Befunde abfragen?

Dieses Thema im Forum "Ambulante Pflege / Private Kranken-Altenpflege zu Hause" wurde erstellt von Schwester Persephone, 10.03.2009.

  1. Schwester Persephone

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    Ich würde gerne mal wissen, wie das Abfragen von Befunden (die Pflegerelevanz haben könnten) in anderen Diensten gehandhabt wird?

    Fragt Ihr (Leitung, PK vor Ort,...) die Befunde in den Praxen ab?

    Rufen die Praxen Euch oder den Patienten an?

    Gibt es ein idiotensicheres System, damit nicht vergessen/übersehen wird?


    Bei uns kommen am häufigsten vor: Quick, HbA1c, Urinstatus/-kultur/Antibiogramm, Wundabstrich

    Wenn es für mich wunschgemäß läuft, kommt ein Anruf aus der Praxis: Quick so und so, Medikamentenänderung so und so, nächste BE dann und dann.
    Wenn es mies läuft, rufe ich 3-6 mal an, ehe der Befund überhaupt angesehen wird (!) - das ist dann i.d.R. Tage später (!!!) - um dann wieder anrufen zu dürfen, ob denn nun ein Rp. ausgestellt wird (z.B. HWI, Antibiose)....

    Und ja ... natürlich sind Vertragsärzte dazu verpflichtet (HKP-Richtlinie), pflegerelevante Befunde mitzuteilen....

    Ich würde das bei uns gern für alle Beteiligten vereinfachen und danke im Voraus für rege Beteiligung :mrgreen:
     
  2. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Das ist jetzt OffTopic, da ich keine Ahnung davon hab, aber mich interessiert, wieso das alles pflegrelevant sein soll?

    Der Abstrich, OK, aber sonst?!
    Der Zucker wird ja eh nach Wert behandelt, wird das Insulin geändert kommt das ja vom Hausarzt. Wieso interessiert da der Hba1c.
    Oder wozu der Quick?
    Wozu die Auswertung der Urinkultur? Behandlung muss doch eh vom HA laufen.
     
  3. Schwester Persephone

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    OT - hallo maniac: Du hast natürlich recht; es sollte so sein, dass der behandelnde Arzt die Fäden in der Hand hat, Beschwerden aufnimmt, Diagnostik und ggf. Therapie veranlasst. Leider funktioniert das bei Pflegebedürftigen oft nicht. Beispiel von letzter Woche: Pat. klagt über seit Wochen latente Übelkeit, Müdigkeit, Schwindel. PK vor Ort denkt an Digitalisintox (kein Med.plan vorhanden, Pat. nimmt Tabl. selbst). PK verspricht der arg schwerhörigen Patientin beim HA anzurufen. Telefonische Anfrage beim HA, ob er einen Hausbesuch machen kann und auch Mitteilung der Beschwerden inkl. Anfrage, was die Pat. denn an Med. nehme. Das "wisse er so auch nicht", da er beim HB die Rp. ausstelle, aber wenn sie ein Digitalispräparat nehme, solle sie es mal ein paar Tage absetzen - dies mögen wir ausrichten. Gesagt, getan. Vorübergehende Besserung. Gestern: Pat. klagt über nächtliche Ruhedyspnoe, erneut Anruf beim HA, ob denn jetzt mal ein Hausbesuch erfolgen könnte? Telef. Anordnung, alle paar Tage eine HCT 25 zu geben, ob man das rezeptieren müsse?
    Man sollte/könnte anders handeln: der Pat. sagen, dass wir keine Verordnung für Medikamentengaben haben (= es somit nicht bezahlt wird) und sie sich bittesehr selbst darum kümmern müsse. Kann/sollte man das wirklich?
     
  4. Lin

    Lin Poweruser

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    Da würde ich den HA dezent darauf hinweisen, dass eine Ferndiagnose nicht erlaubt ist und du nur schriftliche Anweisungen ausführen darfst.

    An deiner Stelle würde ich das genauso dokumentieren: "Laut Pat. nächtliche Ruhedyspnoe, HA informiert." Somit bist du abgesichert und es ist (blöd ausgedrückt) Problem des HA.
    Wenn der HA weiterhin einen Hausbesuch verweigert, solltest du auf jeden Fall deinen Vorgesetzten informieren.

    Gruß,
    Lin
     
  5. Schwester Persephone

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    Das stimmt so leider nicht.
    Selbstverständlich = erster Schritt.
    Aber wo bleibt da der Pat., der sich per Notruf oder - wenns ihm noch nicht schlecht genug geht- jeden Tag neu an die PK vor Ort wendet? Und man fürchten muß, den Patienten am dritten Morgen doch mal bewußtlos, apnoisch oder gar tot vorzufinden? Dann hat man wenigstens korrekt dokumentiert....:gruebel:

    Das bin ich.
    Die GL ist ebenfalls informiert, aber da so ein Verhalten -nicht das Verweigern wohl aber das Verschleppen eines HB oder einer Befundung- öfter vorkommt, kann man nicht jedes Mal das volle Register ziehen, zumal wir hier schon versuchen Hand in Hand zu arbeiten und auch auf gegenseitiges "Zuweisen" bzw. Compliance angewiesen sind. Und: Patienten vertrauen den Pflegekräften und fühlen sich -m.E. berechtigterweise- arg alleingelassen, wenn man ihnen mitteilen müßte: Sorry, ich habe ihren Arzt angerufen, aber ob der kommt weiß ich nicht - ist auch nicht mein Bier, ich habs dokumentiert (natürlich in anderen Worten).
    Den Ärzten hingegen hängen HB heutzutage zum Halse heraus, da die Vergütung einfach zu unattraktiv geworden ist und sie sich in der -vermeintlichen- Sicherheit wiegen, es seien ja Fachkräfte vor Ort (zumindest ab und zu).

