Berufsunfähigkeit: eine Frage

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Hallo,

Ich bin seit 2020 examiniert. Seit dann, habe ich eine körperliche Behinderung erworben (ich kann kaum laufen. Aktuell nutze ich einen Rollstuhl). Die Prognose ist, dass ich nicht in absehbarer Zeit wieder berufsfähig werde.

Momentan bekomme ich noch Krankengeld, weil weitere OPs geplant sind. Ich weiß aber nicht, was ich machen soll, wenn die OPs vorbei sind und ich kein Krankengeld mehr bekomme. Ich würde gerne etwas in der Pflege machen, damit ich meine Ausbildung nicht verschwende.

Gibt es überhaupt Möglichkeiten in der Pflege/im Krankenhaus für Rollstuhlfahrer?
 

-Claudia-

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In der direkten Pflege wohl nicht. Aber es gibt Schreibtischjobs, bei denen unsere Ausbildung von Vorteil ist. Kodierfachkraft oder Study Nurse, Patienten- oder Case Management...

Du könntest auch über ein pflegebezogenes Studium nachdenken.
 

aquarius2

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Ich weiß nicht, was ist der Grund dass du nicht mehr laufen kannst? Wirst du irgendwann wieder laufen können, wo siehst du dich gesundheitlich in sechs Monaten oder einem Jahr?
Bitte beantworte dir selbst diese Fragen! Dementsprechend würde ich dann weitere Schritte unternehmen. Hast du eine Berufsunfähigkeitsversicherung?
 
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Spannend wäre auch der Kosten- und Rehabilitationsträger. Falls es ein anerkannter Arbeitsunfall war, fällst Du unter die Zuständigkeit der BG.
Egal welcher Kostenträger : es gibt berufliche Rehabilitationen :-)
 

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In der direkten Pflege wohl nicht. Aber es gibt Schreibtischjobs, bei denen unsere Ausbildung von Vorteil ist. Kodierfachkraft oder Study Nurse, Patienten- oder Case Management...

Du könntest auch über ein pflegebezogenes Studium nachdenken.
Was könnte man dann nach einem Studium machen? Außer unterrichten?
 

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Ich weiß nicht, was ist der Grund dass du nicht mehr laufen kannst? Wirst du irgendwann wieder laufen können, wo siehst du dich gesundheitlich in sechs Monaten oder einem Jahr?
Bitte beantworte dir selbst diese Fragen! Dementsprechend würde ich dann weitere Schritte unternehmen. Hast du eine Berufsunfähigkeitsversicherung?
Ich habe seit Geburt orthopädische Probleme und habe ein paar OPs durchgemacht, die schief gelaufen sind. In einem Jahr glaube ich schon, dass ich wieder laufen kann, aber langsam. Patienten zu waschen und lagern werde ich körperlich nicht mehr schaffen.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung habe ich nicht.
 

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Egal welcher Kostenträger : es gibt berufliche Rehabilitationen :-)
Ein Berufsunfall war das nicht.
 

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Mein Gedanke war so: das ich vielleicht im PAZ arbeiten könnte, ähnlich wie ein MFA. Momentan bin ich im Pflegeheim angestellt und mein Arbeitgeber hat gesagt, dass mir aus gesundheitlichen Gründen ordentlich gekündigt wird, sobald ich wieder arbeitsfähig bin. Ist ja verständlich: was soll ich als Rollstuhlfahrer im Pflegeheim machen?

Meine Frage ist: wie schwierig wäre es zwischen Pflege und MFA zu wechseln? Kann man das einfach mit Einarbeitung machen oder bräuchte man eine Weiterbildung?
 

aquarius2

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Wichtig ist, du kümmerst dich um ein ärztliches Gutachten. Da muss drin stehen, was genau du hast und was deine Einschränkungen sind, was kannst/darfst du machen und was nicht? Natürlich kannst du weiterhin im Gesundheitswesen arbeiten Casemanagement DRG oder Codierassisten etc.Auchbrauchst du eventuell eine Umschulung oder Computerkurse.
Auch die Rentenversicherung solltest du dir ins Boot holen.
Bist du schwerbehindert, oder hast Anspruch darauf? Früher hieß es geht zum Vertrauensarzt.!Ich wünsche dir viel Erfolg und einen langen Atem!
 
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Martin H.

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Was könnte man dann nach einem Studium machen? Außer unterrichten?
Es gibt eine Unmenge an Pflegestudiengängen; aber die Wesentlichen sind (auch wenn sie teilweise anders heißen) Pflegepädagogik, Pflegemanagement und Pflegewissenschaft.

