Befragung - Betriebsrat zustimmungspflichtig?

Dieses Thema im Forum "Arbeitsrecht / Gesundheitsrecht / Krankenpflegegesetz" wurde erstellt von -Claudia-, 05.01.2012.

  1. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Es gibt doch immer wieder mal Studien, die sich mit uns und unseren Kollegen beschäftigen: das Pflegethermometer, die Studien der Gesellschaft für Palliativmedizin etc. etc. Muss bei solchen Studien, bei denen die Teilnahme ja grundsätzlich freiwillig ist, der Betriebsrat in jedem Fall zustimmen? Oder kommt dies auf die Art der Studie an? Oder auf die Art der Organisation, da Betriebsrat, Personalrat oder Mitarbeitervertretung ja rechtlich gesehen einige Unterschiede aufweisen?
     
  2. Lillebrit

    Lillebrit Bereichsmoderatorin
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    Hallo,
    also ich würde da ganze zunächst einer Ethikkomission vorlegen, und hier die Vulnerabilität der Gruppe und mögliche Folgen prognostizieren sowie denkbare Präventionen nennen.
    Wenn Du dann das ethische Clearing bekommst, hast Du "etwas in der Hand"...Du zeigst dass Du Dich mit dem Vorhaben auseinander gesetzt hast und dieses von externen reflektiert wurde.

    Du beziehst Dich immer auf allgemeine ethische Bedingungen zur Teilnahme an einer Studie, welche die Freiwilligkeit, die Möglichkeit zum Abbruch ohne negative Konsequenzen, den Schutz des Teilnehmers sowie die informierte Zustimmung beinhalten.
    Vor der Ethikkommission musst Du das alles darlegen und auch Deien ganzen Anschreiben an die Teilnehmer und die PDL, den Informed Consent etc. vorlegen und "absegnen lassen".
    Ferner musst Du darlegen wie Du rekrutierst...und auch reflektieren, wie "freiwillig" verschiedene Rekrutierungsstrategien (z.B. über Voregsetzte?) überhaupt sind.
    Ich würde damit dann an die PDL und GF herantreten und zunächst um deren Erlaubnis bitten...wenn es von denen ok ist würde ich diese Personen fragen, ob ein involvieren von MAV, BR etc. notwendig ist.

    Je besser das ganze im Vorfeld durchdacht und schriftlich reflektiert worde ist, desto überzeugender wirst Du es den verantwortlichen Personen präsentieren können.
     
  3. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Und diesen Weg schlagen die Leute ein, die z.B. die Befragung veranstalten?

    Wie steht es mit der Bitte um Teilnahme bei diversen Befragungen, die hier im Forum ja hin und wieder verlinkt werden? Muss ich da auch meine PDL von in Kenntnis setzen?

    Was ist mit den Befragungen im berufspolitischen Bereich? Kürzlich gab es da ja welche in Sachsen und Bayern. Muss hier der Personalrat zustimmen?

    Es handelt sich ja z.B. beim Pflegethermometer um eine überregionale Erfassung von Daten, die anonym erfolgt und auf freiwilliger Basis läuft. Wer gibt da überhaupt die Inhalte weiter? Erfahre ich als MA, dass mein AG Informationen bezüglich Personalbesetzung u.ä. weiter gegeben hat?

    Wie ist das mit den statistischen Erhebungen? Kann der Personalrat diese verweigern?

    Elisabeth
     
  4. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Den Weg über die Ethikkommission nehmen die professionellen Studien bestimmt. Aber treten die in jedem Fall an den Betriebsrat heran?

    Zum Beispiel die recht aktuelle Studie: Wieviel Tod verträgt das Team? Eine bundesweite Befragung von Beschäftigten auf der Palliativstation. Der Weg ins Feld lief über das Verschicken der Fragebögen samt Rückumschlag an alle Palliativstationen in Deutschland, die Adressen sind ja bekannt. Die Befragung erfolgte anonym, die Teilnahme war freiwillig.

    Ich hab da selbst dran teilgenommen. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass PDL oder BR involviert waren.
     
  5. hypurg

    hypurg Poweruser

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    Für anonyme Mitarbeiterbefragungen muss der Betriebsrat nicht zustimmen, es besteht aber eine Informationspflicht.
    Dieser würde ich immer frühzeitig nachkommen, um Vorbehalte aus der Belegschaft zu vermeiden.
     
  6. Lillebrit

    Lillebrit Bereichsmoderatorin
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    Interne Befragungen in einer Organsiation (z.B. Fortbildunsgwünsche) sind was anderes als Studienvorhaben, wie Claudia es angesprochen hat.
    Bei Studien geht der weg idR über die Ethikkommission, dann in dei Einrichtungen. Man muss abwägen ob e slug ist Leitungen zu involvieren oder nicht (gerade bei Fokusgruppeninterveiws haben diese eine starken Einfluss auf Antwortverhalten).
    Zumindest muss eine GF / PDL wissen das so etwas im Haus läuft...

