Bei Wiedereinstellung = unbefristeteter Vertrag?

Dieses Thema im Forum "Arbeitsrecht / Gesundheitsrecht / Krankenpflegegesetz" wurde erstellt von smiline, 26.12.2008.

  1. smiline

    smiline Junior-Mitglied

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    hallo, ich habe mal eine frage...
    bei meinem alten arbeitgeber war ich 1 jahr und 11 monate angestellt. ich habe dort gekündigt, aber was mich nun interessiert, falls ich nach einer zeit zurück gehe, ob es nach dem avr nochmal ein befristeter oder unbefristeter vertrag wäre... könnt ihr mir weiterhelfen?
    danke
     
  2. spielemann

    spielemann Senior-Mitglied

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    Hallo,
    du kannst weiter einen befristeten Vertrag bekommen. Wichtig, es muß einen sachlichen Grund für die Befristung geben. Also z.B. für die Elternzeit für XY. Verboten ist eine Befristung ohne sachlichen Grund.
    Wenn der AG dir diesen Vertrag anbietet, dann nimm ihn und mach ihn nach Beginn des Vertragsdatums darauf aufmerksam, dass er einen formellen Fehler gemacht hat und du jetzt einen unbefristeten Vertrag hast.
    Grüsse
    Spielemann
     
  3. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Du hast gekündigt und wirst somit wie eine Neueinstellung behandelt. Warum soll dir ein Vorteil erwachsen aus einer ehemaligen Anstellung?

    Elisabeth
     
  4. Sr.Sandra

    Sr.Sandra Stammgast

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    Ich stimme Elisabeth zu wenn du damals gekündigt hast, kannst du auch befristet eingestellt werden. Aber lt.

    Neuregelung der Befristung von Verträgen: Hierauf müssen Sie achten!

    Bitte lies zur Info den den Text des Links!
     
    #4 Sr.Sandra, 26.12.2008
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 26.12.2008
  5. Sittichfreundin

    Sittichfreundin Poweruser

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    Der Vorteil ergibt sich aus Teilzeit- und Befristungsgesetz §14 Absatz 2 Sätze 1 und 2:

    "Die kalendermäßige Befristung eines Arbeitsvertrages ohne Vorliegen eines sachlichen Grundes ist bis zur Dauer von zwei Jahren zulässig; bis zu dieser Gesamtdauer von zwei Jahren ist auch die höchstens dreimalige Verlängerung eines kalendermäßig befristeten Arbeitsvertrages zulässig.

    Eine Befristung nach Satz 1 ist nicht zulässig, wenn mit demselben Arbeitgeber bereits zuvor ein befristetes oder unbefristetes Arbeitsverhältnis bestanden hat."


    Nachzulesen hier: TzBfG - Teilzeit- und Befristungsgesetz

    Das bedeutet, es darf nur noch mit Sachgrund befristet werden, nicht aber ohne Sachgrund. Wird ohne Sachgrund befristet und Du trittst Deine Arbeit an, dann liegt eine unwirksame Befristung vor und Du hast Anspruch auf einen unbefristeten Arbeitsvertrag! (Entfristungsklage)
    §16: "Ist die Befristung rechtsunwirksam, so gilt der befristete Arbeitsvertrag als auf unbestimmte Zeit geschlossen."
     
  6. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Könnte es nicht sein, dass direkt vorher gemeint ist?

    Glaube nicht, dass man 25 Jahre später wieder ankommen kann und Anspruch auf nen Unbefristeten hat...!?
     
  7. Sittichfreundin

    Sittichfreundin Poweruser

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    Mit Sachgrund darf der Arbeitgeber ja dann befristen, aber nicht ohne Sachgrund. Von "direkt vorher" lese ich nichts im Gesetz. Im Extremfall auch 25 Jahre, ja, warum nicht.
     
  8. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Sie hat selbst den Vertrag gekündigt. Damit verfallen m.E. die Rechte auf einen unbefristeten Vertrag.

    Elisabeth
     
  9. smiline

    smiline Junior-Mitglied

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    aber trotz allem, habe ich ja dort fast 2 jahre gearbeitet und hätte vor meiner kündigung einen unbefristeten vertrag erhalten. falls ich den schritt zurück gehe, hoffe ich, dass es mit nem unbefristeten trotzdem noch klappt. falls mir jemand noch dazu weiterhelfen kann, bin ich dafür offen.
    vielen dank :-)

    an sittichfreundin,
    gilt dein TzBfG auch für Avr?
    kenn mich da nicht so aus...
     
  10. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Du hast das Angebot deines AG ausgeschlagen und hast gekündigt. Manche Fehler kann man nicht mehr korrigieren und muss mit den Konsequenzen leben.

    Elisabeth
     
  11. sigjun

    sigjun Gast

    Einfach nachfragen bei der erneuten Einstellung, vielleicht ist Dein AG ja so kulant. Einen Rechtsanspruch darauf hast Du nicht, entscheidend für die Unbefristung ist das Wohlwollen des AG. Es kann sogar sein, dass Du mit schlechterem Tarif eingestellt wirst, da auch der AVR geändert ist, je nachdem wie lange Du vorher im AVR-Tarif angestellt warst.
    Das Teilzeitbefristungsgesetz ist ein Gesetz und gilt für alle.
     
