Berufsbezogene Reflexion - Negative Erfahrungen

Dieses Thema im Forum "Der Alltag in der Altenpflege" wurde erstellt von percy, 19.04.2007.

  1. percy

    percy Senior-Mitglied

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    Hallo alle zusammen!!!!

    Ich bin zur Zeit Studentin und führe gerade ein kleines Projekt.
    Es geht um Erfahrungen im Arbeitsalltag,im Pflegeheim.
    Ich wäre echt froh, wenn ihr mir Eure Erfahrungen mitteilt. Vor allem interessieren mich Eure negativen Erfahrungen. Seit ihr unzufrieden mit Eurem Arbeitsplatz? Warum? Beschreibt mir Eure negativen Erlebnisse, z.B. mit der WBL oder PDL, Kollegen, Bewohner?

    Beschreibt mir eine solche Situation ; wie habt ihr Euch dabei gefühlt ? Was passierte später? z.B. konfliktlösendes Gespräch? Oder: Ausgrenzung durch das Team ? Wie habt ihr Euch verhalten? Während der Situation und danach? Was führte zu dieser Situation? Wie ist der Konflikt entstanden?

    Ich hoffe, daß ich dieses " Thema" hier reinstellen darf und Vieles von Euch erfahre.

    Jeder,der in der Pflege arbeitet, hatte schon negative Erfahrungen gemacht.

    Also, antwortet mir ! ! !

    Vielen Dank! Bin echt gespannt!

    Liebe grüße
    percy
     
  2. Lillebrit

    Lillebrit Bereichsmoderatorin
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    Hallo Percy,
    grenz bitte die Fragestellung näher ein.....die ist zu allgemein formuliert! Es geht mit Sicherheit um eine Umfrage im Rahmen einer Hausarbeit oder ähnliches, richtig?
    Wenn ja, wie ist der Titel? Wie die konkrete Fragestellung?


    Sonst bekommst Du hier so ziemlich alle Antworten: vom schlechten Essen in der Kantine über zu wenig Rauchmöglichkeiten hin zu schlechter Bezahlung, ungerechten Beurteilungen und "das Leben an sich"....
     
  3. Cari

    Cari Newbie

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    Hallo Percy,

    deine Fragestellung ist wirklich etwas zu ungenau. Habe acht Jahre in einem Pflegeheim gearbeitet und könnte dir hier jetzt einen Roman über den Arbeitsalltag in einem Pflegeheim schreiben. Aber ich galube das ist nicht Sinn der ganzen Sache. Vorallem, wie willst du das später alles auswerten.
    Helfe dir gerne, aber bitte formuliere genau, was du wissen möchtest!

    Liebe Grüsse
     
  4. percy

    percy Senior-Mitglied

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    Berufsbezogene Reflexion - Negative Erfahrungen lautet das Thema. Es geht um eine Umfrage für ein Projekt. Eine nähere Beschreibung ist nicht weiter vorgesehen . Es soll eben aufzeigen, welche negativen Erfahrungen im Berufsalltag gemacht werden.

    LG
    percy
     
  5. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Hallo Percy,

    dann werde ich deine Überschrift anpassen. Dann klappt es auch mit den passenden Antworten.

    Sonnige Grüsse
    Narde
     
  6. percy

    percy Senior-Mitglied

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    Ich glaube,daß man dieses nicht allzu sehr eingrenzen kann. Was für den einen eine sehr negative, prägende Erfahrung war, wär vielleicht für jemand anders letztenendlich eine positive Erfahrung.
    Ich weiß, das Feld ist sehr breit...
    Schildert dann ein Erlebnis,was Euch geprägt hat,was ihr nicht vergessen könnt und als äußerst negativ für Euch selbst empfunden habt!

