Blutdruckmessung am Arm mit Venenverweilkanüle

Dieses Thema im Forum "Fachliches zu Pflegetätigkeiten" wurde erstellt von Haubenmeise, 08.03.2011.

  1. Haubenmeise

    Haubenmeise Newbie

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    Ich hatte neulich eine Diskussion mit einer Kollegin darüber, ob das Blutdruckmessen an einem Arm mit venösem Zugang zulässig sei. Ich habe mal gelernt, dass das nicht gemacht wird. Sie war anderer Meinung. Wie macht ihr das und was kann passieren, wenn man es tut?
     
  2. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Ich bilde mir ein, gelernt zu haben, wenn möglich am anderen Arm zu messen - das geht aber nicht immer. Du legst z.B. keine Venenverweilkanüle an einen Arm mit Lymphödem - Blutdruck messen darfst Du da aber auch nicht.

    Was passieren kann? Du unterbrichst kurz den venösen Rückfluss. Das dürfte aber nur bei wenigen Medikamenten ein Problem darstellen.
     
  3. Dirk Jahnke

    Dirk Jahnke Poweruser

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    Moin Haubenmeise

    Klar ist es zulässig.

    Ersteinmal noch ein paar Beispiele:

    - Dialysepatient mit Shuntarm - Viggo am anderen - RR nicht am Shuntarm
    -Patient hat 2 Viggos rechts und links
    -Herzkatheter über die Radialis/Brachialis jetzt Druckverband - Viggo am anderen Arm
    -Patient hat nur einen Arm
    ...

    .....

    Wüsste nicht warum man grundsätzlich nicht am "Viggoarm" RR messen sollte. Nur sollte einem klar sein das Medikamente, die über die Viggo laufen für den Zeitraum der Messung nicht entsprechend wirken bzw. es zur Bolusapplikation nach beenden der Stauung kommen kann.
    Sollte man zum Beispiel in einer Notfallsituation bei Katecholamingabe peripher bedenken. RR alle 2 Minuten am falschen Arm kann da schon mal den Kreislauf beeinträchtigen :trinken:
     
  4. anästhesieschwester

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    Bei den "nicht lebenswichtigen" Medikamenten tut´s auch ein Rückschlagventil, das zwischen Infusionssystem und 3-Wege-Hahn geschaltet ist.
    Bei vielen Operationen wäre eine Narkose auch gar nicht anders möglich, ohne die Patienten mit Viggos am Fuß zu quälen, was die Mobilisation dann sehr erschwert (z.B. Osteosynthesen der oberen Extremitäten).
    Im Ausnahmefall RR-Messung mit entsprechenden Manschetten am Unterschenkel (häufiger Seitenwechsel nötig) oder eben arterielle Messung.


    Gruß
    Die Anästhesieschwester
     
  5. hk-um

    hk-um Senior-Mitglied

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    Also gelernt habe ich auch, wenn es sich vermeiden läßt so soll man nicht an dem Arm messen wo die Viggo liegt. Direkt untersagt ist es glaube ich nur bei den wenigsten Medikamenten. Mir persönlich fallen nur Chemotherapeutika ein, wo wir direkt in Anweisung hatten jede Stauung an dem Arm zu vermeiden.
     
  6. Schwester Rabiata 2

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    Ich sehe auch zu, dass ich den Braunülenarm nicht zum RR messen nehme, aber manchmal gehts net anders.
     
  7. Haubenmeise

    Haubenmeise Newbie

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    Hallo!

    Danke euch für die vielen Antworten. Mir ist schon klar, dass es viele Fälle gibt, wo man keine andere Möglichkeit hat als am Viggo-Arm zu messen. Aber in dem diskutierten Fall lag keine dieser Situationen vor. Nur an dem viggofreien Arm war der Blutdruck höher und die Kollegin war der Meinung, die Info über den höheren Blutdruck würde den Pat. psychisch zu sehr belasten.
    :daumen:
     
  8. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    RR-Unterschiede an den Extremitäten kommen vor, mit Infusion oder ohne.
     
  9. *nursi*

    *nursi* Junior-Mitglied

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    gerade dann hätte sie doch den freien arm nehmen müssen! immer der arm mit dem höheren druck...erst nimmt sie den arm mit zugang, obwohl dies nicht notwendig war. begründet dies dann damit, dass an diesem arm der RR niedriger war!? *kopfschüttel*
     
  10. Sr. S.

    Sr. S. Poweruser

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    Ich wundere mich auch.
    Ich kennen es so, dass man bei der Aufnahme den RR an beiden Armen misst und in der Folge möglichst immer an dem Arm mit dem höheren Wert. Wenn eine VVK liegt, nimmt man den Arm möglichst nicht, außer es sprechen andere Diagnosen oder Therapien gegen den anderen Arm ohne Viggo.
    Die RR-Messung am OS ist zwar möglich, aber auf den peripheren Stationen, die ich kennen gelernt habe, gab es keine OS-Manschetten. Oft genug gab es noch nicht mal L- oder S-Manschetten, obwohl die falsche Manschettengröße bekanntlich den Messwert verfälscht.

    Vielleicht sagst Du Deiner Kollegin mal, dass man den Patienten nicht immer den RR-Wert mitteilen braucht. Manchmal sage ich einfach "der Blutdruck ist soweit in Ordnung". In den seltensten Fällen, haben mich die Patienten dann nach dem genauen Messwert gefragt.
     
  11. Sash

    Sash Junior-Mitglied

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    Hallo,

    auch ich habe es so gelernt wie die anderen User vor mir, das man wenn es sich vermeiden lässt, man nicht an dem Arm RR messen sollte wo die Viggo liegt.

    LG
     
  12. BamBamsche

    BamBamsche Poweruser

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    Ich habe es auch so gelernt, aus dem Grund, weil wenn grad eine Infuison reinläuft, man das kurz unterbricht und sobald die RR Messung fertig ist ein Bolus verabreicht wird. Einfache Lösung aber dafür: Infusion solange abdrehen. Ich versuche wenn möglich nicht am Viggo Arm zu messen, manchmal geht es aber nicht anders. Ebenso wenn der Arm nach einem Apoplex betroffen ist oder ein Lymphödem vorhanden ist.
     
  13. mullewapp

    mullewapp Newbie

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    Also ich habe gelernt das man möglichst am "nicht Viggo Arm" misst, allerdings nur weil die Viggo sonst halt kaputtgehen könnte (natürlich nich zerbrechen oder so, aber das sie halt nichmehr läuft) und man ne neue legen müsste...!
     
  14. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Solange es sich um Schwerkraftinfusionen handelt, dürfte es lediglich einen Rückstau geben. Läuft die Nadel eh net gut, hast du hinterher Probs mit der Blutgerinnung in und vor der Nadel- sie setzt sich zu.

    Bei ner entsprechend hohen Einstellung bei einem Infusiomaten kann dir im ungünstigten Falle die Vene platzen. Problem tritt vor allem bei älteren Pat. auf.

    Elisabeth
     
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