Beissschutz bei oraler Intubation

AFi

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Hallo zusammen,
wie schützt ihr eure oralen Tuben vor "Beissern"? :gruebel:
Bei uns werden bevorzugt dicke Mullbinden mit braunem Pflaster umwickelt und diese dann in den Mund eingebracht, die Patienten kommen mir dann immer vor als hätten sie eine "Maulsperre" :x!
Eher selten kommt der Guedeltubus zum Einsatz :cry:!
Hat jemand Erfahrung mit Tubushalterungen, die den Beissschutz schon integriert haben?

Danke
AFi
 

Tobias

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Moin,
diese Tubshalterungen kenn ich nur von den Rettern, wir haben die nicht. Sind aber ähnlich wie die Güdeltuben (die die ich gesehen habe). Leider ist eine Mundpflege bei diesen Tubenhaltern kaum möglich!
Da die Kostenfrage eine wichtige Frage ist, werden bei uns auch die Binden und die Güdel favorisiert! Wenn Du regelmässig die Lage änderst (Ulcus) ist dagegen auch nix zu sagen!
Grüße Tobias
 

Mobitz

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Regulär tun wir nichts in den Mund, ... sollte der Patient tatsächlich die Lust verspüren am Tubus zu kauen und er soll noch nicht extubiert werden, ist ein leicht sedierender Bolus ganz hilfreich.
Ansonsten auch Güdel, oder Mullbinden in Einmalhandschuhfinger und Knoten rein, Rest abschneiden.
Bisher hab ich keine negative Resonanz der Patienten bekommen. Die stört der Tubus meist mehr als alles andere.
Von daher, sobald sie beißen und die Lunge ok ist, ... und sonst keine medizinische Indikation steht EXTUBIEREN!!! :mrgreen:
 

AFi

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Ich kann mir nicht helfen, aber ich finde diese Mullbinden ekelhaft! ob jetzt mit Pflasterumwicklung oder die Handschuhversion, das ist doch schon rein geschmacklich total irritierend! Zudem sind die Binden deutlich dicker als zum Beispiel ein Guedeltubus und ich kann mir nicht vorstellen, dass es sehr angenehm ist 24 Stunden mit geöffnetem Mund dazuliegen.
Auch habe ich den Eindruck, dass es hierbei sehr viel öfter zu Druckstellenproblematik kommt als mit dem Guedel!

AFi
 

Cystofix

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Um ehrlich zu sein, wir halten es ähnlich wie von Mobitz erzählt - eigentlich nix in den Mund, Guedel nur äusserst selten, aber immer den hilfreichen Propofolbolus zur Hand :lol1: .
Mal davon abgesehen haben die meisten Pat bei uns kaum mehr Zähne im Mund, weil sie einfach zu alt sind ( und mit dem Zahnfleisch 'nagt' es sich nicht so gut :-) )

Cys
 

Tobias

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Hi Leute,
so ein Beißschutz kann schon sinnvoll sein, auch wenn es eckelig ist! Denn manch Pat. würde sonst erst wieder loslassen, wenn er bewustlos geworden ist, wegen aktuem Sauerstoffmangel.
Auch wenn ein älterer Pat., der untern nur noch Felgen hat und oben noch 2 Zähnchen herausspicken sich den Unterkiefer zerbeißt, ist so ein Schutz indiziert.
Habt Ihr schon mal eine ausgewachsene Bißverletztung auf der Zunge gesehen???

Fazit: Auch wenn es nicht schön aussieht, es hiflt ungemein! Und da tut es auch mal einen Mullbinde!

Grüße Tobias
 

Nutella Woman

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Korrigiert mich, wenn ich mich irre... aber: nach dem Medizinproduktegesetz sind diese Mullbinden doch gar nicht als Beissschutz zugelassen, oder?? Demnach sind die für diese Aufgabe gar nicht zu verwenden.

Nutella Woman

P.S. Ich kenne auch nur Guedeltuben als Beissschutz.
 

Mobitz

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Na ja, ein wenig kreativer Freiraum sollte bleiben! Man muss ja nicht gleich zu allem ein Patent anmelden und eine Geräteeinweisung nach MPG machen! Ausserdem muss man ja mal ausprobieren.
Und wegen Geschmack könnte man ja Honig oder andere Geschmackstoffe leicht beträufeln (im basalstimmulierenden Sinne) :wink1:
Und eine sehr gute Mundpflege muss bei intubierten Patienten eh gemacht werden.
Wie gesagt, ... so ein Bolus ist was feines.
Und wie schon erwähnt, ... auch auf Felgen können sich die Leut den Tubus zubeißen! Wo ein Wille ist, ...!
Tja, ... ist halt alles eine Frage ob Tubus raus oder Sedierung hoch!
 

AFi

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Guten Morgen!

so ein Beißschutz kann schon sinnvoll sein, auch wenn es eckelig ist!
Grundsätzlich finde ich den Beissschutz nicht eklig, sondern sinnig, bis auf die Mullbinde...

Habt Ihr schon mal eine ausgewachsene Bißverletztung auf der Zunge gesehen???
Hab ich, allerdings auch ganz nette Ulcera durch falsche Positionierung der Binde, weil die Zunge irgendwo hingeschoben wird, wo sie nicht hingehört.
Deshalb würden ich mich ja für Erfahrungen mit diesen integrierten Tubushalter-Beissschützern interessieren.