    Aber das hauptsächliche Schnittstellenproblem ist die Regelung der Befund/Med.änderungsabfrage - ich weiß, dass viele stationäre Einrichtungen sich das auf Termin legen und hinterhertelefonieren. Viele Praxen verlassen sich darauf. Es gibt wenige HA-Praxen, die ein Sicherheitssystem eingebaut haben, das vorsieht, unabgefragte -relevante- Befunde dann telefonisch mitzuteilen (z.B. Quick,INR).
    Ich bin das regelhafte Hinterherrennen leid, da es für amb. Betriebe unendlich viel schwieriger ist und einfach zu leicht etwas verloren geht und wüßte einfach gern, wie man besser machen könnte, ohne dass eine Seite sich übervorteilt fühlt und ohne dass dem Pat. Nachteile gesundheitlicher Art entstehen.
     
  6. Lin

    Lin Poweruser

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    "Ärztliche Anordnungen sind Hauptbestandteil der Häuslichen Krankenpflege. In der Häuslichen Krankenpflege werden nach SGB V auf der Grundlage der Verordnungsrichtlinien (s. Verordnungsrichtlinie Häusliche Krankenpflege nach § 92 Abs. 7 SGBV) Maßnahmen verordnet, bei der Krankenkasse eingereicht und im Bedarfsfall genehmigt. Schriftlich dargelegt werden sollten die Diagnose, außerdem Grund, Anzahl, Häufigkeit sowie Dosierung der durchzuführenden Maßnahme. Ärztliche Anordnungen müssen in jedem Falle schriftlich fixiert vorliegen und für den Patienten und den durchzuführenden bzw. beauftragten Pflegedienst verständlich und eindeutig sein."

    Zitat: SpringerLink - Book Chapter

    Natürlich sollte gehandelt werden und nicht nur dokumentiert :emba:. Leider weiß ich nicht, welche Möglichkeiten sich in der ambulanten Pflege anbieten - evtl. Rettung anrufen und Pat. ins KH einliefern lassen?

    Gruß,
    Lin
     
  7. stormrider

    stormrider Poweruser

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    Ich kann dich sehr gut verstehen. Bei uns ist es auch oft ein gigantischer Hürdenlauf um an die notwendigen Informationen heranzukommen. Besonder schlimm finde ich wenn bei einem Arztbesuch einfach etwas geändert wird, OHNE den Pflegedienst davon zu informieren. Passiert gerne bei dementen Patienten die einfach mal eben auf die Idee gekommen sind ihren Arzt aufzusuchen.

    Ein Patentrezept gibt es nicht. In einem besonders schweren Fall haben wir uns an die Krankenkasse und die Ärztekammer gewendet. In Extremfällen haben wir auch schon mit Angehörigen gesprochen und einen Arztwechsel herbeigeführt.
     
  8. Schwester Persephone

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    Danke - alleine das hilft mir heute schon mal :flowerpower:

    Bei einer Pat. bin ich auch daran am Arbeiten, da sie inzwischen schon einen gesundheitlichen Schaden davongetragen hat - allerdings ist der HA ja "so nett" (ist er wirklich), alle Migranten gehen dahin - sie also auch... und hach,ja, man mag das ja nicht tun und irgendwie ist es auch so unbequem.... ;)
     
  9. Schwester Persephone

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    Ja, jedoch bezieht sich diese Aussage auf die HKP-Richtlinie (in der ja auch -wie von mir im EP geschrieben- steht, dass der Arzt den Pflegekräften die pflegerelevanten Befunde (und damit z.B. die Änderungen) zukommen lässt. Mit der schriftlichen Anordnung ist in erster Linie die zur Erbringung notwendige Verordnung gemeint - danach gilt natürlich auch die (fern-)mündliche Anordnung, die bei nächster Gelegenheit schriftlich abgezeichnet werden sollte (heißt es so schön).

    Bei entsprechender Indikation (!) rufe ich die Rettungsleitstelle oder den KV-Notdienst an - aber eben auch nur dann.
     
  10. stinkfisch

    stinkfisch Junior-Mitglied

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    heyho,
    zitat:
    Aber das hauptsächliche Schnittstellenproblem ist die Regelung der Befund/Med.änderungsabfrage
    zitat ende

    diese Probleme kenne ich auch zur genüge!

    mittlerweile mache ich es so, daß ich "meinen" betreuten immer das stammblatt, mit der aktuellen medikation und der schriftlichen bitte an den arzt, med-änderungen oder pflegerelevante diagnosen direkt dort drauf zu notieren und das ganze ans büro zu faxen, zum arztbesuch mitgebe.

    auch bei den betreuten, die "einfach mal so" zu irgendeinem arzt gehen (was in meinem bereich häufig vorkommt) hat sich das bewährt.
    so ist auch ein arzt, der bisher nicht involviert war, über diagnosen und medikamention und den pflegedienst, im bilde.

    ist zwar nicht idiotensicher, aber erinnert den doc noch mal daran, uns zu informieren und klappt in der regel, nicht immer, ganz gut.

    über bessere vorschläge würde ich mich freuen.....

    morgendliche grüße vom stinkfisch:-)
     

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