit ihm in die entsprechende Klinik. Dort wird der Psychiater vor Ort entscheiden ob und wie zu verfahren ist. Die meisten Leute werden im Rahmen einer Krisneintervention ca. 14 Tage behandelt (ist bei uns so) und dann wieder entlassen.

    Ein Notarzt ist nur zu rufen wenn der Betroffene in einer lebensbedrohlichen Situation ist. Und dann entscheidet nicht der Pat. ob der Arzt gerufen werden darf oder nicht. Insofern verstehe ich die Frage nicht.

    Meine Erfahrung mit Rettungseinsätzen geht dahin, dass egal was ist der Pat. einer Klinik zugeführt wird. Hier spilet das Abrechnungsproblem der Rettungsdienste eine entscheidende Rolle.

    Elisabeth
     
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