Benachteiligung als Teilzeitkraft

Dieses Thema im Forum "Arbeitsrecht / Gesundheitsrecht / Krankenpflegegesetz" wurde erstellt von Schnandi76, 16.01.2015.

  1. Schnandi76

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    Liebe Kolleginnen und Kollegen!
    Bei mir geht es um das leidige und hier schon viel diskutierte Thema: darf mein Arbeitgeber mich, Teilzeitkraft 12,5 Stunden pro Woche, zu genauso vielen Wochenenddiensten heranziehen wie die Vollzeitkräfte? Ja, ich weiß, darf sie grundsätzlich schon. ABER: darf sie dafür andere Teilzeitkräfte, Kollegen von mir, von den Wochenenddiensten komplett ausschließen? Ist es dann nicht doch eine Benachteiligung für mich?
    Konkrete Situation: ich arbeite bei einem ambulanten Intensivpflegedienst für 6 Nächte im Monat. Meine Nachtdienstkollegin macht 12 Nächte. Wir arbeiten jeder 2 Wochenenden im Monat. Die restlichen Nachtdienste werden vom Tagdienst und derzeit 3 Minijobbern abgedeckt. Von den Minijobbern macht kein einziger niemals Dienste an Freitagen,Samstagen oder Sonntagen. Bin ich dann nicht doch benachteiligt? Was meint ihr dazu?
     
  2. Resigniert

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    kennst du Arbeitsverträge der Minijobber? Man kann in einem Arbeitsvertrag die Arbeitstage festlegen, alles Verhandlungssache
     
  3. ludmilla

    ludmilla Poweruser

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    Vielleicht haben die Minijobber einen entsprechende Vereinbarung, dass sie nur an bestimmten Tagen arbeiten und die Wochenenden und Feiertage ausgeschlossen sind. Oder die Minijobber werden um das Stammpersonal herum geplant? Was willst du dann machen, ausser beim nächsten Vertrag ebenfalls bessere Bedingungen auszuhandeln, aber die otimalen Bedingungen sind nun mal begrenzt möglich, irgendwer muss ja auch die Versorgung an den ungünstigen Tagen sicherstellen.

    Einen schönen Tag noch

    Ludmilla
     
  4. Schnandi76

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    Danke für die schnelle Antwort. Nein, ich kenne die Verträge der Minijobber nicht. Aber ich vermute, dass deren Arbeitsvertrag die Wochenenddienste ausschließt, weil die das alle nebenberuflich machen. Ich frage mich nur, ob das laut Arbeitsgesetz okay ist. Weil auch Minijobber Teilzeitkräfte sind und ich ja dann nachteilig beschäftigt bin im Vergleich zu denen. Bleibt mir wohl nur der Gang zum Anwalt oder Kündigung, wenn die Chefin kein Einsehen hat, oder eben auch der Minijob mit entsprechender Klausel im Vertrag.
     
  5. Schnandi76

    Schnandi76 Junior-Mitglied

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    Hallo Ludmilla,
    es ist eher so, dass das Stammpersonal um die Minijobber herum geplant wird. Die sind ja durch ihren Hauptjob eingeschränkt in der Verfügbarkeit. Und einspringen können die quasi nie. Mich ärgert das schon, da fühle ich mich wie ein Arbeitnehmer zweiter Klasse.
     
  6. ludmilla

    ludmilla Poweruser

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    Es gibt viele ambulante Dienste, die Minijobber beschäftigen, die ihren Hauptjob in der Klinik habe. Ich kenne einige Kollegen, die das so machen! Der Hauptarbeitgeber wird jedoch nicht zulassen oder die Nebentätigkeit genehmigen, wenn er bei der Dienstplangestaltung eingeschränkt wird. Ich wüsste nicht, warum das laut der Arbeitsgesetzgebung nicht gehen sollte. Einspringen musst du auch nicht bei feststehendem Dienstplan....

    Ludmilla
     
  7. Maniac

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    Ich finde ja die anderen sind benachteiligt weil sie keine Sonntagszuschläge bekommen...
     
  8. Schnandi76

    Schnandi76 Junior-Mitglied

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    Naja, einspringen wird erwartet ohne Widerrede, wobei es da bei mir auch Grenzen gibt. Aber einspringen ist quasi jede Woche mal angesagt. An den freien Wochenenden bleibt das Handy auch aus, das weiß meine Teamleitung auch und findet das auch richtig. Auf die Zuschläge am Wochenende verzichte ich gerne, die Freizeit mit der Familie können Zuschläge, seien Sie noch so hoch, einfach nicht aufwiegen.
     
  9. Schnandi76

    Schnandi76 Junior-Mitglied

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    Ach ja, die vielen Überstunden abfeiern ist nicht, da chronischer Mangel an Arbeitskräften. Und wenn ich in einem Monat zwei Wochen Urlaub habe, werden meine 6 Nächte munter in den anderen zwei Wochen vom Monat verteilt! Zuletzt im August und jetzt im Januar auch, aber jetzt habe ich mich gewehrt, die zwei Wochen neu im März beantragt, mit der Begründung: wenn die Arbeitszeit nicht entsprechend gekürzt wird, nehme ich auch keine Urlaubstage. Noch warte ich auf Antwort. Es ist also noch mehr im Argen, und das macht so keinen Spaß mehr!
     
  10. Bachstelze

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    Ohne die Minijobber wäre das doch gar nicht zu stemmen.
    Und die Minijobber könnten nicht minijobben, wenn sie flexibel sein müssten und frei planbar wären, denn wenn sie die Zeit dafür hätten, würden sie nicht minijobben sondern maxijobben.

