Blutabnahme

Dieses Thema im Forum "Fachliches zu Pflegetätigkeiten" wurde erstellt von MerrySchubert, 10.06.2002.

  1. MerrySchubert

    MerrySchubert Newbie

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    ich bin 15 und habe gerade ein praktikum im krankenhaus gemacht.könnt ihr mir sagen, wie man blutabnimmt? :?: brauche es für meinen praktikumsbericht!könnte mir auch mailen an MerryMausi@web.de
    danke
     
  2. Ute

    Ute Poweruser

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    Hi,

    Du brauchst Material:

    1. Stauschlauch
    2. Hautdesinfektionsmittel
    3. unsterile Tupfer
    4. Butterfly oder Punktionsnadel
    5. Blutröhrchen
    6. Pflaster

    Durchführung:

    1. Patient informieren
    2. Hautdesinfektion durchführen an der Stelle wo die Blutabnahme gemacht werden soll z.B. Ellenbeuge ( V. mediana cubiti)
    3. Stauschlauch anlegen, Vene und Verlauf sorgfältig palpieren, erneute Hautdesinfektion, Vene im flachen Winkel punktieren, Stauschlauch lösen,
    langsam aspirieren (Blutabnahme), unsterilen Tupfer auf die Einstichstelle legen und Kanüle entfernen. Punktionsstelle 5 Minuten komprimieren

    Ich hoffe, es bringt Dich weiter ???
     
  3. Rabenzahn

    Rabenzahn Poweruser

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    Hallo,

    je flacher der Winkel bei der Punktion, desto schmerzhafter die Aktion, da der Weg durch die Haut sehr lang wird. Und nur die Haut leitet Schmerzen weiter.

    Venenpunktionen im Winkel von 45° Grad zur Oberfläche durchführen.
    Arterielle Kanülen werden im Winkel von 30 ° Grad zur Oberfläche eingestochen.

    Sobald das Gefäß erreicht wurde, wird die Spritze abgesenkt und die Kanüle vorgeschoben.

    Merke: Je steiler der Einstich, desto weniger Schmerz :lol:

    Aber warum soll ich den Stauschlauch lösen und dann aspirieren ? Ich habe ihn immer erst dann gelöst, wenn ich fertig war mit der Blutentnahme. Hat sich das geändert ? :twisted: :roll:
     
  4. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Liebe Kollegen

    Erklärt mir doch bitte mal, warum ein 15jähriger Praktikant die Technik der Blutentnahme in seinem Bericht so dezidiert aufschreiben soll? Gibts in der Krankenpflege nichts anderes, was man berichten könnte? Es stimmt schon sehr nachdenklich, wenn sogar Praktikanten offensichtlich dem medizinischen Aspekten mehr Bedeutung beimessen als den pflegerischen. Aber der Pflegeberuf wird ja auch erst so richtig wertvoll, wenn ich Blut abnehmen kann, Blutzucker bestimmen kann, Flexülen legen kann etc. . Das Waschen,lagern, Essen reichen... das kann doch jeder. Kann das wirklich jeder? :( :evil: :(

    Elisabeth
     
  5. Rabenzahn

    Rabenzahn Poweruser

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    Hallo Elisabeth,

    sicherlich kann ich auch nicht erklären, warum ein Praktikant die Blutentnahme so genau beschreiben möchte. Aber offensichtlich ist es spektakulärer Blut abzunehmen als zu schreiben : > Dann habe ich den Rücken des Patienten xy gewaschen. <

    Es gibt eben Dinge in der Pflege, die höher bewertet werden als die eigentliche Pflege. Ich habe in meinem Berufsleben viele ( leider zu viele ) Kollegen und Kolleginnen erlebt, die sich mehr um den Arzt und dessen Tätigkeiten gekümmert haben, als um den Patienten. Will damit sagen, dass es bereits bei den SchülerINNEN anfängt mehr Interesse zu wecken, wenn der Doktor fragt ob sie Visite mitmachen will, als einen Patienten richtig zu pflegen.
    Obwohl sie bei der Visite nicht 1/5 dessen versteht, was dort gesprochen wird.

    Leider sehe ich es bei den Rettungsassistenten die wir ausbilden auch imer wieder. Frage: " Was möchtest Du bei uns ( Anästhesie ) machen ? "
    Antwort:" Braunülen legen und intubieren. "

    Sie haben keine Ahnung von Hygiene, Krankenbeobachtung oder gar Beatmung. Aber Braunüle und Tubus !!

    Sieht man sich die kleinen Schmalspurfilmchen über Kliniken an, wird dort auch fast jeder Patient nach der Einlieferung defibrilliert. Warum ? Es ist eben spektakulär.
    Vielleicht benötigt er aber erstmal eine Urinflasche. ( Ist natürlich jetzt übertrieben ) Aber würde das gezeigt ???

    Eigentlich hatte ich auch ein ungutes Gefühl bei der Beschreibung der Blutentnahme. Denn wer Blut entnimmt, könnte ja auch theoretisch dort etwas einspritzen. Oder ? ( Ist natürlich eine Spekulation )

    Aber als Hauptthema eines Praktikumsberichters ist die Beschreibung der Blutentnahme wirklich nicht geeignet und da gebe ich Dir völlig Recht. Es gibt viel wichtigere Dinge in der Krankenpflege.
     
  6. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Hallo Rabenzahn

    Wie kommen unsere angehenden Jungschwestern und -pfleger denn zu dieser Erkenntnis?

