Bitte um Hilfe und Rat bzgl. Pflegealltag/ Vereinbarkeit Familie/ Finanzielle Aspekte

Dieses Thema im Forum "Talk, Talk, Talk" wurde erstellt von neuhier85, 21.11.2011.

  1. neuhier85

    neuhier85 Newbie

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    Hallo liebe Forenmitglieder,

    ich habe eine doch umfangreichere Fragestellung, mich auch schon durch einige Beiträge gewühlt aber vielelicht an der falschen Stelle geschaut...bzw. nicht genau das gefunden wonach ich gesucht habe.
    Ich würde mich sehr freuen, wenn mir vielleicht jemand weiterhelfen könnte oder ihr eure Meinungen und Erfahrungen erzählen würdet.

    Der Ausgangspunkt ist der, dass ich nach dem Fachabitur im Gesundheits-und Sozialwesen mit 18 Jahren angefangen habe Soziale Arbeit zu studieren, es aufgrund diverser persönlicher Krisen zwischenzeitlich auch abbrechen wollte udn schon während meiner Studienzeit unglücklich war, viele Vorlesungen und viele Studieninhalte versäumt habe.
    Dennoch habe ich es glücklicherweise beendet, mit einem Dreierdurchschnitt udn arbeite auch mit 32Stunden im Bildungsbreich, bilde mir auch ein nicht mehr schaffen zu können.
    Leider sind die Arbeitsplätze oft befristet, der Bildungsbereich von Wandel erfasst, ich ungetauft, was meinen Berufsradius in der SA extrem einschränkt udn wir haben es auch oft mit "undankbarem" Klientel zu tun, das uns anlügt, Defizite, Schuld und Verantwortung auf uns abwälzt udn unsere Arbeit gar nicht wertschätzt, sowenig wie das Führungspersonal....
    Dann gibt es vielzählige Interessenskonflikte zwischen mehreren unterschiedlichen Parteien und Auftragsgebern usw.....
    Für andere Bereiche in der SA fühle ich mich zu unqualifiziert, zu jung oder zeige einfach nicht das Interesse daran mich dauernd von Null auf neu einzuarbeiten.
    Insgesamt betreiben wir Verwaltungsarbeit, Beratung udn Krisenmanagement.
    Wobei ich sagen muss, dass es auch schöne Momente und nette Klienten gibt, Erfolge, die sich halt erst langfristig bemerkbar machen, wir viel Freiraum haben ich ein nettes Team habe, unglaublich gute und familienfreundliche Arbeitszeiten, es mir im Großen udn Ganzen aber schlecht geht, weil ich die Zukunftsperspektive nicht wirklich darin sehen kann.... mir etwas die Substanz, das praktische Handeln udn handfeste Wissen fehlt, ich mich oft überfordert fühle. Auch schon diverse Kolleginnen sind wegen burnout kurzzeitig ausgeschieden.
    Vermutlich wird unsere Maßnahme auch irgendwann in naher zukunft wegbrechen, wir woanders hin versetzt werden, gekündigt werden und mit meinem schlechten Studienabschluss und der wenigen psychischen Energie die mir mit 26Jahren verblieben ist udn meiner nachlassenden Arbeitsleistung sehe ich angesichts einer Flut von zukünftigen SA-Absolventinnen udn Absolventen buchstäblich schwarz(für mich).
    Ich fühle mich den Aufgaben auch oft nicht gewachsen.

    Da dieser Zustand nun schon mehrere Jahre andauerte, zwischenzeitlich private Krisen udn Verluste hinzukamen, habe ich mich entschlossen etwas zu ändern....satt ständig nur von Änderungsnotwendigkeit zu sprechen.
    Ich habe mir gedanken gemacht welcher Beruf zu meiner Person udn meinnen persönlichen Eigenschaften und Interessen passen würde, finanziell ansatzweise realisierbar wäre udn habe mich über die Gesundheits- udn Krankenpflege informiert, beworben udn auch eine Zusage erhalten.

    Ich weiß dass es eigentlich so ist, dass der umgekehrte Weg von Ausbildung zum Studium gegangen wird....
    Aber wichtig in meiner Entscheidung und bei der Berufswahl war mir immer eine gewisse berufliche Sicherheit und Fortbildungsmöglichkeiten, sowie die Vereinbarkeit von Familie udn Beruf udn eine persönliche Identifikation udn Zufriedenheit mit dem was ich mache. Das ich auch noch Energie für private Konflikte udn das tägliche Privatleben habe.
    Finanziell würde mir eine Mittelklasse reichen, die mit Partnerschaft einen familiengerechten Zuverdienst ermöglicht udn falls ich alleierziehend sein sollte, mein Kind udn ich nicht zu kurz kommen bzw. nicht am Hungerbrett nagen müssen. Die psychische Zufriedenheit ist mir sehr wichtig.