    Lieben Dank!
    percy:nurse: :nurse: :nurse:
     
  7. Beenie

    Beenie Newbie

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    Also ich möchte nun mal für Percys Studie anfangen zu antworten:
    Speziell geht es dabei wie ich mich als Pflegekraft (VORSICHT, es sind MEINE Meinungen, auf keinen Fall allgemein zu betrachten!!!!!!) fühle:

    Zu mir: ich arbeite seit 7 Jahren im Altenheim und habe eine mittelgroße Station zu betreuen, wir sind 11 Pflegekräfte (PK) und bei uns im Wohnbereich (WB) wohnen zur Zeit 23 alte Leute, von 63 J. bis 98 J., von Pflegestufe 0 bis 3. Im Frühdienst sind wir zu dritt, die dritte PK geht aber nach 4 Stunden wieder. Im Spätdienst sind wir zu zweit und nachts für das ganze Haus (100 Bew.) auch zu zweit.

    Nun möchte ich die negativen Seiten nach meiner Meinung aufzeigen:
    Zu den Bewohnern:
    Ich finde es schlimm, wenn ich ständig nur am Stuhlgang wischen bin. Bei uns sind manche Leute regelrechte Dauerausscheider. Dann tolerieren viele die Einlagen nicht, machen in die Hose. Dann wird oft erbrochen, weil die Leute zu hastig essen. Viele sind unverschämt zu uns PK, schlagen nach uns, schreien uns an, wehren sich mit Händen und Füßen beim waschen (Nein, bevor wieder irgendjemand ein Kommentar dazu ablässt: wir alle sind wirklich nicht grob!!!). Ich darf mich von alten Männern dauernd begrabschen lassen und sie gucken einen in den Ausschnitt wenn man nen unvorteilhaften Kittel anhat. Sie klingeln ohne Grund oder sagen "Nein, Schwester, ich hab nicht geläutet" und wenn ich beim 10. Mal langsam sauer werde, werde ich beschimpft! Dabei muss ich auch noch aufpassen, dass nicht die Chefin vorbei kommt, denn dann gibts gleich Abmahnungen, wenn man mal seine Meinung sagen möchte!
    Wir haben viele ** Bewohnerinnen, die erzählen alles, was bei uns im WB vorfällt, ihren Angehörigen und die wissen dann auch alles! Wir dürfen uns dazu rechtfertigen! Und immer nett sein und freundlich, obwohl diesen Leuten das nichts angeht!!!!
    Die Alten drücken einem ihr verrotztes Taschentuch in die Hand, husten einem ins Gesicht ohne die Hand davor zu halten, auf der Toilette sagen sie, Schwester, helfen sie mal mit ihrem Finger nach, ich habe Verstopfung! Ja wirklich!

    Sie lügen und sagen, Ich habe heute nichts zu essen bekommen! und die Chefin glaubt es, obwohl wir wissen, dass diejenigen einfach demente Phasen haben! Schon wieder bekommen wir eine auf den Deckel!
    Während wir Pause machen, klingelt dauernd irgendwer und man muss ja trotzdem hin, man darf nicht sitzen bleiben! Es kommt alle 2 oder 3 Tage vor, dass ich gar keine Pause habe.
    Einige nutzen uns aus als Bedienung, rufen dauernd "Schwester" und wenn es nicht sofort geht, werden sie immer nerviger. Der Satz: "Es wohnen hier noch ein paar andere Leute, die vorher dran sind" wird ignoriert. Man kann sich nun mal nicht fünfteilen. Das sind oft die Leute, die selber könnten aber zu faul sind.

    Zu den Angehörigen, die meist noch schlimmer sind als die Bewohner selbst:
    Sie machen Mäuse zu Elefanten! Was würdet ihr sagen, wenn eine selbständige Bewohnerin uns nicht informiert dass sie tagelang Durchfall hat, aber ihrer Tochter sagt sie, wir PK würden nichts dagegen unternehmen, die Tochter sich dann massiv beschwert und anonym die Heimaufsicht ins Heim bringt? Solche schönen Dinge passieren hier eben. Und wer ist Schuld? Die dummen Pflegekräfte. Natürlich hat unsere Chefin zu ihr gehalten und uns eine Standpauke gehalten. Wir durften nicht mal etwas zu unserer Verteidigung sagen, dass die Bewohnerin uns kein Wort sagte! Alles muss man schlucken und sich gefallen lassen!

