Besetzung

Dieses Thema im Forum "Pflege bei onkologischen und hämatologischen Erkrankungen" wurde erstellt von bücherwurm, 16.06.2004.

  1. bücherwurm

    bücherwurm Newbie

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    Wollt mal hören wie ihr so besetzt seid , arbeite auf einer 28 Betten Station , wir sind 2 Schwestern im FD , 2im SD , eine Schwester im Büro von 8 bis 5 , 1NW , das Personal reicht hinten und vorne nicht machen jeden Tag Überstunden , haben so im Schnitt ca. 10 Pat. von 28 die Pflegerisch versorgt werden müssen , im Schnitt zwischen 5- 8 Chemos pro Tag , und Betreuung der im Sterben liegenden Angehörigen , letzte Woche sind 5 Pat in 24 Stunden verstorben , unser Team ist am ende der Kräfte , sagt mir doch wie es euch ergeht auch per email Mfg Sandra
     
  2. Svenja

    Svenja Junior-Mitglied

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    bitte sag doch mal in welchem Krankenhaus du arbeitest..
    damit ich es auf meine Liste von Krankenhaeuser setzten kann in dem ich nicht sterben moechte.

    Hoffe das mal ein paar Politiker..oder zumindest Leute aus der Verwaltung mal in den Genuss einer so "ueberbesetzten Station kommen"

    Du tust mir leid..

    svenja
     
  3. bücherwurm

    bücherwurm Newbie

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    kriege ich da auch kein Ärger mit meinem Arbeitgeber wenn die das rauskriegen ? egal ist ja nicht gelogen Klinikum Xxxxx :(

    Anmerkung von Flexi (Mod):
    Doch, du kannst Ärger kriegen, deswegen Ortsname editiert 160604-1230
     
  4. flexi

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    Hallo Sandra,
    ich muss sagen, es hört sich wirklich grausam an, aber es scheinen sich solche Situationen im stationären Bereich mehr und mehr auszuweiten, Stichworte sind dazu aktuelle Gesundheitspolitik, Einstellungssperren udn Mehr- und Überstunden am laufenden Meter.
    Ich möchte euch dringenst empfehlen, jeden Tag aufs Neue Überlastungsanzeigen an eure Pflegedienstleitung zu schicken, mit der auflistung von Tätigkeiten, die ihr auf Grund der Situation nicht leisten konntet. Damit könnt ihr euch dann auch gegen evtl. Schadenersatz- und Haftungsansprüche schützen.
    Was sicher nicht hilft, ist, die Arbeit in immer weniger Zeit mit immer weniger Personal zu leisten.
    :wink: Oder ist das vielleicht ein Ziel von Qualitätsmanagement?? :wink:
     
  5. Svenja

    Svenja Junior-Mitglied

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    Mein voriger beitrag war auch nur "ironisch" gemeint!!!! 8O

    Es ist wirklich traurig unter welchen umstaenden man heut zu tage arbeiten muss.... :|


    Die idee von der Moderatorin mit Ueberlastungsanzeigen ist sehr gut!!!

    Es waere aber noch besser wenn zusaetzlich die Kundschaft" selbst(Angehoerige+Patienten) diese wirklich schlimmen Umstaende an der entsprechenden Stellen bemaengeln wuerde (soll jetzt nicht heissen dass du patienten etc aufstacheln sollst :roll: )... *seufz*
    Gibt es sowas wie Evaluationsboegen bei euch in der Klinik (Fragenbögen wo der Patient ein Feedback ueber seinen KH-Aufenthalt geben kann)??? Wenn ja...den Pat. und Angehoerigen diese in die Hand druecken und bitten diesen auszufuellen...

    Waere mal ein netter Gedanke ein hohes Tier bei sich auf Station liegen zu haben....aber leider bekomme diese ja immer Einzelzimmer, die Aerzte sind fuer die immer erreichbar...und das Essen wird vom naechsten FirstClass Hotel herbei geschafft. *leiderdiewahrheit*
    :angryfire:
     
  6. flexi

    flexi Administrator
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    Hallo Svenja,
    lass bei Moderator das "in" weg, dann stimmts wieder.

    Und zum Thema Fragebogen schau mal hier : Beschwerdemanagement
     
    #6 flexi, 16.06.2004
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 25.07.2004
  7. carmen