    Könnt ihr mir vielelicht eure Erfahrungen schildern, wie ihr das bei euch mit der Berufszufriedenheit, gerade auch im Zusammenhang mit Familie und Partnerschaft seht udn wie sich das bei euch gestaltet, gerade auch wegen der Schichtarbeit. Wie die finanzielle Lage dann auch aussieht? Ich bin alleinstehend und habe derzeit 1250Euro im Monat zur Verfügung...
    Der Schritt der Ausbildung wäre ein tiefgreifender Einschnitt udn Wechsel udn auch wenn sich meiner meinung nach meine bisherigen psycho-sozialen Kenntnisse gut mit den Medizinischen verbinden lassen(ich diese Kombination sogar fantastisch finde), so gehe ich doch weg von einem eingeschlagenen Weg udn müsste auch schon während der Ausbildung die finanzielle Sicherheit aufgeben, für viele in meinem Bekanntenkreis ist es ein Rückschritt.
    Wie seht ihr euren Beruf in der Zukunftsperspektive?

    Ich wäre euch dankbar für das ein oder andere Feedback....
    bin ich doch allein derzeit mit der Zukunftsentscheidung überfordert, ob die Krankenpflege ein guter Weg ist(über die Zusage habe ich mich gefreut udn sie war damals ein Rettungsanker) oder ob ich nicht doch eher in die gesprächsführung gehen sollte udn meinen aktuellen Bereich aufwerten sollte oder eien neue Stelel suchen sollte, wobei ich jedoch auch immer den unsicheren Arbeitsrahmen in kauf nehmen muss, denn ohne Hauptjob in der SA neben den Zusatzqualifikationen geht das nicht.

    Ich weiß das war jetzt viel aber ich danke euch schonmal ganz ganz herzlich!!!!
     
  2. teampartner

    teampartner Junior-Mitglied

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    ... es ist sicher nicht einfach eine Entscheidung zutreffen, aber Du musst diese selbst treffen...

    überlege Dir, was ist wirklich schön an Deinem Beruf und was ist weniger schön, was waren damals die Beweggründe dies zu lernen, warum habe ich Stunden versäumt? In Deinem Gespräch höre ich, dass es Dich sehr belastet, dass Klienten Deine Arbeit nicht wertschätzen, auch fehlende Motivation von der oberen Seite... (ist in der Pflege nicht unbedingt anders)...

    ....eine Ausbildung zum GuK sind 3 Jahre und diese sind psychisch und physisch recht anstrengend und es gibt Schichtarbeit, Bsp: Threads mit Schülern... das kann sehr belastend sein, wenn Du alleinerziehende Mutter bist...

    Stellen in Deinem Bereich gibt es sicher... bist Du ortsgebunden oder kannst Du Dir vorstellen umzuziehen?
     
  3. neuhier85

    neuhier85 Newbie

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    Danke für die rasche und nette Atwort und die Anregungen( :

    Das ich die Entscheidung für mich treffen muss, ja...das muss wohl jeder...
    und solche Entscheidungen sind schwer udn müssen wohl überlegt sein....
    deswegen bin ich für jede Anregung dankbar!!

    Hast du Erfahrung mit Familie und Schichtarbeit?
    Ich habe noch keine Kinder aber mir wäre es später durchaus sehr wichtig auch Zeit für sie und mit dem Partner zu haben udn wenn ich eine Familie hätte, würde ich wohl in der SA, sowie auch in der Pflege Teilzeit anstreben, weiß jedoch nur ansatzweise aus Forenbeiträgen was für Möglichkeiten es da gibt, also welche Systeme udn wie es mit den Wochenenden aussieht.
    Leidet das Familienleben unter der Schicht- udn Wochenendarbeit?

    In der SA ist es so, dass der hauptpunkt eigentlich ist, dass du mit so vielen (unvereibaren)Problemlagen beschäftigt bist, dass man sich nicht mehr im Alltag mit solchen beschäftigen kann... ob das nun die Problematiken der Familie, des Freundeskreis etc. betrifft....
    Das muss dann reibungslos funktionieren oder das System kollabiert.

    Wie fühlst du/andere Mitglieder sich vor/während/nach/durch die Arbeit?
    Ich habe diverse Medizinische Fachangestellte durch die Ausbildung begleitet udn trotz regelmäßigem Meckern und kleineren Krisen, die das Leben udn die Arbeit so mit sich bringt etc.( ; waren die insgesamt sehr zufrieden, auch mit dem Feedback der Patienten udn der Arbeit.
    Die, welche danach ins Krankenhaus gegangen sind, haben sich auch überwiegend positiv geäußert über die Bedingungen, Job udn Arbeitsatmosphäre aber man ließt udn hört so viel Unterschiedlcihes udn Gegensätzliches.
    Ich finde das medizinische Wissen das man erlernt auch sehr bereichernd, im beruflichen, sowie privatem Sinne und intressiere mich auch sher für solche Lehrinhalte.

