BDK und trotzdem nass

Medizini

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Hallo :-)

Hab mal eine Frage. An was kann es liegen, wenn eine Patientin einen BDK hat, anfangs Ch14, dann 16 und jetzt schon 18 und trotzdem tritt Urin auf natürlichem Wege durch die Harnröhre aus. Der Katheter wurde nicht abgeknickt.
Vielleicht kennt sich da jemand aus oder hat da schonmal Erfahrungen gemacht.

Lg Medi
 

Nemo(w)

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:thinker: das problem habe ich auch schon mal erlebt, es ist zum verzweifeln.....und kein mediziner ( zumindestens bei uns) wußte einen Rat......letzendlich haben wir ihn -->den Dk entfernt und es ohne belassen.-wenn du eine lösung hast dafür, laß es mich bitte wissen danke
 

Elisabeth Dinse

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Wieso wurde der Katheter überhaupt gelegt? Findet sich da eventuell schon eine Ursache?

Elisabeth
 

Medizini

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Er wurde gelegt, weil eine starke Inkontinenz vorliegt und wegen Materialkosten (Inkomaterial/Bettunterlagen etc.), die gingen ins unermessliche. Zusätzlich kam hinzu weil sich die Bew. nicht mehr wohl gefühlt hat mit der Situation ständig im nassen zu sitzen. Gelegentliche Windeldermatitis kamen auch noch dazu. Nach Absprache mit der Bew., deren Angehörigen und dem Hausarzt wurde der BDK schließlich gelegt.

Ich hab schonmal gehört, dass Blasensteine eine Ursache dafür sein sollte, aber ich kenn mich auf dem Gebiet nicht aus.

Alternative wäre natürlich einen SPF, aber nur so aus Interesse wüsste ich das jetzt trotzdem gern :-)
 

Elisabeth Dinse

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Blasensphinkter scheint seine Funktion nicht zu erfüllen. Eventuell gekoppelt mit einer "spastischen" Blase.
Da muss wohl der Urologe ran. Der wird als erstes die Indikation des transurethralen Dauerkatheters (zu recht) in Frage stellen: Gefahr der aufsteigenden Infektionen. Bringt euch aber nicht wirklich weiter. Deshalb gleich auf BFK und Blasenmuskulatur entspannende Medis drängen. Dann ist euch und eurer Pat. geholfen.

Elisabeth
 

Medizini

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Das könnte es natürlich auch sein, wie gesagt...ist nicht mein Gebiet. Ich werd das mal mit dem Urologen klären. Kann das Ergebnis dann hier posten.

Nur noch eins...woran erkennt man eine spastische Blase? Geht nur per Ultraschall oder?
 

-yvo-

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Die Diagnose einer spastischen Blase wird mit einer Urodynamik gestellt.
Mit einem Ultraschall kann man lediglich Größe, Füllungszustand (...) feststellen.

Urologen bestellen...der wird sich was einfallen lassen.

Warum wurder überhaupt ein DK gelegt?
Wär ein SPF nicht angebrachter gewesen?
Läuft überhaupt Urin über den DK ab oder nur dran vorbei?
DK evtl verstopft....liegt an der Blasenwand an?

-edit-
Aber auch mit spastischer Blase sollte der Patient mit DK trocken sein.
Ein solcher Druck, dass der Urin am Katheter vorbeigedrückt wird, dürfte sich mit DK gar nicht erst bilden.
Falls ich falsch liege....Denkfehler oder ähnliches...bitte verbessern.
 
Zuletzt bearbeitet:

Medizini

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Der Grund hab ich oben schonmal geschrieben ;)
DK oder SPF - das lag damals am ermessen des Arztes bzw. der Angehörigen und der Patientin.
Ja, Urin läuft ganz normal in den Beutel ab, nur kommt zusätzlich Urin auf normalen Wege raus. Zwei oder dreimal am Tag in kleineren Mengen, ich würds auf 100ml schätzen pro zusätzlichem Ausscheiden.
Ne, DK ist nicht verstopft.

Um das aber noch anzufügen: Muss erst einen Urologen finden, weil "unseren" Urologen in der Region ist etwas...wie soll ich sagen...abnormal. Meiner Meinung nach eher ein Viehdoktor und selbst den Tieren würde ich das nicht zumuten wollen. Aber das gehört jetzt nicht daher...
 

eiseule

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Hi Medizini,

Ist der Urin klar, oder flockig trübe? Falls es so ist, müsstes Du einen Katheter mit grösseren "Augen" verwenden. Fliesst der Urin sofort nach Anlage daneben oder erst eine Woche später? Habt ihr Latex oder Silikonkatheter?
 

Elisabeth Dinse

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.....
Harnverlust neben Katheter: Überprüfung der Durchgängigkeit. Oft durch
Detrusorhyperaktivität bedingt, welche eine anticholinerge Therapie erfordert.
....
http://www.kup.at/kup/pdf/1457.pdf S.22

De|tru|sor
detrusor muscle (of urinary bladder)
Kurzbez. eines Musculus detrusor, i.e.S. des M. d. vesicae, des „Harnaustreibers“; das ist die grob gebündelte mehrschichtige Blasenwandmuskulatur, deren Kontraktion zur Harnentleerung führt durch Freigabe des Abflusses durch den M. sphincter vesicae internus u. M. retractor uvulae unter gleichzeitigem Verschluss der Harnleitermündungen durch den funktionell assoziierten M. trigonalis; Schwäche des D. nach chronischer Harnblasenüberdehnung hat eine kraftlose u. verzögerte Harnentleerung (Miktion) zur Folge; ein Reizzustand führt zu Krämpfen (= Detrusorspasmen) mit starkem Harndrang, erschwerter Miktion (Dysurie). Bei Störungen der nervalen Steuerung kommt es zur D.-Dysfunktion (häufig im Alter, z.B. bei Apoplex, Multiinfarkt-Demenz, Alzheimer-Krankheit oder Parkinson-Syndrom). Für die idiopathische D.-Instabilität sind wahrscheinlich altersphysiologische Veränderungen u. psychische Einflüsse verantwortlich.
Roche Lexikon

Elisabeth
 

-yvo-

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Danke für die Info, Elisabeth :wink:
Bei uns ist meistens eine der ersten Tätigkeiten auf Station, dem Patienten den DK zu entfernen.
Von daher hab ich mich nie wirklich damit beschäftigt.
 

