Blutgruppenänderung bei Neugeborenen

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Ich habe gehört, dass sich die Blutgruppe bei Neugeborenen ändern kann.
Wie funktioniert das?
Wo finde ich Material? Im Internet gibt es nur den Hinweis, dass die Blutgruppen sich in der Regel nicht ändern. Das hilft mir aber auch nicht viel.
 
C

coffeecup

Gast
Also das sich die Blutgruppe ändern kann ist mir ganz neu. Ich glaube auch nicht das soetwas möglich ist.
 

Ute S.

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Hallo,

also Blutgruppenänderung aus natürlichen Gründen ist nicht möglich. Zu früheren Zeiten, als Rhesusunverträglichkeiten noch häufiger waren, hat man oftmals das Blut ausgetauscht. Ich könnte mir vorstellen, dass vielleicht dadurch eine Blutgruppenänderung hervorgerufen werden konnte. Obwohl es ja auch schwerwiegende Probleme mit Antikörperreaktionen gegeben haben muss.
Aber die Zeiten sind ja schon lange vorbei.

Ute S.
 

Elisabeth Dinse

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Ute S. schrieb:
Ich könnte mir vorstellen, dass vielleicht dadurch eine Blutgruppenänderung hervorgerufen werden konnte.
?????

http://64.233.183.104/search?q=cache:7rb471sCQYkJ:www.netdoktor.at/kinder/rhesusfaktor.shtml+Antik%C3%B6rper+Unvertr%C3%A4glichkeit++Blut&hl=de

Wieso sollte ein gruppenfremdes Blut genommen werden? Es gilt beim Neugeborenen das gleiche wie beim Erwachsenen.

Woher hat Susanne eigentlich diese Information? Meint sie eventuell, das Prinzip der Universalspender und der Universalempfänger?

Im Notfall können Patienten aller Blutgruppen Erythrozytenkonzentrate der Blutgruppe 0 Rh negativ erhalten. Daher werden Spender mit 0 Rh negativem Blut auch als Universalspender bezeichnet.
Personen mit der Blutgruppe AB gelten als Universalempfänger, weil sie notfalls auch Blut von Personen beliebiger anderer Blutgruppen erhalten können. Dies ist möglich, da das Blutplasma der Blutgruppe AB keine Antikörper gegen Erythrocyten anderer Blutgruppen enthält. Weil aber das Plasma der Blutgruppen A bzw. B Antikörper enthält, die mit dem AB-Erythrocyten reagieren können, sind hier Komplikationen möglich.
http://de.wikipedia.org/wiki/Blutgruppe

Blutgruppen sind genetisch festgelegt und nicht veränderbar.

Elisabeth
 

Ute S.

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Hallo Elisabeth, ich gebe Dir ja recht, aber ich meinte auch mal gehört zu haben, dass es mit dem Austausch zu tun hat. War für mich aber aufgrund der Blutgruppenunverträglichkeiten nie logisch, sprich ich konnte eigentlich nie daran glauben. Ute S.
 

Elisabeth Dinse

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Mir ist das physiologisch gesehen völlig unklar. Ich kann zwar das Blut austauschen- nehmen wir an, ich hätte dann tatsächlich nur noch Universalspenderblut im Körper des Betreffenden. Das hat aber doch keinen Einfluss auf die Blutbildung. Wenn es so einfach wäre, die Blutgruppe zu ändern, dann hätte sich z.B. das Verfahren zur Feststellung der Vaterschaft mittels Blutgruppe nie etablieren können. Ich denke, hier geht es um Missverständnisse oder Wunschdenken.

Vielleicht erfahren wir ja noch die Quelle von Susanne.

Elisabeth
 

Ute S.

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Hallo Elisabeth,

wie schon geschrieben, mir war das auch immer völlig suspekt. Ging mir auch immer gegen mein Wissen und meinen Verstand.
Ich meinte nur mal so was gehört zu haben.