    Die Heimleitung bei uns ist nicht zu uns haltend. Sie hält uns alle für blöd, nimmt nur ihre "Lieblinge" ernst und hintergeht einen, wo sie nur kann! Sie spielt uns gegeneinander aus und verbietet allerhand Dinge. Sie versetzt immer wieder Personal, so wie es ihr gerade gefällt. Sie kündigt und stellt ein, wie in einem Marionettentheater. Und was ich am meisten hasse: mitten im größten Trubel beispielsweise beim Mittagessen (wir müssen 6, manchmal 7 Bewohnern Essen eingeben und wohlgemerkt, wir sind mittags nur zu zweit!)
    ruft sie an und fragt irgendwelchen nichtigen ******, ob wir denn die oder die PK grade gesehen hätten. Nein, ich hab wichtigeres zu tun, ihre ach so wichtigen "Kunden" warten auf das Essen! Sowas möchte ich manchmal echt zu ihr sagen! Alles nur Schikane!
    Sie wirft Dienstpläne einen Tag vor dem neuen Monat um, weil ihr aufgefallen ist, dass die Stunden (angeblich) nicht stimmen. Oder sie sagt, "wenn Sie der Meinung sind, zuwenig Personal zu sein, müssen Sie eben mehr geteilte Dienste arbeiten!"

    Bei all diesen Dingen, die ich jetzt aufgeschrieben hab ist es kein Wunder, dass soviele PK so oft krank sind!

    Bei uns Kollegen untereinander läuft es gut, Mobbing gibt es nicht! Wir halten eigentlich zusammen. Wir mögen alle die Heimleitung nicht, naja, ausser die Schleimer.
    Meine WBL z.B. ist in Ordung, sie bemüht sich sehr, uns allen nen angenehmen Dienstplan zu machen. Die anderen WBL passen auch, sind nicht so hinterlistig wie die Chefin.

    Ansonsten: wir machen viele Ausflüge mit den Leuten, es gibt viel Beschäftigung für sie, sie sind der Mittelpunkt, das ist Fakt! Wir sind qualifiziert und zertifiziert und sitzen eigentlich dauernd bei Fortbildungen, nur um das Beste geben zu können.

    Aber trotzdem: mein Traumjob ist es nicht (mehr)

    Es gibt viele die anderer Meinung sind, oh ja, ganz bestimmt! Aber ich will eigentlich keine Diskussion über meinen Beitrag starten, denn dies sind meine Eindrücke! Was ihr davon haltet, ist mir wurscht, ich will nur einer aussenstehenden Person schreiben, dass es im Altenheim mehr gibt als nur den alten Leuten die Hände zu streicheln!

    Percy, ich hoffe ich half dir ein bisschen!
     
  8. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Lieber Herrgott lass mich nicht alt und pflegebedürftig werden.

    Elisabeth
     
  9. percy

    percy Senior-Mitglied

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    Hallo Beene!!!!

    Ich danke Dir SEHR!!!!!
    Ich freue mich, daß Du so ehrlich warst, und Deine erlebten Situationen und Deine Empfindungen dabei, so ausführlich geschrieben hast!!!

    ICH WÜNSCHE MIR; DASS BEI DIESEM THEMA KEINER VERURTEILT WIRD FÜR SEINE PERSÖNLICHE GESCHICHTE!

    ES SOLL SICH HIERBEI UM ERLEBNISSE; ERFAHRUNGEN HANDELN - ES WERDEN SOMIT SUBJEKTIVE EMPFINDUNGEN DARGESTELLT.

