Besonderheiten beim Pflegen?

steph

Newbie
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27.06.2004
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9
Hallo!
Darf ich mich vorstellen? Ich bin steph! Muß schon sagen- megaklasse Forum! Hab auch gleich ein Anliegen:


eine jugendliche kommt ca einmal alle 14 tage auf ITS mit intoxikation von versch. antideppressiva
therapie mit aktivkohle, antidot, ständiges monitoring
ansonsten ist sie wach, ansprechbar und orientiert. bereut es genommen zu haben (zum zeitpunkt der intox sichere suizidabsicht)
verhalten ist still, antwortet auf fragen höflich und ist der arbeitsaufwand der pfleger um sie peinlich, klingelt nie
Wie würdet ihr sie pflegen? Ist sie ein störfaktor, der ein dringend gebrauchtes bett auf der ITS blokiert, da durch selbstverschulden?
würdet ihr das gespräch mit ihr suchen? bei kollegen verständnis oder unverständnis (was für eine spinnerin) bekunden? wie geht ihr mit solchen fällen um?

bitte antwortet mir mit beispielen von ähnlichen fällen von euren pat, damit ich mir darunter besser was vorstellen kann. ist wirklich wichtig! danke schonmal im vorraus!
 

Tobias

Poweruser
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782
Beruf
Fachkrankenpfleger
Hallo Steph,
willkommen im Forum!

Es ist schon nervig, wenn solche Pat. ein ITS Bett belegen, haben wir auch. Bei uns sind es meist Alkis, die es nicht nach Hause geschafft haben oder wieder im Vollrausch krampfen.


Ihr als Pflegepers. könnt da wahrscheinlich nicht viel machen. Gespräche führen und so, weiß nicht ob Ihr für so was geschult seid??

Das Mädel gehört zu Ärzten, die solche Gespräche führen können und auch rausbekommen, WARUM!
Vielleicht muß sie mal in eine geschlossene, denn irgendwann wird es klappen mit dem Suizid und dann haben die Menschen um sie rum versagt.

Sonst immer lieb und nett sein, wie auch zu anderen Pat., das gibt Geborgen- und Sicherheit (Maslow), vielleicht fehlt Ihr das!

Viel Spass und sei tapfer!
Tobias
 

Dirk

Stammgast
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224
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Schweiz - Zürich
Beruf
Dipl. Intensivpflegefachmann
Hallo Steph !

Solche Situationen sind eher schwierig, denn Du stehst wirklich im Zwiespalt.
Wo ist nun das "Hauptanliegen" des Spitales zu suchen ?

Eine solche Patientin, die so hochfrequent zu Euch kommt, braucht dringend Hilfe.
Die Hilfe, die Ihr ihr geben könnt, ist tatsächlich im Sinne der Akuttherapie.
Sie wird von Euch aus dann auf die Normalstation, dann nach Hause gehen, denn sonst wäre sie ja in 14 Tagen nicht wieder bei Euch.

Aber was passiert eigentlich dazwischen ?
Lebt sie alleine, hat Sie Bezugspersonen, was ist der GRund für ihre Suizidalität ?
Woher bekommt sie die Mengen an Antidepressiva ?

Deine Frage, wie man mit genau dieser Patientin umgehen soll kannst Du für Dich, und für Deine Abteilung am ehesten mit Akutbetreuung beantworten.
Sie bekommt die normale Pflege, mit der üblichen VErsorgung.
Ich würde das GEspräch suchen ....
Ich würde jedoch sehr zurückhaltend (insbesondere den Kollegengegenüber) mit Ausdrücken wie "Spinnerin" umgehen.
Der Fehler, der immer wieder passiert, ist wohl, das die Betreuung im Umfeld, nach der Entlassung falsch organisiert ist.

Liebe Grüsse

Dirk
 

steph

Newbie
Mitglied seit
27.06.2004
Beiträge
9
Danke für eure Antworten.
Es ging dabei um eine bekannte von mir, die auf ITS schlecht behandelt, richtig nieder gemacht wird nur weil sie extreme psch. probleme hat und eben diese intoxikationen macht. "Wir brauchen das bett, was willst du denn hier?"
8O
 

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