Body Composition Monitor Fresenius - Erfahrungswerte?

Dieses Thema im Forum "Dialyse" wurde erstellt von Narell, 24.05.2012.

  1. Narell

    Narell Newbie

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    Ich wollte mich mal erkundigen ob es hier jemand gibt der schon Erfahrungswerte mit dem Body Composition Monitor von Fresenius gesammelt hat. Der BCM ist ja nun schon ein Weilchen auf dem Markt und eigentlich muessten einige Anwender (in Deutschland) ihre Erfahrungen mit dem Geraet gesammelt haben.

    Ist es zuverlaessig ?
    Wird es regelmaessig benutzt ?
    Sind die Messergebnisse klinisch verwertbar und "besser" als Vergleichsmethoden (Cava sono/Critline/BVM) ?
    Ist es etwa schon der "Goldstandard" im Bereich der Ueberwaesserungsbewertung ?
    Ist es sein Geld wert ?

    Ich arbeite hier in West Australien (Perth) und wir haben kuerzlich das Geraet bekommen, haben aber Einschraenkungen in seiner Benutzung da es offensichtlich nicht bei Beinamputierten oder Stent-implantierten angewendet werden darf. Ebenso scheint die Vergleichspopulation (interner Datenpool) sich nur an weisser Bevoelkerung zu orientieren und ist daher bei unserer zu 70% Aboriginiepopulation in unserer Dialyseabteilung nicht anwendbar.

    Es wuerde mich sehr freuen , wenn mir da jemand weiterhelfen koennte !
    Schoene Gruesse aus Westaustralien !

    Narell
     
  2. Graf Zahl

    Graf Zahl Newbie

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    Hallo Narell,

    könnte dir eine ausführliche Antwort geben, aber deine Anfrage ist ja schon eine ganze Weile her und bevor ich hier loslege möchte ich mich vergewissern ob noch Interesse besteht :-).

    Glück Auf,

    Graf Zahl
     
  3. GesundPfleger

    GesundPfleger Newbie

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    Mich würde die Antwort auch interessieren :-)
     
  4. Graf Zahl

    Graf Zahl Newbie

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    In unserer Krankenhausdialyse setzen wir den BCM-Monitor seit ca. 1 1/2 Jahren regelmäßig und häufig ein. Da wir einen hohen Anteil an stationären Patienten haben die teilweise nicht gewogen werden können ist der BCM-Monitor, mit gewissen Einschränkungen, eine der wenigen zuverlässigen Methoden zur Sollgewichtsbestimmung. Auch die Messergebnisse bezüglich des Ernährungszustands der Patienten kann sehr hilfreich sein.

    Zur Zuverlässigkeit: Bei den meisten Messungen erhält mann sehr zuverlässige Werte. Das zeigt sich bei unseren chronischen Patienten, die regelmäßig gemessen werden daran das das so berechnete Sollgewicht bei moderaten Gewichtszunahmen komplikationslos erreicht wird und weder Überwässerungszeichen auftreten (bei moderaten Gewichtszunahmen :-) ), und die Patienten auch nicht zu "trocken" werden. Dabei ist es bei uns Ziel nach HD den vom BCM gemessenen/errechneten Sollgewichtswert um 500 ml zu unterschreiten um "nach oben" etwas mehr Spiel zu haben.
    Wenn man BVM bei der Fresenius mitlaufen lässt kann man auch recht gut erkennen das man mit dem so festgelegten Sollgewicht meist richtig liegt.

    Problematisch wird es häufig bei Patienten mit metallischen Implantaten (Hüft- oder Kniegelenk), es wird ja auch angegeben das es bei diesen Patienten nicht funktioniert. Man kann dies aber meist bei Messung schon an der auf dem Bildschirm erscheinenden Kurve (Cole-Cole-Plot) erkennen, wenn diese keine eindeutige Sinuskurve hat läuft etwas schief.
    Einschränkungen gab es bisher eben auch bei Patienten mit Stents und implantierten Schrittmachern/ICDs, da bei diesen bisher keine Messung durchgeführt werden durfte. Vor kurzer Zeit kam ein Rundschreiben von Fresenius das die Messungen mit Geräten der neueren Softwareversion bei solchen Patienten jetzt durchgeführt werden darf, allerdings nur bei Schrittmachern mit bipolaren Elektroden!

    Bei Patienten mit Amputationen darf die Messung durchgeführt werden, hier besteht ja keine Patientengefährdung. Weil aber das Verhältnis von Muskel-, Fett- und Bindegewebe nicht mehr so ist wie bei gesunden liefert der Monitor auch hier nicht eindeutig interpretierbare Ergebnisse. Es gibt allerdings eine Korrekturtabelle für amputierte Patienten, direkt von Fresenius erhältlich. Wie verlässlich dies ist kann ich nicht beurteilen.

    Interessant wird es eben auch bei Nichteuropäern. Asiaten, Afrikaner, Aboriginie, alle scheinen eine andere Körperzusammensetzung zu haben, da sollte man dann sicher vorsichtig sein und nicht blind das errechnete Sollgewicht anstreben.

    Ob das Gerät sein Geld wert war kann ich nicht beurteilen, es ist auf jeden Fall in vielen Fällen eine gute Hilfe. Je mehr Messungen man durchführt desto eher erkennt man wann man sich auf den Wert verlassen kann, ZVD oder BCM sind ja auch nicht immer so zuverlässig.

    Ich hoffe ich konnte weiterhelfen,

    Glück Auf!,

    Graf Zahl
     

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