    Ob der BR nun auch informiert werden muss weiss ich nicht - für eine Studie würde ich den Vorteil oder die Notwendigkeit nicht sehen...
     
  7. thorstein

    thorstein Poweruser

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    Das wäre wohl nicht im Sinne der Beschäftigten. Der Betriebsrat stimmt ja gerade dann Mitarbeiterbefragungen nicht zu, wenn die Anonymität nicht gewährleistet ist.

    Die Eingangsfrage lässt sich glaube ich nicht allgemein beantworten. Werden Fragen zum Betrieb selbst gestellt oder hat der AG ein Interesse an der Befragung bzw. den Ergebnissen, gehe ich aber von einer Zustimmungspflicht durch den Betriebsrat aus.
     
  8. thorstein

    thorstein Poweruser

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    Kann man a. voraussetzen, dass eine Ethikkomission existiert?
    und b. sitzt in der Ethikkomisson niemand aus dem Betriebsrat?
     
  9. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Um was für eine Befragung handelt es sich denn nun konkret?

    Überregional durch z.B. Stiftungen? Konkret angeschreiben worden über die Adresse der Station.
    Überregional durch z.B. im Rahmen einer BA-Arbeit? z.B. per Link bei ks.de
    Betrieb z.B. durch die Direktion?

    Was will derjenige konkret wissen? Wen da bloß meine subjektive Meinung gefragt ist bei einer überregionalen Umfrage im Rahmen einer BA-Arbeit? Ich bin net konkret angeschreiben worden sondern habe ich mich selbst bei dem Link gemeldet... wie ist es dann?

    Elisabeth
     
  10. Lillebrit

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    @thorstein:
    Studienaträge gehen durch eine unabhängige Ethikkommission wie die der DGP...also der Forscher reicht das bei einer unabhängigen externen Kommission ein und lässt darüber beraten (das ganze ist kostenpflichtig).
    Erst mit diesem ethischen Clearing sollte mit der Datenerhebung begonnen werden.
    Ohne das Ethikvotum kann man heute eigentlich nicht mehr in Peer Reviewed Zeitschriften veröffentlichen (z.B. Pflege aus dem Huber Verlag).
    Der Einrichung zeigt man mit diesem Votum, dass alles durchdacht ist und man reflektiert ab ob jemand zu Schaden kommen könnte.
    Auch ein Gespräch ist eine Intervention- gerade wenn es um heikle oder sehr belastende Themen geht, kann es dem Teilnehmer nach einem Interview schlecht gehen...
     
  11. thorstein

    thorstein Poweruser

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    Hallo Lillebrit,

    dass ist mir bislang entgangen. Zumindest bei den Studien, an denen ich teilgenommen habe, teilweise auch über dieses Forum, kann ich mich an keinen Hinweis auf ein ethisches Clearing erinnern. Aber gut, dass es so etwas gibt.
     
  12. Lillebrit

    Lillebrit Bereichsmoderatorin
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    Hallo,

    generell soll Ethik soll Menschlichkeit und Fachlichkeit miteinander verbinden, man will das Handeln gegenüber Kollegen und Dritten rechtfertigen und eben hiermit ein Qualitätskriterium in der Sicherung einer guten Forschungspraxis erreichen.
    Forschungsethik befasst sich mit der Frage, welche ethisch relevanten Interventionen ein Forscher einem Menschen zumuten darf und hat dir oberste Prämisse, Menschenrechte und Menschenwürde zu achten.
    Besonders geht es bei Forschung um den Schutz vul
    lnerabler Gruppen (solche, die durch Teilnahme an der Studie besonders belastet oder gefährdet werden, bzw. keine informierte Zustimmung geben können).

    Für ein Forschungsvorhaben generell von Belang sind
    a) Freiwilligkeit der Teilnahme
    b) Vermeidung vonVerletzung und Schaden
    c) Vertraulichkeit und Datenschutz


    Auch in der Pflegewissenschaft gibt es ethische Mindeststandards, die eingehalten werden müssen!

