Banklehre, Jura, Palliativ-Pflege?

Dieses Thema im Forum "Ausbildungsvoraussetzungen" wurde erstellt von Julian123, 31.03.2010.

  1. Julian123

    Julian123 Newbie

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    Hallo zusammen,

    ich habe mich gerade hier angemeldet, in der Hoffnung, von euch ein paar Ratschläge/Meinungen zu bekommen.

    Meine Situation ist folgende:
    Ich (24 J) habe nach meinem Abi eine kaufmännische Ausbildung in einem mittelständischen Unternehmen gemacht in der Absicht, im Anschluss ein Jura-Studium zu machen. Im letzteren bin ich nun seit 3 Semestern. Es macht auch mehr oder weniger Spaß.
    Auf Grund einer sehr schweren Erkrankung in der Familie, habe ich schon viel Zeit in Krankenhäusern, palliativen Stationen, sowie mit ambulanten palliativen Pflegediensten verbracht. Auch ein Hospiz habe ich mir angesehen.
    Ich helfe gerne und viel bei der Pflege des Familienmitgliedes und es macht mir trotz der Umstände sehr viel Spaß. Die Hingabe, mit der die Pfleger arbeiten, fasziniert mich täglich. Ich glaube, in diesem Beruf eher meine Berufung zu finden, als in einem anderen. Wenn ich mich für diesen Schritt entscheide, würde ich gerne bei einem ambulanten, palliativen Pflegedienst arbeiten.

    Nach einer Ausbildung zum Kranken- und Gesundheitspfleger, wie würde es dann weitergehen. Kann ich direkt eine Weiterbildung zum Palliativpfleger machen oder kann ich mich direkt als Palliativpfleger ausbilden lassen?
    Habe ich auch sichere Chancen, direkt in diesem Bereich zu arbeiten?

    Für ein paar Infos, wäre ich sehr dankbar.

    Viele Grüße
    Julian
     
  2. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Palliativstation, Bildungszentrum
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    Praxisanleiterin, Bachelor of Nursing, M.A. Pflegewissenschaft
    Palliativpflege gibt es nur als Fachweiterbildung. Du müsstest also zuerst die Krankenpflegeausbildung machen und könntest dann, meist nach zwei Jahren Berufserfahrung, eine Weiterbildung machen. Die Weiterbildung umfasst nur 160h.

    Du kannst auch ohne Palliative-Care-Weiterbildung im stationären Palliativbereich arbeiten. Ob dies im ambulanten Bereich möglich ist, hängt stark vom Bundesland ab. Die Kostensteller stellen unterschiedliche Forderungen, nach denen es einfacher oder schwieriger ist, SPAV (spezielle ambulante Palliativversorgung) anzubieten. In Bayern z.B. sind die Forderungen sehr hoch, da hätte man praktisch schon vor zehn Jahren mit der Ausbildung der Angestellten beginnen müssen.

    Selbstverständlich gibt es keine Garantie, dass Du nach dem Examen eine Stelle im von dir gewünschten Bereich bekommst. Die gibt es nie.
     
  3. Neuron

    Neuron Stammgast

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    @Julian123:

    Dein Lebensalter ist noch sehr jung wie du schreibst. Bedenke, dass sich eine Ausbildung von der ganzen Art und Weise her gesehen sehr deutlich von einem Studium unterscheidet. Juristerei als Student an einer Uni zu studieren ist etwas ganz anderes als würdest du als Schüler einer Pflegeschule in einem Unterrichtsraum sitzen!

    Mein Vorschlag: Lass dir wirklich genügend Zeit über die eigenen persönlichen Dinge nachzudenken und versuche beide Extreme mal genauer zu erkunden. Dieses tust du ja schon ein wenig.

    Gruß Neuron
     
  4. Chrissylgg

    Chrissylgg Senior-Mitglied

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    Seit 1.10.10 Azubi zur GKP
    Ich kann dir jetzt zwar nichts wegen dem spezifischem Weg sagen, aber nur Mut wenn du fest stellst das dein eingeschlagener Lebensweg nicht passt. Du hast nur ein Leben, wenn dein Job nicht zu dir passt ist es einfach unsinnig darin Jahrzehnte zu praktizieren.
    Ich hab nach 8 Jahren (ner Verlagskauffrau Ausbildung und nem MBA Studium) endlich den Mut aufgebracht das anzufangen was ich schon mit 18 wollte. Werde nun im Oktober die Ausbildung anfangen *freu*
     
  5. Robby

    Robby Senior-Mitglied

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    Ambulante Pflege
    Ich an deiner Stelle wuerde das Jura Studium beenden, 3 Semester hast du schon durch, du wuerdest den Fehler deines Lebens begehen solltest du dein Jura Studium jetzt beenden wollen um eine Ausbildung in der Krankenpflege zu beginnen. Lies Dir dieses Forum wenn du Zeit hast mal so sukzesive durch und dann reflektiere. Und dann schau mal ob du immer noch so begeistert bist.Schmeiss deine Chance nicht weg. Gutgemeinter Rat.Eines Tages wirst du es naemlich bereuen. Nach 25 JAhren bin ich aus der Pflege ausgestiegen, fuer mich war das auch mal Berufung, habe meinen Beruf mit Leidenschaft gemacht bis es emotional nicht mehr ging. Wegen dem Geld war es sicher nicht, in meiner letzten Funktion habe ich sehr gut verdient. Selbst wenn ich das doppelte bekaeme ich wuerde dankend ablehnen.

    Verzeiht bitte, die Umlaute funktionieren auf meiner Tastatur nicht.
     
  6. Nomis

    Nomis Stammgast

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    Beruf:
    Gesundheits- u. Krankenpfleger, RettAss iP
    Akt. Einsatzbereich:
    anästhesiologische Intensivstation; Rettungsdienst (ehrenamtl.)
    Ich würde Dir auch empfehlen, Dein Studium zu beenden.
    Trotzdem kannst Du Dich in der Palliativpflege engagieren. Die meisten Hospize und Palliativeinrichtung arbeiten mit Ehrenamtlichen, d.h. spezielle geschulten Freiwilligen, die die Pat. psychosozial mitbetreuen und auch die Pflegekräfte entlasten. Falls Du an sowas interesse hast, frag doch einfach mal bei Einrichtungen in Deiner Nähe nach.
    Auch später als Jurist kannst Du durchaus in diesem Bereich tärig sein: Beratung bzgl. Patientenverfügungen, Vorsorgevollmachten, Testament usw..

    Es bleibt Deine Entscheidung, überleg sie Dir nur gut!!
     
  7. Robby

    Robby Senior-Mitglied

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    Beruf:
    Pflegefachkraft
    Ort:
    Karlsruhe
    Akt. Einsatzbereich:
    Ambulante Pflege
    Mitglied Nomis hat recht, es gibt noch viele Moeglickeiten sich in diesem Bereich zu engagieren. Die Entscheidung, kann Dir aber niemand abnehmen, wie bereits erwaehnt, ueberlege sie dir gut.
     
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