Fazit: Auch wenn es nicht schön aussieht, es hiflt ungemein! Und da tut es auch mal einen Mullbinde!
Es geht mir nicht um die Optik, die ist in so einem Falle wirklich nebensächlich! Mir geht es eher darum, dass ich mit den Binden keine physiologische Mundstellung habe, ich nicht weiss, was die Klebstoffe des Pflasters im Patienten bewirken, usw...

einen schönen Tag wünscht
AFi
 

Rabenzahn

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Hallo,

bei jedem intubierten Patieten muss ein adäquater Bissschutz eingelegt werden.

Es gibt da nämlich auch Gefahren, die nicht zu unterschätzen sind. Z.B. ein

POST OBSTRUKTIVES LUNGENÖDEM .

Es entsteht wenn der Patient den Tubus zubeisst und trotzdem versucht Luft zu holen.

Ich habe darüber bereits geschrieben.
http://www.krankenschwester.de/foru...enoedem-anaesthesiologische-komplikation.html
Edit Narde: Link funktioniert jetzt
 
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Cystofix

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Hallo,

bei jedem intubierten Patieten muss ein adäquater Bissschutz eingelegt werden.

...
... so? wo steht das?

Ich ein NPPE neulich zum ersten Mal in 6 Jahren gesehen ... und wir nutzen NIE einen Beisschutz intraop.

Bitte eine Quelle - und zwar eine verbindliche.

Gruss Cys
 

werracats

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Hallo, hallo,
benutzen immer einen Beissschutz, von Endofix.
Man kann den Tubus bei der Mundpflege umlagern und die Fixierung gestaltet sich einfacher.
Einzigster Nachteil: Ulcera an der Unterlippe bei Beatmungen über 2-3 Tage.
Ich muss gestehen, eine Fixierung mit Mullbinde ist mir völlig fremd, dann schon eher mit Guedel.
Liebe Grüße:mrgreen:
 
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Hallo,

wir verwenden immer einen Beißschutz. Industriell vorgefertigte haben wir nicht, wir "basteln" sie uns selber aus unsterilen Kompressen, mit Leukoplast o. bei Latexallergie mit so einem durchsichtigen Pflaster umwickelt.


Gruß

Die Anästhesieschwester
 

sam2309

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Hallo,

bei jedem intubierten Patieten muss ein adäquater Bissschutz eingelegt werden.

Es gibt da nämlich auch Gefahren, die nicht zu unterschätzen sind. Z.B. ein

POST OBSTRUKTIVES LUNGENÖDEM .

Es entsteht wenn der Patient den Tubus zubeisst und trotzdem versucht Luft zu holen.

Ich habe darüber bereits geschrieben.
http://www.krankenschwester.de/foru...enoedem-anaesthesiologische-komplikation.html
Edit Narde: Link funktioniert jetzt
Vielleicht sollte man erstmal intraoperativ die Narkose vertiefen. Dann ist das Problem wohl gelöst. Auf der IPS hab ich sowas auch noch nie gesehen genauso wenig die von Dir genannte Komplikation. Fakt ist doch, Patienten die auf den Tubus beissen sind schlecht sediert bzw. analgesiert. Vielleicht sollte man erstmal daran was tun bevor man den Patienten nochmal Material in den Mund steckt.
 
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Hallo,

@sam2309: wie kann ich denn einen Patienten extubieren wenn ich die Narkose vertiefen soll?!? Häufig neigen die Patienten nämlich dazu, grade während der Ausleitung auf den Tubus zu beißen!

Gruß

Die Anästhesieschwester
 

Mobitz

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wie kann ich denn einen Patienten extubieren wenn ich die Narkose vertiefen soll?!? Häufig neigen die Patienten nämlich dazu, grade während der Ausleitung auf den Tubus zu beißen!
Dann melde ich mich auch nochmal zu Wort.
1.) glaube ich, dass es im ursprünglichen Thread darum ging, ob jemand einen Schutz bei "Langzeitintubierten" auf Intensiv einsetzt. Dazu habe ich meine Meinung schon abgegeben.
2.) in der Anästhesie hast Du eine ganz andere Situation. Die Patienten sind, auch wenn es lang dauert in aller Regel nur wenige Stunden intubiert. Hier ist ein Einsatz eines Güdeltubus sicher nicht schlimm. Ob das auf Intensiv sein muss halte ich für sehr fragwürdig, ... wenn auch in wenigen Fällen indiziert.
3.) also ich habe auch schon in der Anästhesie gearbeitet und auch schon auf Intensiv den einen oder anderen Patienten extubiert. Dass ein Patient auf den Tubus beißt ist nicht so häufig. Sicher kommt es vor, ... wenn er sich dabei aber gefährdet muss ich eben die Narkose/Sedierung nochmals vertiefen. Das sind Ausnahmefälle. Und einen auf den Güdel beißenden Patienten extubiert auch niemand. Bei diesem ist die Vigilanz nämlich nicht entsprechend.
 
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also wir nehmen bei jedem patienten einen guedeltubus als beißschutz...mundpflege ist trotzdem möglich und er wird bei jedem umlagern ausgetauscht...

lg
 

Aloha

Poweruser
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Ich habe auch mit diversen Moeglichkeiten gearbeitet (Mullbinden, Guedel...), fand aber die Endofix-Tubushalterung am besten. Ist ja sicher eine Kostenfrage.
 

narde2003

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Hallo,

wir arbeiten ähnlich wie Aloha mit allen möglichen Materialien, allerdings selten mit dem Güdel.
Meist stellen wir ein "Mäuschen" her aus einer umwickelten Mullbinde, dies wird regelmässig gewechsel.
Die Endofixtubushalterung verwenden wir auch, allerdings ist es auch eine Kostenfrage.

Auf einen Beissschutz verzichten wir nur, bei Patienten die mit R3 bis R4 sediert sind.

Liebe Grüsse
Narde
 

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