    Als Forschungsethische Prinzipien für einen Wissenschaftler gelten:

      1. Relevanz der Thematik für Betroffene, die Praxis und die Wissenschaft (Begründung, warum das beforscht werden muss)
      2. Zielsetzung und Nutzen (unter welchen Umständen wirken Probanden mit ?)
      3. Methodisches Vorgehen (warum so und nicht anders?)
      4. Bestimmung der Vulnerabilität
      5. Ethische Prognose
      6. Ethische Prävention
      7. Wahrheitspflicht (keine falschen Aussagen zum Nutzen der Forschung)
      8. Datenschutz
      9. Veröffentlichung der Ergebnisse
      10. Keine Plagiate und festlegen der Autorenschaft
    Forschungsethik lässt sich aus der Historie begründen:

    F Seit dem Nürnberger Ärzteprozess im Zuge derNazizeit (Menschenversuche in Konzentrationslagern) gilt die informierte Einwilligung als Mindeststandard in derForschung

    F Ärzteprozess war Teil des Nürnberger Prozesses, der 1945 begann und sich mit den Verbrechengegen die Menschlichkeit beschäftigte
    F Deutliches Signal: Menschenrechte stehen überallem
    F Beachtung der Menschenrechte ist an informed consentgebunden

    Hieraus hervorgegangen ist der Nürnberger Kodex (1948 ) mit 10 Punkten. Dieser sieht zwar eine informierte Zustimmung vor,trifft aber z.B. keine Aussagen über Vorkehrungen zur Sonderstellung vonKindern, älteren oder nicht zurechnungsfähigen Menschen.

    Mit der Deklaration des Weltärztebundes von Helsinki (1964) wird der Schutzbereich der Forschungsethik auf vulnerable Gruppen erweitert

    Mit der Richtlinie zur Wahrung der Menschenrechte in der medizinischen und anderen Forschungsbereichen (ANA, 19974) legt die Pflegewissenschaft auch für sich verbindliche Richtlinien fest. Forschungsethische Begutachtung durch eine eigene Kommission wird beschlossen.

    Mit dem Belmont Report (1979) wird auch Fehlverhalten des Forschers thematisiert. Enthalten sind die Prinzipien Achtung der Person und Gerechtigkeit.

    Hier nochmal Ausführungen zur Vulnerabilität

    • Probanden, die aufgrund von Alter oder eingeschränkter geistiger keine informierte Zustimmung geben können oder durch das Forschungsvorhaben in besonderer Weise belastet werden
    • Eingeschränkt Zustimmungsfähig sind: Behinderte, Demente, Kinder, Koma -> diese haben gesetzliche Vertreter oder Betreuer, welche die Einwilligung geben oder ablehnen können
    • Vulnerabilität muss vor Studie geprüft werden / Vulnerabilitätsprofil
    • Orientierung an Typik: also Angehöriger, Schwangerer, Patient
    • Orientierung am Individuum anhand der Kriterien IC und besondere Gefährdung
    • Besonderheiten: Kinder. Unmündig und per Gesetz nicht in der Lage, einzuwilligen. Kinder haben Vertreter durch Eltern, können aber ab einem bestimmten Alter den Willen klar äußern.
    • Mögliche Gefährdungen:
    • Proband muss körperlich und geistig in der Lage sein, dass gewünschte Mitwirkungsverhalten zu erbringen.
    • Belastete Personen:
    • Akute oder chronische Erkrankungen, schwere OPs, Behinderte, Angehörige, Menschen in Heimen

    Auf den ersten Blick bezieht sich die Ethik erstmal auf schwer Kranke oder nicht eiwilligungsfähige Teilnhemer einen Studie.

    Dennoch muss der Mindestandard der informierten Zustimmung immer eingehalten werden.
    Das bedeutet:

    Jeder TN (auch Pflegekräfte in Onlinebfragungen) müssen wissen, was der Zweck der Studie ist, wie mit den Daten umgegangen wird, das sie das Recht haben jederzeit die Teilnahme zurück ziehen zu können.

    Dieses muss in einem informed consent (schriftliche Einwilligung) festgehalten werden.
    Ohne den darf man theoretisch Daten nicht erheben, speichern und verarbeiten!

    Quellen:

    Unterlagen zur Vorlesung "Forschungsethik"

    Schnell, M.W & Heinritz, Ch. (2006). Forschungstehik. Ein Grundlagen- und Arbeitsbuch für die Gesundheits- und Pflegewissenschft. Bern: Huber Verlag.

    LoBiondo, G. & Haber, J. (2005). Pflegeforschung. Methoden, Bewertung, Anwendung. 2. Auflage. München: Urban und Fischer Verlag.

     
  13. Lillebrit

    Lillebrit Bereichsmoderatorin
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    Ich mache hier mal weiter da der erste Threaed sonst zu unübersichtlich wird.

    Generell zu bedenken sind 2 Ebenen: die ethische Dimesion (die ich schon ausgeführt habe) und die rechtliche Dimension zum erheben, verarbeiten und speichern von personenbezogenen Daten.

    Dieses ist in Deutschland im Bundesdatenschutzgesetz festgehalten.

