Bewohnerin hat Suizid begangen

Dieses Thema im Forum "Der Alltag in der Altenpflege" wurde erstellt von Nachtengel, 05.06.2007.

  1. Nachtengel

    Nachtengel Senior-Mitglied

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    Hallo,
    letzte Nacht hat eine Bewohnerin von mir Suizid begangen sie ist aus dem Fenster gesprungen. Die Bewohnerin war im Kopf klar und es war ihr 3. Versuch. Diesmal hat es geklappt. War heute früh ganz schön fertig nach der Nacht.
    Habt ihr sowas schon mal erlebt??

    lg Nachtengel
     
  2. Brady

    Brady Gast

    Hallo Nachtengel,

    definiere bitte im Kopf klar? Nicht dement oder was meinst Du?

    Liebe Grüße Brady
     
  3. narde2003

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    Hallo Nachtengel,

    mir ist vor vielen Jahren ähnliches passiert. Ein Patient sprang aus dem 3. Stock. Die Angehörigen wollten damals nicht, dass er seine Diagnose erfährt.
    So ging der Patient zu einem Fernsprecher im Haus, gab sich als sein Hausarzt aus und erfuhr die Diagnose. Nach dem Anruf sprang er aus dem Fenster, da für sich entschieden hatte, nicht mit der Krankheit leben zu wollen. Er wollte keinem zur Last fallen und von niemandem Abhängig sein.

    Es ist immer ein schlimmes Gefühl wenn so etwas passiert, ich kann es nachvollziehen wie du dich fühlst.

    Liebe Grüsse
    Narde
     
  4. Nachtengel

    Nachtengel Senior-Mitglied

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    @Brady, die Bewohnerin war nicht Dement. Sie hat es jetzt zum 3. Mal versucht. Sie wollte nicht ins Heim. Ihre Kinder wollten es uns sie dachte sie wäre zu Probe bei uns als die Kinder dann sagten das es für immer ist wollte sie nicht mehr....

    lg Nachtengel
     
  5. Brady

    Brady Gast

    Hallo nachtengel,

    das ist ja furchtbar. Verstehe, wie verzweifelt muß sie gewesen sein. Ich kann
    aber auch die Kinder nicht verstehen, so kann man es nicht machen. Sie zu belügen, das war auch eine große Kränkung, quasi entmündigt worden. Auch wenn der Aufenthalt unumgänglich gewesen ist, weil die Versorgung nicht gewährleistet ist.
    Hätte sie noch alleine leben können?
    Hoffe, ihr könnt im Team darüber sprechen?

    Liebe Grüße Brady
     
  6. Nachtengel

    Nachtengel Senior-Mitglied

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    Hallo Brady,
    sie war noch so agyl das ein Betreutes Wohnen voll kommen gereicht hätte.Sie hat ja am Anfang sogar noch ihre Medis selber gerichtet und genommen bis zu ihrem ersten Versuch (Überdosis Schlaftabl.)
    Mal sehen ob wir im Team drüber reden. Meine eine Kollegin hat sie gar nicht gesehen und der andere fand es "spannend".
    Ich habe leider von ihr geträumt was mir sonst nicht passiert....
    Na mal sehen wie diese Nacht wird villeicht habe ich ja morgen die Chanche mit unserer PDL zu reden die mußte ich ja in der Nacht anrufen.

    lg Nachtengel
     
  7. Schreiberling

    Schreiberling Gesperrt

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    Hallo Nachtengel,

    leider habe ich auch schon so ein Erlebnis gehabt, gleich im ersten Ausbildungsjahr. Ein BW hat sich mit seinem Gürtel während der Übergabe in der Dusche erhängt, unser Zivi hat ihn gefunden und konnte seitdem nicht mehr wieder bei uns arbeiten - zu groß war die Belastung für ihn. Das war natürlich ein Riesentheater mit Kripo usw.
    Der BW lebte mit seiner Frau in unserer Einrichtung, sie hochgradig dement, er konnte das nicht mehr ertragen, dass sie ihn meist nicht mehr erkennen konnte.
    Wir wurden im Team supergut betreut, hatten viel Zeit und Raum darüber zu sprechen. Wir haben einen Seelsorger, der auch im Haus lebt. Der hat sich auch immer wieder zu Gesprächen angeboten und den meisten von uns doch sehr geholfen.
    Geschockt waren wir natürlich alle, mich grausts heute noch, wenn ich in dieses Zimmer gehen muss...