    Ich habe auch das Gefühl das mir neben der Theorie(und das Studium verändert deine Sichtweisen allein dadurch, was wertvoll ist) einfach ein gewisses fundamentales Wissen fehlt, bei dem a gleich b ergibt, wobei cih das nicht ständig brauche und suche aber dei SA bleibt doch oft sehr abstrakt, du leistest Beziehungsarbeit und musst mit äußeren Rahmenbedingungen arbeiten die die Arbeit doch sehr erschweren und beeinflussen.
    Es ist für mich auch schwierig mich ständig in neue Bereiche einarbeiten zu müssen, selten baut man langfristig auf einem Grundfundament weiter auf, alles steht udn fällt mit einem Auftrag, und nun ja, noch bin ich auch bei der Sozialauswahl ganz hinten.

    Umzugsflexibel bin ich an sich, auch wenn ich nicht so viele Umzugshelfer kennen würde und ch es schwierig fände allein irgendwo wieder von Null anzufangen, ein vertrauter Wohnort derzeit mit das einzige Feste in meinem Leben ist, wobei mich die ausgeschriebenen stellen in der Sa auch wenig ansprechen oder ich mich nicht qualifiziert genug fühle.
    Einen beruflcihen Neustart würde ich scho allein aufgrund meiner schlechten Studienzeit wagen udn noch denke ich die Möglichkeit dazu zu haben.....
    ich war mal eine sehr gute Schülerin, jedoch gab es durch private Umbrüche und Todesfälle, auch dahingehend eine Kehrtwende....die mich heute aber noch belastet udn die ich gerne durch einen Neustart wieder gut machen würde, vor mir.
    Die Studienwahl war eher zufällig...Von der Eignung und Arbeitsagenturanalyse war das oder Krankenpflege als junges Mädchen im Berufstest an oberster Front( ;
    habe aber auch Angst eine komplett falsche Entscheidung zu treffen... Vom Regen in die Traufe sozusagen....

    Deswegen finde ich deine/eure Schilderungen (auch die die ich schon gelesen habe) so wertvoll!!!Und vielen Dank dafür!!!( :
     
  4. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Absolute Zustimmung!

    Versuch mal, die Suchfunktion mit einigen Schlagworten wie "Einkommen", "Vereinbarkeit Familie /Beruf" o.ä. zu füttern. Du müsstest etliche Antworten finden können.

    Medizinische Fachangestellte arbeiten nicht in der Pflege, nur äußerst selten im Schichtdienst, körperlich weniger schwer als wir, insofern sind deren Aussagen nicht unbedingt hilfreich. Hättest Du die Möglichkeit, ein Praktikum in der Pflege zu machen? Das ist das Non-plus-Ultra, um herauszufinden, ob der Beruf einem wirklich zusagt.
     
  5. neuhier85

    neuhier85 Newbie

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    Danke( :
    Ich wühle mich durch aber was ich lese ist betrübend..... wobei man als Mutter wohl die möglichkeit der Teilzeit- udn teilweise Schichtauswahl hat... Aber sonderbar befriedigend für alle Beteiligten scheint das nicht zu sein. Gibt es da bereits Kehrtwenden in der Mitarbeiterpolitik oder ist das abzusehen? Denn schließlich werden Pflegekräfte ja gebraucht, stellen einen wichtigen udn bedeutenden Arbeitszweig dar und der Frauenüberschuss schürrt ja auch die Problematik und das klassische Familienmodell ist ja auch nicht mehr die ultimative Regel.

    Danke für das Statement mit den MFAs. Wäre es dann wohl besser das zu machen?( ;
    Naja, meine Schwester ist eine udn die Bezahlung bitter.... ein typischer Frauenberuf halt...wie ja letztendlich auch die Pflege udn SA.
    Meine Kollegin(auch SA) meinte, dass ihre Bekannten in der GuK am Monat mehr raushaben als sie.... aber ich gehe davon aus wegen Schicht- udn Wochenendzuschlägen.

    Muss ein GuK jedes Wochenende arbeiten bzw. wie oft habt ihr auch mal frei?

    Ein Praktikum könnte ich mir derzeit nicht leisten, habe aber mal ein viermonatikes in einem Altenpflegeheim absolviert, allerdings mit fester Tagesschicht und eingeschränkten Lehrinhalten weil ich nicht volljährig war.
    Gegebenfalls müsste die Probezeit herhalten, da ich ja bereits die Zusage habe udn den Vertrag aber immerhin verschließe ich dann für andere Interessenten die Möglichkeit und auch ich muss ja meinen Job kündigen udn stehe vor den finanziellen Hürden....

    Ich hoffe letztendlich wohl auch, dass dieser wertvolle und unabdingbare Beruf an Prestige gewinnt und auch ein Ruck durch die Gesellschaft geht, gerade hinsichtlich gewisser Wertigkeiten....
    sich dann vielelicht auch Strukturen und Wertschätzung ändern....
    es scheint ja nicht überall so zu sein wie in Deutschland.

    Meint ihr man wird in der Pflege vergeblich warten, trotz der Hiobsbotschaften hinsichtlich Pflegekollabs und der ständigen Widerholung wie wichtig sie ist udn sein wird?

    Viele Krankenhäuser brüsten sich doch auch mit Familienfreundlichkeit. Entspricht das nicht der Realität?
     