    Die meisten Minijobber haben Familie und können keinen Vollzeitjob mit Schichten stemmen, eben weil sie Familie bzw. Kinder haben, die betreut werden müssen. Deswegen werden sie den Teufel tun und sich ausgerechnet die Wochenenden aussuchen, welche die einzige Zeit mit der Familie ist, wo keine Verpflichtungen sind und tatsächlich auch Familienleben stattfinden kann und wo Kinderbetreuung entweder nicht zu bekommen oder zu teuer ist. Und die, die es nebenberuflich machen, werden sich auch ihre freien Wochenenden nicht mit Arbeit füllen, sondern versuchen unter der Woche auf ihre Stunden (und ihr Geld) zu kommen. Zumal sie für ihren Hauptarbeitgeber ja zur Verfügung stehen müssen und der Erstjob geht eben vor.

    Angebot und Nachfrage - solange in der ambulanten Pflege die Bedingungen so sind, wie sie sind, ist es eben für viele Vollzeitler nicht attraktiv. Somit kann man froh sein, Leute zu bekommen, die die personellen Löcher stopfen. Und um die zu bekommen, brät man für diese Leute eben die Extrawürste.
     
  11. Bachstelze

    Bachstelze Poweruser

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    Das ist bei uns in der Klinik aber auch so. Wenn ich Urlaub habe, wird möglichst viel in die restliche Zeit des Monats gestopft. Gut, wenn der Urlaub am Monatsende ist, blöd wenn er am Anfang ist und man nach einer Woche direkt wieder urlaubsreif ist, weil man dauernd im Krankenhaus war.
     
  12. Bachstelze

    Bachstelze Poweruser

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    Und Du lernst jetzt daraus, das man bei Abschluss des Arbeitsvertrages nicht zu viel Flexibilität anbietet, sondern lieber eingeschränkte Zeiten angibt um dann auch mal großzügig einspringen zu können und somit einen dankbaren Arbeitgeber hat, der sich freut, wenn Du es tust. :flowerpower:
     
  13. -Claudia-

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    Damit ich das richtig verstehe: Ihr arbeitet mehr als die sonstigen Monate, wenn ihr Urlaub habt? Werdet also bereits mit Überstunden geplant?

    Denn wenn dem nicht so wäre, verstehe ich das Problem nicht. Dass ich bei z. B. 14 Tagen Urlaub nicht den ganzen Monat frei habe, sondern meine vertraglich vereinbarte Arbeitszeit erfüllen muss, ist doch wohl logisch.
     
  14. Schnandi76

    Schnandi76 Junior-Mitglied

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    Claudia, genauso! Meine vertragliche Arbeitszeit: 6 Nächte im Monat! Bei zwei Wochen Urlaub:zwei Wochen am Stück frei, zwei Wochen mit 6 Nächten, sprich geplante Mehrarbeit!
     
  15. Schnandi76

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    Bachstelze, ich habe auch Kinder, einen Ehemann mit Wochenenddiensten, möchte trotzdem auf das Geld nicht verzichten, aber auch noch ein Privatleben am Wochenende!
     
  16. Schnandi76

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    Vereinbarung von Beruf und Familie: Familie findet an EINEM Wochenende im Monat statt, weil mein Ehemann gehört auch zur Familie, nicht nur die Kids!Heißt das dann, es kommt nur ein Minijob in Frage, wenn ich mehr Familie will? Ich arbeite gerne ein Wochenende im Monat, aber nicht mehr! Und nur mit Minijobbern, die nur eingeschränkt verfügbar sind, läuft der Laden doch auch nicht!
     
  17. -Claudia-

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    Du hast laut Eingangsthread bisher zwei Wochenenden im Monat gearbeitet. Jeder Monat hat mindestens vier davon, manche fünf. Bleiben also noch mindestens zwei freie Wochenenden.

    Du kennst die rechtliche Situation doch offensichtlich recht gut. Ich tippe darauf, dass Du Dich lediglich darüber ärgerst, dass sich andere weniger stark ausnutzen lassen als Du selbst. Dazu gehört aber auch immer eine, die sich ausnutzen lässt. Gegen die Wochenenden kannst Du rechtlich nicht vorgehen, gegen geplante Mehrarbeit in der Regel schon. Es sei denn, ihr arbeitet mit Arbeitszeitkonten o.ä.
     
  18. Schnandi76

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    Mein Mann arbeitet aber auch mindestens an einem Wochenende im Monat, bleibt also ein gemeinsames freies. Ich hab die Omas leider weit weg wohnen, also müssen wir fast gezwungenermaßen die Dienste so legen, dass immer jemand zu Hause ist. Also dann doch den Job wechseln und beim nächsten Vertrag schlauer sein....
     
  19. Bachstelze

    Bachstelze Poweruser

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    Ja, aber wie Du siehst, ist es nur mit klaren Ansagen (Vertragsabsprachen) und Teilzeittätigkeit machbar. Ich muss genau aus diesem Grund auch in Teilzeit arbeiten, weil ich nur so Extrawürste gebraten bekomme. Allerdings biete ich auch zwei Wochenenden an, aber wegen mehr muss man mich nicht fragen.
    Sobald ich auch nur unwesentlich mehr arbeiten würde, müsste ich alle Schichten gehen und das kann ich nicht.

    Du hast die Wahl zwischen Hungerlohn + Familie oder ausreichendes Gehalt + keine Zeit.
    Das ist jedenfalls meine Erfahrung.
    Ich habe mich für den Hungerlohn entschieden und bin seit längerem auf der Suche nach einen Job, der mir beides ermöglicht. Bisher leider ohne Erfolg.
     
  20. Schnandi76

    Schnandi76 Junior-Mitglied

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    Na dann wünsche ich dir viel Erfolg!
     
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