Berufspolitik - was geht mich das an?

Dieses Thema im Forum "Diskussionen zur Berufspolitik" wurde erstellt von Elisabeth Dinse, 13.10.2010.

  1. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    http://www.krankenschwester.de/forum/diskussionen-berufspolitik/29306-gewerkschaft-7.html#post284389

    Wir drehen uns immer wieder im Kreis bzw. stehen in der Sackgasse vor dem (vermeintlichen?) Desinteresse der Kollegen.

    Drehen wir den Spieß mal um und greifen nicht auf unsere Erfahrungen zurück- die zugegebenermaßen mehr als frustrierend sind...


    Wie stellt ihr euch vor, wie soll die optimale Vertretung der Pflege aussehen?

    1. Ist Berufspolitik Thema in der Ausbildung und werden die Azubis dazu angehalten, sich aktiv berufspolitisch zu beteiligen?
    2. Was soll die Gewerkschaft machen?
    3. Was soll der Berufsverband leisten?
    4. Wann würdet ihr Gewerkschaft oder Berufsverband beitreten, wann nicht?
    5. Wenn ihr euch aktiv beteiligen solltet, was würdet ihr machen wollen- was auf gar keinen Fall?

    Mich interessiert hier vor allem die Meinung der jungen Generation in diesem Forum. Ich glaube, wir älteren haben unsere Standpunkte schon dargelegt.

    Ich wäre euch dankbar, wenn ihr mit euren Beiträgen zeigen könntet, was möglich und vor allem gewünscht wird.

    Elisabeth
     
  2. Feli

    Feli Poweruser

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    Mein Problem sieht im Moment anders aus: Ich bin ja gar nicht desinteressieret - im Gegenteil - aber aus dem anderen Thread bin ich auch nicht schlauer geworden...

    Zu Deinen Fragen: Ja, in der Ausbildung wurde Berufspolitik unterrichtet. Und - wie ich heute sagen kann - sogar ziemlich ausführlich, und vor allem so gestaltet, dass jedem (naja, oder einigen) klar wurde, wie wichtig es ist, ein Berufsverständnis aufzubauen.

    Ich würde mir eine Gewerkschaft wünschen, die ausschließlich Pflegepersonal vertritt. Gewissermaßen Spezialisten auf unserem Gebiet, die sich mit unseren Problemen und unseren AG`s auskennen.
    Sie sollte unsere Tarifverträge aushandeln und ihre Mitglieder arbeitsrechtlich beraten bei Bedarf. Desweiteren die Betriebsräte unterstützen... sind das nicht ohnehin alles Dinge, die eine Gewerkschaft immer tut???
    Und um da gleich anzuschließen - gäbe es so eine Gewerkschaft, würde ich dieser sofort beitreten.
     
  3. Sr. S.

    Sr. S. Poweruser

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    Die gab es schon. "BiG" Gewerkschaft für Berufe im Gesundheitswesen. Sie hatte allerdings nicht das Recht Tarifverhandlungen zu führen. Wäre aber vielleicht noch irgendwann gekommen, wenn sie mehr Zulauf gehabt hätten.
    Näheres hier: http://www.krankenschwester.de/foru...werkschaft-big-aufgeloest-netz-geloescht.html
     
  4. Socialist20

    Socialist20 Newbie

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    Hi,

    ich bin 24, seit vier Jahren im Job. Ich bin politisch wie auch berufspolitisch sehr intressiert und auch aktiv, aber bisher berufspolitisch nicht organisiert. Interessant finde ich die freie Gewerkschaft FAU, hier ein Link dazu. FAU-IAA : Mehr als nur Gewerkschaft
    Problem ist meiner Meinung nach, dass es zu wenig Kollegen gibt, die berufspolitisch arbeiten oder sich organisieren wollen. Die Ärzte (Marburger Bund), oder andere Berufszweige sind organisiert und in der Lage Arbeitskämpfe zu führen. Ärzte, Piloten o.ä. jammern meiner Meinung nach auf einem sehr hohen Niveau - wir Pflegende sind bereits jetzt am Limit. Die Frage, wie das ganze in 5-10 Jahren aussieht, will ich mir gar nicht stellen. Eine konkrete Lösung hab ich aber auch leider nicht parat. Wir müssen uns besser vernetzen und organisieren, offen nach außen gehen, notfalls auch mit Mitteln des zivilen Ungehorsams oder Streik. Eure Meinungen dazu würden mich sehr intressieren.
    Beste Grüße!
     