  6. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Familienfreundlich hin oder her - die Patienten müssen 365 Tage im Jahr rund um die Uhr betreut werden. Arbeitgeber können Kindertagesstätten oder Schulkinderbetreuung anbieten, Betreuungskosten zum Teil übernehmen u. ä. - die Mütter immer nur zu den familientauglichen Diensten einzuteilen ist nur in wenigen Bereichen möglich.

    Was die Bezahlung angeht, so bist Du im Augenblick in etwa auf dem Niveau einer frischexaminierten Vollzeitkraft im öffentlichen Dienst, ohne Zuschläge. Nach unten ist da noch sehr viel möglich. Nach oben weniger, aber etwas Spielraum gibt es da noch. Und - aber das ist bei Dir genauso - das Gehalt steigt mit der Berufserfahrung.

    Wieviel Zeit zur Entscheidung bleibt Dir noch? Du hast ja sicher eine Kündigungsfrist einzuhalten.
     
  7. neuhier85

    neuhier85 Newbie

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    Ja, deine Argumente sind plausibel und auch die, welche kritisch sind udn mich auch vor der endgültigen Entscheidung abhalten....

    Ich bin leider schon seit Beginn an recht verzweifelt und unglücklich in meinem Beruf, auch wenn sich mit der Zeit eine Gelassenheit und Kompetenz einstellt....
    doch auch jetzt da ich einen unbefristeten Arbeitsvertrag habe, sind die Prognosen hinsichtlich der Arbeit doch ernüchternd.....
    Die Struktur in der SA und das Klientel ist doch auch recht schwierig..
    ich habe einfach angst später arbeitslos zu sein oder unter solchen bedingungen zu arbeiten, dass es psychisch kaputt macht und kein Familienleben ermöglicht.
    Davon will ich weg, die Bezahlung ins nicht vordergründig....wenn auch natürlich ein Aspekt.
    Aber wenn ihr als erfahrene Pflegekräfte das so kritsich seht....und eure Erfahrungen da so unbefriedigend sind....

    Empfehlungen hinsichtlich dem SA Studium sind die gleichen bzw. ähnlich kritisch.... und obwohl ich immer gerne im Sozialen Bereich udn mit Menschen in schwierigen Lebenslagen, weniger in reiner Verwaltung oder abstrakten Dingen oder wissenschaftlich arbeiten wöllte/könnte, bin ich langsam aufgrund der Strukturen, nicht überwiegend aufgrund der Arbeit oder dem Klientel, doch recht frustriert...und auch resigniert.....
    auch wenn ich immer hoffe einen anderen, menschlich-emotionalen Wert dadurch zu erhalten, der mir mehr wert erscheint als andere, leider dominante, gesellschaftliche Wertigkeiten...die aber meiner Meinung nach weg vom Menschen führen....

    Die ausbildung beginnt im April, ich müsste einen Monat vorher kündigen....
     
  8. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Es ist ein Mythos, dass man als Pflegekraft net arbeitslos werden kann. Spätestens wenn die Arbeitskraft nachlässt gibt es auch hier Möglichkeiten, die man nie im sozialen bereich vermuten würde, den AN los zu werden.

    Köperliche Belastung- ich bezweifele ernsthaft, dass die heutigen Berufsanfänger bis zum Renteneintritt die Knochenmühle Pflege durchhalten. Viele werden vorher umsteigen müssen.

    Es ist bekannt, dass bei den beruflich Pflegenden die psychische Belastung die meisten Krankentage verursachen.

    Von daher denke ich, du wirst aus dem Regen in die Traufe kommen.

    Wenn du jetzt schon merkst, dass der soziale Bereich net dein Ding ist- warum net in eine ganz andere Branche wechseln oder zumindest in einen Bereich, wo du net vom Verhalten der Klienten abhängig bist.

    Elisabeth
     
  9. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Dann hast Du ja noch ein paar Monate Zeit.

    Ich kann gut verstehen, dass Du aus einer unbefriedigenden Berufssituation aus einen Wechsel erwägst. Nur ist der nicht automatisch mit höherer Befriedigung verbunden. Ich schätze, Pflege und Sozialarbeit unterscheiden sich in dieser Hinsicht nicht sehr: Man geht mit hohen Idealen in den Beruf und bemerkt dann, dass man in Alltagszwängen nicht unter Idealbedingungen arbeitet. Das hat Frustpotential.

    Wie ging es Dir während des Praktikums im Altenheim? Was gefiel Dir, was war nicht so schön?
     
  10. neuhier85

    neuhier85 Newbie

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    Danke an euch beide!!( :

    letztendlcih muss ich auch zugeben, dass ich mir die reine Pflege bis zum Rentenalter wohl auch nur schlecht vorstellen könnte.... und ich gerade auch die Weiterbildungsmöglichkeiten ind er Pflege interessant udn attraktiv finde, auch schon darüber nachgedacht habe, ob der neue BA Studiengang sinnvoll udn machbar wäre, wenn ich denn Chancen hätte genommen zu werden.