    Gruß Schreiberling
     
  8. stefan1981

    stefan1981 Senior-Mitglied

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    Schon traurig das die Menschen so unehrlich miteinander umgehen.
    Wenn die Kinder ihr die Wahrheit gesagt hätten, lhätte sich wahrscheinlich eine bessere Lösung gefunden!

    Ich will gar icht wissen wie sich die Kinder fühlen! Wieso haben die Kinder für sie entschieden? Anscheinend war sie geistig klar und mobil...!? Wurde sie entmündigt?

    Hm...... Wann waren denn die anderen beiden Suizidversuche?
    War sie deswegen in Behandlung? Gespräche, Medikamente...?!
    ggf. bräuchte sie einige spezielle Sicherungsmaßnahmen- nur ankippbare Fenster, Tabletteneinnahme unter Aufsicht....!?
    Aber die kann leider kein normales Pflegeheim gewährleisten- bei der starken Unterbesetzung / teilweise fehlende bauliche Möglichkeiten.....

    Aber wo hört Sicherheit auf und wo fängt die Verletzung der Menschenwürde an?!

    Ich wollte eigentlich nur sagen- das man sich als Pflegepersonal da keine Vorwürfe machen muss. Das lässt sich als unbeteiligter aber leicht sagen :-(...

    Ich finde das generell jeder das Recht hat sein Leben zu beenden !
    Obwohl man durch ausführliche Gespräche sicherlich manche Missverständinisse aus der Welt räumen könnte- was dann eine 100 % bessere Lösung von Problemen ist.

    Aber welche Möglichkeit sieht man noch wenn man seine Eigenständigkeit aufgeben muss und man hat keine Aussicht auf Besserung.....

    Das sieht jeder sicherlich etwas anderst....

    mfg Stefan
     
  9. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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  10. Nachtengel

    Nachtengel Senior-Mitglied

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    Danke für eure lieben Worte.
    Heute hatten wir eine Supervision. Es war ganz ok. Wir haben viel drüber gesprochen.
    Ich hoffe das ich jetzt die Bilder aus meinem Kopf raus bekomme....

    lg Nachtengel
     
  11. *Mara*

    *Mara* Senior-Mitglied

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    Hallo!

    Ich kann vollkommen verstehen, wie du dich fühlst. Letztes Jahr im September ist auch ein Patient von mir aus dem elften Stock aus dem Fenster gesprungen. Wir (meine SL und ich) haben denn Aufprall gehört und sind komischerweise instinktiv sofort ins richtige Zimmer gerannt.
    Mir ist fast das Herz stehen geblieben als ich das leere Bett gesehen habe und über die Brüstung schauen musste.

    Der Patient wollte mit seiner Diagnose Bronchial Ca) nicht weiterleben.

    War damals auch ganz furchtbar für mich. Ich glaube man macht sich unweigerlich Vorwürfe, auch wenn man insgeheim weiß, dass man nichts dafür kann.

    Es kamen natürlich auch wahnsinnig viel Leute (Kripo, PDL, Ärzte, Oberärzte, Sicherheitsdienst, Seelsorger, und tragischerweise 10 Minuten nach dem Vorfall auch die Ehefrau, die ihren Mann besuchen wollte!)

    Es gab natürlich ein paar geschmacklose Kommentare des Chefarztes ("Machen sie sich keine Vorwürfe, die Lebenserwartung war eh nicht mehr hoch!).

    Ich hatte noch am selben Tag ein Gespräch mit einem von der Krankenhausseelsorge, der sich auch in den nächsten Tagen immer wieder nach mir erkundigte. Zwei Wochen später fragte mich sogar mal ein Oberarzt der Psychiatrie (auch im Notfallseelsorgeteam) nach meinem Befinden. Also über mangelnde Fürsorge kann ich mich nciht beklagen.