  5. spflegerle

    spflegerle Stammgast

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    Vielleicht sollte die Gewerkschaft (hier meine ich konkret VERDI) mal den Spiess umdrehen:
    mein Eindruck ist: die Gewerkschaft nimmt für sich in Anspruch "die Guten" zu sein und es scheint so zu sein, dass allein aus diesem Anspruch heraus gedacht wird, die Schäfchen werden schon angelaufen kommen, sprich: neue Mitglieder werden sich rekrutieren lassen.
    Vielleicht sollte die Gewerkschaft einen mehr unternehmerischen Ansatz verfolgen: ist mein Produkt/meine Dienstleistung gut, wird sich daraus auch eine entsprechende Nachfrage ergeben, ansonsten muss ich an meinem Produkt/meiner Dienstleistung etwas verbessern.

    Auf die Gewerkschaft bezogen wäre das: mal ein Tarifabschluss, der nicht als Gewinn gefeiert wird, obwohl sich dadurch die Bedingungen nur verschlechtert haben, sondern ein echter Gewinner-Tarifabschluss.

    Würde mich ja mal interessieren, wo die kritische Masse liegt, ab der die Gewerkschaft tatsächlichen Einfluss auf die Arbeitgeber nehmen kann. Im Pflegebereich sind wir ja offensichtlich noch weit davon entfernt. Aber: wie Feli schon gesagt hat.. vielleicht sollte man innerhalb von Verdi mal darüber nachdenken, für den Pflegebereich abgekoppelt vom öffentlichen Dienst oder Einzelträgern zu verhandeln. Das würde für Verdi bestimmt einen ordentlichen Mitgliederzuwachs bedeuten. Und vielleicht nähert man sich ja dann irgendwann mal der kritischen Masse an.

    Gruß spflegerle
     
  6. Feli

    Feli Poweruser

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    @socialist bzw Judith:

    Ich hab Deinen Vorschlag gegoogelt, aber das hier

    Basisgewerkschaft ? Wikipedia

    lässt mir die Haare zu Berge stehen! Wozu sprechen wir in der Pflege über Berufspolitik, wenn wir keine Unterschiede zwischen Facharbeitern und Ungelernten ziehen? Da können wir ja die pflegerischen Ausbildungen gleich abschaffen!

    Feli - die immer noch etwas fassungslos guckt...
     
  7. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Eine Gewerkschaft, ein Berufsverband kann nur so gut sein, wie seine Mitglieder.

    Wie steht es mit der Berufspolitik bei den Pflegenden? Fordern ist das eine, sich beteiligen das andere.

    Gewerkschaft ist nicht die alleinige Vertretung der Pflege. Oder reicht es aus und sind Berufsverbände überflüssig?

    Mich interessiert nach wie vor:
    Vielleicht mag ja der eine oder andere (vor allem junge) User sich auch beteiligen, damit man vielleicht mal ein bischen objektiver die Situation beurteilen kann.

    Elisabeth
     
  8. Socialist20

    Socialist20 Newbie

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    Naja, die FAU ist halt in ihren Forderungen ziemlich radikal, bzw. ist sie natürlich kein Berufsverband sondern möchte um es simpel auszudrücken, dass alle Menschen für einen anständigen Lohn arbeiten können.
    Ich hab auch nicht behauptet, dass die das Maß der Dinge sind, sondern lediglich drauf hingewiesen, dass die in Arbeitskämpfen einiges für ihre Mitglieder erreicht haben. Und wenn ich mir die momentane Entwicklung so anschaue, in der die Zugangsbedingungen für Pflegeberufe aus Angst vor einem Pflegekollaps heruntergesetzt werden, dann ist das defacto ein Stück weit schon so, dass die Ausbildungen immer weniger Wert werden.
    Habe aktuell gestern von einer Kollegin erzählt bekommen, dass in einem Pflegeheim bei uns im Nachbarort eine Pflegehelferin (mit 1jähriger Ausbildung) nun dort als WBL arbeitet. Ohne Examen, ohne Weiterbildung. Momentan wird mit den Leuten gemacht was nur geht. Die Dame fühlt sich natürlich geschmeichelt und stimmte dem Angebot für wenige Euros im Monat mehr zu. So viel zur Qualifikation.
    Wahrscheinlich bräuchten wir wirklich was ganz neues, dass unserem Berufsstand eine Lobby bietet, die FAU ist mit Sicherheit keine - aber immer noch besser wie verdi und Co.
     