Ute S.
 

pflegus

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Habe "Blutgruppenänderung" eingegeben, dies ist rausgekommen ( Knochenmark-u. Stammzellentransplantation) :
Interessant zu erfahren, dass mit einer allogenen Stammzellenspende zwangsläufig eine Blutgruppenänderung einhergeht. Der Empfänger hat für sein „Neues Leben“ die Blutgruppe des Spenders übertragen bekommen! (kompletter Stammzellenaustausch!). Welche „Verwirrung“ bei ggf. anfallender DNA-Analysen!
 

Elisabeth Dinse

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*grübel* Warum macht man dann so einen Aufriss für den idealen Spender??? Man könnte doch den Pat. nach dieser Idee jedes Blut übertragen? *grübel*

Wenn sich Spender und Empfänger in der Blutgruppe unterscheiden, wird zur Vermeidung einer Hämolysereaktion eine Entfernung der Erythrozyten oder des Blutplasmas durchgeführt.

Elisabeth (die dabei erst mal bleibt: Blutgruppenänderung- nein)
 
Zuletzt bearbeitet:

corpax

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Das sich die Blutgruppe ändert kann ich mir auch schwer vorstellen.

Ich weiss aber das auf unseren Laborzetteln immer steht, dass eine sichere Blutgruppenbestimmung erst ab Ende des 1. Lebensjahres möglich ist.
Warum das so ist weiss ich auch nicht. Ist aber eine spannende Frage!
 
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Der Blutgruppenausweis wird für Neugeborene erst ausgestellt, wenn sie ca. 1 Jahr alt sind. Anscheinend ändern sich die Untergruppen? Ein Arzt hat versucht, mir das zu erklären, aber ich habs ehrlich gesagt, nicht verstanden.
 

Engel20

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ich glaube es ändert sich, wenn denn, nur der rhesusfaktor... hab da letztens mal nachgefragt auf arbeit und die schwester meinte, dass ja der rhesusfaktor ein merkmal auf den erythrozyten ist...da dieses in so frühen tagen noch nicht genau erkennbar ist, kann es sein, dass es sich im laufe der zeit eines säuglings noch richtig ausbildet bzw. verändert.

somit hat das neugeborene anfangs z.B. erst A negativ (d.h. es ist kein eiweiß auf den erys) und im laufe der zeit dann bildet sich das aber doch noch aus/ wird erkennbar (es hat dann also A positiv)....


kann das so ungefähr hinkommen????:roll:
 

flammenvogel

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Blutgruppe ist genetisch festgelegt

Das Neugeborene hat eine genetisch festgelegte Blutgruppe. Diese lässt sich nicht verändern. Das bedeutet, die Antigene, die auf den Erythrozyten sitzen, lassen sich nicht verändern, da sie genetisch festgelegt sind.

Beim Neugeborenen enthält das Blut noch keine Antikörper; erst im ersten Lebensjahr werden Antikörper gegen die nicht in den eigenen roten Blutkörperchen enthaltenen Antigene gebildet.

lg
 
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veränderte Blutgruppe

Also ich glaube auch schon mal so was gehört zu haben.
Allerdings nicht nur bei Neugeborenen und im Zusammenhang mit der Stammzellentransplantation.
Aber näheres weiß ich dazu auch nicht.
 

Sr Simone

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Hi!!

Ich glaub, sie meinte es so. Es stimmt nämlich dass die Blutgruppe bei Neugeborenen und Frühgeborenen noch nicht genau bestimmtbar ist in den ersten Wochen. Und zwar ist das aus folgendem Grund so:
Und zwar bestimmt man die Blutgruppe bei NG/FG über den Antikörpernachweis im Plasma. Das Antigen welchens auf den Erys sitzt ist genetisch festgelegt.Erst in den ersten Wochen bildet das NG/FG Antijörper und zwar durch Kontakt über die Umwelt. "A kenn ich- B nicht-> bildet AK gegen B.
Der Rhesusfaktor ist Ery- spezifisch.