    Es war aber mit Abstand das Schlimmste was ich während meiner Berufszeit erlebt habe. Ich denke immer noch mit Schaudern daran.

    Ich hoffe, du kannst deine Erlebnisse bald und gut verarbeiten!

    Liebe Grüße, Mara
     
  12. matziqlb

    matziqlb Stammgast

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    Hallo Nachtengel,

    arbeite ehrenamtlich in der Krisenintevention beim DRK. Wenn dir nach reden zumute ist, dann mail mich einfach an ok?

    LG Matze:engel:
     
  13. VansQueen

    VansQueen Stammgast

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    In meinem früheren Altenheim hat ein 80-jähriger Mann mit Tabletten Suizid begangen. Er war noch geistig komplett da, hat aber die starken Schmerztabletten gesammelt und auf den richtigen Augenblick gewartet.... der Hintergrund: seine Frau lebte bis vor einem halben Jahr mit ihm bei uns, aber sie starb plötzlich. Er war total fertig, redete nicht mehr mit uns, wirkte abwesend und hatte wohl eine große Depression am Start. Dann eines nachts fand ihn meine Kollegin um 5 Uhr morgens, er lag tot im Bett.
    In seinem Abschiedsbrief schrieb er, er könne so nicht weiter machen und möchte den ersten Todestag seiner Frau nicht miterleben.
    Wr waren vollkommen schockiert. Erwähnt hat er es gegenüber uns nie.
     
  14. LoSt

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    Ja, ich habe auch sowas ansatzweise mitbekommen.
    Ich war im 1. Ausbildungsjahr.... Es war zu beginn der Ausbildung.
    Da kam ich gerade in meine Einrichtung und dann sah ich die Polizei vor einer Bewohnerzimmertüre stehen.
    Die ältere Dame die aus dem ersten Stock sprang, hatte auch keine kognitiven Einschränkungen.
    Ich frage mich nur , da diese Ältere Dame nicht mehr so viel Kraft in den Armen hatte, wie sie die Balkontüre geöffnet hatte.
    Naja , wie dem auch sei. Ich war auch fertig,denn ich hätte nicht gedacht das, ich soetwas zu Ohren bekomme.
    Die Nachtschwester,hat Urlaub bekommen da sie aufgrund dessen einen "Nervenzusammenbruch" hatte.
    Nun, das wars soweit von mir :cry1:
     
  15. Nachtengel

    Nachtengel Senior-Mitglied

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    Schon wieder ist es passiert. In meiner letzten Nacht von Sonntag auf Montag hat sich ein Bewohner erhängt! Der Blick war so grausam das ich dieses Bild wo nie vergessen werde. Er hatte keine Lust mehr so zu leben schrieb er in seinem Brief.
    Das letzte mal hatten wir ja eine Superversion und ich konnte auch gut mit unserer PDL reden. Die hat mittlerweile gewechselt und die neue meinte zu mir ich soll mich nicht so anstellen:knockin:
    Toll sie hat es ja nicht gesehen ist nicht ins Zimmer reingegangen wo sie in der Nacht kam.

    Schon die zweite Nacht wo ich kaum geschlafen habe. Bin echt am überlgen ob ich zum Arzt gehe wegen einer Auszeit....

    lg Nachtengel
     
  16. Dialyseheinz

    Dialyseheinz Senior-Mitglied

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    Was soll ich sagen? machen? tun?
    Meine anteilnahme, möchte ich ausdrücken!
    Hilft es wenn ich sagen - kenn ich? wenn ich sage selbstbestimmung...
    Das weisst Du alles selbst...oder?
    Ich kenne deine Hilflosigkeit, nacktheit, dieses- den Geschenissen ausgeliefert sein.
    Am Computer....?
    Ich nehm Dich einfach mal in den Arm, versuche Dich zu erreichen... und halte meine Klappe... hilfloss...
    Nimm ruhig die Auszeit...
     
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