  9. Joerg

    Joerg Poweruser

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    Oh Gott, bei der FAU fehlt ja nur noch ein großer "venceremos" Banner und darunter die Konterfeis von Lenin und Stalin auf der Startseite.
    Allein deren Vorstellung disqualifiziert sie in meinen Augen als seriöse Gewerkschaft:
     
  10. Socialist20

    Socialist20 Newbie

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    Also ich sehe hier auf der Seite, dass die FAU alles andere als kommunistisch ist. Aber wenn du meinst..
     
  11. renje

    renje Poweruser

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    @socialist:
    Entschuldige wenn ich dich jetzt stellvertretend für viele in der Berufsgruppe angreife.

    Die FAU ist keine Gewerkschaft sondern eine Föderation.
    Wer die Statuten durchliest kann doch nicht im Ernst glauben, das das eine berufsständische Vertretung für die Pflege wäre???
    Und wenn so eine "Vereinigung" nicht mal bekannt gibt wer dahinter steckt - ist das schon alles sehr Suspekt.

    Keinen Plan von nix!
    Keine Alternative.
    Keinen Vorschlag.
    Super Aussage - verdi und co. alles sch...
    Selbst nicht organisiert sein - denn ich habe ja was besseres zu tun!

    Gibts eigentlich irgend eine Vertretung mit der "die" Pflege" einverstanden wäre - ich glaube in diesem Leben nicht mehr.

    Es gibt:
    Gewerkschaften - nicht nur eine!
    Berufsverbände - nicht nur einen!
    Interessenvereine zur Gründung einer Pflegekammer - fast jedes Bundesland.
    Es gab die reine Pflegegewerkschaft BIG - die hatte soviel Mitglieder, dass sie sich wieder aufgelöst hat
    Auch nix für Pflegende ihre eigene Gewerkschaft?

    Wann begreift Pflege, dass sie so nicht weiter kommt?
    Während Pflege rückwärtsgewandt schimpft und jammert organisieren Andere für Pflege die Strukturen und machen die Gesetze.

    Wann begreift Pflege, dass nur Organisation und Engagement nach vorne führen?

    Und was habe ich gelesen - Gewerkschaft/Berufsverband soll sich als Dienstleister begreifen.
    Ich glaube derjenige hat den Sinn von Berufsvertretungen nicht verstanden?
    Eine Berufsvertretung stellt nichts her, das ich gut oder schlecht finden kann, sondern ist die Plattform für Interessensgruppen (z.B. Pflege) ein "Produkt" zu entwickeln oder zu verbessern/verändern.

    Alle die über Gewerkschaften schimpfen, sollten konsequenter Weise auch auf deren Errungenschaften verzichten, alle übertariflichen Leistungen.
    Sonst halte ich das ganze geschimpfe für Unglaubwürdig!

    Gewerkschaften sind sch..., die Lohnerhöhung den Urlaub etc. nehme ich gerne mit.
    Dann schimpfe ich auch noch, dass die Gewerkschaft in der ich nicht organisiert bin auch für mich nicht 5% sondern nuuuuuuur 3% Lohnerhöhung erstritten hat?

    Hallo gehts noch!!!
     
  12. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Eigentlich wollte ich hier net über die FAU oder andere bereits bestehende Organisationen diskutieren. Mir gings um grundsätzliche Ansichten zu dem Thema.
    Ich wäre euch dankbar, wenn ihr also net die Programme der verschiedenen Gewerkschaften zitieren würdet sondern mit euren eigenen Worten zum Ausdruck bringt, worum es euch geht und unter welchen Bedingungen ihr euch engagieren würdet.
    Es ist mir durchaus bewusst, dass das ein sehr abstraktes Thema für nicht wenige Pflegekräfte ist. Aber vielleicht regt dieser Thread ja dazu an, sich mal Gedanken darüber zu machen.