    Neben dem, dass mich Psychologie udn Medizin als Fächer brennend interessieren, habe ich den Berufszweig tatsächlich aus ideellen Gründen gewählt und habe da auch einfach meine Hauptkompetenz, also im fürsorglichen und einfühlsamen Umgang mit Menschen. Gerade auch das "nicht-funktionieren", Kontakt mit Krankheit, Tod und auch Schicksalsschlägen und den damit Verbundenen Emotionen udn Krisen, in denen der Mensch einfach das verletzbare Wesen ist, das er letztendlich bleibt und auch Mensch ist.... Das finde ich sehr wertvoll neben den gesellschaftlichen abstrakten udn manchmal auch lebensfremden Elementen.
    Das ist das schöne an solchen Berufen udn ein Qualitäts- udn Zufriedenheitsfaktor, der sicher nicht zu verachten ist für die allgemeine Zufriedenheit. Man fragt sich wirklich was wichtig im Leben ist.

    Ein gutes Gespräch mit einem Klienten, der einem seine Sorgen schildert und dem es allein dadurch, dass man da ist, besser geht oder die alte Dame, die sich nach dem Friseurbesuch lächeln im Spiegel betrachtet.....
    Soclhe Sachen sind natürlich nicht die Regel aber gaben mir schon wesentlich mehr, auch für mein Leben udn meine Werte, als das neu gekaufte Frustshoppingkleid von H&M....( ;

    es ist halt eine Abwägungssache...
    von Idealen allein wird man nicht satt...
    ein solcher Job mit Beamtenarbeitszeiten ist natürlich schon nicht schlecht( ;
    allerdings selten....
    aber reine Verwaltungstätigkeit!?
    Klingt unbefriedigend...zumindest für mich...genauso wie Verkauf......oder Bankkauffrau...Finanzwirt.....
    ja, vielelicht sollte ich nochmal zur AA gehen.....
    aber ja, noch ist etwas Zeit.....

    Das Praktikum damals war ok. Die Angestellten udn zu Pflegenden manchmal speziell aber nett( ; ich ahbe damal allerdings eine schwierige Phase durchlebt und somit war der Einstieg ins Arbeitsleben mit Vollzeitpraktikum und Nebentätigkeit nicht prikelnd...
    Ich habe auch hauptsächlich Essen vorbereitet, gereicht udn Zimmer gereinigt, Betten überzogen....
    Die festen Arbeitsabläufe haben mir jedoch ganz gut gefallen, also ein gewisses strukturelles Arbeiten, das in der SA nicht ganz typisch ist.

    Schichtdienst ist mir halt so gut wie unbekannt, ausser mal sporadisch bis 10,11 und deswegen finde ich eure Erfahrungswerte so wichtig. Auch wenn Schichtdienst natürlich Vor- udn Nachteile hat....
    Im normalen Büroalltag steht man früh auf udn geht gerade im Winter im Dunkeln aus dem Haus udn kommt im Dunkeln Heim.....da geht gegen sechs, sieben auch nicht mehr viel udn man arbeitet zum Wochenende hin.
    Mit Kind muss man sich auch gut strukturieren können aber man hat halt die gemeinsamen Wocheneden.

    Seid ihr denn zufrieden in eurem Beruf?
     
  11. Kalimera

    Kalimera Poweruser

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    Du magst am Tag länger arbeiten bei Kerndient, aber dafür hast Du höchstens 5 Tage am Stück bis zum nächsten Frei, das hast Du in der Pflege eher selten. Das, was Dich momentan stört, wie undankbare Klienten und ähnliches hast Du in der Pflege ebenso. Da sind es nicht nur die Patienten, sondern auch noch diverse Angehörige.
    Wie auch immer, hast Du schon daran gedacht, wie Du die Ausbildung mit Kind organisierst? Früh-/Spät-/Nachtdienste? Die Theorieblöcke sind das kleinste Problem. Du wirst, außer in den Theorieblöcken, alle 14 Tage am wochenende arbeiten, Feiertage...ect. Du hast dann nicht mehr jedes Wochenende mit Deinem Kind und an den freien Wochenenden musst wahrscheinlich auch noch lernen.
    Die WB-Mglk. mögen existieren, aber sie werden selten alle bezahlt, geschweige denn, dass Du mal eben so eine Freistellung vom Dienst dafür erhälst.
    Ich habe das Gefühl, dass Du nach einer Alternative zu Deinem Beruf suchst und denkst, dass die Krankenpflege Deine jetzigen Probleme lösen würde. Ganz ehrlich, das glaube ich nicht, davon bin ich fest überzeugt.
    Es ist zwar ein anderer sozialer Bereich, aber er bleibt sozial mit all den Schwierigkeiten, die in der Zusammenarbeit mit Menschen auftreten können, denn die Pflege ist auch ein Beziehungs- und Problemlösungsprozess.
    Mein Vorschlag wäre, dass Du Dich intensiv mit weiteren Möglichkeiten, aufbauend auf Deinen Abschluss in SA, um ALternativen bemühst. Soziale Arbeit hat so viele Einsatzmglk, dass ich sicher, bin, dass Du dabei etwas Befriedigendes und Spannendes für Dich findest, zumal Du eine sichere unbefristete Stelle hast.
    Ich will Dir die Krankenpflege nicht ausreden, ich mag meinen Beruf auch noch nach langer Berufstätigkeit, aber Deine Motivation dorthin zu wechseln sehe ich petrsönlich nicht als erfolgversprechend, sondern eher als scheiternd an solltest Du diesen Weg gehen.
    Das ist meine persönliche Meinung, resultierend aus dem Geschriebenen von Dir, also bitte nicht böse sein.
     