    Liebe Grüße
    percy
     
  10. Brady

    Brady Gast

    Wenn meine subjektiven Empfindungen jemals so sind, dann hoffe ich, dass ich noch bei klarem Verstand bin und meine Arbeit ganz schnell wechsel. Damit mir und auch anderen kein Leid geschieht.......


    Brady
     
  11. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Schließe mich Brady an und möchte außerdem zu bedenken geben, dass dies ein öffentliches Forum ist- zugänglich für Pflegepersonal UND ANGEHÖRIGE.

    Folgen eines Burnouts o.ä. sind für den Laien nur sehr schwer einschätzbar und können ein völlig falsches Bild entstehen lassen.

    Ich denke, es ist günstiger die Beschreibungen per PN an percy zu schicken.

    Elisabeth
     
  12. Patmuc

    Patmuc Stammgast

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    Hallo
    Es scheint einige Menschen zu geben, die im Altenheim arbeiten und nicht wissen, wie sich eine Demenz äußert und dass man manche Dinge nicht zu persönlich nehmen darf.
    Aber auch Angehörige können gerne lesen, wie es Pflegekräften geht.

    Naja jetzt mal zu meinem Bericht:

    Ich arbeite auch seit einigen Jahren im Bereich der Altenpflege. Wollte eigentlich nie in diesen Bereich, da ich Krankenpfleger bin. Ich bin dann doch irgendwie rein gerutscht und die Arbeit an sich, mit diesen Menschen macht mir sehr viel Spass. Mitlerweile bin ich in der Rolle der Bereichsleitung, habe aber natürlich, um das ganze nicht zu verschönern auch meine schlechten Erfahrungen gemacht und mache sie immer noch.

    Menschen zu betreuen, die vorallem in unserem Bereich, an einer Demenz erkrankt sind, erfordert viel Geduld und Einfühlsamkeit. Dies können Pflegende, wenn sie ne Zeit lang in der Pflege sind, kaum noch aufbringen. (Meine Erfahrung) Pflegende werden dann immer ungeduldiger, da Situationen sich ähneln. (ständiges Fragen, Umherlaufen) Und wenn man dann noch im Zeitdruck ist, muss man sehr an sich halten, um eine schädigende Kommunikation für diesen Bewohner (der im übrigen nichts dafür kann) aufrecht zu erhalten. Durch die hohe Verantwortung, Zeitdruck, körperliche und psychische Belastung werden immer mehr Pflegende krank. Auch die Studien zeigen es, dass psychische Erkrankungen im Pflegebereich massiv zunehmen. Alleine in meinem Bereich mit 20 Mitarbeitern steigt die Anzahl der Krankheiten mehr und mehr. Vom Bandscheibenvorfall über Burnout bis zur Durchfallerkrankung, die man aus der Arbeit mit schleppt.

    Schockierend ist, dass auch wir als Leitungen, auch PDL und Hausleitungen über diese Situation wissen, aber oftmals nichts ändern können, da die Rahmenbedingungen (Qualitätsanforderungen - Personalschlüssel) einfach nicht mehr stimmen.
    Ich in meiner eher kurzen Zeit in der Altenpflege bin ernsthaft am überlegen, mir etwas anderes zu suchen. Zwischen 6 Personen waschen, Frühstück für über 30 Leute machen, Kontakte zu Angehörigen-PDL-HL-Ärzten und sonstigen Schnittstellen zu halten bleibt einfach nicht mehr soviel Möglichkeit auch den Mitarbeitern noch was gutes zu tun. Mein Tag sieht in etwa so aus wie beschrieben + 25 Telefonanrufe, 5 Mails, Ein Team mit 20 Mitarbeitern zu leiten, Dienstplan zu schreiben, Pflegevisiten, Fallbesprechungen und und und ....
    In meiner regelmäßigen täglichen Arbeitszeit ist dies kaum noch machbar, sodass Dienstpläne nur noch zu Hause geschrieben werden. Mitarbeitergespräche, Fortbildungen und andere Dinge zu Hause vorbereitet werden. ( Das nimmt am Tag nochmals 2 Stunden in Anspruch)

    Was die Pflege direkt angeht, habe ich schon einiges erlebt und gesehen. Diese möchte ich hier nicht anbringen, da es teilweise strafrechtliche Dinge sind, die Mitarbeiter begangen haben.

