Babys die nicht trinken wollen

Dieses Thema im Forum "Fachliches zur Kinderkrankenpflege" wurde erstellt von Rachel, 28.05.2008.

  1. Rachel

    Rachel Newbie

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    Hallo, eine Freundin von mir hat eine 3 Monate alte Tochter.Die kleine hatte noch bis vor 2 Wochen Durchfall, danach wurde der Stuhl breiig-schleimig und grün.Die Kleine bekam vom Kinderarzt eine Spezialnahrung,diese nicht annimmt.Trotzt vielen Ratschlägen der Hebamme will sie immer noch nicht trinken!!!!!!!!!!!!! Hat irgend jemand eine Ahnung was man noch tun kann??
     
  2. shaggy01

    shaggy01 Junior-Mitglied

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    Soll das heißen sie trinkt garnichts mehr?
    Nahrung hin oder her...trinken müssen Babys immer..versuch es doch einmal mit lauwarmen Tee...natürlich Babytee...und am Anfang ordentlich verdünnt...aber Du schreibst auch wenig über die gesammte Situation...
     
  3. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Was bitte ist "Babytee"? Früher gabs für Babys immer Fencheltee oder Pfefferminztee oder auch mal Kümmeltee... selbstverständlich frisch gekocht bzw. gebrüht.

    Wie gestaltet sich derzeit die Ernährung? Was war die Ursache für den Durchfall?

    Elisabeth
     
  4. karola1

    karola1 Stammgast

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    hallo Rachel,

    • wie lange hatte sie denn schon Durchfall, bevor der Stuhl breiig-schleimig wurde und grün?
    • wird sie gestillt und ist es vielleicht nur Muttermilchstuhl, der auch schon mal merkwürdig aussehen kann?
    • Wie sah der Stuhl denn vorher aus? wässrig, zerhackt, schleimig, mit Blutauflagen, Wasserhof um feste Bestandteile, stinkend, gegoren riechend, ...?
    • wie war die Vigilanz des Säuglings? wach, schlapp, apathisch, halonierte Augen, verminderter Hautturgor, ansprechbar und fröhlich trotz zeitweiser Bauchkrämpfe, berührungsempfindlich, Fieber, jämmerlich...?
    • was für eine Spezialnahrung war das?
    • wie ging es dem Säugling denn nach Aufnahme der Spezialnahrung oder hat es diese vollständig verweigert?
    • Hat der Arzt nicht geraten, allerspätestens nach zwei Tagen ohne Veränderung wieder vorstellig zu werden? andere Spezial-Nahrung ausprobieren oder notfalls Infusion legen?
    • wie sieht es mit der Elektrolytsituation aus?
    • Hebammen sind Hebammen und können sich gerne um gesunde Neugeborene kümmern; sobald aber ein NG oder Säugling krank geworden ist, gehört es in fachkompetente Hände, die sich mit solchen (durchaus auch ernst zu nehmenden) Erkrankungen auskennen
    Mit der Auflistung wollte ich nur mal aufzeigen, wie viel es zu beachten und hinterfragen gibt (und das ist noch längst nicht alles zu diesem Thema) und daß ich es eher fatal finde, nicht so schnell wie möglich mit einem so kleinen Kind wieder beim Arzt aufzutauchen.
    Der Flüssigkeitsbedarf bei den Kleinen ist um ein Vielfaches höher als bei Erwachsenen und die können nicht so lange kompensieren wie wir.
    Was sollen diese Ferndiagnosen in einem Forum und (zwar gut gemeinte) Ratschläge in einen virtuellen Raum hinein bringen, wenn es um konkrete Kinder geht, die SOFORT Hilfe brauchen, wenn denn alles so ist, wie geschildert wurde.
    Und was ist "Babytee"?
     
  5. Rachel

    Rachel Newbie

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    Hallo!
    Der Durchfall ging ca 5 Tage, vom Kinderarzt wurde Perenterol verordnet. Sie wurde gestillt und jetzt muss sie aus der Flasche trinken, da nicht mehr genügend Muttermilch vorhanden ist. Der Stuhl sah vorher wässrig und schleimig aus. Sie ist ansprechbar und fröhlich. Zur Zeit bekommt sie verordnet vom Kinderarzt Heilnahrung.Die Spezialnahrung verweigert sie total.Es wurden verschiedene Flaschen mit verschiedenen Größen (Saugern) ausprobiert, bis hin zur Schnabeltasse.
     
  6. Trisha

    Trisha Poweruser

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    Hallo,

    wenn das Kind wirklich nicht trinken würde, dann wäre es sicher nicht fröhlich und ansprechbar. Also liest sich das für mich schon alles recht paradox.
    Zum zweiten bin ich sehr verwundert, wenn nicht gar schockiert: Perenterol ist für Kinder UNTER 2 JAHREN KONTRAINDIZIERT!!!!