    #11 Kalimera, 21.11.2011
    Zuletzt bearbeitet: 21.11.2011
  12. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Sie hat doch noch gar kein Kind; sie denkt bloß vorausschauend, wie das mit Kind und Schichtdienst klappen könnte.

     
  13. neuhier85

    neuhier85 Newbie

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    Ich danke euch auf jeden fall....

    Weißt du, genau das ist mit einer dieser Punkte....
    zu sagen, dass man seinen Beruf gerne macht udn das wäre mir wichtig, kann ich jedoch derzeit von meinem nicht behaupten und ich sehe Weiterbildungsmöglichkeiten hauptsächlich in der Gesprächsführung , wie die Systemische Gesprächsführung....
    diese ist auch sehr Kostenaufwändig, auch wenn sie mich interessieren würde, und muss ich neben der Arbeit schaffen....
    das wäre die alternativoption neben der Ausbildung, mein Arbeitsbereich bliebe jedoch gleich....auch wenn ich an Wissen dazuverdienen würde...vielelicht auch an Bewerbungsmöglichkeiten.

    die Frage ist auch die, auch wenn man gerne mit Menschen zusammenarbeitet, ob Gesprächsführung und Verwaltung das ist, was man sich hauptberuflich vorstellen kann....
    mir fehlt ein praktisches Know how als Basis......der praktische Bezug udn die praktische Arbeit, die es in der SA auch gibt aber das sind bereiche die mir nicht liegen.

    Aber deine Kritik- udn Zweifelpunkte sehe ich durchaus wohl als teilberechtigt an....) :
    Ich würde halt gerne wissen was genau eine Pflegekraft an ihrem Beruf begeistert, warum man es trotz der Schichtarbeit gerne macht, denn das ist ein Manko, eindeutig. Aber es gibt Aspekte die könnten das aufwiegen und was ist das schönste Arbeitszeitmodell wert, wenn man innerhalb dessen keine Zufriedenheit finden kann? Alle vierzehn Tage empfinde ich übrigens als sehr human, ich hatte es schlimmer gedacht mit den Wochenenddiensten.

    Pro ist(von dem was ich bisher weiß)

    -Begleitung von menshcen in schwierigen Situationen(natürlich vielelicht auch bis zum Tod)
    -direkter, auch körperlicher Kontakt zum Patienten
    -teilweise routinierte Ablaufpläne
    - praktische pflegerische Tätigkeiten, auf der Grundlage von Fachwissen
    -Kontakt zu Patienten und positives, bestärkendes udn einfühlsames Einwirken in einer schwierigen Situation(kann man auch als Gesprächsführung bezeichnen)
    - medizinisch umfangreiches Wissen
    - weiterbildungs- und dadurch bessere Verdienstmöglichkeiten
    - Zunkunfssicherheit(!?)

    contra

    -Schichtdienst
    -geringe Wertschätzung von Patienten, Gesellschaft und Führung(?)
    -starke emotionale Belastung und
    arbeitsüberlastung, durch fehlendes Pflegepersonal und Struktur(?)
    - nicht bis zum Rentenalter durchführbar.


    Wenn ihr möchtet dürft ihr das gerne weiterführen( :
     
  14. neuhier85

    neuhier85 Newbie

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    übrigens mag ich Beziehungs- udn Problemlöseprozesse.... es liegt auch nicht allein an den Konflikten mit dne Klienten, sondern der Rahmen in den sie eingebettet sind....
    die Mischung adaraus, aus fehlenden strukturierten Arbeitsabläufen.... wir sind Feuerwehr sozusagen( : und der Unsicherheit um den Arbeitsplatz.
    Ich denke mir immer ein zweites Standbein wäre gut oder ließe sich gut kombinieren!?

    es ist einfach viel die berufliche Unsicherheit in der SA die mir zu schaffen macht... und mir fiele es leichter mich in medizinsiche Aspekte von Gesundheitsprozessen neu einzulesen(weil mich das auch interessiert) als in Sozialgesetzbücher und Verwaltungsanträge......
    ich mag eine gewisse Form von Sicherheit udn das Wissen um ein professionelles handfestes Fachverständnis, das ich auch gerne verfolge....

    ich wünschte eigentlich ich hätte die Ausbildung gemacht udn dann studiert... aber so ist es nicht udn nun stehe ich vor einer großen Entscheidung, freue mich überhaupt hier eine soclhe Resonanz zu bekommen!!Danke!!!
    Ein tolles Forum!!!!!( :
    Ich habe mich hier auch schon vor meinem Vorstellungsgespräch etwas eingelesen, da war ich jedoch noch überzeugter( ;
    Ich hätte euch damals schon fragen sollen!!!
     