    Jedoch ist es schön Menschen auch glücklich zu machen, sie lachen zu sehen, sie gut versorgt zu wissen. Und das hält mich momentan noch aufrecht in diesem Job.

    Es ist traurig zu sehen, wie Politik und das gesamte deutsche Volk mit dem Thema Pflegebedürftigkeit umgeht. Da steht keiner auf der Straße und demonstriert für würdevolle Pflege (heißt für mich, mehr wie waschen, Essen und auf die Toilette gehen)
    Da stehen ein paar Hanserl der Telekom in Berlin mit Trillerpfeifen und protestieren weil sie mehr wie 34 Stunden arbeiten müssen. Da gehen Ärzte auf die Straße, die ihre Forderungen fast alle durchgesetzt haben. Metaller, öffentlicher Dienst (Verkehr) kämpft für bessere Tarife. Der Bär in Bayern steht wochenlang in der Presse, weil er ein paar Schafe gerissen hat. Bruno ist das Thema des Jahres mit seinem Tierpfleger.

    Wer interessiert sich eigentlich für die Pflegebedürftigen und die Pflegenden?
    Die sind nur von Interesse, wenn sich wieder jemand durch einen Bauchgurt stranguliert hat oder Pflegeskandale aufgedeckt werden.

    Es sollte uns Pflegende und jeden anderen mal zum DENKEN anregen.
    Der Personalnotstand in der Pflege wird in den nächsten Jahren schleichend kommen. Vielleicht können wir dann wieder mehr fordern, denn ohne uns geht es nicht.

    Patrick

    PS: HERZ AUSGESCHÜTTET
     
  13. Manu L.

    Manu L. Senior-Mitglied

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    Hallo,
    eigentlich bin ich nicht angesprochen, geb jetzt aber meinen Senf dazu, weil ich glaube, daß die Schilderungen von Beeni und Patmuc einfach die nicht wegzudiskutierende Realität ist, die wir als Klinikpersonal nicht nachvollziehen können (Obwohl wir in unserem Umkreis nur die Augen aufmachen müssen).
    Es sollte uns einfach nur sehr nachdenklich machen. In der Klinik ist der Aufenthalt begrenzt.
    Desillusioniertes, hoffnungslos überfordertes Personal ist ein Problem der Sparmaßnahmen und der Politik.
    So viele tolle Standards für jeden Bereich, so viele tolle hilfsmittel und Ideen und Möglichkeiten zur Pflege in allen Bereichen. Aber an die ,die Pflege ausführen und die, die Pflege professionell umsetzen sollen, an die denkt keiner. Das diese Resourcen irgendwann erschöpft sind interessiert niemanden.
    Verurteilungen sind nicht gerechtfertigt. Aber verurteilen kann man, daß aus Angst um den Arbeitsplatz sich niemand wehrt.

    Grüße von
    Manu
    die noch ein bisschen daran glaubt, dass noch nicht alles verloren ist.
     
  14. percy

    percy Senior-Mitglied

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    Krankenschwester
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    Berlin
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    Studentin Gesundheits-und Pflegemanagement
    Hallo Patric und Manu,

    ich danke Euch sehr für Eure Beteiligung, für Euer "Herz Ausschütten".
    Ich finde es wichtig, dass wir ehrlich mit uns selbst sind und unsere Arbeit und die Gefühle und Gedanken dazu reflektieren und analysieren.

    Also lieben Dank an Euch.....


    Viele Grüße

    von Percy
     
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