Bilanzierung

sister76

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Hallo Kollegen!
Wir haben momentan ein kleines Verständnisproblem, was die Bilanzierung unserer Patientin angeht.
Zum Thema: ich kenne es von Intensiv so, daß eine pos. oder neg. Bilanzsumme vom Vortag mit in die neue Tagesbilanzierung eingerechnet wird.....macht ja auch Sinn, wenn ich eine halbwegs ausgeglichene Bilanzierung erreichen will.

Nun haben wir eine Kollegin die nur die Tagesbilanz dokumentiert, so stehen läßt und am Ende der Woche eine Kumulativbilanz erstellt......nur was bringt es mir wenn da dann ein Minus von 3000ml steht......sie ist der festen Überzeugung, daß das der einzig wahre Weg ist....und ich schaffe es nicht ihr ihren Denkfehler klarzumachen!

Kennt von euch noch jemand diese Art der fragwürdigen "Kumulativbilanz"?????

Bin gespannt auf eure Antworten!

Gruß Sister...
 
M

mary_jane

Gast
Sorry, ich glaub ich versteh euch beide nicht.

Bei einer 24h-Bilanz, ist es doch erst mal nicht relevant wie die Bilanz am Vortag war, da es eben um nur um diese 24h geht.

Natürlich hat man im Hinterkopf, wie die Situation am Vortag war und dies wird ja auch täglich so dokumentiert und ggf muss man auch intervenieren.

Aber nach eurer Methode, würde es sich ja um eine Wochenbilanz, vielleicht sogar Ewigkeitsbilanz handeln, wenn ich jeden Tag die neue Bilanz mit der alten verrechne.

Habt ihr denn Tagesziele oder Wochenziele?
 

Marty

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Also wir machen auf der Tageskurve immer eine 24 Stundenbilanz. In das Nachdenken über die Patienten z. Bsp. bei der Visite fließt gedanklich die Kumulativbilanz schon mit ein. Wenn wir z. Bsp. anfangs so 16 Liter plus hatten, blättern die Ärzte schon mal und sehen dann, das rein rechnerisch, wenn es dem Patienten bessergeht, so und soviel noch rausmuß. Aber das ist doch mehr eine theoretische Überlegung, denn die reinen Zahlen sind die eine Seite, sowieso ziemlich ungenau (schwitzen, Sekretion ins Bett et.) und dann ist ja wichtiger, die Zahlen in Relation zu den übrigen Parametern zu setzen. Laborwerte, ZVD, Röntgenbefund, weiß der Geier...
Ich weiß, das ist die Klinik mit ihren technischen Möglichkeiten. Nun habe ich ja auch ein paar Jahre in der Heimbeatmung gearbeitet, mit 24 Stundenbilanzen. Und ich hab zwar gerechnet, aber so wichtig fand ich das, was da rauskommt, nicht, jedenfalls im Verhältnis zu den übrigen Dingen, die ich überwacht oder gesehen habe. Es ist doch eher ein zwar nicht gesunder, jedoch meist stabiler, chronischer Zustand.
Oder war das nur bei meinen Patienten so?
Sehr interessantes Thema.
Wenn ich darf, möchte ich ergänzen um: Wie wichtig ist für euch das Ergebnis der Bilanz?
 

Anne77

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Wir machen auch nur eine 24 Stunden Bilanz.
Dabei rechen wir wirklich nur das Trinken, i.V.-Sachen mit mindestens 50 ml an Volumen wobei in der Stunden dieFlußrate mindestens 10 ml betragen sollte. Außer der Oberarzt wünscht, das auch die niedrigen Flußraten mit in die Bilanz soll.
Wenn die genaue Bilanzierung gewünscht wird von den Ärzten, kommen das noch solche tollesn Sachen, wie Sekretabsonderung, Kondenswasser im Beatmungssystem, sowie die Schweißabsonderung des Patienten hinzu.

Warum rechnet Ihr die Bilanzierung vom Vortag mit in den nächsten Tag rein??
Bei der Bilanzierung von 24 Stunden, kann man am Ende super sehen, auf der Patient eine pos.,neg. oder ausgeglichene Bilanz hat. Da braucht man und rechnet eigentlich die Bilanz vom Vortag net mit rein. Zumindest habe ich das so gelernt.
 

sister76

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Hallo! Danke für eure schnellen Antworten! :-)

Also, wir haben ein Tagessziel, nämlich +/- 0......das ist bei dieser pat. leider nur sehr selten zu erreichen, da sie fast immer negativ bilanziert ist.....

Also, wenn ich mir das Ganze durchdenke, ist es eigentlich sinnvoll eine einfache Tagesbilanz zu erstellen, aber meine Vortagesbilanz/en im Blick zu haben. Zusätzlich könnte ich z.B. eine Wochen Kumulativbilanz erstellen um den Trend im Auge zu behalten......

Wie seht ihr das??

LG Sister
 

Marty

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Das hört sich doch gut an.
Aber, wenn ein Tagesziel, dann erreichen? Also Flüssigkeit nachgeben? Oder über das Ziel nachdenken?
 

Anne77

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Ich denke auch, das ist ein guter Weg.
 

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Hallo! Danke für eure schnellen Antworten! :-)

Also, wir haben ein Tagessziel, nämlich +/- 0......das ist bei dieser pat. leider nur sehr selten zu erreichen, da sie fast immer negativ bilanziert ist.....

Also, wenn ich mir das Ganze durchdenke, ist es eigentlich sinnvoll eine einfache Tagesbilanz zu erstellen, aber meine Vortagesbilanz/en im Blick zu haben. Zusätzlich könnte ich z.B. eine Wochen Kumulativbilanz erstellen um den Trend im Auge zu behalten......

Wie seht ihr das??

LG Sister
Wie sieht es denn aus mit einer Zwischenbilanz z.b nach 12 std.um dann evtl mehr Flüssigkeit anzubieten?:lol:
 

ZNA-Öse

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Welchen Sinn macht ne Bilanzierung in der Heimbeatmung denn überhaupt ?
Ich mein,kein Hausarzt wird mit Infusionen anfangen,das trägt ambulant keine einzige Krankenkasse. Auch im Hinblick auf ne PEG macht ne Bilanz nur als 24h-Bilanz über nen begrenzten Zeitraum,z.B. ne Woche,einen Sinn.
Zum eigentlichen Thema sei gesagt,daß diese "Kumulativbilanz",außer im intensivklinischen Bereich,unwichtig ist. Die normale 24h-Bilanz hat genug Aussagekraft und das Bilanzieren sollte eigentlich jeder beherrschen.
 

HenryDunant

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. Die normale 24h-Bilanz hat genug Aussagekraft und das Bilanzieren sollte eigentlich jeder beherrschen.
sag das nich^^
ich bin immer wieder überrascht wie viele schwestern/pfleger nicht wissen, dass eine 500ml flasche sondennahrung nicht gleich 500ml in der flüßigkeitsbilanzierung sind! da hab ich in letzter zeit bei neuen schwestern oft gehört, dass ihr vorheriger pflegedienst das jahrelang falsch gemacht hat obwohl die bei jedem andren schnick schnack sehr penibel wären...
 
A

AdVitamAeternam

Gast
Infusionen sind btw. im außerklinischen Intensivpflegebereich nicht unüblich und werden im begründeten Fall sehr wohl von den Kassen und Ärzten mitgetragen 8)
 

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