    1. Fast die gesamte Ausbildung dreht sich um medizinische Probleme. Der Unterricht wird zu einem nicht geringen Teil von Ärzten gehalten. Hat ein Arzt Ahnung von Pflege?

    2. Was macht der Schüler in seinem Praktikum? Er ersetzt eine Pflegekraft indem er zum waschen, lagern und essen reichen geschickt wird. Das kann man ja auch ohne große Ausbildung, das kann jeder. Für niveauvollere Tätigkeiten braucht man erst eine entsprechende Ausbildung.

    3. Die Pflegeausbildung erweckt nicht selten den Eindruck einer technischen Ausbildung: erst den abgewandten Arm waschen, wann Waschwasserwechsel etc. . Der Schüler stellt fest: die Realität sieht anders aus, weil: man wäscht einen Menschen und keinen Roboter.

    4. Der Auszubildende erhält während seiner Ausbildung zwar viel technisches Rüstzeug und biomedizinisches Wissen, aber die Kenntnisse in psychologischer Begleitung eines Menschen sind eher mehr als dürftig.

    5. Unsere Vorbildwirkung tut ein übriges. Wieviele von uns zeigen einem Schüler, wie eine Begegnung mit einem Patienten gestaltet wird? Wie man eine Kommunikation anpaßt? Wie Krankenbeobachtung funktioniert unter ganzheitlichen Gesichtspunkten? Da ist das Erklären von medizinischen Aspekten doch schon leichter.

    Ich brauche nur in die verschiedenen Pflegeforen schauen und finde meine Theorie täglich bestätigt. Mindestens 95% der Fragen drehen sich alleine um medizinische Aspekte. Aspekte, die eigentlich der Arzt regeln müßte, die wir aber mittlerweile schon in unsere Arbeit integriert haben. Wissen, das Anerkennung bringt. Anerkennung, die uns bei unserer eigenen Tätigkeit verwehrt bleibt... vielleicht auch weil wir diese als nicht wertvoll präsentieren.

    Elisabeth
     
  7. Ute

    Ute Poweruser

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    hi,

    kann sein, dass ich nicht mehr auf dem neusten Stand bin !!! :? In unserer Abteilung / Dialyse, müssen die Stauschläuche gelöst werden , sonst verfläscht sich der abgenommene Kaliumwert bei der aspiration.

    Wie macht Ihr das ???
     
  8. Dorothee

    Dorothee Stammgast

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    Hallo Ute,

    wir lösen den Stauschlauch erst nach der Blutentnahme. Ich kann mir jedoch sehr gut vorstellen, dass bei Euch der Kaliumwert einen höheren Stellenwert hat und alle möglichen Fehlerquellen vermieden werden müssen.

    Wenn ich so nachdenke, eigentlich punktiere ich ziemlich selten eine Vene um Blut zu gewinnen. Unsere Patienten sind überwiegend mit ZVK oder Aterie ausgestattet.

    Irgendwie habe ich den Eindruck, dass die Diskussion vom Thema Blutentnahme wegdriftet.
    Die entstehende Diskussion finde ich jedoch sehr wichtig und verdient ein eigenständiges Thema.
     
  9. Skraal

    Skraal Senior-Mitglied

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    Vielleicht hat der 15-jährige Praktikant, ja auch einfach alles andere gewußt für seinen Bericht, nur eben die Blutentnahme nicht, die ja auf manchen Stationen pflegerische Tätigkeit ist, weil sie so selten gemacht wurde als er da war, Er sie aber trotzdem in 4 Sätzen erläutern möchte.
    Wenn man etwas hier fragt, heißt es ja nicht, daß man alles was man nicht fragt blöd und langweilig findet.
     
  10. Kieria

    Kieria Newbie

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    Hallo Elisabeth,

    Ich mache derzeit eine Ausbildung zur MFA und ich muss dir recht geben das der medizinische Aspekt sehr groß. Ich habe allerdings vor meiner Ausbildung ein Jahrespraktikum in einer Notaufnahme im Krankenhaus gemacht und wenn ich da eins gelernt hab dann ist es das ich zu wenig in der Medizin wusste und das ich um himmelswillen froh bin das ich jetzt (ende 2. lehrjahr) zumindest ansatzweise weis das es bedeutet wenn der Urin den ich untersuchen möchte (oder sei es nur ins labor bringen will) richtig *******e aussieht weil er voller blut ist und es ein Urin von einem jungen mann ist. Im alltag müssen wir pflegekräfte/mfa´s sehr oft entscheiden ob wir eine situation ernst nehmen oder nicht und dafür ist ein gewisses grundwissen einfach vorraussetzung. ich finde es ist immer wichtig möglichst gut informiert zu sein auch für die kommunikation. Pat. haben oft das bedürfnis über ihr leiden zu sprechen und man muss auch hier deren krankheit verstehen können und das kann man ohne ausbildung nunmal sehr schlecht wenn man z. B. nicht weis was ein "Krebs" ist.

    ich finde auch eine 15. jährige praktikantin kann in ihrem bericht eine blutabnahme mit rein nehmen alles andere (das waschen, kommunikation, usw.) hat sich sicherlich schon in den tagesberichten.
     
  11. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Die Praktikantin ist inzwischen 24 ^^

    Wie gräbt man solche Leichen aus?!
    Aber wird sicher auch anderswo noch aktuell sein :-)
     
  12. HellBunny

    HellBunny Senior-Mitglied

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    Schenkelklopfer! :sflouts:
     
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