    Zum dritten: ein 3 Monate altes Baby hat des öfteren Durchfall. Meine beiden hatten während der ganzen Stillzeit Durchfälle, ununterbrochen - nach Beikosteinführung kurzfristig Verstopfung, jetzt wieder eher zu Durchfällen neigend.

    Für mich ist das alles sehr, sehr mysteriös...

    LG
    Trisha
     
  7. shaggy01

    shaggy01 Junior-Mitglied

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    zum "Babytee"...wer KInder hat oder auf einer Kinderstation arbeitet weiß, daß es für kleine Babys einen extra schonenden Tee gibt...z.B. von Alete oder so...das meine ich...ich sage immer Babytee da ich mal einer Bekannten von mir gesagt habe, daß ihr Kind nicht den ganzen Tag lang nur Milchflaschen bräuchte, sondern auch mal einen Tee trinken könne...daraufhin hat sie ihrem Baby doch wirklich einen normalen schwarzen Tee etwas verdünnt gekocht...und das ging dann sprichwörtlich in die Hose...
    Von Alete und anderen Kinderkostanbieter bekommt man unterschiedliche Tees..z.B. wenn das Baby blähungen hat...

    zu Trisha: meine hatten auch immer mal Durchfall...oder verstopfung..bis ich Laktose testen lassen habe und nun habe ich keine Probleme damit mehr...könnte also auch immer einmal eine Unverträglichkeit sein..
     
  8. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Heutzutage scheint alles ein bischen anders zu sein. Eigentlich schade, dass man nicht mehr weiß, was man da so seinem Kind eintrichtert.

    Ob das bei einer Empfehlung: Gib Fencheltee- auch passiert wäre?

    Elisabeth
     
  9. Trisha

    Trisha Poweruser

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    Ganz klar: vielen Müttern heute fehlt die Intuition. Warum? Dank der großen Hersteller von Babykost, die ihre Nahrung als DAS non + ultra anpreisen. Oder Firmen die Babykosmetik produzieren genau so.
    Hebammen sind homöopathisch orientiert oder haben generell scheinbar wenig verwertbares Wissen. (sollten das Hebammen lesen: das ist meine Erfahrung, die Erfahrung unseres Kinderarztes, und die Erfahrung der mir bekannten Mütter).

    Mütter werden einfach fehl geleitet und verunsichert.
    Ein 3 Monate altes Baby, das gestillt wird, kann durchaus Durchfall haben!!! Das ist normal.
    Wie kann man einem Säugling z.B. Perenterol geben? Da scheint der Arzt irgendwie keine Ahnung zu haben, und die Mutter sollte vielleicht auch mal im Beipack lesen, dass das für Säuglinge und Kleinkinder gefährlich ist!

    Heil- und Spezialnahrung sind ebenfalls Geldmacherei. Erfahrungsgemäß, wie auch in diesem Fall, wird sie schlecht angenommen.
    In diesem Fall kann 1er, oder vielleicht auch schon 2er Folgemilch verabreicht werden.
    Das Kind darf Durchfall haben - solange es fröhlich und aktiv ist, ist alles okay.

    :gruebel: :knockin:Trisha
     
  10. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Ich geb dir recht- Intuition fehlt mittlerweile fast völlig bei den Müttern. Jeder Anbieter (Hebamme, Entbindungskrankenhaus, Kinderarzt) versucht seine Meinung als die alleinig wahre Meinung zu etablieren. Es geht schließlich um die Daseinsberechtigung. Das (Erfahrungs-)Wissen der Altvorderen -sprich Großeltern, Urgroßeltern- wird als falsch und überholt abgetan.

    Elisabeth
     
  11. LiaSiSo

    LiaSiSo Junior-Mitglied

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    zertifizierte Multiplikatorin Kinästhetik
    ich bin echt schockiert.

    ein 3 monate junges kind, welches stillt hat so gut wie immer flüssigen muttermilchstuhlgang. erst mit der beikost viele moate später wird der stuhl fester.

    und ein vollstillkind braucht auch keinen tee. es bekommt genügend flüssigkeit und nährstoffe über die Muttermilch.

    also wenn die mutter noch stillen will und kann, dann soll sie stillen, stillen, stillen und das ganze nach bedarf. es braucht keinerlei künstliche heilnahrung o.ä.

    meine tochter hat lange voll gestillt und hatte zum teil 5 tage keinen stuhlgang und dann wieder flüssigen MuMi Stuhl.

    herzliche grüße von liane, die zusätzlich stillberaterin ist
     
  12. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Ich wäre vorsichtig mit Ratschlägen aus der Ferne. Du hast keine Möglichkeit der Kontrolle.
    Das ist ein Problem: jeder berät ohne die Situation wirklich konkret kennen und ggf. einzugreifen zu können.

    Elisabeth
     
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