  15. Kalimera

    Kalimera Poweruser

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    upps, das hatte ich überlesen...sorry
     
  16. neuhier85

    neuhier85 Newbie

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    das ist nicht schlimm aber mir ist eine gewisse Orientierung an Familie etc. einfach wichtig.....deswegen fand ich auch dein statement nicht unwichtig....da ich Familie irgendwann durchaus anstrebe und derzeit bin ich noch relativ jung aber solche Aspekte sollten bei der Berufswahl bedacht sein oder!?
     
  17. Kalimera

    Kalimera Poweruser

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    Pflege
    Ich finde die Gedanken, die du Dir machst sehr umfangreich. Allerdings habe ich das Gefühl je mehr Aspekte Du mit einbeziehst, desto schwieriger wird es für Dich.
    z.B. Familienorientierung, da kommt es auch darauf an was der Zukünftige macht. Ist er auch im Schichtdienst, kann es zu großen Problemen führen. Vielleicht toleriert er auch schlecht, dass Du am Wochenende arbeiten musst, vielleicht findest Du es schrecklich, dass Du arbeiten musst und die Familie zusammen zu Hause ist. Es kann aber auch ganz anders sein. Er freut sich die Kinder mal alleine zu Hause zu haben während DU arbeitest, Du freust DIch unbeschwert am We arbeiten zu können....usw.
    Du kannst nicht alle Probleme im Vorfeld lösen, bzw. Deine Entscheidung daran fest machen wie andere DInge gelöst haben, bzw. wie sie die DInge sehen. Wenn DU denkst, dass Du z.B. eine Chance verpasst, wenn Du diese Ausbildung nicht machst, dann würde ich Dir zuraten. Geht es Dir nur darum aus dem jetzigen Kontext herauszukommen und Du siehst in der AUsbildung die Lösung wütrde ich eher abraten. Aber auch solche Ratschläge basieren auf dem Hintergrund des Erlebten und der erfahrungen von mir ganz persönlich.
    Mir haben die Wochenenden nie etwas ausgemacht. An Feiertagen habe ich sehr gerne gearbeitet, auch Weihnachten/Ostern mit Kind, da ich nicht so gerne diese groißen Familienfeiern bis zum Ende erleben wollte an diesen Tagen. So war ich froh die "Ausrede" des ARbeitens zu haben und wusste Mann und Kind dennoch gut aufgehoben. Ich war bis heute in der Lage mir jeden Dienst "schön zu reden" und habe immer etwas positives gefunden dabei, ich kenne allerdings auch Kollegen die das nicht konnten und die häufig unzufrieden waren. Viele suchten sich dann auch im Laufe der Jahre Stellen, wo Kerndienst ohne We mgl. war (Die Stellen sind allerdings rar gesät).
    Bis vor kurzem habe ich regelmäßig alle 14 Tage am We gearbeitet (manchmal auch mehr). Ich bin mir jetzt, bei freien We, nicht sicher ob das wirklich besser ist. Die Wochen sind kürzer, aber mir fehlt auch mal ein Werktag zwischendrin und/oder mehrere Tage am Stück, was vorher oft mgl. war, jetzt nur durch einen U-Tag machbar ist.
    An meinem Beruf mag ich den tgl. Umgang mit Menschen die so viele unterschiedliche Charaktere haben. Ich mag es immer wieder neue Ideen zu suchen um etwas zu erklären und/oder zu beraten. Ich mag es Pflegebedarf zu ermitteln und zu sehen, dass meine Pflege etwas bewirkt, sei es manchmal auch nur das Gefühl, dass der andere zufriedener ist.
    Ich finde auch die Doku gut über Pflegemaßnahmen und deren Wirkung (Es hat lange genug gedauert, bis wir endlich unsere ARbeit nachvollziehbar machten)
    Ich mag es Teil eines interprofessionellen Teams zu sein wenn man auch manches Mal erst mal zeigen muss, dass man gleichberechtigt am Patienten mitarbeitet mit anderen Berufsgruppen....usw...
    Ich mag allerdings weniger die immer mehr zunehmende Bürokratie, was sowohl Doppeldoku beinhaltet, als auch anderes unsinniges Ausfüllen irgendwelcher Listen. Ich mag den manchmal fast nicht auszuhaltenden Zeitdruck unter dem wir arbeiten sollen, es lässt mich immer wieder neu entscheiden wer an manchen Tagen weniger Pflege erhält als der andere und oft genug fällt die Entscheidung dabei nicht nach Notwendigkeit.
    Ich mag auch langsam nicht mehr die Diskussionen mit Pflegekräften, die wenig Selstbewustsein bzgl. ihres Berufes haben...usw.
    Meine Tochter studiert auch SA und wenn ich deren Studieninhalte sehe und die Mglk., die sie danach hat, su kann ich nur sagen, dass ich in diesem Beruf ebenso zufrieden geworden wäre, da er viele DInge, die ich jetzt mag auch beinhaltet.
    Die Entscheidung kann Dir niemand abnehmen, ich bin mir aber auch nicht sicher, ob sie Dir leichter fällt, wenn Du hier so viele Statements erhälst.
     