    @Renje- wie ist das, wenn du zu diesem Thema bei Azubis referierst? Was sagen sie zum Thema Berufspolitik? Welche Kenntnisse sind vorhanden? Was weckst Interesse- was nicht?

    @Jörg- wenn du wirbst, welche Argumente fliegen dir von wem um die Ohren?

    Vielleicht schaffen wir ja sogar die Aussagen gerade der Youngster, aber auch der Oldies, erstmal wertungsfrei stehen zu lassen. Ich werd mir jedenfalls Mühe geben.

    Elisabeth
     
  13. Joerg

    Joerg Poweruser

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    Gegen einen Eintritt?
    Nr. 1 der Kostenfaktor! Übrigens ein Punkt den ich jedem sofort zerpflücke.
    Nr. 2 das bringt ja eh nix! Auch diesen Punkt kann ich in wenigen Worten entkräften.

    Mehr kommt nicht. Dann kommt der Standardsatz 'ich überlege es mir mal'. Bei knapp 10% der Belegschaft (im Pflegedienst eher 3-4%) hat man dann Erfolg.
    Mitgliederwerbung ist in unserer Branche halt schwer.
    Aber unsere ver.di-VL, deren stellv. Vorsitzender ich bin, hat es allein im Oktober geschafft 10 neue Mitglieder zu werden, 6 davon im Pflegedienst! Austritte hatten wir in letzter Zeit keine mehr.
    Natürlich ist dass nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber immerhin.
     
  14. Toolkit

    Toolkit Poweruser

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    Huhu,

    die junge Generu ation antwortet dann mal in Form meinerseits. Zarte 23 Jahre :-) Oder bin ich doch schon zu alt? =/

    Ja, wird haben es sehr genau unter der Lerneinheit "Pflegen als Beruf" besprochen und uns wurde ausführlich dargelegt, was ein Berufsverband macht, welche es gibt und wieso, weshalb, warum.
    Jetzt kommt das ABER^^
    Es musste natürlich aus der Klasse heraus entstehen, dass man sich einem Berufsverband anschließt. War der erste der es gemacht hat und habe noch 5 andere geworben. U.a. habe ich beim Wichteln einer Kurskollegin 6,50Euro geschenkt mit dem fast komplett ausgefüllten DBfK-Antragsformular. Sie ist eingetreten.
    Es benötigt also einen "aktiven" Posten, einen aktiven Werber. Ansonsten kommen die vielen eher... "gleichgültigen" Personen nicht ausm Quark.


    Siehe unten.
    Siehe oben. Haha :-) Warum sollte ein Berufsverband nicht die Tarifverhandlung führen dürfen? Die kennen unsere Umstände doch eh besser. Die Gewerkschaft schützt Arbeitnehmer und darf Verhandeln. Der Berufsverband bspw. hat ja nichts anderes vor. Sie verhandeln ja tagtäglich mit der Politik... naja.. wäre schöner, wenn für die Pflege alles unter einem Deckel wäre-
    Bin schon beigetreten, es ist meine Pflicht (?). Wer meckert, muss beitreten oder selbst aktiv werden. Oder beides, verteile Flyer, Unterschriftenlisten, disktuiere... evtl mach ich sowas mal hauptberuflich :-) M.E.n. liegt es an oftmals (wer dies hier zitiert und einen Contrapost schreibt, gehört natürlich nicht dazu) purer Dummheit sich nicht einem Berufsverband anzuschließen.

    Ich würde mich nicht prostituieren - definetly NOT! Also meine Meinung bleibt meine Meinung. Sollte wer auch immer nun mir aufdiktieren, dass Pflege nun mindestens 10.000Euro Brutto verdienen müsse... nee!

    MfG
    Tool

    P.S.: Wenn ich mich an den lethargischen Betriebsrat meiner ehemaligen Arbeitsstätte zurückerinnere, dann ist es keine Frage warum die Leute NICHT in einem Berufsverband sind...
     