    In einer Studie muss ich also zusichern können, dass ich die Erlaubnis habe zum erheben der Daten, dass die Daten sicher vor dem Zugriff Dritter aufbewahrt werden, dass eine Anonymisierung und/oder Pseudonymsierung vorgenommen wird ....

    Vor diesen rechtlichen Bestimmung wird also nochmals deutlich, wie problematisch eine Online Erhebung und ein verarbeiten der Daten zu Studienzwecken sein kann.

    Wenn ein ethisches Clearing vorliegt, dann hat eine unabhängige Kommission eben genau diese beiden Dinge im Forschungsvorhaben geprüft.

    Also:
    • Wer wird zu welchen Dingen mit welcher Methode befragt?
    • Warum ist das überhaupt notwendig?
    • Sind die Teilnehmer vor Schäden geschützt bzw. hat man sich Gedanken gemacht wie man diese im Notfall "auffangen" kann?
    • Welche Daten werden erhoben, wie geht man damit um?
    Wenn dieses im Vorfeld alles schriftlch dargelegt ist, dann kann man als Forscher sein Vorhaben auch in einer Organisation seriös vertreten und dort um Mitwirkung bitten.
     
  14. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Hm- ist es dann überhaupt rechtlich abgesichert, wenn hier im Forum geworben wird, sich an einer Studie zu beteiligen? Wie bekommt man raus, ob das eine saubere Angelegenheit ist? Die Frage nach "wer will das überhaupt wissen und warum" dürfte dann ja net reichen.

    Elisabeth
     
  15. Lillebrit

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    Die Anwerbung kann über solche Foren laufen....man kann Kontaktadressen nennen und sich dann dort melden.
    Für die Rekrutierung ist das in Ordnung.
    Allerdings ist es halt die Frage, wie man eine informierte Einwilligung einholen kann auf diesem Weg ...wie auf Rückfragen eingegangen werden kann etc.

    "Sauber" ist es dann, wenn genauestens informiert wird wer was zu welchem Zwecke erhebt, wenn man schriftlich einwilligt, Freiwilligkeit und jederzeitiges Abbrechen können zugesichert werden.
     
  16. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Gehe ich also recht in der Annahme, dass die Regelung, ob und wer zustimmen muss - außer dem Probanden / Interviewpartner selbst natürlich - je nach Unternehmen oder Untersuchung unterschiedlich gehandhabt wird?

    Im Falle meiner Masterarbeit scheinen nämlich in verschiedenen Einrichtungen unterschiedliche Gremien darüber zu entscheiden, ob ich Ihre Leute ansprechen darf oder nicht. Solange mir da keiner einen Strick draus dreht, ist mir das egal. Es würde mich aber stören, wenn ich Daten erhoben habe und hinterher erfahre, ich dürfe sie nicht verwenden, da der Betriebsrat nicht eingeweiht gewesen sei.
     
  17. Lillebrit

    Lillebrit Bereichsmoderatorin
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    Hallo,
    wenn Du über die Organsiation gehst und dort die Anfrage zur Rekrutierung stellst, dann musst Du Dich deren "Spielregeln" stellen. Meine Erfahrung: die Länge des Dienstwegs ist abhängig von der Organsiation.
    Ich würde auf Nummer sicher gehen und erst deren Forderung erfüllen. Sobald Du an die TN ran darfst solltest du sowieso einen Informed Conset einholen.

    Und: wenn die Leitung nicht dahinter steht kann es sein, dass sich das bemerkbar macht...also wenig TN, viele Rückzieher nach Erhebung etc.!

    Ausserdem kann eine Leitung auch Gatekeeperfunktion haben, durch den Du an die TN besser ran kommst
     
  18. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Das ist selbstverständlich. Es wundert mich nur, dass die Spielregeln so unterschiedlich sind.

    Ich habe kein Problem damit, mein Anliegen an verschiedenen Stellen vorzutragen, nur will ich keine unliebsame Überraschung erleben. Es wäre mir sehr unrecht, wenn ich mitten in der Untersuchung stecke und auf einmal fragt einer: "Sagen Sie, wurde ich überhaupt darüber informiert, dass Sie hier sind?"

    Aber eine Leitung müsste ja selbst am besten wissen, welche Spielregeln in ihrem Haus gelten, oder?
     
  19. Lillebrit

    Lillebrit Bereichsmoderatorin
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    Eigentlich schon :mrgreen:
    Wenn die aber sagt, dass es durch den BR muss dann würde ich darauf warten. Kannst ja bis zum endgültigen Ok schon mal in anderen Häusern mit der Datenerhebung beginnen.
     
  20. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Es stellt sich eher die Frage: Wenn die Leitung den BR nicht erwähnt, kann ich dann davon ausgehen, dass ich keine Zustimmung von ihm brauche?
     
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