  12. Sittichfreundin

    Sittichfreundin Poweruser

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    Ja, gilt auch für AVR. Von einem Bundesgesetz kann tarifvertraglich nur abgewichen werden, wenn diese Möglichkeit im Gesetz eingeräumt wird, ist hier aber nicht.
     
  13. smiline

    smiline Junior-Mitglied

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    in wie weit hat sich der avr verändert? ware über 2 jahre dort.
     
  14. sigjun

    sigjun Gast

    Siehe hier: Willkommen - AVRneu

    Da nun jede Reginalkommission innerhalb des Rahmens auch noch ein eigenes Süppchen kochen kann, musst Du nachsehen wie Deine entsprechende Regionalkommission die Neuheiten umsetzt.
    Wenn Du nur 2 Jahre im AVR-Tarif gearbeitet hast und nicht verheiratet bist dürften die Verluste eher gering sein meiner Einschätzung nach.
    Ich denke, dass jegliche Besitzstandsregelungen allerdings nicht greifen werden.
     
  15. medsonet.1

    medsonet.1 Poweruser

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    Hallo,

    nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz spielt es überhaupt keine Rolle, wer den alten Vertrag gekündigt hat.
    Ein befristeter "neuer" Vertrag ohne Sachgrund ist in diesem Fall unzulässig, da bereits ein Arbeitsverhältnis mit diesem Arbeitgeber bestanden hat.
    Ein befristeter Vertrag mit Sachgrund (z.B. Vertretung für Elternzeit) ist allerdings denkbar.

    Mein Tip aus der Praxis:
    Du kannst bedenkenlos als Arbeitnehmer auch einen unzulässigen befristeten Vertrag unterschreiben. Wenn sich nämlich später herausstellt, daß dieser unzulässig ist, ist automatisch zu deinen Gunsten ein unbefristeter Vertrag entstanden!

    Gruß

    medsonet.1
     
  16. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Cool. Ich kündige bei AG "ABC" vor Ablauf der Befristung und gehe zu AG "XYZ". Dort kündige ich wieder vor Ablauf der Frist und gehe zurück zu "ABC". usw. Auch ne Möglichkeit.

    Wie stehts bei der begründeten Befristung bei beiden AG? Ich denke, heutzutage wird kaum noch ein AG dies nicht verwenden.

    Elisabeth
     
  17. Lillebrit

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    Hallo,

    für mich hört sich das ein bischen "zu einfach" an :gruebel:...

    Wenn das wirklich so ist, dann wissen das AG auch und werden sich "schützen wollen".
    Sprich: wer einmal befristet angestellt war, wird nicht wieder genommen...??!!??
    :eek1:
     
  18. spielemann

    spielemann Senior-Mitglied

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    Hallo,
    sowohl der Arbeitgeber wie auch der Arbeitnehmer wissen auf was sie sich einlassen, wenn schon mal ein Arbeitsverhältnis bestanden hat.
    Es ist doch egal ob ein unbefristetes oder ein befristetes.
    Wenn es sich um einen guten Arbeitnehmer handelt, der verlässlich ist, dann nehme ich ihn als Arbeitgeber auch, wenn er schon zweimal oder dreimal bei mir gearbeitet hat.
    Wichtig ist nur wie ich mich damals präsentiert habe.
    Grüsse
    Spielemann
     
  19. Sr.Sandra

    Sr.Sandra Stammgast

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    Ich war im Dezember 2006 bei einer Firma in Teilzeit und befristet beschäftigt, habe dort aber zu Ende 2006 wieder gekündigt. Anschließend habe ich dort auf 400Euro Basis weitergearbeitet. Als ich im Juli bat, mich wieder bei der Firma auf 3/4 einzustelle, habe ich einen komplett neuen Vertrag bekommen. Mit Probezeit und Einstiegsgehalt.
    Meine Tätigkeit als 400Euro-Kraft wurde nicht anerkannt und der Vertrag war auch wieder befristet. Lt. Personalabteilung war dieser Vertrag sogar rechtkräftig und wäre erst nach 2 Jahren fest geworden.
    Sandra
     
  20. medsonet.1

    medsonet.1 Poweruser

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    Hallo,

    da irrt sich eure Personalabteilung aber ganz gewaltig!
    Auch ein geringfügiges Arbeitsverhältnis (400 EUR) unterliegt den gleichen rechtlichen Bestimmungen nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz. Ein befristeter Vertrag ohne Sachgrund ist daher unzulässig und damit ist automatisch ein unbefristeter Vertrag entstanden. In deinem Fall ist bereits das geringfügige Arbeitsverhältnis ein unbefristetes, da bereits vorher ein Arbeitsverhältnis bestanden hat.
    Das man dir wieder ein Einstiegsgehalt gibt, kann allerdings korrekt sein, denn das orientiert sich nach den Bestimmungen des jeweiligen Tarifvertrages.

    Gruß

    medsonet.1
     
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