  15. Joerg

    Joerg Poweruser

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    Wieso ziehst Du auf Grund der schlechten Arbeit des BR Rückschlüsse auf den Berufsverband? Im BR sind ja mit Sicherheit nicht nur Pflegekräfte, oder?

    Was mir bei diesen Diskussionen (Gewerkschaft oder Berufsverband - ja / nein) immer wieder auffällt, Männer sind eher davon zu überzeugen wie wichtig es ist.
    Wieso ist das so?
    Eine Kollegin von mir (Gewerkschafterin durch und durch, sitzt u.a. mit im Landesvorstand des ver.di-FB 03) hat mal was interessanten gesagt:
    'Wenn es in der Pflege ein Männeranteil von ca. 50% gäbe, hätten wir deutlich bessere Arbeitsbedingungen und deutlich mehr Lohn!'
    Es würde mich mal interessieren, was ihr zu dieser These meint!
     
  16. Joerg

    Joerg Poweruser

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    Tarifverhandlungen sind gewerkschaftliches Hoheitsgebiet. Das ist gesetzlich geregelt.
    Blöd nur, das es ja eine Pflegegewerkschaft gab, diese sich aber nicht in Tariffragen eingemischt hat.
     
  17. Philipp Tessin

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    Ein alter, böser Spruch von mir ist:
    Was ich damit meine, ist folgendes:
    Pflege gilt, historisch gewachsen, als weiblicher Beruf. Daher ist der Frauenanteil immer noch immens hoch in der Pflege und der Anteil der Männer stagniert schon seit Jahrzenten auf gleichem niedrigem Niveau (Zahlen weiß ich gerade nicht auswendig, aber ich meine, es wären so um die 10%). Dazu kommt, dass Frauen immer noch, und das wird voraussichtlich auch so bleiben, die Kinder gebären. Und damit häufig wegen Familie früh aus dem Beruf ausscheiden und bei der Rückkehr in den Beruf oft nur teilzeit weiderkommen. Damit haben wir einen immens hohen Anteil an teilzeitbeschäftigten Hausfrauen und Müttern im Beruf.
    Ich kann es da durchaus nachvollziehen, dass diese Frauen nicht mehr die Zeit, Lust und Energie haben, sich noch darüberhinaus berufspolitisch zu engagieren.
    Es ist also weniger eine rein geschlechtsspizifische Frage als viel mehr ein strukturelles Problem.
    Die einzige Lösung kann nur sein, diesen Menschen trotzdem zu verdeutlichen, wie wichtig es ist, wenigstens Mitglied in einer Organisation zu sein. Welcher, ist erst mal egal. Aber das ist halt schwierig.
     
  18. renje

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    @joerg:
    Doch, doch die saß schon auch mit am Tisch und hat auch Einzelverhandlungen geführt z.B. bei Geschäftsübergängen oder Umwandlung.

    Die BIG hat sogar einen eigenen erarbeiteten Tarfivertrag vorgelegt.
     
  19. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Wenn wir herausfinden wollen, was die Masse so bewegt, dann sollten wir vielleicht erst mal die Fingerchen still halten und net bewerten. Ich hab gestern auch das Antwortfenster zugegklickt obwohl es mich mächtig gekrabbelt hat, Gewerkschaft vs. Berufsverband richtig zu stellen.

    Ich möchte nochmal alle User bitten, outet euch:
    Vielleicht sollten wir einen eigenen Thread aufmachen zum Thema: was klappt net bei verdi & Co.? Es scheint da ja doch einen großen Bedarf zu geben. Warum bietet das eigentlich verdi net selber an?

    Elisabeth
     
  20. renje

    renje Poweruser

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    @dinse:
    Ach nö, nicht schon wieder so einen Jammerthread in dem Pflege zum wiederholten Male sich aus****t was alles schlecht ist und nicht geht. Das führt doch keinen Meter weiter.

    Das Ganze dann auch noch von NICHTMitgliedern?!

    Bietet verdi natürlich an und wird auch genutzt, nämlich von Migliedern für Mitglieder.
     
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