Medizini

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eiseule schrieb:
Hi Medizini,

Ist der Urin klar, oder flockig trübe? Falls es so ist, müsstes Du einen Katheter mit grösseren "Augen" verwenden. Fliesst der Urin sofort nach Anlage daneben oder erst eine Woche später? Habt ihr Latex oder Silikonkatheter?
worauf willst du hinaus? und welche augen?
 

Medizini

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Elisabeth Dinse schrieb:
Management von Dauerableitungen
.....
Harnverlust neben Katheter: Überprüfung der Durchgängigkeit. Oft durch
Detrusorhyperaktivität bedingt, welche eine anticholinerge Therapie erfordert.
....
http://www.kup.at/kup/pdf/1457.pdf S.22

De|tru|sor
detrusor muscle (of urinary bladder)
Kurzbez. eines Musculus detrusor, i.e.S. des M. d. vesicae, des „Harnaustreibers“; das ist die grob gebündelte mehrschichtige Blasenwandmuskulatur, deren Kontraktion zur Harnentleerung führt durch Freigabe des Abflusses durch den M. sphincter vesicae internus u. M. retractor uvulae unter gleichzeitigem Verschluss der Harnleitermündungen durch den funktionell assoziierten M. trigonalis; Schwäche des D. nach chronischer Harnblasenüberdehnung hat eine kraftlose u. verzögerte Harnentleerung (Miktion) zur Folge; ein Reizzustand führt zu Krämpfen (= Detrusorspasmen) mit starkem Harndrang, erschwerter Miktion (Dysurie). Bei Störungen der nervalen Steuerung kommt es zur D.-Dysfunktion (häufig im Alter, z.B. bei Apoplex, Multiinfarkt-Demenz, Alzheimer-Krankheit oder Parkinson-Syndrom). Für die idiopathische D.-Instabilität sind wahrscheinlich altersphysiologische Veränderungen u. psychische Einflüsse verantwortlich.
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Elisabeth
daraus wird man nur nicht schlau *g* nach dem text als doch eine spastik?!
 

Elisabeth Dinse

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Scheint so. Aber hier wird alles nur ein raten bleiben. Uns fehlt die Möglichkeit einer gezielten Diagnostik. Das ist dem Urologen vorbehalten.

Elisabeth
 

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Manchmal ist's zu einfach

"Blasenkrämpfe" sind häufig dafür verantwortlich. Meistens reicht schon eine einmalige Gabe eines Spamolytikums.
 

SrSa

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Medizini schrieb:
Hallo :-)

Hab mal eine Frage. An was kann es liegen, wenn eine Patientin einen BDK hat, anfangs Ch14, dann 16 und jetzt schon 18 und trotzdem tritt Urin auf natürlichem Wege durch die Harnröhre aus. Der Katheter wurde nicht abgeknickt.
Vielleicht kennt sich da jemand aus oder hat da schonmal Erfahrungen gemacht.

Lg Medi


Hallo Medizini,
ist der BDK ein suprapubischer oder transuretraler Katheder?????
Wenn es ein transuretraler ( :weissnix: ) ist mit wieviel Aqua ist er geblockt????
Lieben Gruß SrSa
 

Elisabeth Dinse

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SrSa schrieb:
Wenn es ein transuretraler ist mit wieviel Aqua ist er geblockt????
Dürfte hier nicht relevant sein. Es geht bei dieser Blockung nicht um das Abdichten, wie z.B. einer Trachealkanüle. Die Blockung verhindert das Herausrutschen des DKs.

Elisabeth
 

SrSa

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Augenklinik im Krankenhaus
Ha llo Elisabeth,
ich hatte auch schon Patienten die das Problem hatten, das sie trotz transuretralen Katheder im nassen lagen. Wenn die Blockung z.B. um 5ml Aqua erhöht wurde, war das Problem Vergangenheit. Ein Versuch ist es Wert, was ja nicht heißt das es immer funktioniert.
Einfach mal ausprobieren. Ich habe damit gut Erfahrungen gemacht.
LG SrSa:nurse:
 

pffanja

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Ha llo Elisabeth,
ich hatte auch schon Patienten die das Problem hatten, das sie trotz transuretralen Katheder im nassen lagen. Wenn die Blockung z.B. um 5ml Aqua erhöht wurde, war das Problem Vergangenheit. Ein Versuch ist es Wert, was ja nicht heißt das es immer funktioniert.
Einfach mal ausprobieren. Ich habe damit gut Erfahrungen gemacht.
LG SrSa:nurse:
Bei uns ordnen die àrzte das auch immer als Erstes an...
Und ja manchmal hilfts.
 

Maniac

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Wenn die Blockung z.B. um 5ml Aqua erhöht wurde, war das Problem Vergangenheit.
Einfach mal ausprobieren. Ich habe damit gut Erfahrungen gemacht.
Bei uns ordnen die àrzte das auch immer als Erstes an...
Und ja manchmal hilfts.
Ich hoffe ihr beachtet dabei die maximale, vom Hersteller vorgegebene, Füllmenge des Ballons.

Mal eben um 50% über max zu gehen, halte ich für bedenklich.
 

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