    carmen Poweruser

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    Hallo Bücherwurm,

    die von Dir beschriebene Arbeitssituation erfuhr ich am eigenen Leib, als ich nach 5 Wochen wieder Dienst auf Stat. tat.
    Ich dachte, ich stehe im Wald und alle Rehlein sagen du zu mir.
    Nein, es warf mich fast aus dem Kittel!
    Bei 29 Betten auf Stat. waren 3 Onko-Pat., der Rest der Pat. waren in Pflegestufe 3 oder 2.
    Die Schichtbesetzungen sind gleich, wie bei Dir.
    Und da sagten meine Kolleginnen noch zu mir, als ich letzten Samstag wieder mit arbeiten anfing:"du hättest mal eine Woche früher kommen sollen, was da los war, es war noch schlimmer als jetzt".
    Das übertraf fast mein geistiges Fassungsvermögen. Noch schlimmer ist für mich nicht vorstellbar.
    Es ist Urlaubszeit und wir haben die Regelung, dass immer 2 vom Team gleichzeitig in den Urlaub gehen dürfen.
    Naja, es fehlt zu diesen Monaten des Urlaubs jedes Mal Personal und der Rest, der arbeitet, kracht fast zusammen.
    Wie ist es denn mit Überlastungsanzeigen bei Euch?
    Zum Glück brauchen wir sowas nicht schreiben, weil wir die Ärzte im Rücken haben. Wenn es uns reicht, reden wir mit ihnen und sie stoppen dann die Schwemme der Neuaufnahmen, welche von der Aufnahme zu uns geschickt werden.
    Natürlich versteht das die Aufnahme nie, wenn die Ärzte die Notbremse ziehen, weil lt. ihrem PC-Ausdruck noch 1-2 Betten frei seien. Doch sehen sie auch nie, welches Pat.-Klientel auf Stat. ist. Und außerdem haben sie keine Pflege beim Pat. zu machen, weil sie sie eben einfach nur aufnehmen.
    Seit meinem Dienstbeginn letzten Samstag bin ich jetzt schon völlig kaputt, kann nicht schlafen, wenn ich eingeschlafen bin, wache ich bis zum Aufstehen mind. 4-6x auf, habe keinerlei Hunger oder Apetit, trinke nur Mineralwasser, fühle mich ganz einfach down.
    Du leidest nicht allein, komm, wir leiden zusammen.
    Was sagt Eure Stat.-Leitung und die PDL über Eure Arbeitsbedingungen?

    LG

    Carmen
     
  8. bücherwurm

    bücherwurm Newbie

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    Danke für die schnellen Antworten , Überlastunganzeigen sind nicht gern gesehen , meistens gibt es Ärger , Pdl sagt nicht viel ,im Moment haben wir keine Leitung , nur eine Komisarische , eine Leitung wird seit über einem Jahr gesucht , wieviele Planstellen habt ihr denn ? wir haben 13.1 ! Viel zu wenig , 2dürfen immer in Urlaub gehen , muss auch sagen das wir bei der Belastung ein hohen Krankenstand haben ,
     
  9. carmen

    carmen Poweruser

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    Hi Bücherwurm,
    Planstellen haben wir 15 und sind auch voll besetzt, doch reduzieren 2 Koll. und wir bekommen keinen Ausgleich dafür.
    Klar, dass da die Krankenrate hoch geht, wenn die Arbeit immer mehr wird, doch die Arbeitenden weniger. Sowas wirkt sich stets auf die Gesundheit aus.
    Doch das sehen die Oberen nicht, wie denn auch, sie sitzen ja den ganzen Tag (ich meine von 7.30 Uhr bis max. 15.30 Uhr, excl. der Pausen) hinterm Schreibtisch oder nichts bringenden Leitungsbesprechungen.
    Wenn sogar schon die Stat.-Leitungen fragen, was die Bereichs- PDL's überhaupt tun, dann kann die stets höher werden sollende Motivation der Mitarbeiter nicht gefordert werden und erstickt im Keim.
    Bei diesem rasanten Personalabbau in allen Bereichen, schneiden sich die Klinikleitungen in's eigene Fleisch, weil die Krankenrate noch weiter ansteigen wird, die Motivation noch ganz in den keller gehen wird.

    Bis vor ein paar Monaten z.B. hatten wir 2 Frauen vom Reinigungsdienst fest für unsere Stat., und das seit vielen Jahren.
    Nun ist der Reinigungsdienst privatisiert worden und das hygienische Chaos brach aus.
    Alle Putzkräfte sind im routierenden Arbeiten auf allen Stat.
    Es wird nicht mehr tgl. gewischt, keine Mülleimer entleert und husch husch oberflächlich gereinigt, weil sie unter starkem Zeitdruck stehen.
    Die gesamte Stat. sieht aus, wie Sau, der Staub und die "Wollmäuse" fliegen auf Stat. rum, die Naßzellen in den Pat.-Zi sind unter aller hygienischen Würde!
    Juckt Keinen von den Obrigkeiten, weil in ihren Büros tgl. geputzt wird, auch ihre WC's.
    Wir, das Pflegepersonal, sollen die Mülleimer auf Stat. leeren, wo wir uns natürlich dagegen sperren und ein Schreiben an die Hygienebeauftragte des Hauses schickten.
    Mal sehen, was dabei raus kommt.

    Die Gesamtsituation ist einfach unhaltbar und untragbar!
    Die Büroarbeiten auf Stat. werden immer mehr und umfassender, die Pat. immer kranker und Pflegeintensiver, die Zeit für die Pflege und Versorgung der Pat. immer weniger.
    Das Tätigkeitfeld einer Schwester/Pfleger verschiebt sich immer mehr in Richtung billige Büro- und Schreibkraft, die Pat-Versorgung tritt in den Hintergrund.
     
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