Wenn man das Kind in den ersten Tagen transfundieren muß, nimmt man 0, mit den AK A und B im Plasma, da noch keine AK beim ind im Plasma vorhanden sind. deshalb ist auch die Bestimmung in den ersten Wochen schwierig. Die Blutgruppenbestimmung über das Plasma ist günstig und einfach aber nicht 100%- ig sicher. Oft wird die Blutgruppe korrigiert.

LG
Simone
 

medizin-ersti

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halli hallo :-)

Also es gibt Vorstufen der H-Antigene ("Nullantigene für Blutgruppe 0, so wie A-Antigene für A). Diese Antigene gehören zum sogenannten i/I - System, das ist neben dem großen AB0-System und dem Rhesus-System noch ein kleines klinisch wenig interessantes System. Die Antigene i/I kommen auf der Eryoberfläche gleichzeitig vor. Beim Neugeborenen überwiegt das i-Antigen und beim Erwachsenen das I-Antigen.
Es gibt außerdem zugehörige Anti-I Immunglobuline, die in geringen Mengen bei fast allen Menschen vorkommen, aber meist kein Komplement aktivieren können d.h. sie können keine Hämolyse verursachen (außer wenn sie pathologisch vermehrt sind).
Anti-i (igM) kommt selten vor (bei bestimmten infektiösen oder malignen Erkrankungen).

Kann es sein, dass susannehanssen vielleicht nicht die Blutgruppe sondern das Fet-Hämoglobin gemeint hat? würd mir da in den Sinn kommen.
 

Sr Simone

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Hi!

Glaub ich net, sie hat ja nach Blutgruppe gefragt und das Fet-Hämoglobin find ich steht jetzt nicht so damit in Verbindung oder?

Vielleicht sagt sie ja selbst nochmal, was sie meinte?!
 

medizin-ersti

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Hi.
Engel20 schrieb:
die schwester meinte, dass ja der rhesusfaktor ein merkmal auf den erythrozyten ist...da dieses in so frühen tagen noch nicht genau erkennbar ist, kann es sein, dass es sich im laufe der zeit eines säuglings noch richtig ausbildet bzw. verändert
das ist so nicht richtig.
bei jedem Neugeborenen mit einer rhesus negativen Mutter wird direkt nach der Geburt eine Kontrolle durchgeführt, selbstverständlich sind die Rhesus-Antigene nach der Geburt schon alle vollständig ausgebildet. Es ist auch nicht so, dass rhesus negative Personen gar keine Antigene haben. Es gibt im Rhesus-system 5 Wichtige Antigene: D,C,E,c und e (d ist das fehlen von D). Im Genotyp dd (rhesus negativ) werden nicht automatisch Anti-D Antikörper gebildet, nur nach Kontakt mit Rhesus positivem Blut (D) z.B. bei Transfusionen oder MHN (Neugeborenenerythroblastose), d.h. dass man Rhesuskontrollen mit spezifischen Antikörpern nachweist. In seltenen Fällen macht man einen Suchtest auf irreguläre Antikörper, z.B. Anti D, Anti e, Anti C oder c usw..............
 

Micke

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Hallo, habe keine Ahnung bzgl. Blutgruppen etc.. aber ich habe im Februar entbunden und bin rhesus negativ.. als ich nachfragte, wie denn nun die Blutgruppe meines Sohnes sei, sagte mir die Kinderärztin, dass er momentan auch rhesus negativ sei, dass es sich aber verändern kann....

soviel dazu....

was sich wie ändert? K.A. Aber ich kann bestätigen, dass das nicht einer von einem der es mal von jemanden erfahren hat gehört hat.. und ich glaube kaum, dass die Ärztin mich Schwachsinn erzählen würde.

lg Michalina
 

medizin-ersti

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dann hast du das falsch verstanden, oder die ärztin hat es dir falsch erzählt. definitiv da gibt es keine diskussion. das sich blutgruppen aber ändern können hab ich oben schon erwähnt (siehe i/I-System) ich denke wenn dann hat sie davon gesprochen aber NICHT vom rhesussystem.
 

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