Eine Übersicht gibt’s z. B. hier:

 
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Die Frage die sich mir stellt: wirst Du wieder laufen können, darfst aber "nur" keine körperlichen Arbeiten verrichten - oder wirst Du gehbehindert bleiben? Letzteres wäre wohl auch als MFA ein Hinderungsgrund- auch hier must Du viel laufen! Es wäre also ein besser, hier einen reinen Bürojob anzunehmen.

Falls Du wieder mobil bist, aber eben "nur" nichts mehr heben darfst, wäre auch die Pflege noch eine Option....zumindest in Bereichen, in denen die körperliche Arbeit keine oder nur eine untergeordnete Rolle spielt!. Psychiatrie wäre sicher machbar, falls Du länger stehen kannst auch OP.

Pauschal kann man also noch gar nichts sagen ....hier muss der Heilungsprozess abgewartet und eine Reha gemacht werden. Aus der Reha wird auch hervorgehen, wie Deine quantitative und qualitative Leistungsfähigkeit aussieht, ob Du überhaupt noch voll erwerbsfähig bist etc.
Wenn das Krankengeld ausläuft, wirst Du also erstmal ausgesteuert und fällst ins ALG 1.
 

einer

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Falls Du wieder mobil bist, aber eben "nur" nichts mehr heben darfst, wäre auch die Pflege noch eine Option....zumindest in Bereichen, in denen die körperliche Arbeit keine oder nur eine untergeordnete Rolle spielt!. Psychiatrie wäre sicher machbar, falls Du länger stehen kannst auch OP.
Immer wieder spannend.
Anscheinend wissen alle, die nicht im OP arbeiten, wie hoch die körperliche Belastung bei uns ist.
Daher die Klarstellung:
Ja, wir heben selten Patienten an.
Aber dafür dürfen wir stundenlang auf 1/2 Quadratmeter mit einer Röntgenschürze stehen. Natürlich erst, nachdem wir (manchmal) bis zu 15 Container mit etwa 10 kg Gewicht aus Bodenhöhe oder aus 2m Höhe aus Schränken oder Regalen gehoben haben. Beim Vorbereiten der Säle schieben wir noch kurz 200kg schwere (150000€ teure) Geräte an ihren Platz und versuchen dann, den 150kg schweren Patienten Zentimetergenau auf einem 70 cm breiten OP-Tisch zu platzieren. Das ganze in einem 10 Minuten-Fenster, da jede Minute im OP für den Arbeitgeber teurer ist, als eine Arbeitsstunde einer Pflegekraft.

Fast jeder im OP hat Rücken- oder Gelenkbeschwerden……aber angeblich ist hier ja der Bereich im Krankenhaus, wo die körperliche Belastung gering ist.:freakjoint:

Darf ich dich zum nächsten 24-Stunden-Dienst einladen und dich dann nach 15 Stunden „Dauerstehen“ mal fragen, wie gering deine körperliche Belastung ist ?

Einer
 

Martin H.

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Fast jeder im OP hat Rücken- oder Gelenkbeschwerden……aber angeblich ist hier ja der Bereich im Krankenhaus, wo die körperliche Belastung gering ist.
Ich muß ehrlich gestehen, daß ich das auch nicht so genau gewußt hätte... ok, das mit dem stundenlangen Stehen kenn ich noch aus meiner Schülerzeit, aber die anderen Dinge nicht.
Danke für die Klarstellung.
 
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Immer wieder spannend.
Anscheinend wissen alle, die nicht im OP arbeiten, wie hoch die körperliche Belastung bei uns ist.
Deshalb bin ich froh, dass ich während der Ausbildung zwei Wochen OP-Einsatz hatte. Körperlich war das sehr schwer; schwieriger als Normalstation. Respekt für euch OP-PKs!
 

Afaz

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Ich habe einen Grad der Behinderung von 40%, obwohl ich kaum laufen kann. Habe schon Einspruch eingelegt.

Ja, ich gehe zum Amtsarzt, sobald ich keine Krankmeldungen mehr bekomme.
 
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aquarius2

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Super, die bist schon dran. Sammele jeden Befund jeden Arztbrief, alles lass dich nicht abschrecken wenn es nicht vorwärts geht, die lassen sich oft viel Zeit...
 

Lillebrit

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Warte bezüglich des GdB erstmal ab, was wirklich zurück bleibt! Also erstmal die anderen OPs und Heilungszeiten....
Eine Schwerbehinderung schützt leider nicht vor Kündigung - auch wenn man das gerne so annimmt ;)
Im Gegenteil: bei einer personenbedingten Kündigung (hierunter fällt eben auch die Kündigung wegen Krankheit) zählen neben wirtschaftlichen Folgen für den AG auch die Negativprognose Deiner Beschwerden. Da der GdB NUR für Dinge anerkannt wird, die mindestens 6 Monate zu einer erheblichen Teilhabebeeinträchtigung führen, ist das sogar ein Eigentor ...
 
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