Blockung von Trachealkanülen

Liza

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Hi,
wer kann mir Auskunft über Blockung der Trachealkanülen während der Weaningphase geben? Z. B bei Schluckversuchen und Sprechventilen. Wird grundsätzlich entblockt? Kann in meinem "Larsen" leider nichts darüber finden.
Liebe Grüße ,Liza
 

Rübezahl

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Hey!

Also bei uns sind Pat. mit TK zunächst generell geblockt..
Die Ergotherapie unternimmt dann Versuche und schaut wie es mit dem Schlucken klappt. Aspiriert der Pat. nicht und ist wach & ansprechbar, kann er manchmal selbst mit geblockter TK und Beatmung essen (wobei das eher selten ist).
Es wird also auf keinen Fall grundsätzlich entblockt!!!
Sprechventile (bei uns Sprechaufsatz genannt) nimmt man ja nur bei entblockter TK, da die Pat. sonst ersticken würden!!! Übungen in punkto Sprechaufsatz werden auch überwiegend durch die Ergo bzw. teilweise durch das Pflegepersonal (natürlich nach entsprechender Arztanordnung) gemacht. Wir achten halt dabei auf Herzfrequenz, O2-Sättigung und den Allgemeinzustand der jeweiligen Pat. Also bildet der Pat. gut Stimme oder hat er vermehrten Hustenreiz, usw. Man beobachtet halt den Pat. als Ganzes...
In der Weaningphase kann der Pat. also durchaus schon entblockt werden, abhängig natürlich wie er die Beatmungspausen toleriert. Soll heißen er muss auf jeden Fall ab vom Respirator..
Wie läuft bei euch das Weaning ab? Wird gleich versucht das der Pat. spontan atmet oder beatmet ihr zunächst CPAP?

Viele Grüße, Rübezahl. :-)
 

Liza

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Blocken von Tachealkanülen

Hi Rübezahl,
das hat mir schon ein bißchen weitergeholfen, denn ich bin zur Zeit dabei, eine
Pflegeleitlinie über das Thema zu erstellen. Ich arbeite auf einer chirurg. Intensiv, die viele Nachbeatmungen hat. Im Dezember werden wir mit einer inneren Intensiv zusammengelegt und müssen nun unsere Pflegekonzepte angleichen. Alles sehr spannend und es bleibt nicht mehr viel Zeit....
Beim Weaning gibt es bei uns leider keine so gerade Linie, meistens CPAP ASB, dann feuchte Nase, dann Extubation. Unsere Anästhesisten sind aber nicht mehr so sehr für feuchte Nasen zu begeistern , sie meinen, daß man das eigentlich nicht mehr praktiziert. Lieber gleich extubieren und notfalls reintubieren.:nurse: Ja, vielen Dank für Deine Nachricht, Gruß, Liza:-)
 

Cystofix

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Moin,

wenn ich die Literatur richtig deute ( 'Evidenzbasierte Medizin in Anästhesiologie und Intensivmedizin' v. Kuhlen, Roissant ) dann ist es studientechnisch gesehen relativ wurst, ob mit CPAP oder CPAP/FN entwöhnt wird.

Sie empfehlen allerdings die Entwöhnung mit Hilfe eines sog. Weaningtrials, einem Algorithmus zur Entwöhnung.

Ich habe mal so einen Algorithmus ( es ist der aus dem Buch, allerdings über google gefunden ) angehängt.

Wir machen es via CPAP, FN, Extubation...

Cys
 

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NoWie67

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Hallo Liza,

Weaning und Schlucktraining sind ja eigentlich 2 verschiedene Paar Schuhe.

Aber habt Ihr es mal mit Einsatz eines Sprechventils (auch bei beatmeten Patienten) probiert?

Mehr dazu findest Du unter www.passy-muir.de

Gruß

NoWie67
 

Tobias

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Liza schrieb:
Hi,
bei Schluckversuchen und Sprechventilen. Wird grundsätzlich entblockt?
Moin,
erste Schluckversuche immer geblockt. Wenn das super funtioniert dann der Versuch ungeblockt.
Bei Sprechaufsatz muß immer entblockt werden, sonst Erstickung. Die kommen aber erst in den Einsatz wenn ein ungeblockter Versuch funktioniert hat.