  18. Lillebrit

    Lillebrit Bereichsmoderatorin
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    Hallo,

    ich finde es gut das Du in die Zukunft schaust und den späteren Berufsalltag von allen Seiten reflektierst.
    Das vermisse ich häufig von jungen Bewerbern, die allzu euphorisch in den Beruf gehen und nach einigen Monaten ernüchternd feststellen, dass sie jetzt weniger Freizeit haben, nicht jedes WE mit den Freunden weg gehen können und die ganze "Sache" anstrengender ist als zunächst gedacht.

    Es ist möglich, später in Teilzeit im Beuf zu arbeiten- eine Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist dadurch also im weitesten Sinne gegeben (zumindest wenn Du nicht Vollzeit arbeiten musst).

    Der Verdienst ist gar nicht so schlecht- Du steigst (TVöD) brutto mit etwa 2000,- ein. mit Zulagen hast Du ein netto von 1300,- (+/- 50,- Euro).

    Bildungsmöglichkeiten gibt es viele- nicht alle führen jedoch zu deutlich mehr Gehalt! das ist allerdings ein Punkt den Du später anschauen solltest - nach der Ausbildung. Du kennst jetzt halt Deine Interesseschwerpunkte noch nicht....

    Eine duale Ausbildung ist sinnvoll, da Du dann (mit etwas Berufspraxis) eine Option aúf eine Leitungsstelle hast.
     
  19. Waldeskind

    Waldeskind Senior-Mitglied

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    Also, ich bin ja noch in der Ausbildung, möchte dir jedoch ein weni Mut machen was Familie und Kinder mit Schichtdienst betrifft.

    Auf einigen Stationen wurde geschaut, dass die Mütter recht viele Frühdienste machen - auch am WE.
    Das war aber mit dem gesamten PP der Station abgesprochen. Auf diesen Stationen gab es viele, die eben auch nur Spätdienst machen wollten.
    Je nach Station geht das ganz gut.
    Oder eine Variante ist auch, dass die TZ-Mütter soviele Dienste wie möglich am Stück machen und dann eben viele Dienste danach freihaben.
    Eine Examinierte einer Station arbeitete auf Wunsch 14 Tage am Stück und hatte den Rest des Monats frei (frag mich bitte nicht zu wieviel Prozent sie gearbeitet hat).

    Dann kommt es auf den Fachbereich an in dem du arbeiten wirst.
    Unsere Onko-Tagesklinik hat von 7.30-16.00 geöffnet, am WE nie. So arbeitet auch das PP. Traumhafter Zustand in der Pflege ;)

    Dazu kommen die unterschiedlichen Tarifverträge und privaten Verträge der Häuser. Das macht teilweise extremst viel aus.
    (Kolleginnen von mir haben dieses Jahr Vollzeitstellen in privaten Häsuern angeboten bekommen, da war das niedrigste Angebot 800,- netto, das höchste lag bei 1700,- Netto) - du siehst eine enorme Spanne ist möglich.

    Ich denke, bin ja auch noch jung :P - das man Familie und Beruf gut vereinbaren kann. Mit Partner muss man nicht unbedingt VZ arbeiten (wenn es reicht), aber sollte man alleine darstehen kann man das auch alleine stemmen, denke ich.

    Liebe Grüße
    Waldeskind
     
  20. malu68

    malu68 Stammgast

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    Ich denke, du siehst den Pflegeberuf etwas zu rosa....
    Ich bin seit 24 Jahren Krankenschwester und kann mir nichts anderes vorstellen.
    Es kommt auber auch darauf an, in welchem KH und in welchem Fachbereich du arbeitest. Es gibt Stationen -meist mit vielen Pflegebedürftigen- da rennen die Schwestern eine komplette Schicht gegen die Uhr und quasi um ihr Leben. Zeit für Gesprächsführung bleibt meist nicht.
    Oft genug geht man mit einem Gefühl der Unzulänglichkeit und Unzufriedenheit nach Hause, weil man eben nicht so pflegen oder anteilnehmen konnte wie man sich das vorgestellt hat - eben weil keine Zeit da war oder eine Kollegin ausfiel wg Krankheit oder so.
    Es gibt viele pflegeuntypische Tätigkeiten, zB Schreibkram in allen Variationen (hält oft länger auf als die eigentliche Tätigkeit am Pat), Nebenarbeiten, die gemacht werden müssen - aber dem Pat X hätte vllt eine Rückenwaschung (oä) gut getan....

    Man braucht in der Pflege ein wirklich dickes Fell, um mit den oben erwähnten schwierigen und oft auch unverschämten Angehörigen umgehen zu können, den permanenten Zeitdruck auszuhalten, nicht alle Pat sind dankbar...., der Ton untereinander ist auch schonmal rau aufgrund des Stresses und Zeitdrucks.... manchmal gibt es auch Docs, mit denen die Zusammenarbeit nicht gut funktioniert - und das alles dann 12 Tage am Stück - und dann fällt noch eine Kollegin aus und man muß einspringen..........

    Malu68
     
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