Zum zweiten Thema: FN wird auf den Tubus nur noch sehr sehr selten angewendet. Aber wenn sich der Pat. darunter nicht erschöpft ist er reif für die Extubation!:daumen:

LG Tobias
 

Elisabeth Dinse

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Eine geblockte Trachealkanüle ist kein sicherer Aspirationsschutz!!! Entweder der Pat. kann sicher schlucken oder er kann es nicht.


Elisabeth
 

Tobias

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Hallo Elisabeth,
ein sicherer Aspirationsschutz ist es nicht, aber es birgt etwas mehr Sicherheit, falls es nicht klappt!
:daumen:
LG Tobias

p.s. Wir alle aspirieren ob mit oder ohne Cuff, auch Du als "Spontaner"!
 

Elisabeth Dinse

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Tobias schrieb:
..., aber es birgt etwas mehr Sicherheit, falls es nicht klappt!
Welche Sicherheit sollte gegeben sein?

Elisabeth
 

Tobias

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Hi Elisabeth,
Du weißt wie ich das meine!
"Sicherheit" ist dann eher umgangssprachlich zu bedrachten!

LG Tobias
 

Elisabeth Dinse

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Tobias schrieb:
Hi Elisabeth,
Du weißt wie ich das meine!
"Sicherheit" ist dann eher umgangssprachlich zu bedrachten!
???
Flüssigkeit kann unter den Kehlkopfdeckel laufen und sich am Cuff vorbei in die Trachea bewegen... geht wohl etwas langsamer, aber es geht.
Bolus kann sich hinter den Kehlkopfdeckel bewegen und wird wahrscheinlich erst beim TK Wechsel bemerkt, da er ja oberhalb des Cuffs bleibt.

Meinst du das mit Sicherheit?

Elisabeth
 

Tobias

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Moin,
nein der Bolus wird aber nicht bis in den Bronchios / die Alveolen gelangen, da er schon im subclottischen Raum hängen bleibt und auch dort einen nicht unbemerkbaren Hustenreiz auslösen wird! Wie auch Flüssigkeiten. es macht schon einen Unterschied ob einige wenige ml am Cuff vorbei laufen und einen Husterreiz auslösen (welcher dann signalisiert, das da was nicht stimmt) als wenn da gleich 100 ml ungebremst vorbeilaufen!

Ich weiß nicht wie ich das beschreiben soll! Wenn Du es besser kannst , schreib doch mal!!!
Wie macht Ihr es?
Zieh dich nicht am Wort "Sicherheit" hoch!

Grüße

p.s. Der subclottische Raum steht immer voll mit Flüssigkeiten, welche dann aspiriert weden oder spülst Du den beim wachen Patienten regelmäßig????
 

Elisabeth Dinse

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Die Reinigung des subglottischen Raumes finde ich sehr interessant. Meiner Meinung nach ist das fast unmöglich ohne entsprechende Hilfsmittel. Einfach absaugen ist da nicht möglich.
Wenn der subglottische Raum voll Flüssigkeit steht, würde ich von einer Schluckstörung ausgehen und von Schluckversuchen absehen. M.E. geht der Speichel stets den Weg zum Magen und nicht in die Trachea.

Wenn der Hustenreflex vorhanden, dann sicher ein guter marker um Aspirationen sofort zu erkennen. Problem nur, dass Aspirationen nicht immer so eindeutig erfolgen, wie wir es uns vorstellen. Vor allem neurologische Pat. bieten da eine schöne Bandbreite an Komplikationen.

Wir machen unsere Schluckversuche wahrscheinlich ähnlich wie du, wobei wir infolge der neurologischen Klientel eher breiige Substanzen wählen als "Erstschluck" (siehe FOTT nach Coombs). Der Cuff wird dabei nicht verändert, da wir davon ausgehen, dass es keine zusätzliche Sicherheit bringt.

Elisabeth
 

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